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            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">Die Tagebuch-Edition innerhalb der
                    <lb/>Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe (WeGA)</title>
                <author xml:lang="de">
                    <name>
                        <forename>Solveig</forename>
                        <surname>Schreiter</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin</affiliation>
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                    <idno type="ORCID"/>
                </author>
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                        <forename>Peter</forename>
                        <surname>Stadler</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn</affiliation>
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                    <idno type="ORCID"/>
                </author>
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            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2020</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-01-03-03</idno>
                <idno type="URL"
                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/2935</idno>
            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">1</biblScope>
                <idno type="ISSN"/>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
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        </fileDesc>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Carl Maria von Weber</term>
                    <term xml:lang="de">Gesamtausgabe</term>
                    <term xml:lang="de">Tagebücher</term>
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                    <term xml:lang="de">Digital humanities</term>
                </keywords>
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            <textClass>
                <keywords xml:lang="en">
                    <term xml:lang="en">Carl Maria von Weber</term>
                    <term xml:lang="en">complete edition</term>
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    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Solveig Schreiter und Peter Stadler liefern Einblicke in das Projekt der
                    Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe, das von 1992 bis 2026 (200. Todestag)
                    anberaumt ist und in dem seit 2011 sämtliche Textteile (ausschließlich der
                    Notentexte) als digitale Edition publiziert werden. Alle Dokumente (Schriften,
                    Tagebücher, Briefe, Pressetexte sowie Personenbiogramme, Orts- oder
                    Werkbeschreibungen) werden dabei manuell nach den Richtlinien der TEI resp. der
                    MEI (Music Encoding Initiative) ausgezeichnet.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p><title>The Diary Edition in the context oft he Carl Maria von Weber Complete
                        Edition (WeGA)</title>: In the context of the 1992 to 2026 (200th death
                    anniversary) project of a Carl Maria von Weber Complete Edition, all text
                    segments (excluding sheet music) are in the process of being published as a
                    digital edition since 2011. All documents (writings, diaries, letters, press
                    texts as well as biograms of individuals or descriptions of places and oeuvres)
                    are manually tagged according to the TEI or MEI (Music Encoding Initiative)
                    guidelines, as Solveig Schreiter and Peter Stadler explain in their work in
                    progress report.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr01_03-03_01">
                <head>Projekt</head>
                <p>Carl Maria von Weber (1786–1826) war ein deutscher Komponist, der zwar vor allem
                    durch seine romantische Oper <title>Der Freischütz</title> bekannt wurde, aber
                    über 150 Werke komponierte und die Geschichte der musikalischen Komposition
                    nachhaltig beeinflusste. Außerdem schrieb er zahlreiche Artikel für
                    Musikzeitschriften und skizzierte sogar einen Roman <title>Tonkünstlers
                        Leben</title>, der jedoch unvollendet blieb (Biographien-Auswahl: <ref
                        type="bibl" target="#weber1864">Weber 1864/66</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#schnoor1953">Schnoor 1953</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#warrack1968">Warrack 1968</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#laux1978">Laux 1978</ref>, <ref type="bibl" target="#schwandt2014"
                        >Schwandt 2014</ref>).</p>
                <p>Die Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe (WeGA) ist ein von der <ref
                        target="http://www.adwmainz.de/startseite.html">Akademie der Wissenschaften
                        und der Literatur Mainz</ref> gefördertes, seit 1992 bestehendes Projekt,
                    dessen offizielle Laufzeit bis zum 200. Todestag Webers im Jahr 2026 reicht.
                    Ziel der WeGA ist es, Webers sämtliche Kompositionen, Briefe, Tagebücher und
                    Schriften (ursprünglich geplanter Umfang: ca. 50 Notenbände einschließlich
                    kritischer Berichte, 10 Bände Briefe, ca. 8 Bände Tagebücher, 2 Bände Schriften,
                    ein Werkverzeichnis sowie mehrere Dokumentenbände) herauszugeben. Die WeGA
                    umfasst zwei Arbeitsstellen in der <ref
                        target="https://staatsbibliothek-berlin.de/">Staatsbibliothek zu Berlin –
                        Preußischer Kulturbesitz</ref> und am <ref
                        target="https://www.muwi-detmold-paderborn.de/">Musikwissenschaftlichen
                        Seminar Detmold/Paderborn</ref> mit derzeit fünf hauptamtlichen und zwei
                    ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sowie studentischen Hilfskräften (vgl. <ref
                        type="bibl" target="#veit2015">Veit/Ziegler 2015</ref>).</p>
                <p>Alle Textteile (d.h. ausschließlich der Notentexte) werden seit 2011 als digitale
                    Edition publiziert. Dabei wird zwischen den sog. Primärdokumenten (Schriften,
                    Tagebücher und Briefe Webers, aber auch Briefe, Pressetexte oder Dokumente
                    anderer AutorInnen) und Sekundärdokumenten wie Personenbiogrammen, Orts- oder
                    Werkbeschreibungen unterschieden. All diese Dokumente werden manuell nach den
                    Richtlinien der <ref target="https://tei-c.org/">Text Encoding Initiative
                        (TEI)</ref> bzw. der <ref target="https://music-encoding.org/">Music
                        Encoding Initiative (MEI)</ref> ausgezeichnet und in einem zentralen
                    Subversion-Repository gesichert und verwaltet. Die genannten Standards
                    ermöglichen eine medienneutrale, langfristig anpassungsfähige Datenverarbeitung
                    und Offenheit für mögliche Weiterentwicklungen. Die halbjährlich aktualisierte
                    Webanwendung <ref target="https://www.weber-gesamtausgabe.de/de/Index"
                        rend="brackets">www.weber-gesamtausgabe.de</ref> repräsentiert nicht nur
                    nach außen für die Öffentlichkeit unsere Edition, sie ist auch in einer
                    Development-Version ein internes Arbeitsmittel und unschätzbare Grundlage für
                    die Erarbeitung der gedruckten Bände.</p>
            </div>

            <div xml:id="wdr01_03-03_02">
                <head>Tagebuch-Korpus</head>
                <p>Webers Tagebücher gehören heute zum Bestand der Musikabteilung der
                    Staatsbibliothek zu Berlin (D-B, Sign.: Mus. ms. autogr. theor. C. M. v. Weber
                    WFN 1). Ehemals zählten sie zum Familien-Nachlass, der sich im Besitz seiner
                    Urenkelin Mathilde von Weber (1881–1956) befand und nach deren Tod als
                    Dauerleihgabe in die Staatsbibliothek zu Berlin gelangte. Am 15. November 1986
                    wurde diese Leihgabe von ihrem Neffen Hans-Jürgen Freiherr von Weber (1910–2002)
                    in eine Schenkung umgewandelt (<ref type="bibl" target="#bartlitz1986a">Bartlitz
                        Autographen-Verzeichnis 1986</ref>). Der Nachlass ergänzte somit bestens die
                    bereits 1881 von der Bibliothek erworbene bedeutende Sammlung
                        <title>Weberiana</title> des Weber-Forschers Friedrich Wilhelm Jähns
                    (1809–1888), von dem auch das Werkverzeichnis <ref type="bibl"
                        target="#jaehns1871" rend="brackets">Jähns 1871</ref> stammt.</p>
                <p>Im Gegensatz zu Webers Briefen und Schriften, die bereits in einschlägigen
                    (Teil-)Publikationen vorliegen (<ref type="bibl" target="#hell1828">Hell
                        1828</ref>, <ref type="bibl" target="#weber1886">Weber 1886</ref>, <ref
                        type="bibl" target="#rudorff1900">Rudorff 1900</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#kaiser1908">Kaiser 1908</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#kaiser1911">Kaiser 1911</ref>, <ref type="bibl"
                        target="#bartlitz1986b">Bartlitz 1986</ref>), blieben die Tagebücher bisher
                    unveröffentlicht. Bereits in den 1950er Jahren trug sich Hans Schnoor
                    (1893–1976), der sich ebenso für die Weiterführung der 1926 unter Leitung von
                    Hans Joachim Moser (1889–1967) begonnenen, aber durch Ausbruch des Zweiten
                    Weltkrieges erloschenen Gesamtausgabe einsetzte, mit dem Gedanken, die Jahrgänge
                    1817/18 der Briefe und des Tagebuchs für eine Veröffentlichung vorzubereiten.
                    Aus Schnoors bis Mitte der 60er Jahre verfolgten Projektplänen wurde jedoch
                    nichts, ebenso wie die zeitgleich geplante Tagebuch-Edition von Franz Zapf
                    (1903–1966) durch dessen plötzlichen Tod nicht zu Ende geführt werden konnte
                        <ref type="bibl" target="#bartlitz2013" rend="brackets">Bartlitz 2013:
                        113–117</ref>.</p>
                <p>Das Gesamt-Korpus der Tagebücher umfasst knapp 579 Bl., mit 1085 beschriebenen
                    Seiten, überwiegend im Format von ca. 17–20 x 10–12 cm. Die Aufzeichnungen
                    beginnen am 26. Februar 1810 nach Webers Ausweisung aus Württemberg noch als
                    Reisetagebuch, ab 1814 (bei Antritt der Stellung als Kapellmeister in Prag)
                    werden sie von ihm als <q rend="double-qm">gewöhnliches</q> Tagebuch bis zu
                    seinem Tod fortgesetzt (letzte Eintragung am 3. Juni 1826). Die wechselnden
                    Bezeichnungen in den späteren Jahren (z.B. <q rend="double-qm">Notizen und
                        Ausgabebuch</q> oder <q rend="double-qm">Tage und Ausgabebuch</q>) verweisen
                    auf dessen anfängliche Funktion als Haushaltsbücher für tägliche Ausgaben und
                    Einnahmen, mit denen der von Schulden gebeutelte Weber wieder Ordnung in sein
                    Leben bringen wollte. Die täglichen Notizen, die durch Rechnungsposten zum
                    jeweiligen Monats- und Jahresende ergänzt werden, ergeben quasi eine <quote
                        source="#ref_herzfeld1936">dreifache Buchführung</quote>
                    <ref type="bibl" target="#herzfeld1936" xml:id="ref_herzfeld1936"
                        rend="brackets">Herzfeld 1936</ref> über 17 Jahre hinweg, die beizeiten
                    Erfolg hatte, wie Webers Fazit aus der <q rend="double-qm">Moralischen
                        Uebersicht des Jahres 1810</q> erkennen lässt: <q rend="double-qm">Ich kann
                        mit Beruhigung und Wahrheit sagen daß ich diese 10 Monate über <hi
                            rend="underline">beßer</hi> geworden bin, meine traurigen Erfahrungen
                        haben mich gewizzigt. ich bin ordentlich in meinen Geschäften, anhaltend
                        fleißig gewesen</q>
                    <ref type="crossref" target="#wdr01-03-03_Abb_01" rend="brackets">Abbildung
                        1</ref>. </p>
                <p>Bis auf größere Lücken im Jg. 1814 und einige kaum lesbare Stellen sind Webers,
                    immer zu zwei Jahrgängen in einer grünen Mappe zusammengefasste, Niederschriften
                    komplett erhalten und stellen eine einzigartige Quelle für die Rekonstruktion
                    seiner Biographie und seines Schaffens dar. Neben den täglichen Ausgaben bzw.
                    Einnahmen notierte Weber zusätzlich mehr oder weniger umfangreiche Kommentare zu
                    kompositorischen und schriftstellerischen Arbeiten sowie zu von ihm besuchten
                    oder veranstalteten Konzerten oder Theateraufführungen, aber auch Vermerke über
                    geschriebene und erhaltene Briefe sowie seine gesundheitlichen, mentalen und
                    emotionalen Befindlichkeiten. Charakteristisch für die Aufzeichnungen ist, dass
                    sie sehr platzsparend, unregelmäßig bzw. tabellarisch angelegt und in auffallend
                    knapper Sprache formuliert sind, was vermutlich ihrem ursprünglichen
                    Verwendungszweck als Haushaltsbücher entspringt. Der willkürliche Zeilenfall
                    führt häufig zu Interpretationsproblemen und Schwierigkeiten, den eindeutigen
                    Sinnzusammenhang der Notierung zu erschließen (vgl. <ref type="bibl"
                        target="#warrack1984">Warrack 1984</ref>; <ref type="bibl"
                        target="#beck2009">Beck 2009</ref>). In ihrer Anlage und Aussage
                    unterscheiden sich Webers Niederschriften daher grundlegend von anderen, eher
                    literarisch angelegten Tagebüchern, z. B. von Giacomo Meyerbeer <ref type="bibl"
                        target="#becker1960" rend="brackets">Becker 1960ff.</ref></p>
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                    <head type="legend">Faksimileausschnitt aus Webers Tagebuch vom <lb/>31.
                        Dezember 1810, siehe http://weber-gesamtausgabe.de/A064709</head>
                </figure>
                <p>Inzwischen sind sämtliche Tagebuch-Jahrgänge über den Stabikat als elektronische
                    Ressource in der originalen Zusammenfassung von jeweils zwei Jahrgängen
                    einschließlich des halben Jahrs 1826 verfügbar (vgl. <ref
                        target="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001CE2700000000"
                        >Tagebuch 1810/1811</ref> bis <ref
                        target="https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN866457658&amp;PHYSID=PHYS_0001&amp;DMDID=DMDLOG_0001"
                        >Tagebuch 1826</ref>).</p>
            </div>

            <div xml:id="wdr01_03-03_03">
                <head>Auszeichnung/Codierung</head>
                <p>Mittlerweile sind die Texte der Tagebücher (TB) innerhalb der WeGA komplett neu
                    übertragen und in TEI ausgezeichnet. Die WeGA nutzt für die Auszeichnung ein
                    angepasstes TEI Schema, das in der TEI-Metasprache ODD spezifiziert und
                    dokumentiert ist und auf <ref target="https://github.com/Edirom/WeGA-ODD"
                        >GitHub</ref> frei zur Ansicht und Nachnutzung bereit steht. Jeder
                    Dokumenttyp (Brief, Tagebucheintrag etc.) wird bei der WeGA durch ein eigenes
                    Schema beschrieben, wobei gemeinsam genutzte Auszeichnungen in externen
                        <gi>specGrp</gi>-Elementen definiert werden und durch
                    <gi>specGrpRef</gi>-Elemente in jedes dieser Schemata inkludiert werden können.
                    So werden beispielsweise Datumsformate übergreifend definiert oder auch
                    allgemeine typographische Phänomene wie Unterstreichungen, Hochstellungen o.ä.
                    Wie beschrieben zeichnet sich das Tagebuch durch eine eigenwillige Textstruktur
                    aus, wobei wir allerdings versuchen, die logische, inhaltliche Struktur des
                    Tagebuchs mit unserem Markup zu erfassen. </p>
                <p>Die Auszeichnung der Textstruktur orientiert sich an <ref type="bibl"
                        target="#cummings2008">Cummings 2008</ref>, d.h. es wird zunächst jeder
                    Tagebucheintrag als Einheit erfasst und mit einem <gi>ab</gi>-Element
                    ausgezeichnet. Dieses <gi>ab</gi>-Element kann als Teil eines virtuellen
                    (vollständigen) TEI-Dokuments aufgefasst werden, aus arbeitsökonomischen Gründen
                    stellt aber jedes <gi>ab</gi>-Element das Wurzelelement eines eigenen Dokuments
                    dar. Jeder Tagebucheintrag (d.h. jedes <gi>ab</gi>-Element) erhält eine
                    individuelle WeGA-ID der Gruppe A06xxxx. Der originale Aufbau und Zeilenfall der
                    einzelnen Einträge sowie die Seitenumbrüche wurden in der Codierung übernommen,
                    die Übertragung erfolgt dabei diplomatisch unter Einhaltung der originalen
                    Rechtschreibung und Orthographie bzw. Zeichensetzung.</p>
                <p>Obgleich das Layout der Tagebücher oft in tabellarischer Form angelegt ist, mit
                    Posten für Ausgaben links und den jeweiligen Beträgen rechts, so wird dies im
                    Markup nicht als <gi>table</gi> erfasst, sondern den Sinnzusammenhängen folgend
                    – die auch über Zeilen hinweg gehen oder auch mehrfach in einer Zeile auftreten
                    können – als <gi>seg</gi> innerhalb eines <q rend="single-qm">Fließtextes</q>.
                    Es entsteht dabei eine dichte und kleinräumige Auszeichnung, da jedes dieser
                    Segmente kategorisiert wird (z.B. type=<q rend="single-qm">business</q> für
                    Geschäftliches, type=<q rend="single-qm">correspondence</q> für den Versand oder
                    Empfang von Briefen) und innerhalb der Segmente die jeweiligen Beträge als
                        <gi>measure</gi> (mit type=<q rend="single-qm">expense</q> bzw <q
                        rend="single-qm">income</q>) ausgezeichnet werden. Dazu tritt dann noch die
                    allgemeine Auszeichnung von Personen, Orten, Werken und Rollen, sowie von
                    typographischen und textkonstitutionellen Merkmalen wie in Abbildung 2 zu sehen
                    ist.</p>

                <figure xml:id="wdr01-03-03_Abb_02">
                    <graphic n="2" width="1173px" height="250px" url="media/wdr01-03-03_Abb_02.jpg"
                        rend="inline"/>
                    <head type="legend">XML-Ansicht des TB-Eintrags vom 18. Juni 1815; siehe <ref
                            target="http://weber-gesamtausgabe.de/A062931"
                            >http://weber-gesamtausgabe.de/A062931</ref></head>
                </figure>

                <p>Herausforderungen ergeben sich regelmäßig bei der Interpretation (und damit beim
                    Taggen) von uneindeutigen Sinnzusammenhängen sowie bei nicht gleichförmig
                    verteilten Abrechnungsangaben oder den in unterschiedlicher Bedeutung
                    verwendeten Strichen. Bei der Schemaentwicklung war zu berücksichtigen, dass das
                    Wurzelelement <gi>ab</gi> noch zusätzliche Metadaten zum Status des <q
                        rend="single-qm">Dokuments</q> sowie zum Aufenthaltsort Webers aufnehmen
                    sollte. Zu diesem Zweck wurde das Element <gi>ab</gi> um die Attribute
                        <att>status</att> und <att>where</att> erweitert, wobei das erste zweckmäßig
                    durch ein Hinzufügen zur Klasse <att>att.docStatus</att> erreicht wurde und
                    lediglich das <att>where</att> eine echte Neuschöpfung darstellt. Im
                    Attributwert des <att>where</att> erfasst dieses eine Liste von Orts-IDs der
                    WeGA, so dass über den gesamten Zeitraum des Tagebuchs Webers Aufenthaltsorte
                    und Reisen festgehalten und dargestellt werden können. Dies ist insbesondere für
                    eine maschinelle Weiterverarbeitung von großem Nutzen, nicht nur für das Plotten
                    auf Karten, sondern auch für das Berechnen von Wegstrecken, womit einerseits die
                    Auszeichnung (d.h. die Interpretation des Tagebuchs) selbst überprüft werden
                    kann, aber auch Aufzeichnungsfehler Webers. </p>
                <p>So notiert Weber im Tagebuch vom 7. November 1823 (auf der Rückreise von Wien
                    nach Prag) als letzte Station vor Prag <q rend="double-qm">Mirschowitz</q>
                    (Abbildung 3; vgl. auch die Edition unter <ref
                        target="http://weber-gesamtausgabe.de/A063864"
                        >http://weber-gesamtausgabe.de/A063864</ref>). Mirschowitz (Mirošovice)
                    liegt allerdings weit hinter Prag auf der Route nach Dresden, so dass Weber hier
                    vermutlich den Ortsnamen mit Biechowitz (Běchovice, heute ein Stadtteil von
                    Prag) verwechselt hat. Biechowitz war eine gängige Station auf dieser Route und
                    auf verschiedenen Reisen notierte er dies auch korrekt, so auch auf der Hinreise
                    am 19. September 1823.</p>
                <figure xml:id="wdr01-03-03_Abb_03">
                    <graphic n="3" width="500px" height="350px" url="media/wdr01-03-03_Abb_03.jpg"
                        rend="inline"/>
                    <head type="legend">Faksimile-Ansicht von Webers Tagebuch vom 4.–7. November
                        1823</head>
                </figure>
            </div>

            <div xml:id="wdr01_03-03_04">
                <head>Anzeige / Darstellung</head>
                <p>Im Gegensatz zur seitenweisen Anordnung im Original werden die Tagebücher auf der
                    Website in der Tagesansicht – entsprechend der Erfassung der Tagebucheinträge
                    als atomare Einheit – wiedergegeben. Rechts neben der Text-Ansicht des
                    Tagebuch-Eintrages ist mittels einer Kalendernavigation der Übergang zu allen
                    weiteren verfügbaren Einträgen möglich. Natürlich kann aber auch jeder einzelne
                    Eintrag über die individuelle WeGA-ID aufgerufen oder über die Suche nach dem
                    Datum (im Format YYYY-MM-DD) gefunden werden.</p>
                <p>Unter dem Kalender befinden sich folgende Reiter: Dokument, Personen, Werke und
                    Rollen. Unter <q rend="double-qm">Dokument</q> gelangt man zum Apparat mit
                    weiterführenden Informationen, aber auch zur XML-Ansicht und zum Download sowie
                    den Rückverweisen. Die Rückverweise bestehen aus einer Liste aller Texte und
                    Einträge der digitalen Weber-Gesamtausgabe, die auf diesen Tagebucheintrag (über
                    dessen ID) verweisen. Somit lässt sich der jeweilige Eintrag schnell durch
                    relevante Texte kontextualisieren. Die drei übrigen Rubriken <q rend="double-qm"
                        >Personen</q>, <q rend="double-qm">Werke</q> und <q rend="double-qm"
                        >Rollen</q> erlauben eine Schnellübersicht der im vorliegenden
                    Tagebucheintrag genannten Personen, Werke und Rollen (soweit diese ausgezeichnet
                    sind) und ermöglichen eine Hervorhebung derselben im Text zur bequemen
                    Recherche.</p>
                <p>Die besondere Herausforderung bei der Darstellung der Tagebücher entsteht durch
                    die Rückübersetzung des inhaltlichen Markups (siehe Abschnitt <hi rend="italic"
                        >Auszeichnung/Codierung</hi>) in eine tabellarische Form, um in der
                    topographischen Präsentation nicht zu weit von der Vorlage abzuweichen. Diese
                    Umrechnung erfolgt mit einem speziellen XSLT-Skript, das in zwei Modi zunächst
                    die linke Spalte prozessiert und dann die rechte. Aktuell wird die HTML-Ausgabe
                    ebenfalls nicht als echte Tabelle (also als html:table-Element) erzeugt, sondern
                    als inhaltlich neutrale html:div-Elemente, die mittels CSS entsprechend
                    ausgerichtet werden. Diese Lösung hat sich allerdings als nicht besonders
                    responsiv in Hinblick auf unterschiedliche Displaygrößen erwiesen, sodass eine
                    Überarbeitung des Codes mit dem Ziel einer echten HTML-Tabelle als Ausgabe
                    geplant ist.</p>
                <p>Ein weiteres Desiderat betrifft die Flexibilisierung der angezeigten Einheiten.
                    Wie erwähnt werden im Moment nur einzelne Tagebucheinträge dargestellt, was
                    mitunter sehr kurze Texte sein können, so dass man als Nutzer*in zu sehr vielen
                    Klicks gezwungen wird, wenn man das Tagebuch am Stück lesen möchte. Hier wäre es
                    wünschenswert, eine an der originalen Vorlage orientierte Wiedergabe zu
                    ermöglichen, die auch gleichzeitig die verfügbaren Digitalisate aus der Berliner
                    Staatsbibliothek mit einbindet.</p>
                <p>Bei der HTML-Darstellung der digitalen Edition setzt die WeGA allgemein auf eine
                    Eigenentwicklung mit XQuery und XSLT, basierend auf der nativen XML-Datenbank
                        <ref target="https://exist-db.org">eXist</ref>. Dies bringt einen nicht zu
                    unterschätzenden Entwicklungsanteil mit sich, andererseits gewinnt die Edition
                    dadurch die Freiheit, individuelle Anpassungen für das Tagebuch vorzunehmen und
                    gezielt die Dinge in den Fokus zu rücken, die für die Ausgabe wichtig
                    erscheinen. Bei der Entwicklung sowohl der Schemata als auch der Webanwendung
                    gilt allerdings immer das Primat der Auszeichnung, d.h. es wird lieber eine
                    Nicht-Darstellbarkeit von Phänomenen (in der Anzeige) in Kauf genommen, als die
                    Daten an die Anzeige anzupassen.</p>
                <p>Die aktuelle HTML-Darstellung der Edition versteht sich – im positiven Sinn – als
                    eine editorisch gelenkte Sicht auf die Texte und das Markup, nichtsdestotrotz
                    soll den Nutzer*innen auch ein freier Zugriff auf die Rohdaten möglich sein.
                    Hierfür bietet die WeGA Downloads in verschiedenen Exportformaten an und stellt
                    außerdem eine <ref target="https://weber-gesamtausgabe.de/api/v1/"
                        >REST-Schnittstelle</ref> (Swagger OpenAPI) zur Verfügung.</p>
                <p>Zahlreiche zusätzliche Auswertungen und Visualisierungen sind hier
                    anschlussfähig: Das vorhandene Tagebuch-Markup – in Kombination mit den
                    Ortsbeschreibungen der WeGA – lässt sich beispielsweise leicht in das Format der
                    Keyhole Markup Language (KML) überführen, mit dem dann wiederum Webers
                    Aufenthaltsorte und Reisen auf eine Karte projiziert werden können. Abbildung 4
                    zeigt Webers Reise im Juni 1815 von Prag nach München – inklusive längerem
                    Zwischenstopp und Ausflügen in und rund um Hradek (Hrádek u Sušice). Diese
                    Visualisierung der Daten hat schon bei der Erarbeitung der Edition zu so mancher
                    Korrektur der Ortszuschreibungen geführt, insbesondere da Webers Schreibung der
                    Ortsnamen oft auch nicht mit der Schreibweise auf historischen Karten
                    übereinstimmt und somit manchmal erst durch eine geographische Verortung
                    bestimmbar wird. Für die Reise nach Kopenhagen 1820 existiert eine ähnliche
                    Darstellung, die die <ref
                        target="http://www.webergesellschaft.de/carl-maria-von-weber"
                        >Weber-Gesellschaft</ref> auf Grundlage der Daten aus der WeGA zum Jahrestag
                    dieser Reise erstellt hat.</p>
                
                    <figure xml:id="wdr01-03-03_Abb_04">
                        <graphic n="4" width="2500px" height="450px"
                            url="media/wdr01-03-03_Abb_04.jpg" rend="inline"/>
                        <head type="legend">Visualisierung von Webers Reise von Prag nach München
                            1815</head>
                    </figure>
                
                <p>Neben den Aufenthaltsorten Webers (die neben dem biographischen Aspekt auch viel
                    über historische Reiserouten und Sehenswürdigkeiten aussagen) bieten aber auch
                    die penibel geführten Ausgaben Potential für anschließende Untersuchungen. Bei
                    diesen Daten gilt in analoger Weise, dass sie uns einen intimen Einblick in
                    Webers Finanzverhältnisse und seine Ein- und Ausgaben auf einem sehr
                    detaillierten Niveau erlauben, andererseits aber auch übergeordnete ökonomische
                    Hinweise auf historische Lebenshaltungs- und Reisekosten, Währungskurse und
                    Lohnzahlungen etc. erlauben. Die Analyse dieser Daten ist von den
                    Herausgeber*innen der WeGA noch nicht angegangen worden und dies wird im Rahmen
                    der Edition auch nur oberflächlich möglich sein, wo es gilt, den Text zu
                    überprüfen und zu kommentieren. Die technischen und inhaltlichen Grundlagen sind
                    aber gelegt, sodass die Forschung sich dieser digitalen Edition auch mit
                    digitalen Methoden zuwenden kann.</p>

            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>

                    <bibl xml:id="bartlitz1986a"><author>Bartlitz, Eveline</author>
                            (<date>1986</date>): <title type="main" level="m">Carl Maria von
                            Weber</title>. <title type="sub" level="m"
                            >Autographenverzeichnis</title> (Handschrifteninventare Deutsche
                        Staatsbibliothek; <biblScope unit="issue">9</biblScope>).
                            <pubPlace>Berlin</pubPlace>: <publisher>Werkstätten der
                            Staatsbibliothek</publisher>.</bibl>

                    <bibl xml:id="bartlitz1986b"><editor>Bartlitz, Eveline</editor> (Hg.)
                            (<date>1986</date>): <title type="main" level="m">Mein vielgeliebter
                            Muks</title>. <title type="sub" level="m">Hundert Briefe Carl Maria von
                            Webers an Caroline Brandt aus den Jahren 1814–1817.</title>
                        <pubPlace>Berlin</pubPlace>: <publisher>Henschelverlag Kunst und
                            Gesellschaft</publisher>.</bibl>

                    <bibl xml:id="bartlitz2013"><author>Bartlitz, Eveline</author>
                            (<date>2013</date>): <title type="main" level="a"><q rend="double-qm"
                                >...so wird nach u. nach doch Gesamtausgabe</q></title>. <title
                            type="sub" level="a">Ein Blick auf Ideen und Versuche einer
                            Brief-Gesamtausgabe Carl Maria von Webers im 19. und 20.
                            Jahrhundert</title>, in: <title type="main" level="j">Weberiana</title>.
                            <title type="sub" level="j">Mitteilungen der Internationalen
                            Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e. V.</title>, <biblScope unit="issue"
                            >Heft 23</biblScope> (<date>2013</date>), S. <biblScope unit="page"
                            >99–118</biblScope>.</bibl>

                    <bibl xml:id="beck2009"><author>Beck, Dagmar</author> (<date>2009</date>):
                            <title type="main" level="a">Auszug aus Webers Tagebuch</title>, <title
                            type="sub" level="a">17.–25. März 1817</title>, in: <editor>Peter
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                            level="m">Digitale Edition zwischen Experiment und
                            Standardisierung</title>. <title type="sub" level="m">Musik – Text –
                            Codierung</title> (<title type="main" level="j">Beihefte zu
                            editio</title>, <biblScope unit="issue">Bd. 31</biblScope>).
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                            (<date>1871</date>): <title type="main" level="m">Carl Maria von Weber
                            in seinen Werken</title>. <title type="sub" level="m"
                            >Chronologisch-thematisches Verzeichniss seiner sämmtlichen
                            Compositionen nebst Angabe der unvollständigen, verloren gegangenen,
                            zweifelhaften und unterschobenen mit Beschreibung der Autographen,
                            Angabe der Ausgaben und Arrangements, kritischen, kunsthistorischen und
                            biographischen Anmerkungen, unter Benutzung von Webers Briefen und
                            Tagebüchern und einer Beigabe von Nachbildungen seiner
                            Handschrift</title>. <pubPlace>Berlin</pubPlace>: <publisher>Schlesinger
                            (Rob. Lienau)</publisher>.</bibl>

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                            von Carl Maria von Weber.</title>
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                            Weber</title>. <title type="sub" level="m">Briefe an den Grafen Karl von
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                    <bibl xml:id="schnoor1953"><author>Schnoor, Hans</author> (<date>1953</date>):
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                            Geschichte der Edition</title>, <biblScope unit="volume">Bd.
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                </listBibl>
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