https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/issue/feed Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik 2022-08-05T17:37:08+02:00 İnci Dirim inci.dirim@univie.ac.at Open Journal Systems <p>Die Zeitschrift <em>Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik</em> (<em>MPZD</em>) ist eine jährlich erscheinende Fachzeitschrift mit einem Fokus auf migrationspädagogisch ausgerichteten Zweitsprachdidaktiken, die verschiedenste Akteur_innen aus diesem Themenkomplex adressiert.</p> https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/article/view/7453 Editorial 2022-07-18T09:55:19+02:00 Maria Weichselbaum maria.weichselbaum@univie.ac.at Nina Simon nina.simon@uni-leipzig.de Silvia Demmig silvia.demmig@ph-ooe.at İnci Dirim inci.dirim@univie.ac.at Assimina Gouma assimina.gouma@ph-ooe.at Sabine Guldenschuh sabine.guldenschuh@univie.ac.at Nazli Hodaie nazli.hodaie@ph-gmuend.de Heidi Rösch heidi.roesch@ph-karlsruhe.de <p>Code-Mixing, Code-Switching, Transfer als Phänomene der Sprachalternation oder das sog. <em>Kiezdeutsch</em> sowie andere Hybridisierungen sind Formen sprachlicher Ausdrucksweisen, die sich im Alltag einer migrationsbedingt mehrsprachigen Umgebung herausbilden. Darstellungen dieses migrationsgesellschaftlichen Sprachwandels sind allerdings weder in der (Sprach-)Wissenschaft noch in Film und Literatur neutral, sie folgen vielmehr unterschiedlichen Perspektiven und Interessen. Es finden sich sowohl Muster, die den Sprachwandel skandalisieren und die Sprecher*innen an den gesellschaftlichen Rand drängen, als auch solche, die eine Deskandalisierung und Normalisierung dieses Sprachwandels anstreben wollen, oder aber einen exotischen Status der Sprecher*innen stärken. Deshalb nähert sich diese erste Ausgabe der Zeitschrift "Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik" der Funktionalisierung des migrationsbedingten Sprachwandels durch die Dominanzgesellschaft als Regulatorium gesellschaftlicher Strukturen an und diskutiert sie aus der Perspektive der Sprecher*innen als Ausdruck einer gesellschaftlichen Position(ierung) und (Nicht-)Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Kontexten sowie als Desideratum didaktischer Zugänge.</p> 2022-08-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/article/view/7448 Mehrsprachige Figurenrede in der postmigrantischen Gegenwartsliteratur am Beispiel von Fatma Aydemirs Ellbogen (2017) 2022-07-15T20:05:56+02:00 Martina Kofer martina.kofer@ovgu.de <p>In den Literaturwissenschaften kann derzeit eine gesteigerte Zuwendung an literarische Formen von Mehrsprachigkeit beobachtet werden. Die Figurenrede bspw. zeigt, dass Unterscheidungen wie manifeste oder latente Mehrsprachigkeit eine gleichermaßen wichtige Rolle spielen wie Sprachmischungen und/oder Sprachwechsel. Sie ist einerseits die offensichtlichste Form literarischer Mehrsprachigkeit, auf der anderen Seite kann durch sie auch sprach- und kulturpolitisch Stellung bezogen werden. In der Literatur werden somit Formen innerer wie äußerer Mehrsprachigkeit im Besonderen dann eingesetzt, wenn eine Figur und ihre (Nicht-)Zugehörigkeiten realistischer wirken sollen und sie (sozial) charakterisiert werden soll.</p> 2022-08-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/article/view/7449 Lebensweltliche Mehrsprachigkeit als translingual-hybride Praxis 2022-07-15T20:29:09+02:00 Ana da Silva ana.dasilva@philhist.uni-augsburg.de <p>In prestigehaften Sprachen mehrsprachig zu sein, gilt, so kann man sagen, als Bereicherung für die einzelne Person sowie die Gesellschaft. Problematisch ist dabei aber einerseits die (Ab-)Wertung einzelner Sprachen im Rahmen migrationsgesellschaftlicher Mehrsprachigkeit, andererseits auch die Tatsache, dass Mehrsprachigkeit meist nach wie vor <em>additiv</em> verstanden wird. Mehrsprachigkeit verstanden als Translanguaging bzw. als Quersprachigkeit setzt aber voraus, dass Fluidität und Hybridität von Sprachen bzw. Sprachformen in der tatsächlichen Sprachpraxis als unmarkierte Phänomene mehrsprachiger Sprecher*innen akzeptiert werden und die damit verbundenen vielfältigen individuellen und gesellschaftlichen Konstellationen von Sprachigkeit sowie kulturellen Mehrfachzugehörigkeiten als authentischen Ausdruck lebensweltlicher Mehrsprachigkeit angesehen werden. Dies betrifft unterschiedlichste Domänen und Ebenen gesellschaftlicher Interaktion, wobei der Lern- und Begegnungsort ‚Schule‘ höchst relevant ist. Hierbei ist vor allem auf die Perspektive der Lehrenden auf das sprachliche Geschehen im Unterrichts- und Schulalltag zu fokussieren.</p> 2022-08-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/article/view/7450 „bei dir läuft“ 2022-07-15T20:37:52+02:00 Magnus Frank magnus.frank@uni-dortmund.de Denise Büttner denise.buettner@uni-due.de <p>Im Zentrum dieses Beitrags steht die Frage danach, in welchen Kontexten und im Rahmen welcher Grenzen Sprachalternation als legitim angesehen wird. Wer kann aus welcher Adressierbarkeit heraus standardsprachliche Setzungen untergraben, im Zuge dessen Anerkennung als (jugendsprachliche) Sprecher*in erwarten und sich somit Gehör verschaffen? Das jugendsprachliche Phänomen "bei dir läuft" wird bspw. von Lehrpersonen als Sprachverfall ("Das ist doch kein Deutsch!"), die Form belustigend ("Soll das ein Satz sein?") bis hin zu interessant über den Sinn der Äußerung ("Was heißt das denn?") angesehen – der übereinstimmende Tenor ist jedoch, dass es die Schüler*innen "mit Migrationshintergrund" seien, die sich so ausdrücken würden.</p> 2022-08-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik https://journals.univie.ac.at/index.php/mpzd/article/view/7451 Kedi ağaca klettern yapıyor işte! Erfassen sprachlicher Fähigkeiten im Sprachkontakt 2022-07-16T18:12:57+02:00 İnci Dirim inci.dirim@univie.ac.at Anja Wildemann wildemann@uni-landau.de Özlem Demir oezlem.demir@bildung.gv.at <p>Die alternierende Verwendung von Sprachen ist die typische Form des Gebrauchs von Migrationssprachen und dem Deutschen im Alltag der Migrationsgesellschaft – man könnte auch von der „eigentlichen“ Erstsprache, mit der Kinder und Jugendliche aufwachsen, sprechen. Darüber hinaus werden einige Migrationssprachen oft gemeinsam mit anderen Migrationssprachen angeeignet, z.B. Türkisch mit Kurdisch. Diese Tatsache stellt in der Sprachdiagnostik allerdings ein Desideratum dar, obwohl sie erfassen soll, welche sprachlichen Fähigkeiten Kinder mitbringen. Kontaktsprachen und Sprachkontaktphänomene werden bei sprachdiagnostischen Verfahren im Regelfall nicht be(ob)achtet. Darauf basierend fokussiert der Beitrag darauf, dieses Desiderat im Kontext des Primarbereichs zu verdeutlichen sowie die Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Sprachdiagnostik, die Phänomene des Sprachkontakts miteinbezieht, aufzuzeigen.</p> 2022-08-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik