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            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">Kroatische Sprachgeschichte während des
                    Ustascha-Regimes (1941–1945) und Milan Begovićs Roman <hi rend="italic">Giga
                        Barićeva</hi></title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Digitale und soziolinguistische Analyse von
                    Sprachlenkung und Zensur fiktionaler Prosa</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Elias Moncef</forename>
                        <surname>Bounatirou</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Universität Wien</affiliation>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2025</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-06-03-03</idno>
                <idno type="URL"
                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/9451</idno>
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            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">6</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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            <langUsage>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Kroatisch</term>
                    <term xml:lang="de">Ustascha-Zeit</term>
                    <term xml:lang="de">Sprachpolitik</term>
                    <term xml:lang="de">Computerphilologie</term>
                    <term xml:lang="de">digitale Textkollation</term>
                    <term xml:lang="de">CollateX</term>
                </keywords>
                <keywords xml:lang="en">
                    <term xml:lang="en">Croatian language</term>
                    <term xml:lang="en">Ustasha</term>
                    <term xml:lang="en">language politics</term>
                    <term xml:lang="en">computational philology</term>
                    <term xml:lang="en">digital collation</term>
                    <term xml:lang="en">CollateX</term>
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                    <name>Thomas Zangl</name>
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                    <name>Laura Tezarek</name>
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        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Für die Herrschaft des kroatischen Ustascha-Regimes zwischen 1941 und 1945 war
                    eine rigorose, direktive Sprachpolitik, sprachliche Überwachung und Zensur
                    kennzeichnend. Die Editionen des Romans <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi> von
                    Milan Begović (1876–1948), die während der Ustascha-Zeit erschienen, wurden
                    entsprechend stark sprachlich zensiert. Das im Beitrag beschriebene Projekt
                    untersucht die Textgeschichte des Romans mit dem Ziel nachzuvollziehen, wie sich
                    die Sprachpolitik der Ustascha selbst auf literarische Sprache auswirken konnte.
                    Wesentlicher Bestandteil der Analyse ist eine computergestützte Kollation von
                    Editionstexten von <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi>, die vor und während des
                    Ustascha-Regimes veröffentlicht wurden, mit dem Programm CollateX.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>The rule of the Croatian Ustasha regime between 1941 and 1945 was characterised
                    by strict authoritarian language politics, linguistic surveillance and
                    censorship. So those editions of the novel <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi>
                    by Milan Begović (1876–1948) which were published during the Ustasha period were
                    heavily linguistically censored. The research project described in this paper
                    studies the textual history of the novel aiming to understand how Ustasha
                    language politics affected even literary language. An essential part of the
                    analysis is a digital collation of the editions of <hi rend="italic">Giga
                        Barićeva</hi> that were published before and during the Ustasha regime,
                    using the software tool CollateX.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr06_03-03_01">
                <head>1. Einleitung</head>
                <p>Orwell beschreibt in seinem dystopischen Roman <hi rend="italic">Nineteen
                        eighty-four</hi> (<ref type="bibl" target="#Orwell1949"
                        xml:id="ref_Orwell1949">1949</ref>), wie direktive Sprachpolitik und Streben
                    nach umfassender Überwachung in einem repressiven Staat zur sprachlichen
                    Veränderung selbst früher entstandener literarischer Werke führen, z. B. solcher
                    von Chaucer, Shakespeare und Dickens, ja zum staatlich gesteuerten Umschreiben
                    in eine Sprachform mit neuartigen Merkmalen (vgl. <ref type="bibl"
                        target="#Orwell1949" xml:id="ref_Orwell1949-55">Orwell 1949: 55, 312</ref>).
                    Eine Analyse des Schicksals kroatischer fiktionaler Prosa zwischen 1941 und 1945
                    erlaubt es, so scheint es, nachzuvollziehen, wie man dieses Umschreiben in der
                    Realität durchgeführt hat: unter der Herrschaft der Ustascha (von kroatisch <hi
                        rend="italic">ustaša</hi>: ‚Aufständischer‘) in der „Nezavisna Država
                    Hrvatska“ (NDH), im „Unabhängigen Staat Kroatien“. Das hier vorzustellende
                    Forschungsprojekt, das eine solche Analyse durchführt, soll die Forschungsfrage
                    beantworten, inwieweit veröffentlichte kroatische fiktionale Prosatexte aus der
                    Zeit der NDH (10. April 1941 bis Anfang Mai 1945) spezifische sprachliche
                    Merkmale zeigen, d. h. Merkmale, die die verwendete Sprache vom Kroatischen der
                    vorangegangenen Perioden unterscheiden. Darüber hinaus hat die Studie auch zu
                    analysieren, was für Besonderheiten auftreten und ob sie sich durch die
                    Sprachpolitik des Ustascha-Regimes erklären lassen. Damit soll zugleich
                    ebenfalls untersucht werden, inwieweit es dem faschistischen Regime gelang, auch
                    die Sprache der fiktionalen Prosa zu beeinflussen und im Rahmen seiner Politik
                    zu instrumentalisieren.</p>
                <p>Ein Werk, an dem sich die Forschungsfrage besonders gut untersuchen lässt, stellt
                    der Roman <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi> von Milan Begović (1876–1948)
                    dar. Gleichzeitig gibt eine solche Analyse auch umfassende neue Einblicke in die
                    Geschichte sprachlicher Zensur in der NDH. Hierbei ist zu bedenken, dass das
                    politische System des Ustascha-Staates von massiver staatlicher sprachlicher
                    Kontrolle geprägt war (vgl. Parallelen u.a. in Deutschland und Italien in der
                    Zeit). Entsprechend steht <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi> bei unserer
                    Analyse der Sprache der kroatischen fiktionalen Prosa in der NDH im Zentrum.</p>
                <p>Die kroatische Sprache während des Ustascha-Faschismus ist bisher kaum untersucht
                    worden. Ein wesentlicher Grund dafür ist in einem Forschungstabu in Kroatien zu
                    sehen (s. dazu <ref type="bibl" target="#Bounatirou2019"
                        xml:id="ref_Bounatirou2019-01">Bounatirou 2019</ref>). Unter den
                    Forschenden, die sich mit dem diskutierten Thema beschäftigt haben, ist in
                    erster Linie Marko Samardžija zu nennen (vgl. besonders die Monographien <ref
                        type="bibl" target="#Samardžija1993a" xml:id="ref_Samardžija1993a"
                        >Samardžija 1993a</ref>; <ref type="bibl" target="#Samardžija1993b"
                        xml:id="ref_Samardžija1993b">Samardžija 1993b</ref>; <ref type="bibl"
                        target="#Samardžija2008" xml:id="ref_Samardžija2008"> Samardžija
                    2008</ref>). Samardžija (<ref type="bibl" target="#Samardžija2008"
                        xml:id="ref_Samardžija2008-124">2008: 124</ref>) nennt als Merkmale der
                    Sprachpolitik der NDH u.a.:</p>
                <list>
                    <item><label>-</label> den betont direktiven Charakter, gestützt auf eine
                        umfangreiche Gesetzgebung zur Sprachregelung</item>
                    <item><label>-</label> intensivierte Bemühungen um die ‚Reinigung‘ des
                        Kroatischen (Purismus)</item>
                    <item><label>-</label> die vollständige sprachliche Überwachung aller
                        Druckerzeugnisse</item>
                </list>
                <p>Der Roman <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi> des kroatischen Schriftstellers
                    Milan Begović ist in mehrfacher Hinsicht ein literarisches Werk mit Sprengkraft.
                    Dies gilt u.a. wegen seiner Textgeschichte. Darauf, dass die Zensur der NDH-Zeit
                    in den in dieser Zeit erschienenen Ausgaben des Romans zahlreiche Änderungen
                    forderte, und zwar nach der Maßgabe der Sprachpolitik des Ustascha-Staats, hat
                    bereits <ref type="bibl" target="#Hergešić1945" xml:id="ref_Hergešić1945"
                        >Hergešić (1945)</ref> hingewiesen: So verlangte man u.a. eine puristische
                    Überarbeitung des Textes, und zwar die Beseitigung von Fremdwörtern, also
                    sprachlich Fremdem, wie z. B. <hi rend="italic">telefon</hi> ‚Telefon‘, <hi
                        rend="italic">automobil</hi> ‚Automobil‘, <hi rend="italic">film</hi>
                    ‚Film‘. Stattdessen wünschte man die Benutzung ihrer formal slavischen synonymen
                    Entsprechungen <hi rend="italic">brzoglas</hi>, <hi rend="italic">samovoz</hi>
                    und <hi rend="italic">slikopis</hi> (<ref type="bibl" target="#Hergešić1945"
                        xml:id="ref_Hergešić1945-219">Hergešić 1945 : 219</ref>). Zur ideologischen
                    Einordnung des Purismus als Ziel der NDH-Sprachpolitik ist zu berücksichtigen,
                    dass das Kroatische über eine lange puristische Tradition verfügt. Gleichzeitig
                    ist aber auch der weitere ideologische Kontext der NDH-Politik zu beachten, und
                    damit andere Formen kultureller Säuberung sowie nicht zuletzt auch ethnische
                    Säuberungen. Darüber hinaus fällt am Purismus der Ustascha-Zeit auf, dass dieser
                    mit politischen Mitteln und überdies auch mit Zwangsmaßnahmen wie Zensur
                    durchgesetzt wurde (s. genauer <ref type="bibl" target="#Bounatirou2022"
                        xml:id="ref_Bounatirou2022-155">Bounatirou 2022: 155–156</ref>).</p>
                <p><ref type="bibl" target="#Hergešić1945" xml:id="ref_Hergešić1945-01">Hergešić
                        (1945)</ref> wurde leider bislang wenig rezipiert, so namentlich auch nicht
                    von den Herausgeberinnen der bis heute maßgeblichen wissenschaftlichen Edition
                    von <hi rend="italic">Giga Barićeva</hi> (GB) aus dem Jahre 2002 (<ref
                        type="bibl" target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-01">GB
                    2002</ref>), einer Ausgabe, die einen Teil der Gesamtausgabe von Begovićs Werken
                        (<ref type="bibl" target="#SDB2002" xml:id="ref_SDB2002">SDB</ref>) bildet.
                    Entsprechend wenig erforscht ist die gesamte Geschichte des Romantextes, die
                    dieser im Verlauf der Zeit erlebte, und kaum dokumentiert sind insbesondere die
                    Veränderungen des Textes in den Editionen der NDH-Zeit in <ref type="bibl"
                        target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-02">GB 2002</ref>.
                    Andererseits ist zu bedenken, dass das Werk selbst überaus erfolgreich war, wie
                    u.a. fünf Ausgaben (Auflagen) nahelegen, die der Roman bis zum Ende der NDH
                    erlebte. Das Werk erschien das erste Mal 1930/ 31 als Fortsetzungsroman in der
                    Zagreber Tageszeitung „Novosti“ und später in Buchform (<ref type="bibl"
                        target="#Begović1930" xml:id="ref_Begović1930-01">GB 1930f.</ref>; <ref
                        type="bibl" target="#Begović1940" xml:id="ref_Begović1940-01">GB 1940</ref>;
                        <ref type="bibl" target="#Begović1941" xml:id="ref_Begović1941-01">GB
                        1941</ref>; <ref type="bibl" target="#Begović1943"
                        xml:id="ref_Begović1943-01">GB [1943]</ref>; <ref type="bibl"
                        target="#Begović1944" xml:id="ref_Begović1944-01">GB 1944</ref>).</p>
                <p>Wesentlicher Bestandteil des Forschungsvorhaben ist eine computergestützte
                    Textkollation der Editionen, mit der die textuellen Veränderungen nachgewiesen
                    und gesammelt werden. Die so gewonnenen Daten sind ihrerseits Grundlage für eine
                    weitere textgeschichtliche und auch soziolinguistisch-sprachhistorische
                    Analyse.</p>
                <p>Die Handlung des Romans GB birgt ebenfalls Sprengkraft, und zwar im wörtlichen
                    Sinne. Es ist ein Roman nicht zuletzt über den Krieg und eine starke Frau, die
                    sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen will: Giga, die Titelheldin des Werks,
                    wartet jahrelang auf die Heimkehr ihres Mannes Marko Barić aus dem Ersten
                    Weltkrieg. Sie hat aber sieben Freier, die ihr währenddessen den Hof machen.
                    Entsprechend lautet auch der längere Titel der Erstausgabe „Giga Barićeva i
                    njezinih sedam prosaca“ ‚Giga Barić und ihre sieben Freier‘. Dann kehrt Marko
                    unerwartet zurück. Es kommt zum Streit zwischen beiden. Marko verdächtigt seine
                    Frau nämlich, ihn betrogen zu haben. Schließlich zieht Giga einen Revolver
                    hervor und erschießt Marko.</p>
                <p>Der Stand der Forschung zum Kroatischen während der Ustascha-Zeit und zum
                    textgeschichtlichen Schicksal von GB wurde bereits in dem Aufsatz <ref
                        type="bibl" target="#Bounatirou2022" xml:id="ref_Bounatirou2022">Bounatirou
                        (2022)</ref> analysiert.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr06_03-03_02">
                <head>2. Bedeutung des Romans und Relevanz der Analyse seiner Textgeschichte</head>
                <p>Von der Bedeutung des kroatischen Schriftstellers Begović und seines Werks GB
                    kann man sich leicht überzeugen. So wurde der Roman häufig als eines der besten
                    Prosawerke der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bezeichnet, wie man in einem
                    jüngeren Lexikon zur kroatischen Literatur festhält (vgl. <ref type="bibl"
                        target="#Detoni-Dujmić2008" xml:id="ref_Detoni-Dujmić2008-195">Detoni-Dujmić
                        u.a. 2008: 195, s. v. Giga Barićeva</ref>). Noch mehr Bekanntheit erlangte
                    der Stoff des Romans durch eine Dramenfassung des Schlussteils von GB, deren
                    Handlung die Rückkehr Markos, den Konflikt zwischen Giga und Marko sowie Markos
                    Tötung umfasst. Die Uraufführung des Schauspiels erfolgte 1931 in Zagreb (vgl.
                        <ref type="bibl" target="#Fotez1943" xml:id="Fotez1943-3">Fotez 1943:
                        3</ref>; <ref type="bibl" target="#Senker2000" xml:id="ref_Senker2000-474"
                        >Senker 2000–2001: Bd. 1, 474</ref>).</p>
                <p>Das Bühnenwerk erschien bis zum Ende der NDH zweimal im Druck, und zwar zuerst
                    1934 kyrillisch unter dem Titel „Без трећег“ ‚Ohne den Dritten‘ (<ref
                        type="bibl" target="#BTBegović1934" xml:id="ref_BTBegović1934-01">BT
                        1934</ref>; in lateinischer Graphie entspräche dem kyrillischen Titel:
                    &#060;Bez trećeg&#062;). Später während der NDH kam das Schauspiel in einer
                    lateinisch gedruckten Ausgabe und „Bez trećega“ ‚Ohne den Dritten‘ betitelt
                    heraus (<ref type="bibl" target="#BTBegović1943" xml:id="ref_BTBegović1943-02"
                        >BT 1943</ref>). Gerade auch das Theaterstück „Bez trećeg(a)“ (BT) konnte
                    international Erfolge verzeichnen.</p>
                <p>Zugleich ist ebenfalls festzustellen, dass ähnlich wie den Roman GB und seine
                    Textgeschichte auch den Autor selbst eine gewisse Brisanz kennzeichnen. Es ist
                    nämlich zu bedenken, dass u.a. <ref type="bibl" target="#Brajinović1977"
                        xml:id="ref_Brajinović1977-105">Brajinović (1977: 105)</ref> schon
                    feststellt – wenngleich dies eher vorsichtig und am Rande geschieht –, Begović
                    sei als Künstler durch das nationalsozialistische Deutschland gefördert worden.
                    Zudem werden für diese Förderung recht glaubwürdige Indizien angeführt. So
                    erwähnt <ref type="bibl" target="#Brajinović1977"
                        xml:id="ref_Brajinović1977-105b">Brajinović (1977: 105)</ref> die Förderung
                    in Verbindung mit einer Wiener Aufführung von BT in der Nazi-Zeit (vgl. auch
                        <ref type="bibl" target="#Brajinović1977" xml:id="ref_Brajinović1977-96"
                        >Brajinović 1977: 96–97, 100</ref>). Andererseits kommen die
                    Herausgeberinnen von <ref type="bibl" target="#Begović2002"
                        xml:id="ref_Begović2002-03">GB 2002</ref> zu dem Schluss, man wisse nicht,
                    welche Haltung Begović gegenüber den Eingriffen in den Text von GB in der Zeit
                    der NDH gehabt habe, ob ablehnend oder zustimmend (vgl. <ref type="bibl"
                        target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-305">GB 2002: Bd. 3,
                    305</ref>). U. a. auch aufgrund dieser letzteren Feststellung ist unseres
                    Erachtens eine genauere Analyse der textuellen Veränderungen im Romantext umso
                    notwendiger (s. aber schon <ref type="bibl" target="#Bounatirou2022"
                        xml:id="ref_Bounatirou-22">Bounatirou 2022: 22</ref> zur erwähnten fehlenden
                    Berücksichtigung von <ref type="bibl" target="#Hergešić1945"
                        xml:id="ref_Hergešić1945-02">Hergešić 1945</ref> durch die Herausgeberinnen
                    von <ref type="bibl" target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-04">GB
                        2002</ref>).</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr06_03-03_03">
                <head>3. Ziel der Untersuchung</head>
                <p>Wie zu Anfang erläutert, versucht das vorgestellte Forschungsvorhaben zu
                    analysieren, inwieweit kroatische fiktionale Prosa der NDH-Epoche spezifische
                    sprachliche Merkmale im Sinne von Eigenheiten zeigt, die die Sprache vom
                    Kroatischen der vorangegangenen Perioden unterscheiden. Um dies nachzuweisen,
                    bietet sich ein Vorher-Nachher-Vergleich an: Es erscheint eine Textkollation
                    geeignet, die insbesondere die Unterschiede zwischen dem Text der Editionen ein
                    und desselben Werks untersucht, die vor Beginn der NDH und während dieser Zeit
                    veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Wie ebenfalls besprochen, untersucht das vorliegende Projekt namentlich die
                    Textgeschichte des Romans GB und seine sich verändernden sprachlichen Merkmale.
                    Folglich hat die Studie nicht zuletzt die vor Beginn der Ustascha-Herrschaft
                    veröffentlichten Editionen <ref type="bibl" target="#Begović1930"
                        xml:id="ref_Begović1930-02">GB 1930f.</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#Begović1940" xml:id="ref_Begović1940-02">GB 1940</ref> und <ref
                        type="bibl" target="#Begović1941" xml:id="ref_Begović1941-02">GB 1941</ref>
                    mit den Ausgaben <ref type="bibl" target="#Begović1943"
                        xml:id="ref_Begović1943-03">GB [1943]</ref> und <ref type="bibl"
                        target="#Begović1944" xml:id="ref_Begović1944-02">GB 1944</ref> zu
                    vergleichen. Darauf, dass <ref type="bibl" target="#Begović1941"
                        xml:id="ref_Begović1941-03">GB 1941</ref> noch vor Beginn der NDH-Zeit
                    herauskam, deutet u.a. die große Nähe des Textes zu <ref type="bibl"
                        target="#Begović1940" xml:id="ref_Begović1940-03">GB 1940</ref> (vgl. auch
                        <ref type="crossref" target="#wdr06_03-03_06">Abschnitt 6</ref>). Deutliche
                    Veränderungen sind demgegenüber ab <ref type="bibl" target="#Begović1943"
                        xml:id="ref_Begović1943-04">GB [1943]</ref> und <ref type="bibl"
                        target="#Begović1944" xml:id="ref_Begović1944-03">GB 1944</ref>
                    festzustellen. So stellt man in der modernen Edition <ref type="bibl"
                        target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-305b">GB 2002 (Bd. 3,
                        305)</ref> bezeichnenderweise fest, dass eine große Gruppe von
                    Textveränderungen in <ref type="bibl" target="#Begović1943"
                        xml:id="ref_Begović1943-05">GB [1943]</ref> ‚mit dem Wortschatz verbunden
                    sei‘. Als Belege führt man u.a. die Ersetzung von <hi rend="italic"
                        >septembar</hi> durch <hi rend="italic">rujan</hi> ‚September‘, von <hi
                        rend="italic">pejsaž</hi> durch <hi rend="italic">krajina</hi> ‚Landschaft‘
                    oder von „tramvajska“ durch „munjovoza“ ‚der Straßenbahn‘ (Genitiv von <hi
                        rend="italic">munjovoz</hi>). Textgeschichtlich bzw. soziolinguistisch
                    bleiben diese Eingriffe allerdings unkommentiert. In allen hier genannten Fällen
                    handelt es sich ganz offensichtlich um puristische Ersetzungen formal
                    nichtslavischer Elemente.</p>
                <p>Unserer Studie liegt insgesamt also die Annahme (Untersuchungshypothese)
                    zugrunde, dass die durch den beschriebenen Vorher-Nachher-Vergleich
                    nachweisbaren sprachlichen Veränderungen in Editionstexten der NDH-Epoche
                    wichtige Indizien für den in der NDH erwünschten Sprachgebrauch liefern sowie
                    auch für den nicht erwünschten, der entsprechend zu beseitigen war. Auf die
                    Richtigkeit dieser Annahme deuten bereits die auffällig große Zahl lexikalischer
                    Modifikationen hin, die ab <ref type="bibl" target="#Begović1943"
                        xml:id="ref_Begović1943-06">GB [1943]</ref> bemerkt wurden.</p>
                <p>Ein Zusammenhang zwischen einzelnen Textänderungen und der NDH-Sprachpolitik
                    lässt sich zudem noch plausibler nachweisen, indem die recht zahlreichen Texte
                    zur Sprachpflege der damaligen Zeit herangezogen werden, d. h. z. B.
                    Sprachgesetze, staatliche Publikationen zum richtigen Sprachgebrauch in
                    Zeitungen oder Sprachratgeber. Hierbei sind Texte von Interesse, die die
                    Ustascha-Sprachpolitik direkt widerspiegeln, zudem aber auch Werke aus der Zeit
                    vor Beginn des NDH-Regimes, auf die sich die Politik als Vorbild beruft (zu
                    solchen Texten vgl. u.a. schon <ref type="bibl" target="#Hergešić1945"
                        xml:id="ref_Hergešić1945-219b">Hergešić 1945: 219</ref>). Zudem können –
                    soweit noch erhalten – Dokumente der Zensur der NDH herangezogen werden, um
                    zusätzliche Indizien für das Wirken staatlicher Sprachpflege und Sprachregelung
                    zu liefern. Es ist mir leider bisher nicht gelungen, die Schreiben der
                    NDH-Zensur im Fall von GB in Archiven ausfindig zu machen. Allerdings können wir
                    stattdessen zumindest <ref type="bibl" target="#Hergešić1945"
                        xml:id="ref_Hergešić1945-119">Hergešić (1945: 119–222)</ref> heranziehen.
                    Hergešić zitiert aus den Schreiben der Zensoren der NDH und fasst die in GB
                    geforderten umfangreichen politisch und sprachpolitisch begründeten Änderungen
                    zusammen.</p>
                <p>Die Indizien dafür, dass ein bestimmtes Merkmal als spezifisch für das Kroatisch
                    der NDH zu betrachten ist, lassen sich darüber hinaus ggf. noch weiter erhärten.
                    So können weitere Quellen, die nicht zur Sprachpflege zu rechnen sind,
                    herangezogen werden, die ein Auftreten des Merkmals gerade in der NDH nahelegen.
                    Zu vergleichen sind z. B. auch kritische Äußerungen in der damaligen Zeit zum
                    Sprachgebrauch unter dem Einfluss der Sprachpolitik der Ustascha (vgl. <ref
                        type="bibl" target="#Yeomans2013" xml:id="ref_Yeomans2013-268">Yeomans 2013:
                        268–269</ref>).</p>
                <p>Der Vergleich der Kollationsergebnisse mit Texten zur Sprachpflege sowie der
                    Ergebnisse, die sich aus dem digitalen Postprocessing der Kollationsergebnisse
                    ergeben, erfolgt in einem weiteren nicht computergestützten Schritt (vgl. <ref
                        type="crossref" target="#wdr06_03-03_Abb_01">Abb. 1</ref>).</p>
                <figure xml:id="wdr06_03-03_Abb_01">
                    <graphic width="340px" height="102px" url="media/wdr06_03-03_Abb_01.jpg"/>
                    <head type="legend">Grundschritte des Analyseablaufs zur Bestimmung spezifischer
                        Merkmale des Kroatischen in der NDH</head>
                </figure>
                <p>Das beschriebene Projekt untersucht primär publizierte Textträger. Im Zentrum der
                    Analyse steht damit die Verwendung öffentlicher Sprache, der Gebrauch von
                    Sprache in fiktionalen Prosatexten, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind,
                    für eine allgemeine Bekanntheit (s. u.a. <ref type="bibl" target="#Polenz2000"
                        xml:id="ref_Polenz2000-129">Polenz 2000: 129</ref>).</p>
                <p>Die Konzentration auf öffentliche literarische Sprache lässt sich aus dem
                    gewählten Forschungsthema erklären. Als Quellen für die Analyse von Spezifika
                    des Kroatischen in der NDH eignen sich nicht zuletzt legal hergestellte
                    Ausgaben. Wir dürfen nämlich annehmen, dass gerade solche Publikationen den in
                    der NDH erwünschten sprachlichen Usus und sehr wahrscheinlich auch für die Zeit
                    spezifische Merkmale der Sprache widerspiegeln. Hierbei ist zu berücksichtigen,
                    dass sich der Bereich des beschriebenen öffentlichen Sprachgebrauchs vom Staat
                    vergleichsweise gut kontrollieren ließ. Denn die staatliche Zensur in der NDH
                    war recht stark ausgebaut (vgl. außer <ref type="bibl" target="#Samardžija2008"
                        xml:id="ref_Samardžija2008-39">Samardžija 2008: 39, 104–107</ref> z. B. <ref
                        type="bibl" target="#Turčinec2000" xml:id="ref_Turčinec2000">Turčinec
                        2000</ref>; <ref type="bibl" target="#Stipčević2004"
                        xml:id="ref_Stipčević2004-495">Stipčević 2004–2008: Bd. 3, 495–503</ref>;
                        <ref type="bibl" target="#Labus2009" xml:id="ref_Labus2009">Labus
                    2009</ref>; <ref type="bibl" target="#Jareb2016" xml:id="ref_Jareb2016-560"
                        >Jareb 2016: 560–563</ref>). Wir können folglich davon ausgehen, dass als
                    wesentliche Auslöser für Textänderungen während der Ustascha-Zeit die Zensur der
                    NDH in Betracht zu ziehen ist und darüber hinaus jedwede andere Form einer
                    erzwungenen oder auch freiwilligen Anpassung an einen Sprachgebrauch, wie er als
                    politisch zulässig erachtet wurde. Im Fall von GB haben wir für die beschriebene
                    Annahme auch deshalb noch umso mehr Grund, als <ref type="bibl"
                        target="#Hergešić1945" xml:id="ref_Hergešić1945-222">Hergešić (1945:
                        119–222)</ref>, wie erwähnt, aus den Schreiben der Zensoren der NDH zitiert
                    und darin enthaltene sprachpolitisch begründete Änderungsforderungen
                    diskutiert.</p>
                <p>Mit der Konzentration auf öffentliche literarische Sprache beschränken wir die
                    Untersuchung selbstverständlich auf einen bestimmten Bereich der Kommunikation.
                    Damit erhalten andere Bereiche weniger Aufmerksamkeit und etwaige für die NDH
                    spezifische sprachliche Merkmale, die in ihnen begegnen oder fehlen. Hierzu
                    gehören private Kommunikation bzw. Texte oder Kommunikation politischer Gruppen,
                    die nicht der regierenden Ustascha angehörten (zu den Drucken der Partisanen
                    vgl. u.a. <ref type="bibl" target="#Jareb2016" xml:id="ref_Jareb2016-653">Jareb
                        2016: 653–654</ref>).</p>
                <p>Das vorgestellte Projekt erforscht, wie dargelegt, bewusst publizierte Texte, in
                    die nachträglich von Fremden oder auf deren Verlangen eingegriffen wurde bzw.
                    eingegriffen werden konnte. Folglich erforscht das vorliegende Projekt nicht
                    primär die Sprache des Autors Begović oder von ihm in jeder Hinsicht
                    autorisierte Texte, und es muss dies auch nicht, um Veränderungen in
                    öffentlicher literarischer Sprache zu analysieren. Mit Eingriffen der Zensur ist
                    dabei jedoch auch während des ersten Jugoslavien (1981–1941), vor Beginn der
                    NDH, zu rechnen (vgl. u.a. <ref type="bibl" target="#Žeželj1980"
                        xml:id="ref_Žeželj1980-265">Žeželj 1980: 265</ref>, insbesondere auch zur
                    Zensur der Werke Begovićs in dieser Zeit).</p>
                <p>Wenn im Mittelpunkt der Untersuchung der öffentliche Sprachgebrauch steht, ist
                    dies überdies, wie zu ergänzen ist, auch aus der allgemeineren
                    Forschungssituation zu erklären. So war es leider nicht möglich, Zugang zu einem
                    großen Teil von Begovićs Nachlass im Institut für Geschichte der kroatischen
                    Literatur, des Theaters und der Musik der Kroatischen Akademie der
                    Wissenschaften und Künste in Zagreb zu erhalten. Die Schwierigkeiten bei der
                    Erforschung dieses Materials beschreibt <ref type="bibl"
                        target="#Bounatirou2019" xml:id="ref_Bounatirou-02">Bounatirou (2019)</ref>.
                    Der genannte Teil des Nachlasses enthält auch den Autograph und eine
                    maschinenschriftliche Abschrift mit eigenen Verbesserungen des Autors (s. die
                    Beschreibung der Dokumente im Kommentar zur Ausgabe <ref type="bibl"
                        target="#Begović2002" xml:id="ref_Begović2002-297">GB 2002: Bd. 3,
                        297–293</ref>).</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr06_03-03_04">
                <head>4. Textkorpus</head>
                <p>Wesentliche Grundlagen für die in ihrer Ausrichtung primär
                    sprachwissenschaftliche Untersuchung sind jedoch weniger linguistisch als
                    vielmehr textgeschichtlich und editionsphilologisch. So ist im Rahmen der
                    Sichtung der Überlieferung (Recensio), die der Kollation vorausgeht, zu
                    überlegen, welche Textträger in die Kollation mit einbezogen werden müssen. Es
                    fällt so insbesondere auch auf, dass die Nebenüberlieferung von GB kaum
                    untersucht worden ist. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde das Drama BT mit
                    in die Analyse einbezogen und damit ein Werk, das für die Rezeption des
                    Romanstoffes und auch Begovićs besonders wichtig ist.</p>
                <p>Gleichzeitig haben wir allerdings noch eine zusätzliche Eingrenzung des Materials
                    vorgenommen: Die digitale Textkollation wurde auf BT einerseits und den
                    Schlussteil des Romans andererseits beschränkt als dem Abschnitt, der die
                    eigentliche textuelle Verwandtschaft zu BT aufweist (zu BT und seiner engen
                    textuellen Beziehung zu GB vgl. z. B. <ref type="bibl" target="#Hećimović1976"
                        xml:id="ref_Hećimović1976-326">Hećimović 1976: 326–331</ref>). Der
                    Schlussteil des Romans umfasst in den jeweiligen Ausgaben <ref type="bibl"
                        target="#Begović1930" xml:id="ref_Begović1930-155">GB 1930f.: 155/
                        07.06.1931, 25, Sp. 1, Z. 91ff.</ref>; <ref type="bibl"
                        target="#Begović1940" xml:id="ref_Begović1940-171">GB 1940: Bd. 3,
                        171–221</ref>; <ref type="bibl" target="#Begović1941"
                        xml:id="ref_Begović1941-171">GB 1941: Bd. 3, 171–221</ref>; <ref type="bibl"
                        target="#Begović1943" xml:id="ref_Begović1943-361">GB [1943]: Bd. 2,
                        361–410</ref>; <ref type="bibl" target="#Begović1944"
                        xml:id="ref_Begović1944-361">GB 1944: Bd. 2, 361–410</ref>. Weitere
                    wesentliche Quellen der (publizierten) Nebenüberlieferung für den Schlussteil
                    von GB sind nicht bekannt. Darüber hinaus sind die beiden bis zum Ende der NDH
                    veröffentlichten Ausgaben von BT von besonderem Interesse, weil sie den gleichen
                    textuellen Vorher-Nachher-Vergleich ermöglichen, den Vergleich eines
                    Editionstextes vor Beginn der NDH mit einer Ausgabe aus der Zeit des
                    Ustascha-Regimes. Die kollationierten Textträger und die Zeit ihrer
                    Veröffentlichung (vor oder während der NDH) sind auf <ref type="crossref"
                        target="#wdr06_03-03_Abb_02">Abb. 2</ref> zusammenfassend aufgeführt.</p>
                <figure xml:id="wdr06_03-03_Abb_02">
                    <graphic width="330px" height="150px" url="media/wdr06_03-03_Abb_02.jpg"/>
                    <head type="legend">Texte des Korpus</head>
                </figure>
                <p>Selbst wenn der Roman nicht vollständig kollationiert wird, sondern nur sein
                    Schlussteil samt der beschriebenen Nebenüberlieferung, so ist es, wie sich
                    zeigt, möglich, bereits anhand des beschriebenen Textkorpus zu wesentlichen
                    Analyseergebnissen zu gelangen. Damit erlaubt das fragliche Korpus ebenfalls,
                    eine Methodik zur digitalen Textkollation und deren weiterer digitaler
                    Auswertung zu entwickeln, die sich zweifellos auch auf umfangreichere Korpora
                    übertragen lässt.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr06_03-03_05">
                <head>5. Digitale Analyse – Korpuserstellung</head>
                <p>Für die computergestützte Analyse wurden Scans des Textes des Schlussteils von GB
                    und des Dramas BT angefertigt, und zwar je in den Fassungen der genannten
                    Ausgaben. Die Digitalisate aller Editionstexte konnten auf der Basis originaler
                    Druckexemplare hergestellt werden. Nur im Fall von <ref type="bibl"
                        target="#Begović1930" xml:id="ref_Begović1930-03">GB 1930f.</ref> war kein
                    direkter Zugang zu Exemplaren der Zagreber Tageszeitung „Novosti“ möglich, in
                    der die erste Edition von GB erschien. Dies betraf namentlich auch die Ausgaben
                    der Tageszeitung, die sich in der National-und Universitätsbibliothek Zagreb
                    befinden (ID des Eintrags im <ref type="bibl" target="#NSK" xml:id="ref_NSK-01"
                        >NSK</ref>: 000035381). Nach Auskunft der Bibliothek vom 20.02.2024 sind die
                    dortigen Exemplare wegen ihres schadhaften Zustandes nicht mehr einsehbar. Statt
                    dessen konnten zumindest Scans eines Mikrofilms derselben Ausgaben bei der
                    National- und Universitätsbibliothek Zagreb bestellt werden (ID des Eintrags im
                        <ref type="bibl" target="#NSK" xml:id="ref_NSK-02">NSK</ref>: 000328156).
                    Auf Grundlage dieser Scans sowie der von den übrigen Textträgern angefertigten
                    erfolgte eine Volltextdigitalisierung mit Hilfe des Programms ABBYY FineReader.
                    Die so gewonnenen digitalen Volltexte wurden im Anschluss anhand der vorhandenen
                    Ausgangstexte für die Digitalisate von mir zusammen mit einer Gruppe dreier
                    Slavistik-Studierender der Universität Bern korrigiert. Der Korrekturlesevorgang
                    erwies sich im Fall der Erstausgabe als besonders aufwendig, weil die Qualität
                    der von der Bibliothek erstellten Digitalisate z. T. nicht sehr gut war. Diese
                    Einschränkungen in der Qualität sind wahrscheinlich auch auf den Mikrofilm
                    selbst zurückführen, von dem die Scans angefertigt wurden, und zudem auch auf
                    die Druckqualität der zugrundeliegenden Zeitungsausgaben. Andererseits war es
                    aber ebenfalls nicht möglich, neue Photographien des Textes der Erstausgabe von
                    GB von der National- und Universitätsbibliothek Zagreb zu erhalten.</p>
                <p>Die korrigierten Volltexte wurden im Anschluss in das XML-Format überführt und
                    nach dem TEI-P5-Standard ausgezeichnet, und zwar so, dass eine erstellte
                    XML-Datei den Text eines Textträgers enthält. Die Auszeichnung erfolgte nach der
                    Version TEI Lite (vgl. <ref type="bibl" target="#BurnardSperberg2012"
                        xml:id="ref_BurnardSperberg2012">Burnard/ Sperberg-McQueen 2012</ref>).</p>
                <p>Im Fall von <ref type="bibl" target="#Begović1930" xml:id="ref_Begović1930-04">GB
                        1930f.</ref> ist schließlich eine weitere nicht unerhebliche Schwierigkeit
                    für die Herstellung der Volltextdigitalisate und der Überführung der Texte in
                    das TEI-XML-Format zu nennen: So zeigte sich, dass dieser Textträger eine große
                    Anzahl offensichtlicher Druckfehler enthielt. Die Fehler sind im Markup
                    ebenfalls erfasst, und den jeweiligen Wortformen wurden als Teil der
                    Auszeichnung korrigierte Formen hinzugefügt.</p>
                <p>An die Herstellung der XML-Dateien schloss sich eine Qualitätsprüfung anhand
                    einer Stichprobe aus allen Dateien an. Diese zeigte glücklicherweise, dass die
                    Anzahl im Zuge der Digitalisierung und der Erstellung des Markups entstandenen
                    Fehler sehr gering ist.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr06_03-03_06">
                <head>6. Digitale Analyse – Preprocessing, Kollation und Postprocessing</head>
                <p>In dem zur weiteren digitalen Auswertung entwickelten Prozess der
                    Datenverarbeitung sind die XML-Dateien, die miteinander kollationiert werden
                    sollen, zunächst in kleinere Einheiten, in Wortformen im Sinne von Leerzeichen
                    begrenzter Segmente, zu tokenisieren, und das Ergebnis ist anschließend in das
                    JSON-Format zu konvertieren. Diese Umwandlung geschieht mit Hilfe von XSLT. Die
                    JSON-Ausgabe lässt sich dann in das Programm CollateX Python 2.2 einspeisen, das
                    als Tool für die Kollation ausgewählt wurde (s. zum Programm in seiner älteren
                    Version <ref type="bibl" target="#IntereditionGroup2019"
                        xml:id="ref_IntereditionGroup2019">The Interedition Development Group
                        2019</ref>; zu CollateX Python 2.2, das auf Python basiert und die aktuell
                    entwickelte Version darstellt, <ref type="bibl" target="#CollateX2021"
                        xml:id="ref_CollateX2021-01">CollateX Python 2021</ref>). Einen Überblick
                    über die Geschichte der digitalen Kollation und entwickelte Programme und die
                    Bedeutung von CollateX in diesem Zusammenhang geben <ref type="bibl"
                        target="#NurySpadini2020" xml:id="ref_NurySpadini2020">Nury (2020)</ref> und
                    vor allem Nury (<ref type="bibl" target="#Nury2018" xml:id="ref_Nury2018"
                        >2018</ref>; s. besonders <ref type="bibl" target="#Nury2018"
                        xml:id="ref_Nury2018-91">Nury 2018: 91–109</ref>). Das zuvor beschriebene
                    Preprocessing lehnt sich an das in der Dokumentation <ref type="bibl"
                        target="#CollateX2021" xml:id="ref_CollateX2021-02">CollateX Python
                        2021</ref> erläuterte Vorgehen an und darüber hinaus an ein Tutorial (s.
                        <ref type="bibl" target="#Andrews2016" xml:id="ref_Andrews2016">Andrews et
                        al. 2016</ref> und namentlich Unit 8). Die zuletzt genannten Quellen
                    erläutern darüber hinaus auch das Datenmodell, das der neueren auf Python
                    basierenden Version von CollateX zugrunde liegt (zu einem jüngeren Projekt,
                    „Frankenstein Variorum“, das CollateX zur Kollation einsetzt: <ref type="bibl"
                        target="#Beshero-Bondar2022" xml:id="ref_Beshero-Bondar2022">Beshero-Bondar
                        2022</ref>).</p>
                <p>CollateX Python 2.2 kann das Kollationsergebnis in verschiedenen Formaten
                    erstellen. Für unsere Zwecke wurde wiederum die Ausgabe im JSON-Format gewählt,
                    das anschließend ebenfalls in Python ausgelesen und mit Hilfe eines hierfür
                    erstellten Skripts mit dem Python-Module „pandas“ weiterverarbeitet werden kann
                    (Postprocessing).</p>
                <p>Die beiden <ref type="crossref" target="#wdr06_03-03_Abb_03">Abbildungen 3</ref>
                    und <ref type="crossref" target="#wdr06_03-03_Abb_04">4</ref> enthalten zwei
                    Ausschnitte aus einer erzeugten Visualisierung der Kollationsergebnisses mit
                    pandas. Dabei erlaubt das erstellte Skript, nach bestimmten Tokenentsprechungen
                    in den verglichenen Textträgern zu suchen und diese gelb hervorzuheben. Die
                    Ausschnitte entstammen einer Abfrage, bei der nach den Äquivalenten für den
                    String <hi rend="italic">telefon</hi> in <ref type="bibl" target="#Begović1930"
                        xml:id="ref_Begović1930-05">GB 1930f.</ref> in allen übrigen Textträgern
                    gesucht wurde. Beide Ausschnitte enthalten, wie sich zeigt, bemerkenswerte
                    Textpassagen, in denen im Drama wie im Roman in den Editionen der NDH-Zeit in
                    gleicher Weise <hi rend="italic">telefon</hi> durch synonymes <hi rend="italic"
                        >brzoglas</hi> ersetzt wurde. Es lassen sich also mit Hilfe der
                    computergestützten Analyse textuelle Hinweise darauf anführen, dass die
                    Forderung der Zensur nach einer puristischen sprachlichen Bearbeitung des
                    Romantextes umgesetzt wurde und darunter nach der ausdrücklich gewünschten
                    Verwendung von <hi rend="italic">brzoglas</hi> an Stelle von <hi rend="italic"
                        >telefon</hi> (s. <ref type="crossref" target="#wdr06_03-03_01"
                        >Abschnitt 1</ref>). Wie die Belege außerdem zeigen, betreffen derartige
                    Textänderungen nicht nur den Roman, sondern auch das Drama.</p>
                <p>Zu den Abbildungen zusätzlich anzumerken ist, dass <ref type="bibl"
                        target="#Begović1940" xml:id="ref_Begović1940-04">GB 1940</ref> als
                    Textträger in die Visualisierung nicht mit einbezogen werden musste. Der Text
                    stimmt nämlich gänzlich mit dem von <ref type="bibl" target="#Begović1941"
                        xml:id="ref_Begović1941-04">GB 1941</ref> überein, wie eine separate weitere
                    Kollation zeigte. Die nur teilweise auf den Bildern sichtbaren rechts auf die
                    Texttoken folgenden Spalten bieten jeweils die genauen Belegstellen in den
                    Ausgaben. In <ref type="crossref" target="#wdr06_03-03_Abb_04">Abb. 4</ref>
                    schließlich kodiert € in теле€фон den Zeilenwechsel mit Worttrennung in der
                    Ausgabe, dem das Token entstammt.</p>

                <figure xml:id="wdr06_03-03_Abb_03">
                    <graphic width="450px" height="72px" url="media/wdr06_03-03_Abb_03.jpg"/>
                    <head type="legend">Ausschnitt 1 aus der Visualisierung des
                        Kollationsergebnisses mit „pandas“</head>
                </figure>

                <figure xml:id="wdr06_03-03_Abb_04">
                    <graphic width="450px" height="106px" url="media/wdr06_03-03_Abb_04.jpg"/>
                    <head type="legend">Ausschnitt 2 aus der Visualisierung des
                        Kollationsergebnisses mit „pandas“</head>
                </figure>

                <p>Die beschriebene Parallele zwischen den Eingriffen in BT und GB ist umso
                    interessanter, als derartige Übereinstimmungen in der sprachlichen Bearbeitung
                    während der NDH zwischen Drama und Roman oder überhaupt zwischen dem Roman und
                    anderen Werken Begovićs unbekannt sind. Sie sind unbekannt, weil sie bislang von
                    der Forschung nicht beachtet wurden. Die beiden auf den Abbildungen
                    ersichtlichen Ersetzungen finden überdies offenbar in den beiden Werken in
                    identischen textuellen Umgebungen statt. (Auch der kyrillische Text von <ref
                        type="bibl" target="#BTBegović1934" xml:id="ref_BTBegović1934-02">BT
                        1934</ref> entspricht exakt dem der lateinischen gedruckten Editionen <ref
                        type="bibl" target="#Begović1930" xml:id="ref_Begović1930-06">GB
                        1930f.</ref> und <ref type="bibl" target="#Begović1941"
                        xml:id="ref_Begović1941-05">GB 1941</ref> bis auf die abweichende
                    kyrillische Schrift und den Zeilenwechsel mit Worttrennung, den <ref
                        type="crossref" target="#wdr06_03-03_Abb_04">Abb. 4</ref> zeigt.) Damit
                    bieten die beiden Eingriffe zusammen mit den Schreiben der Zensur erste Hinweise
                    darauf, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach systematisch <hi rend="italic"
                        >telefon</hi> beseitigte und stattdessen <hi rend="italic">brzoglas</hi>
                    einfügte.</p>
                <p>Das Auftreten von <hi rend="italic">brzoglas</hi> statt <hi rend="italic"
                        >telefon</hi> in den Ausgaben der NDH-Zeit dürfte sich also als
                    NDH-spezifisches sprachliches Merkmal deuten lassen, das selbst in der Sprache
                    fiktionaler Prosa nachweisbar ist.</p>
                <p>Gerade angesichts der bei <ref type="bibl" target="#Hergešić1945"
                        xml:id="ref_Hergešić1945-03">Hergešić (1945)</ref> zitierten Zensurschreiben
                    ist zu vermuten, dass die puristischen Änderungen im Roman und wohl ebenso auch
                    im Drama erst auf die Forderungen der NDH-Zensur hin und folglich wahrscheinlich
                    gegen die eigentliche Absicht des Autors stattfanden. Begovićs sprachpolitische
                    Haltung deckte sich darum, wie es scheint, nicht mit der des Ustascha-Staates.
                    Dies gilt, selbst wenn sich Begović, wie beschrieben, dem kulturpolitischen
                    Wirken der Schutzmacht der NDH, des Deutschen Reichs, weniger widersetzte und
                    sich vom nationalsozialistischen Deutschland fördern ließ.</p>
            </div>
        </body>
        <back>
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