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                <title type="main" xml:lang="de">Editorial</title>
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                        <forename>Kira</forename>
                        <surname>Kaufmann</surname>
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                    <affiliation>Universität Wien</affiliation>
                    <email>kira.kaufmann@univie.ac.at</email>
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                        <forename>Wolfgang</forename>
                        <surname>Straub</surname>
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                    <affiliation>Universität Wien</affiliation>
                    <email>wolfgang.straub@univie.ac.at</email>
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                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2021</date>
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                        <p>For this publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International
                            license has been granted by the author(s), who retain full
                            copyright.</p>
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                <idno type="DOI">10.25365/wdr-02-01-01</idno>
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                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/0000</idno>
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                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">2</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
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                <p>born digital</p>
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        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Die zweite Nummer der Wiener Digitalen Revue ist dem Lied, seinen vielfältigen
                    Erscheinungsformen in der Literatur sowie den literarischen Qualitäten
                    liedhafter Formen gewidmet. Dabei war es das Ziel, musikalische Interessen im
                    weiteren Sinn auf konkrete textuelle Phänomene zu übertragen: Das Lied steht an
                    der Schnittstelle von Sprechen und Schreiben, Lesen und Singen und provoziert in
                    seiner Wirkmächtigkeit Fragen, denen sich auch die Philologie nicht entziehen
                    kann. Somit will der Schwerpunkt der zweiten Ausgabe das Lied als
                    gesellschaftlich relevante und literarisch bedeutsame Form an der Schnittstelle
                    analoger und digitaler Praxis in den Blick der Forschung rücken.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>The second issue of the Wiener Digitale Revue is dedicated to song in its various manifestations in literature as well as the literary qualities of song-like forms. Our aim was to translate musical concerns in the broader sense to apply to concrete textual phenomena: song is situated at the intersection between speech and writing, reading and singing, and its potency provokes questions that philology, too, needs to address. The focus of this second issue shall therefore turn the spotlight of research onto song as a socially relevant and significant literary form at the intersection between analogue and digital practices.</p>
            </div>
        </front>
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            <div xml:id="wdr02_01-01_01">             
                <p>Die zweite Ausgabe der <hi rend="italic">Wiener Digitalen Revue</hi> widmet sich
                    dem Phänomen ,Lied‘. Unter Einbeziehung der Historie werden zeitgenössische
                    Aspekte von Literatur, Sprache und Musik, also Aspekte musikalischer
                    Sprechweisen und literarischer (Klang-)Kompositionen, in das Zentrum der
                    forschenden Aufmerksamkeit gerückt – von Popsongs über Laut- und Liebesgedichte
                    bis hin zu Nobelpreis-Songs und Liederbüchern. Das Lied vereint erfolgreich
                    Elemente aus Epik, Dramatik und Lyrik. Als Ereignis unterbricht und stört es
                    dramatische Handlungen, stellt in anderen Kontexten Identifikationsangebote von
                    bedeutender politischer Tragweite (Hymnen, Protestsongs etc.).</p>
                <p>Die Überlegung, aus der sich die Idee für die zweite Ausgabe unserer germanistischen Onlinezeitschrift entwickelte, bestand in der paradoxen Beobachtung, dass die im Lied angelegte Möglichkeit zur individuellen Versenkung der Massentauglichkeit der Form nicht widerspricht: Lieder sind lukrative Träger von Botschaften, die sich weit verbreiten, gut verkaufen und (nationales) ‚Kulturgut‘ werden können. Doch Lieder sind nicht nur affirmativ, sondern auch subversiv. Die performative Kraft, die das eingängige Lied entfalten kann, beschreibt sein ideologisches Potential und bedeutet seine politische Dimension. Wer Lieder schreibt, wird gehört (oder will gehört werden). </p>
                <p>Als Plattform für literaturwissenschaftliche Forschung im Spannungsfeld von analoger und digitaler Praxis und Theorie versammelt die aktuelle Ausgabe im Schwerpunkt Beiträge, die sich dem Lied aus unterschiedlichen Perspektiven nähern: Die Beiträge fokussieren Intertexte in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (Lind, Dörfler), Performanzen und Netzdiskurse des Lieds (Böttcher), Lied-Rhetoriken bis hin zu literarischer Resonanz auf ideologisch motivierte Lied-Sammlungen (Schenkermayr). Großes Gewicht liegt, dem Zeitschriftenmotto gemäß, auf der Gegenwart, mit Johann Nestroy (Piok) wird aber auch ein literaturhistorisch bedeutender Liedtexter in den Blick genommen. Um dem Toponym in unserem Zeitschriftennamen gerecht zu werden, wollten wir einen Beitrag zum Wiener Lied beauftragen – das ist uns leider nicht gelungen, können wir aber hoffentlich in kommenden Ausgaben nachholen.</p>
                <p>Das Segment <hi rend="italic">Aus der digitalen Praxis</hi> gibt Einblicke in die
                    digitale Transformation historischer Flugzettel (Resch) – dabei den
                    Lied-Schwerpunkt um eine spannende Facette bereichernd –, die Fortschritte in
                    der Erschließung von Elfriede Jelineks Gesamtwerk (Griessler, Schenkermayr,
                    Weinzettl) sowie in die Entwicklung einer digitalen Wiener-Comic-Karte (Frena,
                    Rauchenbacher, Serles). </p>
                <p>Das <hi rend="italic">Schwarze Brett</hi> bietet – diesmal durchgehend dem Thema
                    Lied verpflichtet – einen studentischen Beitrag zu Nikolaus Lenau und ‚Gypsy-Jazz‘ (Hell) sowie Playlists,
                    die dazu einladen, Thomas Bernhard (Mittermayer), Wolfgang Bauer (Antonic),
                    Elfriede Jelinek (Griessler, Weinzettl) und Werner Kofler (Straub) in ihren
                    musikalischen Bezügen „hörend“ zu erfahren. </p>
                <p>Eine weitere Ausgabe von <hi rend="italic">Strigls Revue</hi>, der Videokolumne
                    Daniela Strigls, beschließt diese Ausgabe. Unsere geschätzte Kollegin
                    beschäftigt sich darin mit der (Nicht-)Sangbarkeit von Lyrik bzw. dem
                    Unterschied zwischen Lied und Gedicht – mit einem Seitenblick zur umstrittenen
                    Untergattung der Hymne.</p>
            </div>
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    </text>
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