<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0"
    xml:id="wdr02_02-03-Doerfler" rend="wdr">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">„Schiller wäre Rapper“</title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Die Bedeutung von Sprache im HipHop am Beispiel der
                    österreichischen Szene *</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Frederik</forename>
                        <surname>Dörfler-Trummer</surname>
                    </name>
                    <email>frederik.doerfler@gmail.com</email>
                    <idno type="ORCID">0000-0003-4525-4576</idno>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2021</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-02-02-03</idno>
                <idno type="URL"/>
            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">2</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <langUsage>
                <language ident="de"/>
            </langUsage>
            <textClass>
                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">HipHop</term>
                    <term xml:lang="en">Hip hop</term>
                    <term xml:lang="de">Kulturgeschichte</term>
                    <term xml:lang="de">österreichische HipHop-Szene</term>
                </keywords>
            </textClass>
        </profileDesc>
        <revisionDesc>
            <listChange>
                <change when="2021-03-26T11:46:53.643+01:00">Converted from a Word document</change>
            </listChange>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p> Frederik Dörfler-Trummer befasst sich in seinem Beitrag mit HipHop in
                    Österrreich, mit dessen besonderen sprachlicher Ausprägung und lokal bedingten
                    kulturgeschichtlichen Entwicklung. Textanalyse trifft auf Szene, also auf Texte,
                    die erst in der sprachlichen Realisierung, der Performance, ihre besondere
                    Qualität entfaltete und zum Lebensgefühl erheben. </p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>In his contribution, Frederik Dörfler-Trummer considers hip hop in Austria, its
                    particular linguistic expression and local cultural-historical development. Text
                    analysis meets <term>scene</term>, i. e. texts that require linguistic
                    realisation, <term>performance</term>, in order to develop their particular
                    quality, turning them into an attitude towards life. </p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <!-- level 1 -->
            <div xml:id="wdr02_02-03_01">
                <p><quote source="#ref_d2e3">Würde Schiller jetzt leben, wäre er Rapper und
                        Slammer</quote>, meint die Rapperin und Poetry-Slammerin Yasmin Hafedh <ref
                        xml:id="ref_d2e3" type="bibl" rend="brackets" target="#Hafedh2018"
                        >2018</ref>, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Yasmo. Tatsächlich
                    ließe sich einer der bekanntesten Aussagen Schillers sehr passend auf Rap
                    ummünzen: Der Mensch ist nur dort Mensch, wo er – mit der Sprache – spielt. Auch
                    Philipp Hannes Marquardt untersucht in seinem Buch <title>Raplightenment</title>
                    (2015) Parallelen zwischen der Aufklärung und der HipHop-Kultur, indem er u.a.
                    ein Gedicht Schillers (<title>Die Kindsmörderin</title>) mit dem Text des Songs
                        <title>Lila</title> des Rappers Curse gegenüberstellt und ihre
                    Gemeinsamkeiten herausarbeitet (Marquardt 2015: 200–231). Gerade wegen des
                    oftmals kreativen und teilweise sogar spielerischen Umgangs mit der Sprache
                    sieht der Autor und HipHop-Forscher Sascha Verlan <ref
                        xml:id="ref_Verlan2003-144" type="bibl" rend="brackets" target="#Verlan2003"
                        >2003: 144f.</ref> Rapper*innen ebenfalls in der Tradition der Dichter
                    vergangener Jahrhunderte. Wenngleich viele Protagonist*innen des
                    deutschsprachigen Rap nichts von diesen „literarischen Vorbildern“ <ref
                        xml:id="ref_Verlan2003-145" type="bibl" rend="brackets" target="#Verlan2003"
                        >ebd.: 145</ref> wissen, führen sie ihre Traditionen wie das Streiten in
                    Reimen und Versen oder die improvisierte Dichtung fort. </p>
                <cit>
                    <quote source="#Verlan2003-145">
                        <p>Ja, es sind Experimente zu verzeichnen, die deutliche Bezüge zur Romantik
                            (Taugenichts-Ideal), zum Expressionismus, zu Impressionismus und neuer
                            Sachlichkeit aufweisen. Doch geschieht dies ohne jede postmoderne
                            Bezugnahme. Die Rapper kennen ihre vermeintlichen Vorbilder nicht.</p>
                    </quote>
                    <ref xml:id="ref_Verlan2003ebd" type="bibl" rend="brackets" target="#Verlan2003"
                        >Ebd.</ref>
                </cit>
                <p>Verlan bezeichnet Rap nicht nur als „eine neue Form von Literatur“, sondern
                    stellt darüber hinaus die Frage: „Welche andere literarische Strömung, welche
                    andere Dichterschule hat eine vergleichbare Wirkung entfacht?“ <ref
                        xml:id="ref_Verlan2003ebd_2" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Verlan2003">ebd.</ref> So setzt er Rap nicht nur wie
                    selbstverständlich auf die Stufe mit dem Begriff Literatur, der laut Fabian
                    Wolbring von etablierten Lyrikern, Literaturwissenschaftlern und Kritikern gerne
                        <quote source="#ref_d2e3">als Mittel sozialer Distinktion</quote>
                    <ref xml:id="ref_Wolbring2015-136" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">Wolbring 2015: 136</ref> eingesetzt wird, um damit
                    ihr Schaffen und die sogenannte Hochkultur gegenüber Popkultur abzugrenzen. In
                    Verlans Frage schwingt darüber hinaus die Aussage mit, dass er im Rap eine der
                    wichtigsten lyrischen Strömungen des ausgehenden 20. und 21. Jahrhunderts sieht.
                    Durchaus ließe sich fragen, wer gedacht hätte, dass Jugendliche im 21.
                    Jahrhundert vor teils sehr großem Publikum gegeneinander antreten, um sich in
                    verbalen Reimduellen, den sogenannten Rap-Battles, zu messen? </p>
                <p>Das Format „Rapper lesen Rapper“ zeigt, dass sich Rap und Hochkultur nicht
                    gegenseitig ausschließen müssen, sondern auch verbunden werden können.</p>
                <cit>
                    <quote source="#Gschmeidler2016">
                        <p>Im Kamin lodert das künstliche Feuer, die Pendeluhr tickt leise vor sich
                            hin, die dunkle Holzvertäfelung und das schummrige Licht der
                            Kronleuchter verleihen dem Raum eine noble wie kitschige Atmosphäre. […]
                            Der Moderator verspricht, uns durch einen „illustren wie tighten“ Abend
                            zu geleiten. Es gäbe Hochkultur, nicht Club Couture. Trotzdem ist alles
                            ein Experiment, ein kontrastreiches Programm zwischen Literaturlesung
                            und Rapkonzert, ein Battle zwischen Marcel Reich-Ranicki und Kool
                            Savas.</p></quote>
                    <ref xml:id="ref_Gschneidler2016" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Geschmeidler2016">Geschmeidler 2016</ref>
                </cit>
                <p>In dieser von den österreichischen HipHop-Schaffenden Heinrich Himalaya und David
                    Scheid ins Leben gerufenen Veranstaltung werden unter dem Motto <quote
                        source="#ref_Gschmeidler2016">Literatur ins Face </quote><ref
                        xml:id="ref_Geschmeidler2016" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Geschmeidler2016">ebd.</ref> Texte internationaler Rapper*innen von
                    österreichischen HipHop-Schaffenden gelesen bzw. auch neu interpretiert. Wie
                    Heinrich Himalaya angibt, fanden sie es amüsant „harte Texte zu übersetzen und
                    in diesen lyrischen Rahmen zu stellen“, wobei <quote
                        source="#ref_Gschmeidler2016">dieses langsame, literarische Lesen von Texten
                        oft ganz feine Nuancen zeigt, die sonst untergehen.</quote>
                    <ref xml:id="ref_Geschmeidler2016ebd" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Geschmeidler2016">zit. n. ebd.</ref> Dass diese Zusammenführung von
                    Rap mit Literatur sowohl von den Rapper*innen sowie vonseiten der Literaturszene
                    durchwegs positiv aufgenommen wird, zeigen die immer größer werdenden Shows etwa
                    im Literaturhaus Graz, im Wiener Schauspielhaus oder im Radiokulturhaus des ORF. </p>
                <p>Bei Rap spielt der kreative Umgang mit Sprache eine zentrale Rolle (vgl. <ref
                        xml:id="ref_androutsopoulos2003" type="bibl" target="#Androutsopoulos2003"
                        >Androutsopoulos 2003</ref>, <ref xml:id="ref_verlan2003" type="bibl"
                        target="#Verlan2003">Verlan 2003</ref>, <ref xml:id="ref_wolbring2015"
                        type="bibl" target="#Wolbring2015">Wolbring 2015</ref>). Die verwendete
                    Sprache vereint oder trennt einzelne Mitglieder der globalen sowie lokalen
                    HipHop-Community und gilt als Maß für das Können von Rapper*innen. Sie ist
                    ständigem Wandel unterworfen und spielt eine wichtige Rolle in der
                    Weiterentwicklung von Rap. In diesem Artikel soll die Bedeutung von Sprache im
                        HipHop<note xml:id="endnote_01"><p>Der Begriff HipHop bezeichnet sowohl eine
                            Kultur sowie die dazugehörige Musikrichtung. Manchmal wird HipHop auch
                            mit Rap gleichgestellt, wobei Rap genau genommen nur der für
                            HipHop-Songs typische, aber nicht darauf beschränkte Sprechgesang
                            darstellt. Sprache spielt im HipHop auch außerhalb des Rap eine wichtige
                            Rolle (<ref xml:id="ref_vgl.2003-111" type="bibl"
                                target="#Androutsopoulos2003">vgl. Androutsopoulos 2003: 111</ref>),
                            dennoch wird in diesem Artikel die Sprache im Rap im Zentrum
                        stehen.</p></note> bzw. speziell im dazugehörigen Rap anhand der
                    österreichischen HipHop-Szene herausgearbeitet werden. Einerseits wird ihr
                    Einfluss auf die Entwicklung der österreichischen Szene beleuchtet, andererseits
                    wird mit Hilfe der Textanalyse eines bedeutenden Songs für die Entstehung des
                    HipHop-Subgenres Mundart-Rap in Österreich die Struktur von Rap-Texten
                    untersucht. Dabei werden nicht nur der textliche Inhalt und dessen Struktur,
                    sondern auch dessen Performance (Stichwort „Rap-Flow“) genauer betrachtet. Als
                    wichtige Vorarbeiten für meine Rap-Analysen seien speziell Adam Krims’
                    Pionierarbeit <title>Rap music and the poetics of identity</title> (2000) und
                    darauf aufbauende Forschungen wie Oliver Kautnys Artikel <title>Ridin’ the
                        Beat</title> (2009) oder Johannes Grubers Erkenntnisse in
                        <title>Performative Lyrik und lyrische Performance</title> (2016) genannt.
                    Genauso ist das Buch <title>Die Poetik des deutschsprachigen Rap</title> (2015)
                    von Fabian Wolbring hervorzuheben, der sich sehr ausführlich aus
                    literaturwissenschaftlicher Sicht mit dem Rap und seinen charakteristischen
                    literarischen, oralen und sprachlichen Elementen auseinandersetzt.</p>
                <p>In diesem Artikel soll der gezielte Einsatz von Sprache im Rap in den Fokus
                    gerückt werden. Gerade in Österreich war der Übergang vom Rappen im
                    Schriftdeutschen zum Rappen im Dialekt ein essenzieller Motor für die
                    Weiterentwicklung der Szene und half ihr dabei, einen eigenständigen Charakter
                    herauszubilden. Durch den Fokus auf die Sprache kann zudem Fragen nach dem
                    „glokalen“ Charakter der HipHop-Kultur nachgegangen werden. „Glokalisierung“ ist
                    ein von Roland Robertson (1998) in die Sozialwissenschaft und Cultural Studies
                    eingeführter Begriff. Dieser weist darauf hin, dass Globalisierung und
                    Lokalisierung sich gegenseitig beeinflussen und – nicht wie oftmals angenommen –
                    Gegensätze darstellen. Um es am Beispiel der HipHop-Kultur zu veranschaulichen,
                    bedeutet dies, dass global verbreitete Charakteristika (die einen bestimmten
                    lokalen Ursprung haben) existieren, diese jedoch für das eigene Lebensumfeld
                    adaptiert werden und mit lokalen Aspekten angereichert werden. Lokale Adaptionen
                    können wiederum zurück auf die globale HipHop-Musik wirken. Diese Vorgänge
                    lassen sich sowohl in der Musik, den Texten und eben auch anhand der verwendeten
                    Sprache ausmachen. Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit Glokalisierung
                    in Bezug auf die österreichische HipHop-Musikszene sei an dieser Stelle auf
                    meine Dissertation <title>HipHop-Musik aus Österreich. Lokale Aspekte einer
                        globalen kulturellen Ausdrucksform</title> (2018) sowie in Bezug auf die
                    deutsche HipHop-Szene auf <title>Is this real?</title> (2003) von Gabriele Klein
                    und Malte Friedrich verwiesen.</p>
                <p>Der vorliegende Artikel baut vor allem auf eigene, für meine eben genannte
                    Dissertation durchgeführte Untersuchungen zum Thema HipHop-Musik aus Österreich
                    auf. In dieser wurden jedoch Geschichte und Musik der österreichischen Szene ins
                    Zentrum gerückt und die Sprache spielte eine untergeordnete Rolle. In den
                    anderen wenigen Arbeiten, die sich mit österreichischem HipHop
                    auseinandersetzen, spielt die Sprache kaum eine Rolle. So liegt etwa bei <ref
                        xml:id="ref_Gächter2000" type="bibl" target="#Gaechter2000">Martin
                        Gächter</ref> (2000) die politisch, kulturelle Komponente der HipHop-Kultur
                    im Fokus oder <ref xml:id="ref_Steiner2006" type="bibl" target="#Steiner2006"
                        >Theresa Steiner</ref> (2006) orientiert sich speziell an der
                    Rezeptionsgeschichte. Die Arbeiten von <ref xml:id="ref_Fellner2005" type="bibl"
                        target="#Fellner2005">Sabine Fellner</ref> (2005) und <ref
                        xml:id="ref_Paulovics2001" type="bibl" target="#Paulovics2001">Elisabeth
                        Paulovics</ref> (2001) konzentrieren sich wiederum – ähnlich meinen eigenen
                    Forschungen – auf das musikalische Grundgerüst von HipHop. Auch nachfolgende
                    Arbeiten wie jene von <ref xml:id="ref_Bergner2013" type="bibl"
                        target="#Bergner2013">Hemma Bergner</ref> (2013) oder von <ref
                        xml:id="ref_Korotin2019" type="bibl" target="#Korotin2019">Maxie-Renée
                        Korotin </ref>(2019), die HipHop aus Österreich und dabei speziell die
                    Rap-Texte ins Zentrum rücken, konzentrieren sich vornehmlich auf die Inhalte der
                    Texte und behandeln deren formalen Aufbau sowie das Thema Sprache gar nicht oder
                    nur peripher.</p>
            </div>


            <!-- level 1 -->
            <div xml:id="wdr02_02-03_02">
                <head>1. Die historische Entwicklung der Sprache im österreichischen Rap</head>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_03">
                    <head>1.1. „Sie rappen hin, sie rappen her, dazwischen kratzen's kratzen’s ab
                        die Wänd’“</head>
                    <p>Ohne auf die Diskussion, ob Falco zu HipHop gezählt werden kann oder als
                        reiner Funk- bzw. Pop-Musiker bezeichnet werden soll, näher eingehen zu
                        wollen, war Falco meines Erachtens der Erste in Österreich, der vom
                        amerikanischen Rap beeinflussten Sprechgesang in seine Musik integrierte. Er
                        kopierte dabei jedoch nicht einfach die amerikanischen Vorbilder, sondern
                        übersetzte sie gekonnt in sein wienerisches Umfeld.</p>
                    <cit>
                        <quote source="redbull2016">
                            <p>Was ihn [Falco; Anm. d. Verf.] auszeichnete: Er übertrug Elemente aus
                                der großen Popwelt auf seine eigene. Aus dem New Yorker Pimp machte
                                er den Wiener Strizzi. Das machte er so clever und witzig, dass sich
                                alle darauf einigen konnten. Die Wissenden, weil sie seine
                                Referenzen verstanden, genauso wie die Unwissenden, weil er den
                                Hip-Hop erstmals in ihre Lebenswelt holte. (Peter Kruder zitiert
                                nach <ref xml:id="ref_redbull.com2016" type="bibl"
                                    target="#redbull2016">redbull.com 2016</ref>)</p></quote>
                    </cit>
                    <p>Typisch für Falco war die in seinen Texten natürlich wirkende Vermischung von
                        englischen, schriftdeutschen und wienerischen Ausdrücken. So finden sich in
                        seinen großteils deutsch gehaltenen Songs häufig englische Satzteile. Als
                        Beispiel sei ein Ausschnitt seines ersten internationalen Hits <title>Der
                            Kommissar</title> (1981) angeführt:</p>
                    <cit>
                        <quote source="#Falco1981">
                            <lg>
                                <l>Sie war jung, das Herz so rein und weiß</l>
                                <l>Und jede Nacht hat ihren Preis</l>
                                <l>Sie sagt: „Sugar Sweet, you got me rappin’ to the heat!“</l>
                                <l>Ich verstehe, sie ist heiß (Falco: <title>Der Kommissar</title>
                                    1981)</l>
                            </lg></quote>
                    </cit>
                    <p>Die Verwendung von englischen (Slang-) Ausdrücken in (deutschsprachigen)
                        Rap-Texten ist auch heute noch weit verbreitet und wie sich an späterer
                        Stelle dieses Textes noch zeigen wird, kommt es in den 2010er Jahren wieder
                        zu einem vermehrten Gebrauch englischer Begriffe und Aussagen.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_04">
                    <head>1.2. „Sepp, Sepp, sei kein Depp, die Zukunft ist der Alpenrap“</head>
                    <p>Die nächsten, die sich nach Falco von der HipHop-Musik inspirieren ließen,
                        sind ebenfalls nicht zur HipHop-Kultur zu zählen: die Erste Allgemeine
                        Verunsicherung (EAV). Dennoch griffen sie die ersten Erfolge amerikanischen
                        Rap-Gruppen wie Sugarhill Gang und Grandmaster Flash &amp; the Furious Five
                        auf und verarbeiteten sie auf EAV-typische Manier in ihrem Song
                            <title>Alpenrap</title> (1983). Auch in diesem wird der deutschsprachige
                        Text mit englischen Einsprengseln angereichert. Jedoch ist es in diesem Fall
                        dem Inhalt des Songs geschuldet. In diesem trifft ein amerikanischer
                        Musikproduzent inmitten der Alpen auf den jodelnden Sepp, den er zum
                        Superstar machen möchte: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#EAV1983">
                            <lg>
                                <l>Er sagt: „Mann der Berge, jetzt kommt unsere Zeit!“</l>
                                <l>Ich hör' schon den Applaus, haha!</l>
                                <l>Die Masse schreit nach „Seppl’s delight“</l>
                                <l>Komm lass die Gämse raus (EAV: <title>Alpenrap</title> 1983)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>
                    <p>Noch stärker als bei Falco wird in diesem Lied HipHop inhaltlich mit lokalen
                        Eigenheiten und Klischees verbunden. Diese dabei vollzogene „Glokalisierung“
                        von HipHop tritt bei den ersten „richtigen“ Rap-Gruppen Österreichs wieder
                        in den Hintergrund und gewinnt erst ab ca. Mitte der 2000er Jahre wieder
                        erneut an Bedeutung. </p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_05">
                    <head>1.3. „Peek-a-boo this is Martin of a band that’s not forgotten“</head>
                    <p>Nach den ersten Adaptionen von Rap-Musik dauerte es einige Jahre, bis sich
                        mit den Moreaus<note xml:id="endnote_02"><p>Bestehend aus Peter Kruder alias
                                PM 2k, Rodney Hunter alias RCH, Martin Forster alias Sugar B und
                                Stefan Biedermann alias DJ DSL.</p></note> Ende der 1980er Jahre die
                        erste HipHop-Gruppe Österreichs formierte und sie 1990 mit <title>Swound
                            Vibes</title> das erste hiesige HipHop-Album veröffentlichten. Im
                        Unterschied zu den ersten Annäherungen an HipHop durch Falco und die EAV,
                        hielt sich das Quartett stärker an ihre US-amerikanischen Vorbilder und
                        rappte konsequent auf Englisch <ref xml:id="ref_Obkirchner2013-295"
                            type="bibl" rend="brackets" target="#Obkircher2013">Obkircher 2013:
                            295-301</ref>. Ihr damaliger Produzent Thomas Rabitsch meinte dazu:
                            <quote source="#ref_Obkirchner2013-300">Schade, dass es auf Englisch
                            war. Das kam ja noch deutlich vor den Fantastischen Vier. Wäre das
                            damals auf Deutsch gewesen, wäre es vielleicht sogar durch die Decke
                            gegangen.</quote>
                        <ref xml:id="ref_Obkirchner2013-300" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Obkircher2013">zit. n. ebd.: 300</ref> Die Moreaus machten sehr
                        humorvollen HipHop, der stark an Gruppen wie De La Soul oder A Tribe Called
                        Quest angelehnt war. Wie Thomas Rabitsch anmerkt, hätten sie mit dieser Form
                        von HipHop auf Deutsch wahrscheinlich mehr Leute und damit ein größeres
                        Publikum erreichen können. Hinweise auf ihre Herkunft und auf ihr lokales
                        Umfeld – wie in der folgenden Rap-Einlage durch DJ DSL – waren bei den
                        Moreaus jedoch kaum vorhanden: </p>
                    <cit>
                        <quote source="Moreaus"><lg>
                                <l>Supaleiwand, that’s the word</l>
                                <l>That no one never ever heard</l>
                                <l>Founded by me DSL </l>
                                <l>Featuring the mighty L! (The Moreaus: <title>Get Loose</title>
                                    1990)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>
                    <p>Nachdem das Album nicht den gewünschten Erfolg brachte und sich die vier
                        Protagonisten stärker in Richtung elektronischer Musik weiterentwickelten,
                        löste sich die Gruppe bald nach der Veröffentlichung ihres einzigen
                        Longplayers auf <ref xml:id="ref_Obkirchner2013-301" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Obkircher2013">Obkirchner 2013: 301</ref>.
                        Jedoch sollten die Mitglieder der Formation auch für die nächste
                        HipHop-Veröffentlichung als Produzenten und Berater eine wichtige Rolle
                        spielen.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_06">
                    <head>1.4. „I got more rhymes than Eskimos got snow”</head>
                    <p>Zwei Jahre nach <title>Swound Vibes</title> entstand die erste
                        österreichische HipHop-Compilation <title>Austrian Flavors Vol. 1</title>
                        (1992). Auf dieser waren die Texte ebenfalls noch alle in englischer Sprache
                        gehalten. DJ DSL fungierte dabei zusammen mit Werner Geier als ausführender
                        Produzent, während Peter Kruder und Rodney Hunter sowohl mit eigenen Stücken
                        vertreten sowie für die finale Produktion der Songs zuständig waren <ref
                            xml:id="ref_Obkirchner2013-310" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Obkircher2013">Obkirchner 2013: 310</ref>. Diese Compilation
                        war aus dem von der Radioshow <title>Tribe Vibes and Dope Beats</title>
                        ausgerufenen „Freestyle Contest“ hervorgegangen, der am 7.12.1991 im Wiener
                        Volksgarten stattgefunden hatte <ref xml:id="ref_Braula2010-8" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Braula2010">Braula 2010: 8–11</ref>. Die von
                        Katharina Weingartner initiierte Radioshow, die sie in den ersten Jahren
                        gemeinsam mit DJ DSL und dem damaligen Ö3-Musicbox-Sendungschef Werner Geier
                        gestaltete, war ein ausschlaggebender Impuls für die Entstehung einer
                        österreichischen HipHop-Szene. Speziell der von ihnen initiierte Contest
                        wird allgemein als der Startschuss für die Bildung einer österreichischen
                        HipHop-Szene angesehen <ref xml:id="ref_Braula2010ebd" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Braula2010">ebd.</ref>. Interessanterweise saß
                        bei diesem Contest unter anderem Falco in der Jury. Falco wies dabei auf den
                        Umstand hin, dass zu dieser Zeit noch alle auf Englisch rappten. Wie sich
                        der Rapper Clemens Fantur alias Manuva der Gruppe Total Chaos erinnert, gab
                        Falco ihnen die volle Punkteanzahl, da sie ihrem Contestbeitrag ein
                        deutschsprachiges Intro vorangestellt hatten: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Fantur2010-TC26-40"><p>Alle sind vor dem Radio gestanden und
                                er [Falco; Anm. d. Verf.] dann so: „Na ja, weißt was, diese Tiroler,
                                alle rappen auf Englisch, was is’ mit euch!“ – Er war ja der
                                Einzige, der Deutsch gerappt hat. „Aber die haben ein deutsches
                                Intro, die Tiroler, deshalb bekommen sie zehn von zehn Punkten.“ Der
                                Rest war wahrscheinlich genauso gut oder schlecht. Falco gibt uns
                                zehn Punkte, aber nicht wegen den Skills, sondern weil es Deutsch
                                ist, einfach nur aus Respekt, so als Zeichen.</p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Fantur2010" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Fantur2010">Fantur 2010: TC 26:40</ref>
                    </cit>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_07">
                    <head>1.5. „Evo mene sada, jetzt bin ich da, der Tschusch von nebenan“</head>
                    <p>1993 wurde mit der EP <title>Broj Jedan</title> (serbokroatisch für „Nummer
                        Eins“) der Gruppe Schönheitsfehler die erste deutschsprachige HipHop-Platte
                        herausgebracht (mit serbokroatischen Textpassagen). Nach dieser
                        Veröffentlichung wurde Deutsch die vorherrschende Sprache in
                        österreichischen HipHop-Songs. Einen wichtigen Einfluss auf diesen Wandel
                        hatte die deutsche HipHop-Szene. Dort waren bereits erste deutschsprachige
                        HipHop-Songs erschienen und angetrieben durch den Erfolg der Gruppe Die
                        Fantastischen Vier wurde sogar die (nicht unproblematische) Bezeichnung
                        „Deutschrap“ als eigene Kategorie eingeführt. Wie jedoch Burstup von
                        Schönheitsfehler, Skero von Texta und Manuva von Total Chaos angeben, waren
                        es vor allem die Gruppe Advanced Chemistry und ihr Song
                            <title>Heidelberg</title>, der zeigte, dass Rap in deutscher Sprache
                        funktionierte <ref xml:id="ref_Obkirchner2013-313f" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Obkircher2013">Obkircher 2013:
                            313f.</ref>.<note xml:id="endnote_03"><p>Schönheitsfehler, Texta und
                                Total Chaos zählen zu den ersten und bedeutendsten Vertretern von
                                deutschsprachigem HipHop aus Österreich in den 1990er
                            Jahren.</p></note> Laut dem Produzent und Rapper Philip Kroll alias Flip
                        der Gruppe Texta wurden die „Deutschrapper“ anfangs zwar noch belächelt,
                        jedoch war spätestens mit 1994 der Wechsel zu Deutsch als Standartsprache
                        für österreichischen Rap vollzogen <ref xml:id="ref_Kroll2013" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Kroll2013">Kroll 2013: TC 61:40</ref>. </p>
                    <p>Obwohl ebenfalls im Jahr 1993 die Gruppe Attwenger mit ihrem Album
                            <title>Luft</title> zeigten, dass Rap im eigenen Dialekt möglich wäre,
                        dauerte es noch etwa zehn Jahre bis sich der sogenannte Mundart-Rap in
                        Österreich etablieren konnte.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_08">
                    <head>1.6. „Waun i wieda weniger wirr war und des Wirrwar net so irr war“</head>
                    <p>Das oberösterreichische Duo Attwenger begann ebenfalls zu Beginn der 1990er
                        Jahre seine Karriere. Obwohl die beiden Mitglieder der Gruppe sowohl
                        persönlich wie musikalisch immer eine starke Nähe zur HipHop-Musik bzw. der
                        heimischen (im Speziellen der Linzer) HipHop-Szene pflegten, liegen ihre
                        musikalischen Wurzeln vor allem in der österreichischen Volksmusik. Dies ist
                        auch der Grund, warum ich ihr 1993 erschienenes Album <title>Luft</title>
                        trotz seiner deutlichen HipHop-Einflüsse nicht als HipHop-Album bezeichnen
                        würde. Attwengers Musik baut auf österreichische Volksmusiktraditionen auf,
                        die mit Elementen aus anderen Popmusikstilen wie HipHop, aber auch
                        Rock’n’Roll oder Electro kombiniert werden. Sie sind daher ein markantes
                        Beispiel für das angesprochene Phänomen der Glokalisierung. Da sie in ihre
                        Musik jedoch unterschiedliche Musikstile einfließen lassen und dabei
                        Volksmusiktraditionen und nicht HipHop-Elemente die Konstante darstellen,
                        sind sie m. E. nicht im HipHop anzusiedeln, sondern am ehesten in der neuen
                        Volksmusik. So gab es zwar in den 1990er Jahren vereinzelte
                        Mundartrap-Stücke wie beispielsweise <title>A guata Tag</title> von
                        Schönheitsfehler (1995) <title>Bummzua</title> von Das Dampfende Ei (1995)
                        oder <title>Sprachbarrieren</title> von Texta (1999). Die Fünfhaus Posse
                        brachte mit <title>Aufpudeln</title> (1997) ihr Debütalbum in Wiener Mundart
                        heraus und auch die Gruppe Illianz of Lykx rund um den Rapper A.Geh
                        Wirklich? rappte bereits in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre im
                        Wienerischen, brachte jedoch nie einen offiziellen Tonträger heraus <ref
                            xml:id="ref_Funke2002" type="bibl" rend="brackets" target="#Funke2002"
                            >Funke 2002</ref>. Diese Beispiele stellten jedoch die große Ausnahme
                        dar, die Fünfhaus Posse etwa wechselte für ihr nächstes Album wieder zu
                        Schriftdeutsch. Attwenger selbst entfernten sich mit ihren auf
                            <title>Luft</title> folgenden Tonträgern wieder stärker von der
                        HipHop-Musik. Es sollten stattdessen befreundete Rapper von Attwenger sein,
                        die zu Beginn der 2000er Jahre den Wandel vom Rappen in Schriftdeutsch hin
                        zum Rappen im Dialekt maßgeblich mitgestalteten. </p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_09">
                    <head>1.7. „Wir woin nix von eich, nur vastondn werdn“</head>
                    <p>Die Linzer Gruppe Texta gründete 1998 ihr Label Tonträger Records, um Platten
                        befreundeter Rap-Gruppen und später auch ihre eigenen zu veröffentlichen
                        (Dörfler 2018: 151). Sie legten mit ihrem humorvollen Song
                            <title>Sprachbarrieren</title> von 1999, der als eine Art gerapptes
                        Wörterbuch für Deutsch-Österreichisch gesehen werden kann, auch den
                        Grundstein für die spätere Hinwendung zum Subgenre des Mundart-Rap, also dem
                        Rappen im eigenen Dialekt.</p>
                    <cit>
                        <quote source="Texta1999">
                            <lg>
                                <l>Wir vier brechen Sprachbarrieren</l>
                                <l>Vom Hamburger Hafen bis zum Wiener Praterstern</l>
                                <l>Meine Damen und Herren</l>
                                <l>Wir woin nix von eich, nur vastondn werdn (Texta:
                                        <title>Sprachbarrieren</title> 1999)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>
                    <p>Der endgültige Startschuss für die Konzentration auf den eigenen Dialekt in
                        österreichischen Rap-Texten kam 2002 mit dem Lied einer anderen Gruppe: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Reitsamer2018">
                            <p>Erst Rückgrat zeigte 2002, wie dope Dialekt klingen kann. Kroko Jack
                                (damals: Markee) war ihr MC. Der Track hieß »Dreckige Rapz«. Ein
                                widerborstiger Beat musste da bezwungen werden. Was lag näher, als
                                sich der Sprache zu bedienen, die er sprach, dachte, träumte? </p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Reitsamer2018" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Reitsamer2018">Reitsamer 2018</ref>
                    </cit>
                    <p>Rap im österreichischen Dialekt wurde laut Stefan Trischler (Moderator der
                        HipHop-Radiosendung <title>FM4 Tribe Vibes</title>) davor meist eher als
                        etwas Lustiges oder gar als „proletoid“ wahrgenommen (Stefan Trischler
                        zitiert nach <ref xml:id="ref_Kirebl2016a" type="bibl" target="#Kiebl2016a"
                            >Kiebl 2016a</ref>). Der Rapper Kroko Jack (damals noch als Markee)
                        zeigte in dem Song <title>Dreckige Rapz</title> (2002) seiner Gruppe
                        Rückgrat jedoch, dass Mundart-Rap sich auch sehr gut für aggressive
                        Battle-Rap-Texte und ernste Themen eignete.</p>
                    <cit>
                        <quote source="#Rückgrat2002">
                            <lg>
                                <l>I spuck de Lyrics wie a Wossaweafa, es hobt’s an jed’m</l>
                                <l>Vers zum Werkn der kummt und mei Lung pumpt, wie a
                                    Bossvasteaka!</l>
                                <l>I brenn eich weg, I bring eich sieben Johr Pech</l>
                                <l>I hob kan Respekt vor eich kapplatn Wappla, da Markee mog d’
                                    Kibara net! (Rückgrat: <title>Dreckige Rapz</title> 2002)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>

                    <p>Kroko Jack gilt als einer der technisch besten Rapper Österreichs <ref
                            xml:id="ref_Reitsamer2018_2" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Reitsamer2018">vgl. Reitsamer 2018</ref>. Den möglichen Gründen
                        dafür möchte ich nach dem geschichtlichen Abschnitt anhand einer Text- und
                        Musikanalyse nachgehen. Unbestritten ist jedenfalls, dass er nicht nur mit
                        dem zitierten Song <title>Dreckige Rapz</title>, sondern auch als Teil der
                        „Supergroup“ Markante Handlungen und deren Album <title>Vollendete
                            Tatsachen</title> (2005) – dem ersten vollständigen Mundart-Rap-Album
                        von Tonträger Records – die Transformation hin zum Mundart-Rap maßgeblich
                        beeinflusste.</p>

                    <cit>
                        <quote source="#Leopoldseder2011">
                            <p>Dass Rap in Österreich schon längst kein Abklatsch deutscher
                                Blaupausen mehr ist, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben: Man
                                redet dort eben ganz anders als in Hamburg oder Berlin, und auch
                                wenn österreichische Künstler etwa im Vergleich zu den Schweizern
                                ein wenig länger dafür gebraucht haben, ihr eigenes Idiom unbefangen
                                auf Beats zu packen, hat Rap aus der Alpenrepublik mittlerweile eine
                                unverkennbar eigene Identität. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung
                                war das 2005er Album <title>Vollendete Tatsachen</title> der
                                Ö-Supergroup Markante Handlungen, mit dem sich Mundart endgültig als
                                legitime Ausdrucksweise etablierte. </p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Leopoldseder2011" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Leopoldseder2011">Leopoldseder 2011</ref>
                    </cit>
                    <p>Das Zitat macht deutlich, wie wichtig diese Hinwendung zum Dialekt für die
                        Herausbildung einer eigenen Identität der österreichischen HipHop-Szene war
                        und damit, welche Rolle die verwendete Sprache im Rap spielt. Dieses
                        Beispiel zeigt zudem ein weiteres Mal, dass die Globalisierung von HipHop
                        nicht zu einer weltweiten einheitlichen Imitation der US-amerikanischen
                        Szene führte, sondern HipHop seine Wirkung erst durch die Verbindung mit
                        lokalen (kulturellen) Umständen – allen voran der Sprache – voll entfalten
                        konnte. Diese Glokalisierung von HipHop lässt sich weltweit in den
                        unterschiedlichsten lokalen Szenen beobachten (<ref
                            xml:id="ref_Mitchell2001" type="bibl" target="#Mitchell2001">vgl.
                            Mitchell 2001</ref>; <ref xml:id="ref_Klein_Friedrich2003" type="bibl"
                            target="#Klein_Friedrich2013">Klein/Friedrich 2003</ref>). Auch Kroll
                        stellt klar, dass mit dem Wechsel zum Rappen im eigenen Dialekt eine
                        Konzentration auf bzw. eine Arbeit an der heimischen Szene vonstatten ging: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Kroll2013">
                            <p>Da war der Fokus eher auf einen selbst gerichtet. Scheiß drauf, was
                                die Deutschen machen, wir machen jetzt einmal unsren
                                „österreichischen Scheiß“. Aus. Und wenn das irgendwer nicht
                                versteht „da oben“, dann versteht er es eben nicht. Ist komplett
                                egal. Dafür schauen wir, was in Österreich geht, ob da jetzt
                                vielleicht mehr passiert, wenn es auf einmal im Dialekt ist. Bis zum
                                heutigen Tag merkt man schon, dass es dann oft Leute anspricht, die
                                HipHop vorher nicht angesprochen hat. </p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Kroll2013_TC42-21" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Kroll2013">Kroll 2013: TC 42:21</ref>
                    </cit>

                    <p>Wenngleich auch in anderen Teilen Österreichs (vor allem in Wien u. a. durch
                        Mitglieder der Rooftop Clique wie A. Geh Wirklich? oder PerVers) die
                        Hinwendung zu Mundart-Rap vorangetrieben wurde, standen dennoch Kroll sowie
                        seine Gruppe Texta mit den anderen Gruppen ihres Labels Tonträger Records
                        (allen voran der Rapper Kroko Jack) im Mittelpunkt dieser sprachlichen
                        Transformation. Durch ihren großen Einfluss auf die österreichische
                        HipHop-Szene und der Vielzahl an wichtigen Veröffentlichungen speziell in
                        den Jahren 2005–2007 erhielt Linz zu dieser Zeit den Titel der
                        „Rap-Hauptstadt“ Österreichs <ref xml:id="ref_Agostini2017" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Agostini2017">Agostini 2017</ref>.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_10">
                    <head>1.8. „Slangsta Shit – und kana bringt an härteren Rap wia mia“</head>
                    <cit>
                        <quote source="Slangsta4Life"><lg>
                                <l>Slangsta Shit – und kana bringt an härteren Rap wia mia</l>
                                <l>Slangsta Shit – Sodom &amp; Gomorrah, Twomorrow, mia Vier</l>
                                <l>Slangsta Rap – an unsre Mundart ersticken’s jetzt Månn</l>
                                <l>Slangsta Rap – mia tan net umanond, mia fackeln net long</l>
                            </lg></quote>
                        <ref xml:id="ref_Slangsta4Life" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Slangsta4Life2008">Slangsta4Life: <title>Slangsta</title>
                            2008</ref>
                    </cit>
                    <p>Auch an einer speziellen Form der Weiterentwicklung des Mundart-Rap war der
                        Rapper Kroko Jack zusammen mit seinem Kollegen BumBum Kunst und den
                        Mitgliedern des Salzburger Labels Twomorrow (MOZ, Estie und VS) maßgeblich
                        beteiligt. Gemeinsam brachten die genannten Künstler 2008 das Album
                            <title>Slangsta 4 Life</title> heraus und riefen damit die Bewegung
                        „Slangsta-Rap“ ins Leben. Slangsta ist ein Kofferwort und steht einerseits
                        für „Slang“ und andererseits für „Gangsta“. Die Protagonisten dieses
                        Subgenres machten es sich ebenfalls zum Ziel, das Rappen im eigenen Dialekt
                        zu forcieren. Sie setzten dabei jedoch auf eine explizitere, meist ziemlich
                        aggressive und teils vulgäre Ausdrucksweise. Zudem positionierten sie sich
                        in den ersten Jahren sehr erfolgreich als Gegenspieler zur ebenfalls ab etwa
                        2006 in Österreich aufkommenden Gangsta-/Straßen-Rap-Szene<note
                            xml:id="endnote_04"><p>Die Subgenres des Gangsta-Rap und des Straßen-Rap
                                weisen sehr viele Überschneidungen auf und werden deshalb häufig
                                synonym verwendet, weshalb eine klare Trennung oftmals nicht möglich
                                ist. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Gangsta-Rapper*innen die
                                ausführende Personen der beschriebenen Vorgänge (Drogendealen,
                                Gewaltakte etc.) sind und Straßen-Rapper*innen eher aus einer
                                Beobachterposition heraus über Geschehnisse aus ihrem Lebensumfeld
                                berichten (Marc Dietrich zitiert nach <ref
                                    xml:id="ref_verlan2015-39" type="bibl"
                                    target="#Verlan_Loh2015">Verlan und Loh 2015:
                            39</ref>).</p></note>. Die Frage, warum das Slangsta-Rap-Movement zum
                        Zeitpunkt seines Aufkommens so erfolgreich war, beantwortete Kroko Jack in
                        einem Interview von 2015 folgendermaßen: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Braula2010">
                            <p>Weil wir die ersten Mundartrapper waren, die ein Movement gestartet
                                haben. Und auch weil es in die Zeit reingefallen ist, in der es in
                                Österreich nur Bushido-Kopien gegeben hat, mit denen sich niemand
                                identifizieren konnte. Österreich hat in Sachen Rap eine eigene
                                Identität gebraucht. Wir waren die ersten
                                Identifikationsfiguren.</p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_braula2015" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Braula2015">Kroko Jack zitiert zit. nach n. Braula 2015</ref>
                    </cit>
                    <p>Die Mitglieder der Slangsta-Rap-Bewegung schafften es mit ihrem Versuch, ein
                        österreichisches Gemeinschaftsgefühl heraufzubeschwören, speziell in den
                        Jahren 2008 und 2009 einen großen Teil der österreichischen
                        Mundart-Rap-Szene hinter sich zu scharen. Sie veröffentlichten nach ihrem
                        Debütalbum noch zwei Compilation-Alben ( <title>Slangsta Wödweid</title>
                        2008, <title>Slangsta Paradise</title> 2009), an denen insgesamt über 20
                        HipHop-Schaffende aus unterschiedlichen Teilen Österreichs vertreten waren
                        (u. a. Die Vamummtn, Dame, Skero und Laima von Texta, A.Geh Wirklich? sowie
                        als einzige Rapperin Bella Diablo) vertreten waren. Die Gruppe Die Vamummtn
                        avancierte zeitgleich zum bekanntesten Vertreter der Bewegung und trug mit
                        ihren Mixtapes <title>Geht’s Brunzn</title> (2008), <title>Free HipHop
                        </title>(2008) und <title>Runde 3</title> (2009) ebenso zum Erfolg des
                        Movements bei. Unter anderem aufgrund persönlicher Differenzen zwischen
                        einigen der Protagonisten<note xml:id="endnote_05"><p>Wird in diesem Artikel
                                nicht die gegenderte Form verwendet, sind nur männliche Personen
                                gemeint.</p></note> zerfiel die Bewegung ziemlich schnell wieder und
                        verebbte in den Jahren 2011/2012 langsam aber sicher <ref
                            xml:id="ref_Braula2015" type="bibl" rend="brackets" target="#Braula2015"
                            >Braula 2015</ref>. Und das obwohl sich die Slangsta-Rap-Bewegung in
                        diesen Jahren sogar über die österreichischen Grenzen bis nach Bayern
                        ausgedehnt hatte. </p>

                    <cit>
                        <quote source="#Warlan2014">
                            <p>„Wir sind Slangster, nicht Gangster“, erklärt Liquid [Rapper aus
                                Bayern; Anm. d. V.]. Er erzählt mir, dass er bis vor seinem ersten
                                Tourstop in Österreich immer dachte, dass Bbou und er die Pioniere
                                des Mundart-Raps seien. In Österreich merkte er, dass der Style dort
                                seit Jahren auf einem hohen Level produziert werde. Er schwärmt von
                                der technischen Vielseitigkeit des Rappers Kroko Jack und zeigt mir
                                auch Youtube-Clips von der Gruppe Da [sic!] Vamummtn. Liquid meint,
                                dass viele Leute nicht begreifen würden, dass dies ein Movement sei:
                                Eine Mundart-Bewegung. Dies sei das krasseste, was gerade aus dem
                                deutschsprachigen Raum kommen würde. </p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Warlan2014" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Warlan2014">Liquid zitiert zit. nach n. Warner 2014</ref>
                    </cit>
                    <p>Dabei erweist sich HipHop nicht nur als glokale Kultur, sondern auch als
                        translokale Kultur. Denn häufig beeinflussen sich auch lokale Szenen
                        untereinander, ohne direkten Einfluss auf das globale HipHop-Geschehen zu
                        nehmen <ref xml:id="ref_Reitsamer_Prokop2013" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Reitsamer_Prokop2013">vgl. Reitsamer/Prokop 2013</ref>. </p>
                    <p>Mit dem Ende der Slangsta-Rap-Bewegung ging die bis dahin kommerziell
                        erfolgreichste Phase österreichischen Mundart-Raps zu Ende. Denn nicht nur
                        die genannten Personen und Gruppen schafften es immer wieder in die
                        österreichischen Charts, auch der Rapper Skero konnte mit dem Song
                        „Kabinenparty“ im Jahr 2010 seinen ersten Top-10-Hit landen. Darüber hinaus
                        schafften es die Trackshittaz (bestehend aus den Rappern Lukas Plöchl alias
                        G-Neila und Manuel Hoffelner alias Manix) als erste österreichische
                        HipHop-Gruppe mit ihrem Song <title>Oida Taunz</title> (2010) auf die Nummer
                        Eins der heimischen Singlecharts.<note xml:id="endnote_06"><p>Vgl.
                                Trackshittaz in www.austriancharts.at.</p></note></p>
                    <p>Auch nach Ende der Slangsta-Rap-Bewegung blieb das Rappen im eigenen Dialekt
                        als Standard im österreichischen HipHop erhalten. Einige Vertreter*innen des
                        Trap bzw. Cloud-Rap-Genres, auf die ich später noch zu sprechen kommen
                        möchte, schafften es sogar als Dialekt-Rapper*innen, über die Grenzen
                        Österreichs hinaus Bekanntheit zu erlangen. Bevor ich diese neue Generation
                        an Rapper*innen in den Fokus meiner Betrachtungen stelle, soll folgend noch
                        auf das zeitgleich zu Mundart-Rap aufkommende Gangsta-/Straßen-Rap-Genre und
                        dessen Protagonisten eingegangen werden. Diese rappen zum großen Teil nicht
                        in einem österreichischen Dialekt. Da die Mehrheit der Protagonisten dieses
                        Genres ihre Wurzeln in anderen Ländern hat, war und ist bis heute die meist
                        verwendete Sprache ein Soziolekt bzw. ein Ethnolekt, der umgangssprachlich
                        häufig als „Ausländerdeutsch“ oder „Straßenslang“ bezeichnet wird.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_11">
                    <head>1.9. „Ottakringerstraße, Klick-Klack Kopfschuss“</head>
                    <p>Gangsta-/Straßen-Rap etablierte sich in Österreich beinahe zeitgleich mit dem
                        Mundart-Rap. Es gab zwar bereits in den 1990ern mit den Untergrund Poeten
                        eine erste Gangsta-Rap-Gruppe und zu Beginn der 2000er Jahre mit EMC
                        (Eternal Masters of Ceremony) ein Kollektiv, dass sich vor allem im Bereich
                        des Battle-Rap mit Gangsta-Rap-Anleihen bewegte. Jedoch dauerte es bis etwa
                        2007, dass eine eigene Szene für dieses HipHop-Subgenre in Österreich
                        entstand. Als ein Vorbote für die Entstehung einer österreichischen
                        Gangsta-/Straßen-Rap-Szene kann die 2006 veröffentlichte „Skandal EP“ von
                        RafOMic (besser bekannt als RAF Camora) <term>&amp; Emirez</term> gesehen
                        werden. Einerseits rappte RAF Camora auf dieser EP erstmals auf Deutsch (er
                        hatte zuvor nur Songs auf Französisch veröffentlicht) und legte damit den
                        Grundstein seiner erfolgreichen Karriere. Andererseits waren auf dem Song
                            <title>Vienna Allstars</title> bereits einige Protagonisten der
                        aufkeimenden Gangsta-/Straßen-Rap-Szene wie Nazar, Ezai, Aqil (Sua Kaan),
                        Mevlut Khan (Sua Kaan) oder Joshimizu (Family Bizz, Balkan Express)
                        vertreten.</p>
                    <p>Laut dem Rapper Manijak und dem Produzenten PMC Eastblok war es aber erst das
                        Video zu dem Song <title>Balkanaken</title> (2007) der beiden Rapper Mevlut
                        Khan (aus der Gruppe Sua Kaan) und Platinum Tongue aka Plat Beloskoni (aus
                        dem Stonepark-Kollektiv), das 2007 auf der damals noch jungen Plattform
                        Youtube veröffentlicht wurde und „den Stein ins Rollen“ brachte <ref
                            xml:id="ref_Reinhard2015" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Reinhard2015">Manijak und PMC Eastblok zit. n. The Message
                            Magazine 2015: TC 13:00</ref>. </p>

                    <cit>
                        <quote source="Balkanake2007">
                            <lg>
                                <l>Ihr seid nicht hart, nur weil ihr Ott raucht </l>
                                <l>Ihr kommt in mein‘ ’ Park nur weil ihr Ott braucht</l>
                                <l>Das ist der Sound, Sound aus dem Westen </l>
                                <l>Für alle Ausländer, die Wettcafés besetzen </l>
                                <l>Meine Freunde schießen oft mit der Pumpgun </l>
                                <l>Die meisten von ihnen kommen direkt aus dem Balkan </l>
                                <l>Pass gut auf, wenn du in meinen Block musst </l>
                                <l>Ottakringerstraße, Klick-Klack Kopfschuss (Mevlut Khan &amp;
                                    Platinum Tongue: <title>Balkanaken</title> 2007)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>

                    <p>Dieser Song rief ein großes mediales sowie politisches Echo hervor und
                        verhalf den beiden Rappern – und damit einhergehend der Wiener
                        Gangsta-/Straßen-Rap-Szene – zu Bekanntheit über die heimische HipHop-Szene
                        hinaus <ref xml:id="ref_Buchholz2010" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Buchholz2010">vgl. Buchholz 2010</ref>. </p>
                    <p>Im zitierten Textausschnitt zeigen sich einige typische Eigenschaften der
                        Sprache im Gangsta-/Straßen-Rap. Diese ist meist sehr aggressiv und explizit
                        gehalten. Vor allem zu Beginn orientierten sich die österreichischen Rapper
                        sehr stark an der Aussprache ihrer deutschen Kolleg*innen. So wurde nicht
                        nur in Schriftdeutsch gerappt, sondern Wörter häufig mit einer für
                        österreichische Dialekte untypischen Färbung ausgesprochen (bspw. „ich“ als
                        „isch“). Auch die Verwendung von Wörtern wie „Junge“ oder „guck“ geben
                        Hinweis auf die Orientierung an deutschem Gangsta-/Straßen-Rap bzw. dessen
                        Sprache. Zudem gibt es gewisse Signalwörter, die als typisch für
                        Gangsta-/Straßen-Rap gesehen werden können. Die wohl bekanntesten sind
                        hierbei das „Ghetto“, der „Block“ oder auch schlicht „die Straße“, die
                        sinnbildlich für das (vermeintlich) harte Leben im eigenen Bezirk stehen.
                        Auch das Einflechten von Wörtern nicht deutschen oder englischen Ursprungs
                        (im zitierten Text etwa das türkische Wort „Ott“, das für Cannabis steht)
                        ist vor allem (aber nicht ausschließlich) in diesem Genre anzutreffen. Da
                        ein Großteil der Vertreter dieses Genres Kinder von Migrant*innen sind und
                        häufig zweisprachig aufwachsen, kommt es nicht selten vor, dass in einem
                        Song mehrere Sprachen verwendet werden (bspw. Bludzbrüder: <title>Mektup
                            pt.II</title> 2011, Svaba Ortak &amp; PMC: <title>Hand aufs Herz feat.
                            Wienelite</title> 2012).</p>
                    <p>Wie in Bezug auf die Slangsta-Rap-Bewegung bereits erwähnt, stießen
                        österreichische Gangsta-/Straßen-Rapper zu Beginn auf starke Ablehnung
                        innerhalb der heimischen HipHop-Szene. Wegen der teils stark übertriebenen
                        Darstellung der vermeintlich gefährlichen Zustände ihres Lebensumfeld bzw.
                        der Gefährlichkeit ihrer eigenen Person wurde den Protagonisten dieses
                        Genres oftmals ihre Glaubhaftigkeit abgesprochen. Wie etwa Klein und
                        Friedrich (2003) ausführen, spielt Glaubhaftigkeit und damit verbunden
                        Authentizität im HipHop seit jeher eine große Rolle. Ein Absprechen von
                        Authentizität führte in diesem Fall zu einer breiten Ablehnung des
                        Gangsta-/Straßen-Raps aus Österreich durch die restliche HipHop-Szene. Auch
                        die verwendete Sprache und ihre starke Orientierung an der deutschen
                        HipHop-Szene trugen ihren Teil bei. „Gabat’s nur mehr de guadn MCs wurdat i
                        friedlich und dat s’Mic auf d’Seitn/ Oba leida muass i eana schau wieda mit
                        da Peitschn deitn – wei’s de Deitschn biten<note xml:id="endnote_07"
                                ><p>„Biten“ bedeutet etwas/jemanden abzukupfern,
                            nachzumachen.</p></note>.“ (Markante Handlungen: <title>Höhere
                            Gewalt</title> 2005) Auch die zu Beginn noch häufiger verwendete
                        Bezeichnung „Ghetto“ für das eigene Lebensumfeld wurde von einem Teil der
                        österreichischen HipHop-Szene als nicht ernstzunehmend empfunden. „Du manst
                        dei Gegend is so oag Ghetto, doch i häng dort im Summa åb und iss
                        Cornettos.“ (Ill Mindz: <title>Killa Shit</title> 2011)</p>
                    <p>In den 2010er Jahren konnten jedoch einige Gangsta-/Straßen-Rapper aus
                        Österreich sich und ihre Musik glaubhaft in Szene setzen und damit die
                        starke Trennung innerhalb der österreichischen HipHop-Szene überwinden.
                        Dabei trug das Kollektiv Eastblok Family rund um den Produzenten PMC
                        Eastblok und ihren bekanntesten Rapper Svaba Ortak einen großen Teil zu
                        dieser Entwicklung bei <ref xml:id="ref_Doerfler2018-323" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Doerfler2018">vgl. Dörfler 2018: 323–327</ref>.
                        Dies zeigt sich etwa in diversen Kollaborationen mit Künstlern außerhalb der
                        Gangsta-/Straßen-Rap-Szene (u. a. DemoLux, Ansa, Appletree, DJ Kapazunda,
                        Def Ill). Mit dem Rapper Esref oder dem Duo Droogieboyz finden sich
                        mittlerweile überdies Straßen-Rapper, die im Wiener Dialekt rappen.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_12">
                    <head>1.10. „Steige aus dem Bett, dreh den Swag auf“</head>
                    <p>In den 2010er Jahren etablierte sich eine neue Generation an
                        HipHop-Schaffenden in Österreich, die in die drei artverwandten HipHop-Stile
                            Swag<note xml:id="endnote_08"><p>Swag zu haben, bedeutet so viel wie
                                eine coole, lässige Ausstrahlung zu haben <ref
                                    xml:id="ref_Schneeberger2011" type="bibl" rend="brackets"
                                    target="#Schneeberger2011">vgl. Schneeberger
                            2011</ref>.</p></note>-, Trap- und Cloud-Rap eingeordnet werden kann.
                        Einerseits brachten sie mit dem „Trap-Sound“ eine neue klangliche Qualität
                        in die HipHop-Szene, andererseits erregten sie aber vor allem auf
                        sprachlicher und inhaltlicher Ebene Aufsehen.</p>

                    <cit>
                        <quote source="#Money_Boy2010">
                            <lg>
                                <l>Mein Haus ist groß, ich bin jetzt in dem Building</l>
                                <l>Fotografen knipsen Pics im Busch so wie Wilhelm</l>
                                <l>Porsche Cayenne – ich bin Sportwagen Fan</l>
                                <l>Du bist eine Snitch, die vor Gericht sofort Namen nennt</l>
                                <l>Ich bin Max B. Homie, you can't can’t stop the way</l>
                                <l>Ich bin Drogendealer, ich vertick‘ ’ am Block das „H“</l>
                                <l>Gangsters wollen spitten, doch mein Swag is so official</l>
                                <l>Und mein neues Mixtape gibt es nur als Crackdealer-Edition (Money
                                    Boy: <title>Dreh den Swag auf</title> 2010)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>
                    <p>Der Wiener Rapper Money Boy veröffentlichte 2010 auf Youtube ein Video zu
                        seinem Song <title>Dreh den Swag auf</title> (2010) und gab damit den
                        Startschuss für die Etablierung der drei genannten HipHop-Subgenres Swag-,
                        Trap- und Cloud-Rap im gesamten deutschsprachigen Raum. Das Stück und der
                        Rapper selbst wurden zwar – vor allem zu Beginn – hauptsächlich belächelt
                        oder als Parodie angesehen. Rückblickend markiert dieses Lied jedoch eine
                        Zäsur für HipHop im deutschsprachigen Raum. Es war nicht nur das erste
                        österreichische Beispiel für diese Spielart von HipHop. Durch seinen Erfolg
                        machte der Song viele Personen innerhalb und außerhalb der HipHop-Szene auf
                        das neue Subgenre des Swag-Rap aufmerksam <ref xml:id="ref_Wussmann2015"
                            type="bibl" rend="brackets" target="#Wussmann2015">Wußmann 2015</ref>.
                        Money Boy ebnete damit den Weg für eine neue Generation an HipHopper*innen
                        mit einem neuen Sound, aber mehr noch mit neuen Inhalten, einer neuen
                        Sprache sowie einem neuen Verständnis von HipHop im Allgemeinen: </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Kiebl2016b">
                            <p>Er [Money Boy; Anm. d. Verf.] hat gezeigt, dass Spaß an der Musik das
                                Wichtigste ist. Das war den meisten wahrscheinlich nicht klar. Und
                                er hat sich gegen dieses Realness-Gelaber gestellt. Endlich kann man
                                als Rapper übertriebene Dinge sagen. Er bringt ja andauernd Lines,
                                die auf keinen Menschen der Welt zutreffen. Da sagt keiner mehr:
                                „Oh, der lebt das gar nicht!“</p>
                        </quote>
                        <ref xml:id="ref_Kiebl2016b" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Kiebl2016b">LGoony zitiert zit. nach n. Kiebl 2016b</ref>
                    </cit>
                    <p>Wie der zitierte Rapper LGoony feststellt, änderte sich vor allem die Haltung
                        gegenüber den Inhalten bzw. dem, was in Rap-Texten behauptet werden durfte.
                        War Übertreibung schon immer ein Stilmittel im HipHop, musste dennoch stets
                        ein gewisser Realitätsbezug, also eine gewisse Authentizität bzw.
                        ,Realness‘, gewahrt werden. Für Money Boy waren der Wahrheitsgehalt seiner
                        Rap-Texte sowie auch die Rap-Technik selbst nicht von Bedeutung. Ihm ging es
                        vor allem darum, ein bestimmtes Gefühl, einen gewissen ,Vibe‘ in seinen
                        Songs zu vermitteln <ref xml:id="ref_Schumacher2017" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Schumacher2017">Schumacher 2017</ref>. </p>
                    <p>Money Boy hatte zudem direkten Einfluss auf die (Jugend-) Sprache. So wurde
                        das Wort „Swag“ 2011 zum Jugendwort des Jahres gewählt (Schneeberger 2011)
                        und seine Art sich auszudrücken (bspw. „I bims“, „Was ist das für 1 Life“,
                        „vong“) fand seinen Weg aus Internetforen in die Alltagssprache vieler
                        Jugendlicher (Schumacher 2017). </p>
                    <p>Bereits bei <title>Dreh den Swag auf</title> (das eine eingedeutschte Version
                        von Soulja Boys <title>Turn my swag on</title>, 2008, darstellte) finden
                        sich zahlreiche Beispiele für die verwendete Sprache von Money Boy und die
                        ihm nachfolgende neue Generation an Rapper*innen (bspw. Young Krillin, Crack
                        Ignaz, Yung Hurn oder aus Deutschland LGoony, Rin, Hayiti). Inhaltlich
                        finden sich Parallelen zu Gangsta-Rap, da es in den Texten von Swag-, Trap-
                        und Cloud-Rap ebenfalls häufig um das Verkaufen (sowie Einnehmen) von Drogen
                        sowie um Waffen oder Sex geht. Der große Unterschied zum Gangsta-Rap besteht
                        jedoch darin, dass die Rapper*innen dieser neuen Subgenres keinen
                        Realitätsanspruch an ihre Aussagen stellen und sie ihre Raps meist mit
                        weniger Aggressivität und Ernsthaftigkeit vortragen. Ihre offensichtlichen
                        Übertreibungen sind zudem häufig gepaart mit humorvollen bis sinnfreien
                        Textzeilen und Vergleichen („Mein Haus ist groß, ich bin jetzt in dem
                        Building“), die meist zusätzlich in einem locker, entspannten Rap-Stil
                        gehalten sind. Neben den genannten Themen steht vor allem das Angeben mit
                        dem eigenen Reichtum (in Form von Geld, teurer Markenkleidung oder
                        Sportwagen) oder dem Reichwerden (meist durch Drogenverkauf) sowie die
                        eigene „Coolness“ (Stichwort „Swag“) im Zentrum der Texte der, wie Julius
                        Wußmann (2015) sie benennt, „Generation Money Boy“. </p>

                    <cit>
                        <quote source="Ignaz">
                            <lg>
                                <l>Lobet die Lobe, I dua die Stacks in mein Safe</l>
                                <l>I bin so pretty, so pretty, a Hawa mant i bin gay</l>
                                <l>I sitz im Rrari, im Rrari, dieses Gödlife, was i leb</l>
                                <l>I verkauf Bricks ois wa's nix, Oida, du waßt i man des YAY [Yayo,
                                    Slangausdruck für Kokain; Anm. d. Verf.] (Crack Ignaz:
                                        <title>Gwalla</title> 2015)</l>
                            </lg>
                        </quote>
                    </cit>
                    <p>Auffällig ist auch der häufige Gebrauch von englischen Slang-Ausdrücken.<note
                            xml:id="endnote_09"><p>Diese beziehen sich meist auf Drogen („bricks“,
                                „yay(o)“ – beides bezeichnet Kokain, „lean“ etc.) oder auf Geld
                                („stacks“, „gwalla“, „rich“ etc.).</p></note>Diese finden sich zwar
                        seit jeher im HipHop-Jargon, jedoch tritt dies bei den Swag-, Trap- und
                        Cloud-Rapper*innen vermehrt auf, und speziell Money Boy rappt (wie etwa bei
                            <title>Dreh den Swag auf</title>) oftmals ganze Zeilen auf Englisch
                        („you can’t stop the way“). Sprachlich stehen in diesem Genre das Rappen in
                        Schriftdeutsch (Money Boy, KeKe, Jugo Ürdens) und das Rappen im Dialekt
                        (Crack Ignaz, Hunney Pimp, Yung Hurn) mehr oder weniger gleichwertig
                        nebeneinander, d.h. es gab keine Debatte über die verwendeten Sprachen. Dies
                        könnte in dem Umstand begründet sein, dass es in den Songs weniger um das
                        Vermitteln bestimmter Inhalte, sondern mehr um einen bestimmten „Vibe“ geht.
                        Dass Rapper*innen wie Crack Ignaz, Hunney Pimp oder Young Krillin auch mit
                        Dialektrap Erfolge über die Grenzen Österreichs hinaus feiern konnten,
                        dürfte ebenfalls durch dieses Phänomen unterstützt worden sein <ref
                            xml:id="ref_Reitsamer2018_3" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Reitsamer2018">vgl. Reitsamer 2018</ref>. Zudem schwappte mit
                        diesen HipHop-Musikrichtungen ein weiteres Stilmittel aus den amerikanischen
                        Südstaaten in den deutschsprachigen Raum: der „Mumble-Rap“. Dabei werden
                        Wörter kaum erkennbar und stark genuschelt ausgesprochen. Yung Hurn, aber
                        auch teilweise Money Boy, sind bekannte Vertreter dieser Technik im
                        deutschsprachigen Raum. Da Mumble-Rap für deutsche Hörer*innen vermutlich
                        ähnlich unverständlich wie österreichischer Dialekt klingt, könnte m. E.
                        auch dessen Verbreitung zur größeren Akzeptanz von Mundart-Rap in
                        Deutschland beigetragen haben.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_13">
                    <head>1.11. „Bin in der Zukunft endlich am Ziel“</head>
                    <p>Aktuell bestehen all die beschriebenen HipHop-Spielarten nebeneinander. Die
                        österreichische HipHop-Szene ist so divers und über die Grenzen hinaus
                        erfolgreich wie nie zuvor. Der aus Wien nach Berlin gezogene RAF Camora kann
                        getrost als einer der erfolgreichsten Rapper/Produzenten im
                        deutschsprachigen Raum der letzten Jahre bezeichnet werden. Aber auch
                        Künstler*innen wie Yung Hurn, Left Boy, Mavi Phoenix oder KeKe konnten in
                        den vergangenen Jahren im In- und Ausland mit ihrer Musik reüssieren. Was
                        die genannten HipHop-Schaffenden vereint, ist der im Zuge der Etablierung
                        von Cloud-Rap einhergegangene, verstärkte Einsatz der
                        Tonhöhenkorrektur-Software Auto-Tune. Beeinflusst davon, wird darüber hinaus
                        häufig zwischen Rappen und Singen gewechselt bzw. hat sich eine Form des Rap
                        entwickelt, die sich zwischen Rap und Gesang bewegt. Auch ist es nun
                        möglich, gefühlvoll, romantische bis beinahe kitschige Lieder zu schreiben
                        (bspw. Crack Ignaz: <title>Sternenstaub</title> 2015, Yung Hurn:
                            <title>Diamant</title> 2017, Hunney Pimp: <title>Britney</title> 2019),
                        die vor allem dem in der Öffentlichkeit dominierenden stereotypischen Bild
                        des erfolgreichen, hyper-maskulinen Gangsta-/Straßen-Rappers diametral
                        entgegenstehen. Es kam zudem zu einer zunehmenden Vermischung von
                        HipHop-Subgenres und einer deutlichen Annäherung an zeitgenössischen R&amp;B,
                        sodass eine klare Trennung bzw. Einordnung vieler Artists nicht mehr so
                        einfach möglich ist. Zeitgleich (zum Teil forciert durch Initiativen wie
                        Femme DMC und dem Label Beatzarilla) steigerte sich die Zahl an weiblichen
                        HipHop-Schaffenden in Österreich <ref xml:id="ref_Scharz2019" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Schwarz2019">vgl. Schwarz 2019</ref>.
                        Interessanterweise, und damit schließt sich der Kreis der geschichtlichen
                        Betrachtung der österreichischen HipHop-Szene, verwenden auffallend viele
                        dieser Rapperinnen wieder Englisch als Sprache für ihre Songs, etwa Dacid
                        Go8lin, Soulcat E-Phife, Misses U, Samira Dezaki oder Xéna N.C. Inhaltlich
                        bringen speziell Gruppen wie die Klitclique oder Artists aus der
                        LGBTQ*-Community wie Kerosin95 sowie Mavi Phoenix einen neuen Fokus auf
                        Themen wie Feminismus, sexuelle Orientierung und Transgender, die zuvor im
                        österreichischen HipHop kaum behandelt wurden. Es zeigt sich bei diesen
                        Beispielen zudem, wie sehr das verwendete HipHop-Subgenre die Sprache und
                        Ausdrucksweise beeinflussen. Klitclique etwa bedienen sich eines von Trap
                        und Cloud-Rap beeinflussten Soundbildes, und obwohl sie nicht die typischen
                        Themen dieser Genres übernehmen, verwenden sie die damit verbundene Sprache
                        samt Signalwörtern sowie einen reduzierten, auf den Refrain fokussierten
                        Textstil. Ihr Song <title>Maria</title> (2018) über die Malerin Maria
                        Lassnig enthält etwa folgende Zeilen: <quote source="#ref_Klitclique2018"
                            >Gangster-Maler-, Gangster-Maler-, Gangster-Maler-Bitch/ Mal was du
                            willst, alles ist Türkis/ Bitch [16-mal wiederholt; Anm. d.
                            Verf.]</quote><ref xml:id="ref_Klitclique2018" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Klitclique2018">Maria 2018</ref>. Kerosin95 im
                        Gegensatz dazu wählt eine direktere Ausdrucksweise samt einer Musik, die am
                        ehesten zum BoomBap-Genre gezählt werden kann, also einem Genre, bei dem
                        Inhalt und Authentizität wichtige Charakteristika darstellen. <quote
                            source="#ref_Kerosin95">Du sagst ‚Hurensohn‘, ich sag peinlich/ Fang
                            jetzt nicht mit deinem Ghetto an./ Du sagst ‚Schlampe‘, doch deine Mama
                            ist heilig./ Jede Frau in deinen Videos tanzt.</quote>
                        <ref xml:id="ref_Kerosin95_2019" type="bibl" rend="brackets"
                            target="#Kerosin95_2019">Kerosin95: Status Quo 2019</ref>.</p>
                </div>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_14">
                    <head>Zusammenfassung</head>
                    <p>Wie sich zeigt, ist Sprache im HipHop stets im Wandel begriffen, aber immer
                        von großer Bedeutung. Sie wird verwendet um Gemeinschaften zu bilden und
                        sich in einem bestimmten Subgenre zu verorten oder auch um sich von anderen
                        Gruppierungen sowie Subgenres abzugrenzen. Die aktuell gesteigerte
                        Verwendung von Englisch als Rap-Sprache kann einerseits darauf zurückgeführt
                        werden, dass es durch das Internet heutzutage sehr einfach möglich ist, Fans
                        auf der ganzen Welt zu erreichen. Zugleich kann es auch als ein Statement
                        hinsichtlich der österreichischen HipHop-Szene gelesen werden, wenn vor
                        allem Rapperinnen vermehrt Englisch als Sprache verwenden. Denn dadurch
                        wenden sie sich nicht nur einem internationaleren Publikum zu, sondern auch
                        zu einem gewissen Grad von der österreichischen Szene ab. In jedem Fall aber
                        wird die österreichische HipHop-Szene dadurch noch vielfältiger, eine
                        Entwicklung, die HipHop aus Österreich seit jeher auszeichnet und die
                        sicherlich auch in den folgenden Jahren fortgeführt wird.</p>
                </div>
            </div>

            <!-- level 1 -->
            <div xml:id="wdr02_02-03_15">
                <head>2. Rap-Analyse</head>
                <p><quote source="#ref_d2e3">Rap ist inszeniertes alltägliches Sprechen.</quote>
                    <ref xml:id="ref_Klein_Friedrich2013" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Klein_Friedrich2013">Klein/Friedrich 2003: 37</ref></p>
                <p>Wie in der Einleitung bereits angesprochen sehen Autoren wie Wolbring, Verlan
                    oder Androutsopoulos Rap als Literatur an, obgleich viele etablierte Dichter und
                    Literaten diese Text-Form nicht auf diese Stufe heben möchten und sie eher als
                        <quote source="#ref_d2e3">Gedichte minderer ästhetischer Qualität</quote>
                    <ref xml:id="ref_Wolbring2015-314" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">Wolbring 2015: 134</ref> erachten. Speziell Wolbring
                    erläutert in Die <title>Poetik des deutschsprachigen Rap</title> (2015) sehr
                    ausführlich das Verhältnis von Rap und Literatur und arbeitet sehr anschaulich
                    die literarischen (sowie oralen) Aspekte dieses Elements der HipHop-Kultur
                    heraus.</p>
                <p>Ich möchte einige seiner Erkenntnisse meinen Analysen voranstellen, da sie
                    verdeutlichen, warum solche Untersuchungen von Interesse sein und zum besseren
                    Verständnis von Rap beitragen können. Zudem spiegeln sie grundlegende
                    vorangestellte Überlegungen zu meinen Analysen wider und sollen so zur
                    Nachvollziehbarkeit meiner Vorgehensweise beitragen.</p>
                <p>Wenngleich Raptexte von Personen aus der Literaturszene (und darüber hinaus)
                    oftmals nicht als ästhetisch wertvoll angesehen werden, wird die Arbeit, die
                    viele Rapper*innen in ihre Texte investieren, von Fans – die vielfach selbst
                    Rap-Schaffende sind – anerkannt und wertgeschätzt <ref
                        xml:id="ref_Wolbring2015-203" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">Wolbring 2015: 203</ref>. Die Zeit, die es für einen
                    Text braucht, richtet sich oftmals sehr nach der Intention der Rapper*innen.
                    Geht es mehr um die Vermittlung eines „Vibes“, wie etwa bei Money Boy oder Yung
                    Hurn, wird mehr Zeit mit der Realisation des Raps (also der Aufnahme und
                    Interpretation des Textes) als mit dessen schriftlicher Konzeption verbracht.
                    Rapper*innen, denen Wortspiele und Metaphern wichtig sind, setzen sich dagegen
                    häufig auch mit einzelnen Formulierungsvarianten lange auseinander. </p>
                <p>Manche Rapper*innen gehen beim Schreiben dabei weniger linear vor, sondern
                    sammeln im Alltag einzelne Textfragmente, einzelne Zeilen und fügen diese in
                    einem nachfolgenden Prozess zu einem zusammenhängenden Text zusammen <ref
                        xml:id="ref_Wolbring2015ebd" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">ebd.</ref>. So entstehen Rap-Texte nicht selten in
                    zwei Phasen. In einem ersten Schritt werden Ideen gesammelt. Dies geschieht
                    oftmals spontan in alltäglichen Situationen, wo Einfälle schnell notiert werden
                        <ref xml:id="ref_Wolbring2015ebd2" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">ebd.: 212</ref>. Manche Rapper*innen verwenden auch
                    das Freestylen über neue Beats zur Generierung von Ideen für den Text. Erst
                    später – von Wolbring <ref xml:id="ref_Wolbring2015ebd3" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Wolbring2015">ebd.</ref> als Montage-Phase
                    bezeichnet – werden diese Textfragmente zu einem zusammenhängenden Text
                    kombiniert. Dabei werden meist nochmals einzelne Wörter oder Textstellen
                    überarbeitet und umgeschrieben <ref xml:id="ref_Wolbring2015ebd4" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Wolbring2015">ebd.</ref>. Diese Vorgehensweise ist
                    besonders bei Texten aus der HipHop-Spielart des Battlerap zu beobachten (zu dem
                    der folgend analysierte Song zu zählen ist), wo es weniger darum geht, eine
                    zusammenhängende Geschichte zu erzählen, als mit besonders kreativen verbalen
                    Angriffen (sogenannten Punchlines) das reale oder fiktive Gegenüber zu
                    attackieren. Dass dieser Entstehungsprozess auch auf den analysierten Song
                        <title>Dreckige Rapz</title> zutrifft, zeigt sich in der Aussage des Rappers
                    Kroko Jack. Zuvor gesammelte Punchlines im Dialekt fügte er in weiterer Folge
                    zum endgültigen Liedtext zusammen <ref xml:id="ref_Reitsamer2018_4" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Reitsamer2018">Kroko Jack zitiert zit. nach n.
                        Reitsamer 2018</ref>. </p>
                <p>Worauf Wolbring <ref xml:id="ref_Wolbring2015-210" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">2015: 210</ref> ebenfalls hinweist, ist die Tatsache,
                    dass „Artikulationsvarianten und Intonationsaspekte in jeder Phase der
                    Konzeption von Bedeutung“ sind. In der finalen Abschrift, die zur „Memorierung
                    des Textes oder als Deklamations-Partitur“ <ref xml:id="ref_Wolbring2015-212"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#Wolbring2015">ebd.: 212</ref> dienen,
                    werden zudem oftmals Atempausen oder Betonungen markiert. Das macht deutlich,
                    dass Rap-Texte als literarische Werke angesehen werden können, sie jedoch immer
                    in Hinblick auf eine Aufführung hin verfasst werden. Wolbring attestiert Rap
                    deshalb eine literarische sowie eine orale Komponente <ref
                        xml:id="ref_Wolbring2015-217" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">ebd.: 217–225</ref> und klassifiziert ihn als
                    „auditive Lyrik“ <ref xml:id="ref_Wolbring2015-209" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">ebd.: 209</ref>. Er zieht dabei Verbindungen zur
                        <quote source="#ref_d2e3">klassischen Rhetorik oder auch der Dichtung des
                        Mittelalters</quote>
                    <ref xml:id="ref_Wolbring2015-221" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Wolbring2015">ebd.: 221</ref>.</p>
                <p>Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich, dass bei der Betrachtung eines Rap-Textes
                    zwei Parameter besonders interessant sind: einerseits der Inhalt, andererseits
                    aber auch der strukturelle Aufbau. Bezogen auf den Inhalt stellen sich Fragen
                    wie: Was soll transportiert werden – eine bestimmte Botschaft, eine Geschichte
                    oder einfach eine bestimmte Stimmung? Wird dies auf einfache oder komplexe,
                    direkte oder subtile, humorvolle oder ernste Weise vollzogen? In Bezug auf
                    Struktur und Aufbau ist von Interesse, wie dieser Inhalt aufbereitet wird.
                    Welche Reimformen werden verwendet, wie sind die Reimwörter strukturiert und wie
                    viele gibt es? Wo werden Akzente gesetzt und wie wird der Text rhythmisch
                    umgesetzt. Dieser letzte Punkt führt vom literalen zum oralen Aspekt des Raps
                    und damit zur Frage: Wie wird der Text vorgetragen? Denn letztendlich ist es
                    Ziel eines jeden Rap-Textes aufgeführt zu werden. Wie der Text vorgetragen wird,
                    bestimmt der sogenannte „Rap-Flow“. Als Rap-Flow wird die rhythmische Darbietung
                    des Textes, im Normalfall im Zusammenspiel mit einem Musikstück (Beat),
                    bezeichnet. Eine wichtige Rolle dafür spielen die Reimstruktur, Akzentuierungen
                    und der Einsatz der Stimme (vgl. <ref xml:id="ref_krims2000" type="bibl"
                        target="#Krims2000">Krims 2000</ref>, <ref
                        xml:id="ref_kautny2009" type="bibl" target="#Kautny2009"
                        >Kautny 2009</ref>, <ref xml:id="ref_gruber2016" type="bibl"
                        target="#Gruber2016">Gruber 2016</ref>). Ein Faktor spielt für all diese
                    unterschiedlichen Parameter eine wichtige Rolle: die verwendete Sprache.
                    Speziell für die Strukturierung sowie Darbietung des Textes ist die verwendete
                    Sprache von essentieller Bedeutung. Hinsichtlich des Inhalts eines Rap-Textes
                    ist die Sprache vor allem in Bezug auf die Rezeption wichtig. Denn der gleiche
                    Text in Schriftdeutsch oder im Dialekt vorgetragen, wird anders wahrgenommen.
                    Dies bestätigt etwa die Aussage des Rappers Kroko Jack zur Entstehung von
                        <title>Dreckige Rapz</title>: <quote source="#ref_Reitsamer2018">Ich hatte
                        einen Haufen Punchlines, die im Dialekt viel besser funktionierten. Die
                        Reaktion war unmittelbarer. Vorher hatte niemand über meine Pointen gelacht.
                        Jetzt schon. </quote><ref xml:id="ref_Reitsamer2018_5" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Reitsamer2018">Kroko Jack zitiert zit. nach n.
                        Reitsamer 2018</ref></p>

                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_16">
                    <head>2.1. Rückgrat: <title>Dreckige Rapz</title></head>
                    <p>In diesem Sinne wird der Song <title>Dreckige Rapz</title> (2002) der Gruppe
                            Rückgrat<note xml:id="endnote_10"><p>Die Gruppe bestand aus dem Rapper
                                Kroko Jack, der damals noch unter dem Namen Markee rappte, dem
                                Produzenten Megga und DJ Twang.</p></note> in Bezug auf Inhalt,
                        Struktur und Rap-Flow untersucht. Dessen Bedeutung für die Entwicklung des
                        Mundart-Rap in Österreich wurde bereits angesprochen. Durch die genauere
                        Betrachtung möchte ich mögliche Gründe herausfiltern, warum dieser Text (in
                        Verbindung mit Kroko Jacks Flow) solch eine Auswirkung haben konnte.</p>

                    <p>
                        <title>Vers 1</title>
                    </p>
                    <cit>
                        <quote source="#Rückgrat2002">
                            <lg>
                                <l>Jo wos woits</l>
                                <l>hean: <hi rend="color(FF0000)">Mar</hi><hi rend="color(948A54)"
                                        >kee</hi> auf <hi rend="color(FFC000)">oag</hi>? <hi
                                        rend="color(948A54)">I</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">schnapp </hi><hi rend="color(948A54)"
                                        >di</hi> ba deine <hi rend="color(FFC000)">boa Boat</hi></l>
                                <l><hi rend="color(FFC000)">hoa</hi>, <hi rend="color(FF0000)">ziag
                                        </hi><hi rend="color(948A54)">di</hi> daun ham zu dein Vodan
                                    und nenn’ an <hi rend="color(FFC000)">Oaschwoama</hi>/</l>
                                <l><hi rend="color(808080)">Di</hi> nenn <hi rend="color(808080)"
                                        >i</hi> vor dein <hi rend="color(00B0F0)">Papa</hi> an <hi
                                        rend="color(00B0F0)">Wappla</hi> – und <hi
                                        rend="color(C0504D)">waunst</hi>/</l>
                                <l>
                                    <hi rend="color(7030A0)">mödst,</hi> gspiast <hi
                                        rend="color(C0504D)">gaunz</hi>
                                    <hi rend="color(7030A0)">schnö</hi> de <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >Pappm</hi> vu an Hardcore-Rapper/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l>(ah) I trickat dei <hi rend="color(FF0000)">gaunze
                                        Vawaundt</hi><hi rend="color(948A54)">schoft</hi> wie an <hi
                                        rend="color(FF0000)">Saund</hi><hi rend="color(948A54)"
                                        >sog</hi>,</l>
                                <l> kumm <hi rend="color(FF0000)">daun</hi> zruck an an <hi
                                        rend="color(FF0000)">aundan</hi>
                                    <hi rend="color(948A54)">Tog</hi> und <hi rend="color(948A54)"
                                        >moch</hi> an <hi rend="color(FF0000)">Braundaun</hi><hi
                                        rend="color(948A54)">schlog</hi>/</l>
                                <l>(aha) Dei Haus wird <hi rend="color(808080)">gschützt</hi> und
                                        <hi rend="color(00B0F0)">bewocht</hi> wie a <hi
                                        rend="color(00B0F0)">G-8-</hi><hi rend="color(7030A0)"
                                        >Güpfö</hi>, /</l>
                                <l>oba <hi rend="color(808080)">fü</hi> hots net gnutzt, wei i steh
                                    am <hi rend="color(00B0F0)">Doch</hi> und <hi
                                        rend="color(00B0F0)">loch</hi>, du <hi rend="color(7030A0)"
                                        >Züpfö</hi>!/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l>(oh) De Cobra <hi rend="color(00B050)">schreit</hi>: „Kumm owa vu
                                    do, du bist <hi rend="color(943634)">va</hi><hi
                                        rend="color(E36C0A)">hoft</hi>!“</l>
                                <l> (yeah) I <hi rend="color(00B050)">schrei</hi>: „An <hi
                                        rend="color(00B050)">Scheiss! </hi>Es <hi
                                        rend="color(E36C0A)">Schwoch</hi><hi rend="color(FF0000)"
                                        >kepf</hi> satz <hi rend="color(FF0000)">net</hi> bei <hi
                                        rend="color(943634)">da</hi>
                                    <hi rend="color(E36C0A)">Soch</hi>!/</l>
                                <l>I spuck de Lyrics wie a <hi rend="color(00B0F0)">Wossaweafa</hi>,
                                    es hobts an jedm/ </l>
                                <l><hi rend="color(FFC000)">Vers</hi> zum <hi rend="color(FFC000)"
                                        >Werkn</hi> der <hi rend="color(7030A0)">kummt</hi>, und mei
                                        <hi rend="color(7030A0)">Lung pumpt </hi>wie a <hi
                                        rend="color(00B0F0)">Bossvasteak</hi>-/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(00B0F0)">-a</hi>! I brenn eich <hi
                                        rend="color(FF0000)">weg</hi>, I bring eich 7 Johr <hi
                                        rend="color(FF0000)">Pech</hi>, I hob kan <hi
                                        rend="color(FF0000)">Res-</hi>/</l>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">-pekt </hi>vor eich <hi
                                        rend="color(00B050)">kapplatn Wappla,</hi> da Markee mog
                                    d’Kibara <hi rend="color(FF0000)">net</hi>!/</l>
                                <l>Ihr werds <hi rend="color(00B0F0)">bestimmt</hi> a <hi
                                        rend="color(FFC000)">Stund</hi>
                                    <hi rend="color(7030A0)">vaoascht</hi> und <hi
                                        rend="color(00B0F0)">beschimpft</hi>, I <hi
                                        rend="color(FFC000)">kumm</hi> eich/</l>
                                <l>
                                    <hi rend="color(7030A0)">oag</hi> und <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >schlimm</hi>, es hot jo <hi rend="color(7030A0)">goa</hi>
                                    kan <hi rend="color(00B0F0)">Sinn</hi>, ihr <hi
                                        rend="color(00B0F0)">kinnts</hi> nix <hi
                                        rend="color(7030A0)">doa</hi>, <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >vaschwints</hi>!“/</l>
                            </lg>
                            <p><title>Chorus:</title></p>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(00B050)">Dreckige</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">Raps</hi>, I kumm oag, voi streng und
                                        <hi rend="color(FF0000)">fett </hi>/</l>
                                <l>Markee am Megga-Beat – <hi rend="color(00B050)">Vasteckts eich
                                        ihr </hi><hi rend="color(FF0000)">Fakes</hi>!/</l>
                                <l>Ihr woits <hi rend="color(00B050)">dreckige</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">Raps</hi> – oag, voi streng und <hi
                                        rend="color(FF0000)">fett</hi>
                                </l>
                                <l>Markee am Megga-Beat – <hi rend="color(00B050)">vasteckts eich es
                                        </hi><hi rend="color(FF0000)">jetzt</hi>!/</l>
                                <l>Ihr woits <hi rend="color(00B050)">dreckige</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">Raps</hi> – i kumm oag, voi streng und
                                        <hi rend="color(FF0000)">fett</hi>
                                </l>
                                <l>Markee am Megga-Beat – <hi rend="color(00B050)">vasteckts eich es
                                        </hi><hi rend="color(FF0000)">jetzt</hi>!/</l>
                            </lg>
                            <p><title>Vers 2</title></p>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">Voi </hi><hi rend="color(FFC000)"
                                        >streng</hi>, <hi rend="color(00B050)">mia</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">roin</hi> min <hi rend="color(FFC000)"
                                        >Twang</hi> sein Pick-Up üba <hi rend="color(FF0000)"
                                        >Boy</hi><hi rend="color(FFC000)">bands</hi>/</l>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">hoin</hi> nu eana <hi
                                        rend="color(FF0000)">Koin</hi> und san a <hi
                                        rend="color(FF0000)">Woikn</hi>
                                    <hi rend="color(00B050)">wie a </hi><hi rend="color(FF0000)"
                                        >Boeing</hi>-<hi rend="color(FFC000)">Gang</hi>/</l>
                                <l><hi rend="color(00B050)">Mia</hi>
                                    <hi rend="color(FF0000)">woin</hi>
                                    <hi rend="color(00B0F0)">nett</hi>a den <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >fett</hi>n <hi rend="color(7030A0)">Slang</hi>
                                    <hi rend="color(00B0F0)">rep</hi>re<hi rend="color(7030A0)"
                                        >sentn</hi>. Du wüst/</l>
                                <l><hi rend="color(00B0F0)">batt</hi>ln und i suach noch deine
                                    Skills mit da Pin<hi rend="color(00B0F0)">zett</hi>n/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l>Eyo, <hi rend="color(948A54)">i schnapp di bam Gnack</hi>,
                                    dümpföt di im <hi rend="color(E36C0A)">Flow</hi>,<hi
                                        rend="color(948A54)"> pack di/</hi></l>
                                <l><hi rend="color(948A54)">bam Sack </hi>und bind de auf a
                                        Plumps<hi rend="color(E36C0A)">klo </hi>in <hi
                                        rend="color(948A54)">Bagdad</hi>/</l>
                                <l>I bin a Mischung aus <hi rend="color(FF0000)">Manson</hi> und <hi
                                        rend="color(FFC000)">Bronson</hi>, nur ohne </l>
                                <l>Rotz<hi rend="color(FF0000)">bremsn</hi>, schnö und dope wie Ben
                                        <hi rend="color(FFC000)">Jonson</hi>/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(00B050)">A Zeun fu mia </hi>is wie <hi
                                        rend="color(00B050)">a Keun von am Stier</hi>, i <hi
                                        rend="color(00B0F0)">siag</hi>/</l>
                                <l><hi rend="color(948A54)">rot</hi> und <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >schiab</hi> mim Schädl dein <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >Latin</hi>-<hi rend="color(948A54)">Hero </hi>durch
                                        d’Eisn<hi rend="color(00B0F0)">tia</hi>/</l>
                                <l>Bin unpackboa, facköt net laung <hi rend="color(F79646)"
                                        >ummadum</hi>/ </l>
                                <l><hi rend="color(F79646)">kumm</hi> auf <hi rend="color(F79646)"
                                        >an Sprung </hi>und bring de <hi rend="color(F79646)">dummen
                                        Hund um</hi>. I moch an/ </l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">Tam-Tam</hi>, d’<hi rend="color(FF0000)"
                                        >Gendarm</hi> schlogn <hi rend="color(FF0000)">Alarm</hi>,
                                    oba <hi rend="color(FF0000)">drahn</hi>
                                    <hi rend="color(FFC000)">um</hi> und foan /</l>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">ham</hi>, wie’s seng es is mei <hi
                                        rend="color(FFC000)">Lung</hi> und ka <hi
                                        rend="color(FF0000)">Pumpgun</hi>. Daun dring i/ </l>
                                <l><hi rend="color(00B050)">leise</hi> wie a Ninja in <hi
                                        rend="color(00B0F0)">dei teire Villa</hi> nur zum <hi
                                        rend="color(00B050)">Scheissn</hi>/ </l>
                                <l>und los an riesngroßn Kropfn auf <hi rend="color(00B0F0)">dein
                                        neichn Grilla</hi>/</l>
                            </lg>
                            <p><title>Vers 3</title></p>
                            <lg>
                                <l>I schlepp <hi rend="color(00B050)">zentna</hi><hi
                                        rend="color(FF0000)">weis’ Styles</hi> und brenn vor<hi
                                        rend="color(FF0000)">bei</hi> wie d’<hi rend="color(00B050)"
                                        >Enter</hi><hi rend="color(FF0000)">prise</hi>, der <hi
                                        rend="color(FF0000)">Scheiss</hi> is/</l>
                                <l><hi rend="color(FF0000)">neich</hi> und waun mi wer <hi
                                        rend="color(FF0000)">beißt, </hi>is des <hi
                                        rend="color(FF0000)">gleich</hi>zeitig sei Henkersmoi<hi
                                        rend="color(FF0000)">zeit</hi>/</l>
                                <l>He Frank, du vawechslst „fett“ mit „<hi rend="color(00B0F0)"
                                        >ausgfressn</hi>“, du bist/</l>
                                <l>hechstns waumpat, a anzige <hi rend="color(00B0F0)"
                                        >Aungriffsflächn</hi>. I kumm/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(E36C0A)">wirkli dick</hi> und waun i nu amoi
                                    „Linz“ hea, daun <hi rend="color(E36C0A)">wiast so gfickt</hi>, </l>
                                <l>dass’d denkst du bist a <hi rend="color(948A54)">Kind</hi>, des
                                    da Bischof Krenn vu <hi rend="color(948A54)">hintn
                                    nimmt</hi>/</l>
                                <l>Mei Stift tropft voa lauta <hi rend="color(7030A0)">Fett</hi> bam
                                    Schreibm vu <hi rend="color(00B050)">HipHop</hi>
                                    <hi rend="color(7030A0)">Tracks,</hi>/</l>
                                <l>i <hi rend="color(FF0000)">rock</hi> de schwern <hi
                                        rend="color(FF0000)">Brockn </hi>und <hi
                                        rend="color(FF0000)">stopf</hi> bam <hi rend="color(00B050)"
                                        >Micro</hi><hi rend="color(7030A0)">check </hi>a <hi
                                        rend="color(00B050)">Disco</hi><hi rend="color(7030A0)"
                                        >thek</hi>/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(7030A0)">Raps</hi>
                                    <hi rend="color(00B0F0)">Bud Spencer</hi>, trotz <hi
                                        rend="color(FFC000)">Bauch </hi>klopf i de/</l>
                                <l>Statistn wia i’s <hi rend="color(FFC000)">brauch</hi> und los <hi
                                        rend="color(FFC000)">genau</hi>so <hi rend="color(FFC000)"
                                        >d’Sau</hi>
                                    <hi rend="color(00B0F0)">aussahenga</hi>/</l>
                                <l>Bin sogoa augsoffn <hi rend="color(948A54)">fett</hi>, brunz in
                                    dein <hi rend="color(948A54)">Sekt</hi>, i/</l>
                                <l><hi rend="color(E36C0A)">spuck</hi> auf dei <hi
                                        rend="color(948A54)">Black</hi><hi rend="color(E36C0A)"
                                        >book</hi> und kriag trotzdem <hi rend="color(948A54)"
                                        >Respekt</hi>. I mogs/</l>
                            </lg>
                            <lg>
                                <l><hi rend="color(948A54)">fett</hi> und <hi rend="color(948A54)"
                                        >dreck</hi>ig, wie <hi rend="color(FF0000)">Ritteressn</hi>
                                    ohne Tisch und <hi rend="color(948A54)">Besteck</hi>/ </l>
                                <l>leg des Mikrophon <hi rend="color(948A54)">weg</hi>, wei sunst
                                        <hi rend="color(FF0000)">wiads da d’stressig</hi>/</l>
                                <l>Druckst a’s net <hi rend="color(00B050)">durch</hi>, mei <hi
                                        rend="color(7030A0)">Mundoart</hi> haut de mogan <hi
                                        rend="color(7030A0)">Hund </hi>sofort aus de <hi
                                        rend="color(00B050)">Schuach</hi>/</l>
                                <l>und i hob nu <hi rend="color(00B050)">gnua</hi> zum sogn, oiso
                                    moch in <hi rend="color(7030A0)">Mund</hi>
                                    <hi rend="color(00B050)">zua</hi> und <hi rend="color(00B050)"
                                        >huach</hi>/</l>
                            </lg></quote>
                    </cit>

                    <!-- level 3 -->
                    <div xml:id="wdr02_02-03_17">
                        <head>2.1.1. Inhalt</head>
                        <p>Inhaltlich präsentiert sich der Text als klassischer Battle-Rap, d.h. es
                            geht einerseits um das Herausstreichen des eigenen Könnens (Boasten) und
                            andererseits um das Denunzieren imaginärer oder realer Gegner*innen
                                (Dissen).<note xml:id="endnote_11"><p>Für tiefergehende
                                    Untersuchungen zu den Themen Boasten und Dissen und ihre Wurzeln
                                    in den afroamerikanischen Sprachtechniken „playling the dozens“
                                    und „signifyin‘ monkey“ s. <ref xml:id="ref_Gruber2016-133"
                                        type="bibl" rend="brackets" target="#Gruber2016">Gruber
                                        2016: 133–167</ref>.</p></note> Diese Form des Rap-Textes
                            geht zurück bis zu den Anfängen von HipHop in den 1970er Jahren. Es
                            lassen sich in diesem Text auch glokale Charakteristika benennen.
                            Einerseits sind Dissen und Boasten global verbreitete Techniken (nicht
                            nur) in Battle-Rap-Texten. Zudem sind Beleidigungen des Gegenübers, etwa
                            durch Anspielungen an seine Leibesfülle wie in der dritten Strophe oder
                            ablehnende Aussagen gegenüber der Polizei in den ersten beiden Strophen
                            weltweit auftretende Themenbereiche. Auch Begriffe wie
                            „Hardcore-Rapper“, „Skills“ oder „Blackbook“ sind dem weltweiten
                            HipHop-Jargon entnommen. Andererseits wird der Text durch das Nennen der
                            österreichischen Antiterroreinheit Cobra oder der Verwendung des
                            Begriffs Gendarm für Polizei sowie die Anspielung auf die Affäre rund um
                            den ehemaligen Bischof Kurt Krenn im lokalen Lebensumfeld des Rappers
                            verankert. Dies wird durch die Verwendung eines regionalen Dialekts noch
                            untermauert. </p>
                        <p>Beim Battle-Rap stehen vor allem das technische Können sowie der kreative
                            Umgang mit Sprache und „wie“-Vergleichen im Mittelpunkt. Ein solcher
                            Text besteht häufig aus (teils zusammenhangslosen) Punchlines, die nur
                            darauf abzielen, jemanden/etwas verbal anzugreifen. „I schnapp di ba
                            deine boa Boathoa, ziag di daun ham zu dein Voda und nenn’ an
                                Oaschwoama.“<note xml:id="endnote_12">
                                <p> Wie die zitierte Stelle zeigt, sind gerade im Battle-Rap (bis
                                    heute) auf Homosexualität bezogene Beschimpfungen häufig Teil
                                    der Texte. Auch misogyne oder behindertenfeindliche Aussagen
                                    sind oftmals im Battle-Rap anzutreffen. Speziell Sexismus in
                                    Rap-Texten wurde – angestoßen durch die #MeToo-Debatte – in den
                                    vergangenen Jahren vermehrt thematisiert und kritisiert. Rapper
                                    verteidigen diese Ausdrücke damit, dass sie Teil des
                                    Battle-Rap-Jargons sind und auch in diesem Rahmen rezipiert
                                    werden sollen (vgl. <ref xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"
                                        xml:id="ref_reinhard2015-d2e3" type="bibl"
                                        target="#Reinhard2015">Reinhard 2015</ref>; <ref
                                        xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"
                                        xml:id="ref_rustler2015-d2e3" type="bibl"
                                        target="#Rustler2015">Rustler 2015</ref>).</p></note> In der
                            ersten Strophe richten sich die lyrischen Attacken vor allem gegen die
                            Polizei, die „vaoascht“ und „beschimpft“ wird. Allgemein zeichnen sich
                            Battle-Rap-Texte wie dieser zudem durch starke Übertreibungen und
                            Überzeichnungen aus, die klar unter „künstlerische Freiheiten“ fallen
                            und nicht wörtlich zu nehmen sind. „I trickat dei gaunze Vawaundtschoft
                            wie an Saundsog, kumm daun zruck an an aundan Tog und moch an
                            Braundaunschlog.“ Im Chorus wird nochmals auf die eigene Performance
                            hingewiesen, die „oag, voi streng und fett“ ist und sich gegen „Fakes“,
                            also nicht authentische Rapper*innen, richtet. Auch auf den Produzenten
                            des Beats, Megga, wird im Chorus hingewiesen. Die folgenden zwei
                            Strophen folgen grundsätzlich dem gleichen Konzept. Es werden die nicht
                            vorhandenen „Skills“ des Gegenübers kritisiert und in sehr bildhafter
                            Sprache zum Ausdruck gebracht, was dieser Person angetan werden soll.
                            Zudem wird mit häufigen „wie“-Vergleichen und Metaphern das eigene
                            Können gepriesen. „A Zeun fu mia is wia a Keun von am Stier, i siag/ rot
                            und schiab mim Schädl dein Latin-Hero durch d’Eisntia.“ Das Arbeiten mit
                            derartigen Vergleichen gehört zum Standardrepertoire von Rap-Texten
                            (besonders im Battle-Rap) und ein besonders kreativer Umgang mit diesen
                            trägt zur positiven Bewertung des Könnens der jeweiligen Rapper*innen
                            bei <ref xml:id="ref_Wolbring2015-338" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Wolbring2015">vgl. Wolbring 2015: 338</ref>. Auch die im
                            Text immer wieder eingeflochtenen Referenzen zu popkulturellen
                            Phänomenen oder Personen (bspw. Enterprise, Bud Spencer, Ben Johnson)
                            zählen zu häufig auftretenden Charakteristika von Rap-Texten und stellen
                            Bezüge zum Alltag der Rapper*innen bzw. deren Fans her <ref
                                xml:id="ref_Gruber2016-71f" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">vgl. Gruber 2016: 71f.</ref>. In der dritten
                            Strophe wird erstmals ein konkreter Kontrahent, der Wiener Rapper Phat
                            Frank, genannt und verbal attackiert: „He Frank, du vawechslst ‚fett‘
                            mit ‚ausgfressn‘, du bist/ hechstns waumpat, a anzige Aungriffsfflächn.“
                            Dieser hatte in seinen Songs (bspw. <title>Wien X Dominiert</title>
                            2004) die Linzer Rap-Szene verbal angegriffen, weshalb Kroko Jack ihn in
                            diesem Song zurück „disst“. Solche über Raptexte ausgetragenen
                            Streitigkeiten zwischen Rapper*innen finden sich immer wieder im HipHop und
                            werden dort als „Beef“ bezeichnet. In der letzten Zeile geht der Rapper
                            auch noch auf seine im zitierten Interview ebenfalls getätigte Aussage
                            ein, dass dieser Text im Dialekt gehalten ist und das für Aufsehen beim
                            Publikum sorgt: „Druckst a’s net durch, mei Mundoart haut de mogan Hund
                            sofort aus de Schuach/ und i hob nu gnua zum sogn, oiso moch in Mund zua
                            und huach.“ </p>
                    </div>

                    <!-- level 3 -->
                    <div xml:id="wdr02_02-03_18">
                        <head>2.1.2. Struktur</head>
                        <p>Nachdem der Song inhaltlich typischen Mustern von Battle-Rap-Texten
                            folgt, lassen sich daraus (abgesehen von der Verwendung des Dialekts als
                            Rap-Sprache) kaum entscheidende Gründe für dessen Relevanz innerhalb der
                            österreichischen HipHop-Szene ableiten. So kommt der Frage, wie dieser
                            Inhalt lyrisch verpackt und strukturiert wurde, eine größere Bedeutung
                            zu. Die Häufigkeit und der Einsatz von Reimen und Reimformen ist dabei
                            als ein erstes wichtiges Indiz für das im Text angesprochene Können des
                            Rappers anzusehen <ref xml:id="ref_Wolbring2016-151" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Wolbring2015">vgl. Wolbring 2015:
                            151</ref>. „I spuck de Lyrics wie a Wossaweafa, es habts an jedm Vers
                            zum Werkn der kummt, und mei Lung pumpt wie a Bossvasteaka!“ Bei
                            genauerer Betrachtung der Reimsetzung zeigen sich mögliche
                            Voraussetzungen, warum diesem Text solche Bedeutung für die Entstehung
                            von Mundart-Rap in Österreich zu Teil werden konnte. Er ist durchzogen
                            mit unterschiedlichen Reimformen (u. a. Binnenreim, Mittenreim,
                            Schlagreim, Reimketten, Kreuzreim, Endreim), die beinahe mühelos
                            miteinander verbunden und ineinander verwoben werden. Obwohl die
                            Reimdichte überaus hoch ist, wirkt der Text nicht aufgesetzt und ähnelt
                            der gesprochenen Sprache. Dies wird durch die teils sehr
                            unterschiedlichen verwendeten Reimformen und die unvorhersehbare Setzung
                            der Reime erreicht. Der Rapper verzichtet häufig auf Endreime, und wenn
                            er sie verwendet, kombiniert er sie stets mit Binnenreimen, wodurch man
                            als Zuhörer*in nicht das Gefühl hat, auf ein Ziel hinzusteuern, sondern
                            mehr den Eindruck eines an die Alltagssprache des Rappers angelehnten
                            Monologs bekommt. Anstatt des Endreims werden Assonanzketten, also das
                            Wiederholen von einzelnen Vokalen oder Diphthongen, ein zentrales
                            Gestaltungsmittel des Textes. Gruber <ref xml:id="ref_Gruber2016-90"
                                type="bibl" rend="brackets" target="#Gruber2016">2016: 90</ref>
                            bezeichnet dieses Ersetzen des Endreims als Textschwerpunkt durch ein
                            „komplexes Netz an Assonanzen“ als „technisch sehr anspruchsvoll“ <ref
                                xml:id="ref_Gruber2016ebd" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">ebd.</ref>. Er weist darüber hinaus darauf hin,
                            dass diese Technik daher eher selten und vor allem bei <quote
                                source="#ref_d2e3">flowfokussiernden</quote>
                            <ref xml:id="ref_Gruber2016ebd_2" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">ebd.</ref> Rapper*innen zu finden ist. Zudem
                            dürfte dies auch ein Grund für die <quote source="#ref_d2e3"
                                >offensichtliche Tendenz zu unreinen Reimen im Rap</quote> sein <ref
                                xml:id="ref_Gruber2016-89" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">ebd.: 89</ref>. Er zeigt an Beispielen
                            deutscher Rapper wie Samy Deluxe oder Casper ein weiteres Phänomen, das
                            sich auch bei Kroko Jack zeigt: <quote source="#ref_d2e3">Durch die
                                konkrete Rhythmisierung, Artikulation und Phrasierung können
                                Akzentuierungen entstehen, die akustisch als Einheit wahrgenommen
                                werden und über die klassische Betonung der Endsilben hinausgehen.
                                </quote><ref xml:id="ref_Gruber2016_ebd_3" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Gruber2016">ebd.: 89</ref>. So reimen sich
                            teilweise ganze Textphrasen wie „i schnapp di bam Gnack“ und „pack di
                            bam Sack“, das er diesem Fall mit dem Wort „Bagdad“ noch mit einem
                            (unreinen) Reim auf die jeweils letzten beiden Wörter abrundet. Diese
                            Reime und Assonanzketten eröffnen sich teilweise erst beim Anhören des
                            Raps, aber noch nicht beim Lesen des Textes und zeigen einmal mehr, dass
                            Raps immer in Hinblick auf eine Aufführung (im Normalfall durch den
                            Autor) abzielen. </p>
                        <p>Diese Phänomene werden durch die benützte Sprache („Linzer Slang“)
                            unterstützt. Einerseits würden sich einige Silben im Schriftdeutschen
                            gar nicht reimen (bspw. „Markee“ auf „dich“), andererseits werden viele
                            Wörter im Dialekt kürzer ausgesprochen oder zusammengezogen, wodurch der
                            Rapper mehr Text und damit mehr Reime in die einzelnen Zeilen verpacken
                            kann. Zudem gibt es einige der verwendeten Wörter im Schriftdeutschen
                            gar nicht („Wappla“, „Kibara“ etc.). </p>
                        <p>Auch Wolbring <ref xml:id="ref_Wolbring2015-223" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Wolbring2015">2015: 223</ref> weist auf
                            diese, wie er sie nennt, „fingierte Mündlichkeit“ vieler Rap-Texte hin.
                            Durch Einbeziehen von umgangssprachlichen bzw. soziolektalen
                            Redewendungen und einer Sprache, die an das alltägliche Sprechen
                            angelehnt ist, kann ein Text spontan und einem alltäglichen Monolog
                            gleich klingen, obwohl zuvor viel Zeit in die schriftliche Konzeption
                            des Textes geflossen ist. Es wird zudem häufig eine <quote
                                source="#ref_Wolbring2015">Dialogizität fingiert</quote> indem ein
                            fiktives Gegenüber direkt angesprochen wird <ref
                                xml:id="ref_Wolbring2015ebd_3" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Wolbring2015">ebd.</ref>. All dies trifft auf den Text von
                            Kroko Jack zu. Wolbring <ref xml:id="ref_Wolbring2015" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Wolbring2015">ebd.</ref> stellt ebenfalls
                            klar, dass es einer „sorgfältigen Planung und Übung“ bedarf, dass Texte
                            beim Rezipienten spontan entstanden wirken. Damit kann dies bereits als
                            ein Hinweis auf die Fertigkeiten von Kroko Jack gewertet werden und
                            stellt einen der möglichen Gründe dar, warum er mit diesem Text zu einem
                            Vorreiter der Mundart-Rap-Bewegung in Österreich werden konnte. Wie
                            bereits angesprochen, erkennen Rap-Fans, die häufig selbst Rapschaffende
                            sind, wie viel Arbeit und Übungen es benötigt, um einen Text
                            reimtechnisch anspruchsvoll zu gestalten und zugleich derart
                            „natürlich“, sprich der Alltagssprache ähnlich, klingen zu lassen.
                                <quote source="#ref_Wolbring2015-151">So analysieren die
                                Rapschaffenden sehr genau, wie viele Silben ein Reim hat, wie
                                aufwendig ein Sprechrhythmus gestaltet wurde oder wie innovativ ein
                                Wortspiel ist. </quote><ref xml:id="ref_Wolbring2015-151"
                                type="bibl" rend="brackets" target="#Wolbring2015">Ebd.: 151</ref>
                            Dies führt mich zum letzten Untersuchungspunkt, der Interpretation des
                            Textes und den sogenannten Rap-Flow. </p>
                    </div>

                    <!-- level 3 -->
                    <div xml:id="wdr02_02-03_19">
                        <head>2.1.3. Flow</head>
                        <p><quote source="#ref_Krims2000-48">The rhythmic styles of MCing, or
                                ‚flows,‘ are among the central aspects of rap production and
                                reception […]</quote>
                            <ref xml:id="ref_Krims2000-48" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Krims2000">Krims 2000: 48</ref>. Wie bereits in der
                            vorangegangen Diskussion zur Struktur des Textes erörtert, muss in die
                            Analyse auch immer dessen orale Interpretation und damit das Phänomen
                            des Rap-Flows einbezogen werden. Tatsächlich kann gesagt werden, dass
                            sich <title>Dreckige Rapz</title> nicht nur durch den im Dialekt
                            gehaltenen Text von vorangegangen Rap-Stücken aus Österreich abhob.
                            Essentiell für dessen Erfolg war die Verbindung des Textes mit Kroko
                            Jacks Rap-Stil, seinem Rap-Flow. Wie Kautny <ref
                                xml:id="ref_Kautny2009-145" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Kautny2009">2009: 145</ref> m. E. richtig feststellt, ist
                            der Flow von Rapper*innen innerhalb der HipHop-Kultur ein „wichtiger
                            Aspekt zur Bewertung von Rap-Musik“. Flow beschreibt nach Kautny <ref
                                xml:id="ref_Kautny2009-141" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Kautny2009">ebd.: 141</ref>
                            <quote source="#ref_d2e3">die rhythmische Verschränkung von Sprechgesang
                                und Begleitpattern – übersetzt in den Jargon der Szene: das
                                Zusammenspiel von Rap und Beat.</quote>
                            <ref xml:id="ref_Kautny2009-ebd" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Kautny2009">ebd</ref> Auf den Beat genauer einzugehen,
                            würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Es soll lediglich
                            festgehalten werden, dass dieser rhythmisch anspruchsvoll gehalten ist
                            und damit vermutlich dazu beitrug, dass Kroko Jacks Performance nochmals
                            höher geschätzt wurde. <quote source="#ref_d2e3">Ein widerborstiger Beat
                                musste da bezwungen werden.</quote>
                            <ref xml:id="ref_Reitsamer2018_6" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Reitsamer2018">Reitsamer 2018</ref></p>
                        <p>Für den Flow ist jedoch nicht nur die rhythmische Komponente von
                            Bedeutung, sondern auch der bereits diskutierte Einsatz von
                            Reimtechniken. Gruber <ref xml:id="ref_Gruber2016-99" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Gruber2016">2016: 99</ref> sieht erst in
                                der<quote source="#ref_d2e3"> komplexen Wechselwirkung</quote><ref
                                xml:id="ref_Gruberebd" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">ebd.</ref> von Rhythmus und Reim <quote
                                source="#ref_Gruber2016-99">die Möglichkeit, den Flow als
                                individuellen Reimstil […] für die Profilbildung im HipHop zu
                                nutzen</quote><ref xml:id="ref_Gruber2016" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Gruber2016">ebd.</ref>. Möchte man den
                            Rap-Flow in diesem Song detailliert untersuchen, würde dies einen
                            eigenen Artikel füllen. Es soll hier zudem nicht zu sehr auf die
                            dahinterstehende Musiktheorie und Fachbegriffe eingegangen werden. Aber
                            iIch möchte anhand der ersten vier Zeilen und einer einfachen
                            graphischen Darstellung zumindest eine Vorstellung davon geben, was den
                            Rap-Flow und damit Kroko Jacks Rap-Stil ausmacht. <figure
                                xml:id="wdr02_02-03_Abb_01">
                                <graphic url="media/doerfler.png" width="500px" height="200px"/>
                                <head type="legend">Tabelle. Graphische Darstellung der rhythmischen
                                    Struktur der ersten vier Zeilen von <title>Dreckige Rapz</title> (2002)</head>
                            </figure></p>
                        <p>Die Tabelle zeigt das Verhältnis von Text und dem zugrunde liegenden
                            musikalischen Metrum. Die Zahlen 1 bis 4 markieren die
                            Viertel-Notenwerte und die „+“-Zeichen die Sechzehntel-Notenwerte. Auch
                            wenn dies nur eine graphische Annäherung an den Rap-Rhythmus ist, zeigt
                            sich sehr schön, wie der Rapper die Reime an sehr unterschiedliche
                            Stellen in Bezug auf das musikalische Metrum setzt. Manche Reime liegen
                            „On-Beat“, also genau auf einem der Viertel-Werte, andere wiederum
                            „Off-Beat“, also dazwischen. Dies wird etwa in der dritten und vierten
                            Zeile und den Wörtern „waunst mödst“ und „gaunz schnö“ deutlich.
                            „Waunst“ liegt auf einem Off-Beat, „mödst“ auf einem On-Beat. Bei deren
                            Reimwörtern verhält es sich jedoch genau umgekehrt. Wie Gruber <ref
                                xml:id="ref_Gruber2016-99_2" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Gruber2016">2016: 99</ref> oder Kautny <ref
                                xml:id="ref_Kautny2009-144" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Kautny2009">2009: 144</ref> hinweisen, spielen Reime und
                            Sprachgestaltung für den Rap-Flow eine wichtige Rolle, es hängt
                            also, wie dieses Beispiel demonstriert, die für den Flow zentrale
                            Rhythmusanalyse eng mit der Reimanalyse zusammen. </p>
                        <p>Kroko Jack wird wegen seines Rap-Stils immer wieder mit dem
                            US-amerikanischen Rapper Eminem verglichen <ref xml:id="ref_Kiebl2017"
                                type="bibl" rend="brackets" target="#Kiebl2017">bspw. Kiebl
                                2017</ref>. Wenngleich ein derartiger Vergleich stets etwas
                            schwierig ist, können dennoch einige Parallelen bezüglich ihres
                            Rap-Flows ausgemacht werden. Einerseits teilen sie sich eine meist
                            aggressiv bis bissige Vortragsweise mit häufig kehliger, gepresster
                            Stimme. Wie Oliver Kautny <ref xml:id="ref_Kautny2009-157" type="bibl"
                                rend="brackets" target="#Kautny2009">2009: 157–165</ref> in seiner
                            Rap-Flow-Analyse von Eminems Performance in dessen Song <title>Till I
                                collapse</title> (2002) feststellt, lässt sich darin ein
                            „Stop-And-Go“-Muster erkennen. Immer wieder beschleunigt und bremst der
                            Rapper innerhalb eines Taktes. Eine Technik, die auch bei Kroko Jack in
                            ähnlicher Weise zum Einsatz kommt. Der Eindruck, dass man es weniger mit
                            einem vorgeschriebenen, gereimten Text, als mit einem frei gesprochenen
                            Vortrag zu tun hat, kommt (neben der unvorhersehbaren Reimsetzung) auch
                            von der Platzierung der kurzen Sprechpausen. Diese werden nicht immer am
                            Ende oder ganz am Anfang eines Taktes gesetzt, sondern an
                            unterschiedlichen Stellen. Zudem enden Sätze oftmals mitten in einem
                            Takt oder ziehen sich über Taktgrenzen hinweg. Der Rhythmus des Vortrags
                            erscheint dadurch weniger an das musikalische Metrum gebunden. Zugleich
                            ist der Vortrag ein rhythmisch klar definierter Rap und kein
                            „über-den-Beat-Sprechen“. Genau diese genannten Punkte machen den
                            Rap-Flow m. E. so interessant, der für Kroko Jack erst durch den Umstieg
                            auf seine Alltagssprache in dieser Form erreicht werden konnte.</p>
                    </div>
                </div>
                <!-- level 2 -->
                <div xml:id="wdr02_02-03_20">
                    <head>Resümee</head>
                    <p>Mittels dieser (erst an der Oberfläche kratzenden) Analyse des Raps im Stück
                            <title>Dreckige Rapz</title> sollte untersucht werden, ob sich dabei
                        mögliche Gründe für die Bezeichnung von Kroko Jack als einen der besten
                        Rapper Österreichs und darüber hinaus die Bedeutung gerade dieses Songs für
                        die Entwicklung des Mundart-Rap in Österreich herausarbeiten lassen.
                        Natürlich spielen dafür auch soziologische Faktoren sowie das Umfeld des
                        Rappers und nicht alleine technische Finessen im Text und dessen
                        Interpretation eine Rolle. Dennoch zeigten sich auch in dieser gesonderten
                        Betrachtung von Kroko Jacks Rap bei <title>Dreckige Rapz</title> einige
                        Hinweise darauf, warum ihm und diesem Stück ein besonderes Augenmerk
                        zuteilwurde. Bis zu diesem Song wurde Dialekt in österreichischen Rap-Songs
                        nur sehr sporadisch verwendet und häufig eher humoristisch eingesetzt und
                        auch so wahrgenommen <ref xml:id="ref_Kiebl2016a" type="bibl"
                            rend="brackets" target="#Kiebl2016a">vgl. Kiebl 2016a</ref>. Der Rapper
                        demonstrierte, dass sich Dialekt als Rap-Sprache aber auch für ernstere und
                        aggressive Battle-Rap-Songs eignete. Er tat dies zudem auf einem technisch
                        hohen Niveau, das sich im Text (Reimvarianten, Assonanzketten, kreative
                        Vergleiche und Metaphern) sowie in dessen Performance (ausgefeilter Flow
                        durch komplexe Rhythmik und Reimsetzung und gekonnter Stimmeinsatz)
                        widerspiegelt. Die Kombination aus diesen musikalischen Faktoren gepaart mit
                        seiner Eingebundenheit in die zu dieser Zeit immer wichtiger werdenden
                        Linzer HipHop-Szene führte dazu, dass der Song für viele seiner Kolleg*innen
                        als Startschuss für die Etablierung von Dialekt als Standard Rap-Sprache in
                        Österreich gesehen wird.</p>
                </div>
            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
                    <bibl xml:id="Agostini2017" type="magazineArticle"><author>Agostini,
                            Benji</author> (<date>2017</date>): <title level="a" type="main">Wie tot
                            ist die HipHop-Hauptstadt Linz?</title> In: <title level="j" type="main"
                            >Noisey</title>. <ref
                            target="https://noisey.vice.com/alps/article/7875mz/wie-tot-ist-die-hiphop-hauptstadt-linz"
                            >https://noisey.vice.com/alps/article/7875mz/wie-tot-ist-die-hiphop-hauptstadt-linz</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Androutsopoulos2003" type="bookSection"><author>Androutsopoulos,
                            Jannis</author> (<date>2003</date>): <title level="a" type="main">HipHop
                            und Sprache</title>: <title level="a" type="sub">Vertikale
                            Intertextualität und die drei Sphären der Popkultur.</title> In:
                            <editor>Jannis Androutsopoulos</editor> (Hg.): <title type="main"
                            level="m">HipHop: Globale Kultur – locale Praktiken</title>.
                            <pubPlace>Bielefeld</pubPlace>: <publisher>transcript</publisher>, S.
                            <biblScope unit="page">111–136</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Bergner2013" type="thesis"><author>Bergner, Hemma</author>
                            (<date>2013</date>): <title type="main" level="m">Standpunkte, Methoden
                            und Produktionen des lokalen Rap</title>: <title level="m" type="sub"
                            >Eine diskursive HipHop-Analyse anhand ausgewählter Texte
                            österreichischer Interpreten</title>. <pubPlace>Wien</pubPlace>: Univ.
                        Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Braula2010" type="magazineArticle"><author>Braula, Jan</author>
                            (<date>2010</date>): <title type="main" level="a">Austrian Flavors 1992
                            – Austrian Vinyl Classics.</title> In: <title level="j" type="main">The
                            Message Magazine</title> (<biblScope unit="issue">41</biblScope>), S.
                            <biblScope unit="page">8–11</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Braula2015" type="magazineArticle"><author>Braula, Jan</author>
                            (<date>2015</date>): <title type="main" level="a">Von Dreckigen Rapz
                            &amp; Markanten Handlungen – Kroko Jack</title>. In: <title level="j"
                            type="main">The Message Magazine</title>. URL: <ref
                            target="https://themessage.at/von-dreckigen-rapz-markanten-handlungen"
                            >https://themessage.at/von-dreckigen-rapz-markanten-handlungen</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Buchholz2010" type="magazineArticle"><author>Buchholz,
                            Klaus</author> (<date>2010</date>): <title level="a" type="main">Einmal
                            wie Hermann Maier sein.</title> In: <title level="m">The Gap</title>.
                        URL: <ref target="https://thegap.at/einmal-wie-hermann-maier-sein"
                            >https://thegap.at/einmal-wie-hermann-maier-sein</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Doerfler2011" type="thesis"><author>Dörfler, Frederik</author>
                            (<date>2011</date>): <title type="main" level="m">Entstehung und
                            Entwicklung von HipHop in Österreich: Etablierung der HipHop-Kultur in
                            Österreich am Beispiel der vier wichtigsten Pioniere der dazugehörigen
                            Musikrichtung</title>. <publisher>Wien:</publisher>
                        Univ. Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Doerfler2018" type="thesis"><author>Dörler, Frederik</author>
                            (<date>2018</date>): <title type="main" level="m">HipHop-Musik aus
                            Österreich. Lokale Aspekte einer globalen kulturellen
                            Ausdrucksform</title>. <publisher>Wien:</publisher>
                        Univ. Diss.</bibl>
                    <bibl xml:id="Fellner2005" type="thesis"><author>Fellner, Sabine</author>
                            (<date>2005</date>): <title level="m" type="main">Untersuchungen zum
                            instrumentalen Fundament an ausgewählten Beispielen des
                            deutschsprachigen HipHop aus Österreich und Deutschland 1996 –
                            2004</title>. <publisher>Wien:</publisher> Univ.
                        Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Funke2002" type="magazineArticle"><author>Funke, Vorname</author>
                            (<date>2002</date>): <title level="a" type="main">A.Geh aka
                            Mörderschmäh</title>. In: <title type="main" level="j">The Message
                            Magazine</title> 06 (11), S. <biblScope unit="page"
                        >46</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Gaechter2000" type="thesis"><author>Gächter, Martin</author>
                            (<date>2000</date>): <title level="m" type="main">Rap und
                            Hip-Hop</title>: <title level="m" type="sub">Geschichte und Entwicklung
                            eines afrikanisch-amerikanischen „Widerstandsmediums“ unter besonderer
                            Berücksichtigung seiner Rezeptionsformen in Österreich</title>.
                            <publisher>Wien:</publisher> Univ. Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Gruber2016" type="book"><author>Gruber, Johannes</author>
                            (<date>2016</date>): <title type="main" level="m">Performative Lyrik und
                            lyrische Performance</title>. <title type="sub" level="m">Profilbildung
                            im deutschen Rap</title>. <pubPlace>Bielefeld</pubPlace>:
                            <publisher>transcript</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Geschmeidler2016" type="magazineArticle"><author>Geschmeidler,
                            Julia</author> (<date>2016</date>): <title>Rapper lesen Rapper bei
                            Kerzenschein und Rotwein</title>. In: <title level="j" type="main">The
                            Message Magazine</title>. URL: <ref
                            target="https://themessagemagazine.at/rapper-lesen-rapper-review"
                            >themessagemagazine.at/rapper-lesen-rapper-review</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Hafedh2018" type="webpage"><author>Hafedh, Yasmin</author>
                            (<date>2018</date>): <title type="main">Yasmo &amp; Die
                            Klangkantine</title>. In: Ö1. URL: <ref
                            target="https://oe1.orf.at/artikel/392884"
                            >oe1.orf.at/artikel/392884</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kautny2009" type="bookSection"><author>Kautny, Oliver</author>
                            (<date>2009</date>): <title type="main" level="a">Ridin’ the
                            Beat</title>: <title type="sub" level="a">Annäherungen an das Phänomen
                            Flow</title>. In: <editor>Fernand Hörner</editor> und <editor>Oliver
                            Kautny</editor> (Hg.): <title level="m" type="main">Die Stimme im
                            HipHop</title>: <title type="sub" level="m">Untersuchungen eines
                            intermedialen Phänomens</title>. <pubPlace>Bielefeld</pubPlace>:
                            <publisher>transcript</publisher>, S. <biblScope unit="page"
                            >141–170</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kiebl2016a" type="magazineArticle"><author>Kiebl, Thomas</author>
                            (<date>2016</date>a): <title level="a">Trishes: „Dialekt galt als zu
                            proletoid“</title>. In: <title level="j">Red Bull Music</title>. URL:
                            <ref target="https://www.redbull.com/at-de/trishes-interview"
                            >www.redbull.com/at-de/trishes-interview</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kiebl2016b" type="magazineArticle"><author>Kiebl, Thomas</author>
                            (<date>2016</date>b): <title>LGoony &amp; Crack Ignaz: „Wir sind
                            Echsenmenschen!“ // Interview. In: <title level="j" type="main">The
                                Message Magazine</title>. URL: <ref
                                target="https://themessage.at/lgoony-crack-ignaz-interview"
                                >themessage.at/lgoony-crack-ignaz-interview</ref></title>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kiebl2017" type="magazineArticle"><author>Kiebl, Thomas</author>
                            (<date>2017</date>): <title level="a">Realtalk von Kroko Jack: „Wirkli
                            Wirkli“ // Audio.</title> In: <title level="j">The Message</title>. URL:
                            <ref target="https://themessage.at/kroko-jack-wirkli-wirkli-audio"
                            >themessage.at/kroko-jack-wirkli-wirkli-audio</ref>. </bibl>
                    <bibl xml:id="Klein_Friedrich2013" type="book"><author>Klein, Gabriele</author>
                        / <author>Friedrich, Malte</author> (<date>2013</date>): <title level="m"
                            type="main">Is this real?</title>
                        <title level="m" type="sub">Die Kultur des HipHop.</title>.
                            <pubPlace>Frankfurt am Main</pubPlace>:
                        <publisher>Suhrkamp</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Korotin2019" type="thesis"><author>Korotin, Maxie-Renée</author>
                            (<date>2019</date>): <title level="m" type="main">Gesellschaftskritik im
                            österreichischen Dialektrap von den 1990ern bis heute</title>.
                            <pubPlace>Wien</pubPlace>: Univ. Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Krims2000" type="book"><author>Krims, Adam</author>
                            (<date>2000</date>): <title type="main" level="m">Rap Music and the
                            Poetics of Identity</title>. <pubPlace>Cambridge, NY</pubPlace>:
                            <publisher>Cambridge University Press</publisher> (<title level="s">New
                            perspectives in music history and criticism</title>).</bibl>
                    <bibl xml:id="Leopoldseder2011" type="interview"><author>Leopoldseder,
                            Marc</author> (<date>2011</date>): <title>Interview: Kayo.</title> In:
                            <title level="j">Juice</title>. URL: <ref
                            target="https://juice.de/kayo-interview"
                        >juice.de/kayo-interview</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Mitchell2001" type="book"><editor>Mitchell, Tony</editor> (Hg.)
                            (<date>2001</date>): <title level="m" type="main">Global Noise</title>:
                        Rap and <title type="sub" level="m">Hip Hop Outside the USA</title>.
                            <pubPlace>Middletown</pubPlace>: <publisher>Wesleyan University
                            Press</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Marquardt2019" type="magazineArticle"><author>Marquardt,
                            Oliver</author> (<date>2019</date>): <title level="a" type="main"
                            >Deutschrap braucht ein #metoo“</title>. In: <title level="j"
                            >Rap.de</title>. URL: <ref
                            target="https://rap.de/meinung/149189-kommentar-deutschrap-braucht-ein-metoo"
                            >rap.de/meinung/149189-kommentar-deutschrap-braucht-ein-metoo</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Obkircher2013" type="bookSection"><author>Obkircher,
                            Florian</author> (<date>2013</date>): <title level="a">Teil Vier: Die
                            Neunziger oder Wien wird elektronisch.</title> In: <editor>Walter
                            Gröbchen</editor> u.a. (Hg.): <title type="main" level="m"
                            >Wienpop</title>: <title level="m" type="sub">Fünf Jahrzehnte
                            Musikgeschichte erzählt von 130 Protagonisten</title>.
                            <pubPlace>Wien</pubPlace>: <publisher>Falter Verlag</publisher>, S.
                            <biblScope unit="page">285–386</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Paulovics2001" type="thesis"><author>Paulovics, Elisabeth</author>
                            (<date>2001</date>): <title type="main" level="m">Musikalische Phänomene
                            der Wiener HipHop-Szene im Kontext der globalen HipHop-Kultur</title>.
                            <pubPlace>Wien</pubPlace>: Univ. Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Reinhard2015" type="magazineArticle"><author>Reinhard,
                            Michael</author> (<date>2015</date>): <title level="a">HipHop Message
                            #31: PMC Eastblok &amp; Manijak.</title> In: <title level="m"
                            type="main">The Message Magazine</title>. URL: <ref
                            target="https://themessagemagazine.at/pmc-eastblok-manijak-hiphopmessage-30"
                            >themessagemagazine.at/pmc-eastblok-manijak-hiphopmessage-30</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Reitsamer2018" type="magazineArticle"><author>Reitsamer,
                            Reiner</author> (<date>0000</date>): <title level="a" type="main">Die
                            Könige der Alpen</title>: <title level="a" type="sub">History Of
                            Austro-Rap // Feature.</title> In: <title type="main" level="j"
                            >Juice</title>. URL: <ref
                            target="https://juice.de/die-koenige-der-alpen-history-of-austro-rap-feature/2"
                            >juice.de/die-koenige-der-alpen-history-of-austro-rap-feature/2</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Reitsamer_Prokop2013" type="journalArticle"><author>Reitsamer,
                            Rosa</author>; <author>Rokop, Reiner</author> (<date>2013</date>):
                            <title type="main" level="a">HipHop Linguistics, Street Culture und
                            Ghetto-Männlichkeit</title>. <title level="a" type="sub">Zur Bedeutung
                            von postmigrantischem HipHop in Österreich</title>. In: <title level="j"
                            >p-art-icipate – Kultur aktiv gestalten</title>
                        <biblScope unit="volume">2</biblScope> (2), S. <biblScope unit="page"
                            >29–40</biblScope>. URL: <ref
                            target="https://www.p-art-icipate.net/wp-content/uploads/2016/09/ENGAGE_03-2013.pdf"
                            >www.p-art-icipate.net/wp-content/uploads/2016/09/ENGAGE_03-2013.pdf</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="redbull2016" type="magazineArticle"><author>redbull.com</author>
                            (<date>2016</date>): <title level="a">Zwischen Depression und
                            Größenwahn</title>. In: <title level="j">Red Bull Music</title>. URL:
                            <ref target="www.redbull.com/at-de/peter-kruder-interview-ueber-falco"
                            >redbull.com/at-de/peter-kruder-interview-ueber-falco</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Robertson1998" type="bookSection"><author>Robertson,
                            Roland</author> (<date>1998</date>): <title type="main" level="a"
                            >Glokalisierung</title>: <title level="a" type="sub">Homogenität und
                            Heterogenität in Raum und Zeit</title>. In: <editor>Ulrich Beck</editor>
                        (Hg.): <title level="m">Perspektiven der Weltgesellschaft</title>. 1. Aufl.
                            <pubPlace>Frankfurt am Main</pubPlace>: <publisher>Suhrkamp</publisher>,
                        S. <biblScope unit="page">192–220</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Rustler2015" type="magazineArticle"><author>Rustler,
                            Kinga</author> (<date>2015</date>): <title level="a" type="main"
                            >Skandal-Rapper über »Stress ohne Grund«</title>. In: <title level="j"
                            >Focus Online</title>. URL: <ref
                            target="www.focus.de/kultur/musik/tid-32375/jetzt-raeumt-bushido-gegenueber-focus-online-ein-wenn-sich-claudia-roth-entschuldigt-werde-ich-das-auch-tun-ssss_aid_1045142.html"
                            >www.focus.de/kultur/musik/tid-32375/jetzt-raeumt-bushido-gegenueber-focus-online-ein-wenn-sich-claudia-roth-entschuldigt-werde-ich-das-auch-tun-ssss_aid_1045142.html</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schneeberger2011" type="newspaperArticle"><author>Schneeberger,
                            Ruth</author> (<date>2011</date>): <title level="a">„Swag“ ist das
                            Jugendwort des Jahres 2011</title>. In: <title level="j">Süddeutsche
                            Zeitung</title>. URL: <ref
                            target="www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-der-gegenwart-swag-ist-jugendwort-des-jahres-1.1190611"
                            >www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-der-gegenwart-swag-ist-jugendwort-des-jahres-1.1190611</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schumacher2017" type="newspaperArticle"><author>Schumacher,
                            Florentin</author> (<date>2017</date>): <title level="a">Der Rapper
                            Money Boy. I Bims.</title> In: <title level="j">Frankfurter
                            Allgemeine</title>. URL: <ref
                            target="www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/wie-money-boy-die-deutsche-sprache-veraendert-15321487-p2.html"
                            >faz.net/aktuell/feuilleton/pop/wie-money-boy-die-deutsche-sprache-veraendert-15321487-p2.html</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schwarz2019" type="magazineArticle"><author>Schwarz,
                            Markus</author> (<date>2019</date>): <title level="a">Die besten
                            österreichischen Rapperinnen</title>. In: <title level="j">Red
                            Bull</title>. URL: <ref
                            target="https://www.redbull.com/at-de/die-besten-oesterreichischen-rapperinnen"
                            >www.redbull.com/at-de/die-besten-oesterreichischen-rapperinnen</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Steiner2006" type="thesis"><author>Steiner, Theresa</author>
                            (<date>2006</date>): <title level="m" type="main">Zeit-Style und
                            Musik-Kultur-Extraktionen eines Ganzen</title>: <title type="sub"
                            level="m">Eine Rezeptionsgeschichte von HipHop in Wien seit den 1980er
                            Jahren bis heute, ausgehend von Cultural Studies Jugend- und
                            Subkulturstudien.</title>
                        <pubPlace>Wien</pubPlace>: Univ. Dipl.</bibl>
                    <bibl xml:id="Texta2016" type="webpage"><author>Texta</author>
                            (<date>2016</date>): <title level="a">Nichts dagegen, aber</title>. In:
                        Booklet Vinyl LP, Tonträger Records. The Message Magazine (2015): HipHop
                        Message #31: PMC Eastblok &amp; Manijak. [Youtube-Video], veröffentlicht am
                        29.04.2015 unter: URL: <ref
                            target="https://www.youtube.com/watch?v=wgb3UkZEoOE"
                            >youtube.com/watch?v=wgb3UkZEoOE</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Verlan2003" type="bookSection"><author>Verlan, Sascha</author>
                            (<date>2003</date>): <title level="a">HipHop als schöne Kunst betrachtet
                            – oder: die kulturellen Wurzeln des Rap</title>. In: <editor>Jannis
                            Androutsopoulos</editor> (Hg.): <title level="m">HipHop: Globale Kultur
                            – locale Praktiken</title>. <pubPlace>Bielefeld</pubPlace>:
                            <publisher>Transcript</publisher>, S. <biblScope unit="page"
                            >138–146</biblScope>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Verlan_Loh2015" type="book"><author>Verlan, Sascha</author>;
                            <author>Loh, Hannes</author> (<date>2015</date>): <title level="m">35
                            Jahre HipHop in Deutschland</title>. Aktualisierte Auflage.
                            <pubPlace>höfen</pubPlace>: <publisher>Hanibal</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Warlan2014" type="magazineArticle"><author>Warlan, Julian</author>
                            (<date>2014</date>): <title level="a" type="main">In Bayern wird
                            randaliert</title>: <title level="a" type="sub">Bayerischer Mundart-Rap
                            in dei G'sicht!</title>. In: <title level="j">Norient</title>,
                        veröffentlich am 18.06.2014 unter URL: <ref
                            target="https://norient.com/academic/bayerischer-mundart-rap"
                            >norient.com/academic/bayerischer-mundart-rap</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Wolbring2015" type="magazineArticle"><author>Wolbring,
                            Fabian</author> (<date>2015</date>): <title level="a">Im Zeitalter des
                            Post-Swags regiert die Generation Money Boy</title>. In: <title
                            level="j">Noisey</title>. URL: <ref
                            target="https://noisey.vice.com/alps/article/generation-money-boy-865"
                            >noisey.vice.com/alps/article/generation-money-boy-865</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Fantur2010" type="interview"><author>Fantur, Clemens</author>
                            (<date>2010</date>): <title>Interview, geführt am 30.11.2010,
                            Wien</title>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kroll2013" type="interview"><author>Kroll, Philipp</author>
                            (<date>2013</date>): <title>Interview, geführt am 10.06.2013,
                            Linz.</title>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Crack2015 " type="audioRecording"><author>Crack, Ignaz</author>
                            (<date>2015</date>): <title>„Gwalla“</title>, auf ebd.: „Kirsch“, CD,
                        Melting Pot Music.</bibl>
                    <bibl xml:id="EAV1984" type="audioRecording"><author>E.A.V.</author>
                            (<date>1984</date>): <title>Alpenrap“</title>, auf ebd.: „Der
                        Alpen-Rap“, Single, EMI.</bibl>
                    <bibl xml:id="Falco1981" type="audioRecording"><author>Falco</author>
                            (<date>1981</date>): <title>„Der Kommissar“</title>, auf ebd.: „Der
                        Kommissar / Helden Von Heute“, Single, GiG-Records.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kerosin95_2019" type="multimediaContent"
                            ><author>Kerosin95</author> (<date>2019</date>): <title>Status
                            Quo“</title>, Videosingle, Self-released. URL: <ref
                            target="https://www.youtube.com/watch?v=FHaWuj4v2Iw"
                            >youtube.com/watch?v=FHaWuj4v2Iw</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Klitclique2018" type="multimediaContent"
                            ><author>Klitclique</author> (<date>2018</date>):
                        <title>„Maria“</title>, Videosingle, Self-released. URL: <ref
                            target="https://www.youtube.com/watch?v=8pPKkHFMi34"
                            >www.youtube.com/watch?v=8pPKkHFMi34</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Melvut2007" type="multimediaContent"><author>Mevlut Khan &amp;
                            Platinum Tongue , Vorname</author> (<date>0000</date>):
                            <title>„Balkanaken“</title>, Videosingle, Self-released. URL: <ref
                            target="https://www.youtube.com/watch?v=tdahcXTfCS0"
                            >youtube.com/watch?v=tdahcXTfCS0</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Money_Boy2010" type="audioRecording"><author>Money Boy</author>
                            (<date>2010</date>): <title>„Dreh den Swag auf“</title>, auf ebd.:
                        „Swagger Rap“, Digital Album, Self-released.</bibl>
                    <bibl xml:id="Rückgrat2002" type="audioRecording"><author>Rückgrat</author>
                            (<date>2002</date>): <title>„Dreckige Rapz“</title>, auf ebd.: „Auf der
                        Flucht“, Vinyl 12", <publisher>Tonträger Records</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schönheitsfehler1993" type="audioRecording"
                            ><author>Schönheitsfehler</author> (<date>1993</date>): <title>„Ich
                            dran“</title>, auf ebd.: „Broj Jedan“, EP, Duck Squad Platten.
                        Slangsta4Life (2008): „Slangsta“, auf ebd.: „Slangsta 4 Life“, CD,
                            <publisher>Twomorrow Media</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Slangsta4Life2008" type="audioRecording"
                            ><author>Slangsta4Life</author> (<date>2008</date>):
                            <title>„Slangsta“</title>, auf ebd.: „Slangsta 4 Life“, CD,
                            <publisher>Twomorrow Media</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Texta1999" type="audioRecording"><author>Texta</author>
                            (<date>1999</date>): <title>„Sprachbarrieren“</title>, auf ebd.:
                        „Gegenüber“, CD, <publisher>Geco Tonwaren</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="TheMoreaus1990" type="audioRecording"><author>The Moreaus</author>
                            (<date>1990</date>): <title>„Get Loose“</title>, auf ebd.: „Swound
                        Vibes“, CD, <publisher>GiG-Records</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Waxolutionists2004" type="audioRecording"
                            ><author>Waxolutionists</author> (<date>2004</date>): <title>„Slangdunk
                            feat. Rückgrat”</title>, auf ebd.: „Counterfight“, CD,
                            <publisher>Universal Music Austria</publisher>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Wussmann2015" type="magazineArticle"><author>Wußmann,
                            Julius</author> (<date>2015</date>): <title level="a" type="main">Im
                            Zeitalter des Post-Swags regiert die Generation Money Boy</title>. In:
                            <title level="j">Noisey</title>. URL: <ref
                            target="https://noisey.vice.com/alps/article/generation-money-boy-865"
                            >noisey.vice.com/alps/article/generation-money-boy-865</ref>.</bibl>
                </listBibl>
            </div>
        </back>
    </text>
</TEI>
