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            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">Nestroy und die Lieder seiner Vorlagen: Adaption,
                    Transformation und Parodie</title>
                <title type="sub" xml:lang="de"/>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Maria</forename>
                        <surname>Piok</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Forschungsinstitut Brenner-Archiv</affiliation>
                    <email>maria.piok@uibk.ac.at</email>
                    <idno type="ORCID">0000-0003-1410-8875</idno>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2021</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-02-02-05</idno>
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            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">2</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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            <langUsage>
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            <textClass>
                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Johann Nestroy</term>
                    <term xml:lang="de">Gattungen</term>
                    <term xml:lang="de">Lieder</term>
                    <term xml:lang="de">Vaudeville</term>
                    <term xml:lang="de">musikalische Einlage</term>
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    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Die Autorin stellt die Lieder Johann Nestroys, die lange als bloße Gebrauchstexte
                    abgeurteilt wurden, in den Mittelpunkt. Dabei untersucht sie das Verhältnis der
                    Lieder zu den musikalischen Einlagen in ihren Vorlagen – Nestroy schöpfte
                    besonders aus einem riesigen Reservoir an französischen Vaudevilles. Piok geht
                    den Einzelheiten der Nestroy’schen ,Gattungsübernahme‘, seinen Adaptionen an den
                    österreichischen Kulturkreis und parodistischen Verfahren nach.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>The author focuses on Johann Nestroy’s songs, long disparaged as mere functional
                    texts, examining the relation of the songs to the musical interludes in their
                    models: Nestroy particularly drew from a huge reservoir of French vaudevilles.
                    Piok traces the details of Nestroy’s ‘take-over of genre’, his adaptions to
                    Austrian culture, and his parodistic methods.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr02_02-05_01">
                <head>1. „Eine recht gefällige Musik“: Nestroy und seine Lieder</head>
                <p>Am 3. Januar 1844, bei der Uraufführung von Nestroys
                        <title>Eisenbahnheiraten</title>, erfreute eine „recht gefällige Musik“ das
                    Theaterpublikum im Theater an der Wien: <quote source="#ref_d2e3">Die
                        meisterhaften Couplets, in welchen Nestroy immer unübertroffen dasteht,
                        wurden mit tobendem, stürmischen, das Haus erschütternden Beifalle
                        aufgenommen</quote>, heißt es in den Kritiken <ref xml:id="ref_d2e3"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#oN1844">o.N. 1844: 21</ref>; <quote
                        source="#ref_d2e3">und das eine Lied allein schlägt 10.000
                        Vaudeville-Couplets!</quote>
                    <ref xml:id="ref_saphir1844-22" type="bibl" rend="brackets" target="#Saphir1844"
                        >Saphir 1844: 22</ref> Dass Rezensenten so ausführlich auf Musik und Gesang
                    eingehen, ist in den Besprechungen zum Wiener Vorstadttheater nichts
                    Ungewöhnliches. Ganz auf das Gesamtevent eines Theaterabends fokussiert,
                    erfahren die schauspielerische und musikalische Darbietung zumindest gleich viel
                    Beachtung wie die Handlung der Stücke. Schließlich waren die Inszenierungen
                    gerade in Hinblick auf die Musik mit einem beachtlichen Aufwand verbunden,
                    erforderten sie doch zumeist einen gemischten Chor und ein Orchester mit etwa
                    dreißig Musikern, aber auch des Singens mächtige Schauspielerinnen und
                    Schauspieler <ref xml:id="ref_Zumbusch_Beistsiner2001_87f." type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Zumbusch-Beisteiner2001">vgl. Zumbusch-Beisteiner
                        2001: 87f.</ref> Bei Johann Nestroy, Autor und ,Star‘ seiner eigenen Stücke,
                    stand für die Zeitgenossen eindeutig seine Gesangs- und Sprech-, nicht aber
                    seine Sprachkunst im Vordergrund. </p>
                <p>Dass rund 50 Jahre nach dem Tod Nestroys im Gefolge von Karl Kraus die Sprache
                    zum herausragenden Qualitätsmerkmal seiner Possen erklärt wird, ist eine
                    notwendige Entwicklung, um <quote source="#ref_Schmidt-Dengler-19">das Werk erst
                        auf das Niveau, auf dem eine Wahrnehmung durch die Literaturwissenschaft
                        möglich</quote> ist, zu heben <ref xml:id="ref_Schmidt-Dengler-19"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#Schmidt-Dengler2001">Schmidt-Dengler
                        2001: 19</ref>. Dass dabei viele andere Aspekte außer Acht gelassen werden,
                    sorgt jedoch schon früh für Kritik <ref xml:id="ref_Sengle1980-191" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Sengle1980">vgl. Sengle 1980: 191–193</ref>. Zu
                    diesen vernachlässigten Aspekten gehört zweifelsohne die Musik bei Nestroy, die
                    nach wie vor einer umfassenden musikwissenschaftlichen Analyse harrt. Die Gründe
                    dafür sind vielfältig: Ab den 1840er Jahren, also in der Zeit, in der Nestroy
                    seine ,klassischen‘ Possen schrieb, begann er, die Vokaleinlagen auf einige
                    wenige große Nummern zu reduzieren, was die Musik allenfalls im Frühwerk
                    besonders wichtig erscheinen lässt <ref xml:id="ref_Zumbusch-Beisteiner2001-88"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#Zumbusch-Beisteiner2001">vgl.
                        Zumbusch-Beisteiner 2001: 88</ref>. Auch scheint er dem Sprachlich-Vokalen
                    mehr Gewicht als musikalisch-unterhaltenden Elementen beigemessen zu haben <ref
                        xml:id="ref_Amlinger1985-251" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Amlinger1985">vgl. Amlinger 1985: 251f</ref>: In den räsonierenden
                    Couplets für seine eigene Rolle, die die Stücke ab 1840 dominieren, geht es vor
                    allem darum, Überlegungen zu sozialen und künstlerischen Themen zu vermitteln,
                    sodass die Musik hinter den Text zurücktreten muss <ref
                        xml:id="ref_Branscombe2001-154" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Branscombe2001">vgl. Branscombe 2001: 154</ref>. Nicht von ungefähr
                    werden in heutigen Inszenierungen die Couplets <quote source="#ref_d2e3">in
                        moderner Cabarettmanier eher rhythmisch gesprochen als richtig
                        gesungen</quote>
                    <ref xml:id="ref_Branscombe2001-156" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Branscombe2001">ebd.: 156</ref>. Bei Ferdinand Raimund, der noch
                    viel stärker in der Alt-Wiener Singspieltradition stand, sind Text und Musik eng
                    miteinander verwoben <ref xml:id="ref_Zumbusch-Beisteiner2006-85f" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Zumbusch-Beisteiner2006">vgl. Zumbusch-Beisteiner
                        2006: 85f.</ref>; zum Teil hatte Raimund die Lieder sogar selbst konzipiert,
                    weshalb sie auch in den historisch-kritischen Ausgaben einen viel größeren
                    Stellenwert einnehmen <ref xml:id="ref_Zumbusch-Beisteiner2007-148" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Zumbusch-Beisteiner2007">vgl. Zumbusch-Beisteiner
                        2007: 148–150</ref>. Dass Nestroy sich selbst als Komponist betätigte, ist
                    nicht bekannt; seine nachweislichen Eingriffe in musikalische Entwürfe betreffen
                    vor allem praktische Aspekte der Aufführung <ref xml:id="ref_ebd.138"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#Zumbusch-Beisteiner2007">ebd.:
                        148.</ref> Dies verleitet leicht dazu zu übersehen, dass Nestroy – der ja
                    auch seine Theaterlaufbahn als Sänger begonnen hatte – alle seine Stücke mit
                    Musikeinlagen ausstattete, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern viel
                    mehr eine strukturbildende Funktion einnehmen und schon allein deshalb eine
                    genaue Betrachtung verdienen <ref xml:id="ref_Yates2012-21" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Yates2012">vgl. Yates 2012: 21</ref>. </p>
                <p>Eine Analyse, die sich rein auf die Liedtexte beschränkt, ist, obschon
                    zwangsläufig einseitig, so doch eine erste, aus literaturwissenschaftlicher
                    Sicht leistbare Annäherung. Sie missachtet zwar das Zusammenspiel von Melodie
                    und Text, die insbesondere beim Quodlibet ausschlaggebend für die
                    satirisch-komische Wirkung ist. Andererseits haben dahingehende Arbeiten
                    gezeigt, dass so der Lyriker Nestroy in den Mittelpunkt gerückt werden kann, der
                    lange zu wenig Beachtung fand, weil seine Lieder als Gebrauchstexte abgeurteilt
                    wurden <ref xml:id="ref_Hein1991-62" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Hein1991">Hein 1991: 62–64</ref>. Dass das ,Philosophische‘
                    Nestroys, also das Reflektieren von aktuellen und allgemeinmenschlichen
                    Problemen, in den Couplets besonders stark hervortritt, beweist wiederum den
                    Stellenwert der Vokaleinlagen, um das illusorische Spiel zu unterbrechen und auf
                    die Realität außerhalb der Possenhandlung zu verweisen. Nicht von ungefähr
                    finden sich schließlich gerade in den Liedern immer wieder metafiktionale
                    Reflexionen über Sprache und Sprechen, also Kernthemen der Nestroy’schen Stücke
                        <ref xml:id="ref_Hein1991" type="bibl" rend="brackets" target="#Hein1991"
                        >ebd.: 62f.</ref>. Dies wiederum sind jene Aspekte, die Nestroys Modernität
                    ausmachen: das Durchbrechen der Bühnenillusion zugunsten einer Satire, die
                    Tagesaktuelles und allgemein Menschliches, aber auch Sprache und Literatur
                    hinterfragt <ref xml:id="ref_Scheichl2001-122" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Scheichl2001">vgl. Scheichl 2001: 122</ref>. </p>
                <p>Damit wird gemeinhin auch argumentiert, wenn es darum geht, Nestroys
                    Sonderstellung zu begründen: Schließlich sind seine Kollegen am Wiener
                    Vorstadttheater mit Ausnahme von Raimund weitgehend der Vergessenheit
                    anheimgefallen. Vergessen sind darüber hinaus die meisten Autoren der Stücke,
                    die Nestroy als Vorlagen dienten und an die er sich oft überraschend eng
                    anlehnte. Seit langem besteht Einigkeit darüber, dass erst Nestroys
                    (sprachliche) Bearbeitung die Stücke für die Nachwelt interessant werden ließ
                        <ref xml:id="ref_Preisner1986-41" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Preisner1986">vgl. Preisner 1986: 41</ref> – die jüngere Forschung
                    nimmt jedoch von einer lange gepflegten, pauschalen Aburteilung der
                    Nestroy’schen Prätexte Abstand. Tatsächlich dürften neben verschiedenen Faktoren
                    der Kanonisierung, zu denen nicht nur die literarische Qualität gehört, vor
                    allem auch der Genrewechsel von Bedeutung sein: Viele Vorlagen sind mehr Musik-
                    denn Sprechtheater, sodass eine reine Betrachtung des Textes, wie sie beim
                    Vergleich mit den Possen Nestroys üblicherweise vorgenommen wurde, kaum den
                    Gehalt der Stücke erfassen kann. Umso mehr stellt sich die Frage nach dem
                    Verhältnis von Nestroys Liedern zu den musikalischen Einlagen in den Vorlagen,
                    das bislang in der Nestroy-Forschung wenig berücksichtigt wurde: Inwiefern
                    bestimmten <quote source="#ref_d2e3">Gatttungs- und Vorlagenwahl den Charakter
                        und die Aussageform der Couplets</quote>
                    <ref xml:id="ref_Hein1991-65" type="bibl" rend="brackets" target="#Hein1991"
                        >Hein 1991: 65</ref>? Wie adaptierte Nestroy die einem anderen Genre
                    zugehörigen Lieder für die Wiener Komödie? Und dienten ihm diese nur als Quelle
                    der Inspiration oder auch der Parodie?</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_02-05_02">
                <head>2. „10.000 Vaudeville-Couplets“: Die musikalischen Einlagen der
                    Vaudeville-Komödie</head>
                <p>Die Vaudeville-Komödie, die in den 1840er Jahren zum begehrtesten Import aus der
                    Theaterhauptstadt Paris avancierte, wurde auch zu Nestroys Lieblingsgenre: Die
                    Stücke aus dem Ausland unterlagen keinerlei Urheberrechtsgesetzen <ref
                        xml:id="ref_Helmensdorfer2001-93" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Helmensdorfer2001">vgl. Helmensdorfer 2001: 93</ref>; ihre Aktualität
                    und bühnenwirksamen Handlungsstrukturen entsprachen den Vorstellungen des
                    zeitgenössischen Publikums, sodass sie dem unter Zeitdruck leidenden Wiener
                    Dramatiker ein willkommenes Rohmaterial für seine eigenen Stücke waren.
                    Tatsächlich sind die Gemeinsamkeiten zwischen den Prätexten und den
                    Nestroy’schen Fassungen gerade bei den Vaudeville-Bearbeitungen frappierend:
                    Offensichtlich konnte Nestroy hier bei seiner <quote source="#ref_HKA1977-2012"
                        >theatralischen Ausbeute</quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA1977-2012-194" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#HKA1977-2012">HKA Briefe: 194</ref> aus dem Vollen schöpfen und
                    Handlungsabläufe und Figurenkonstellationen weitgehend unverändert übernehmen
                    (vgl. dazu vor allem <ref xml:id="ref_döring1992-d2e3" type="bibl"
                        target="#Doering1992">Döring 1992</ref>; <ref xml:id="ref_piok2017-d2e3"
                        type="bibl" target="#Piok2017">Piok 2017</ref>). Bei aller Ähnlichkeit der
                    Wiener mit der Vaudeville-Komödie funktionieren die Gattungen dennoch nach
                    anderen Gesetzmäßigkeiten, die nicht zuletzt den Einsatz der Musik betreffen.
                    Eine Analyse dieser Bearbeitungen kann also zumindest in Bezug auf ein Genre
                    Aufschluss darüber geben, welche Verfahrensweisen Nestroy bei der Adaption von
                    musikalischen Einlagen favorisierte. Dass diese für jede Vorlagenart –
                    insbesondere für die Opernparodien und Operettenbearbeitungen, in denen die
                    Musik wiederum einen ganz anderen Stellenwert einnimmt <ref
                        xml:id="ref_Branscombe2001-156f." type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Branscombe2001">vgl. Branscombe 2001: 156f.</ref> – neu bestimmt
                    werden müssen, versteht sich jedoch von selbst. </p>
                <p>Die Comédie Vaudeville jedenfalls ähnelt, was die Quantität der Lieder betrifft,
                    eher dem Wiener Singspiel, also den liedreichen Zauberspielen der Alt-Wiener
                    Volkskomödie, als den Possen des späteren Nestroy, in denen nur mehr wenige,
                    meist der Hauptfigur vorbehaltene Gesangseinlagen vorkommen. In den Pariser
                    Stücken nahmen die musikalischen Einlagen noch im 19. Jahrhundert (also einer
                    Zeit, in der man sich darum bemühte, sich der prestigeträchtigeren Comédie
                    anzunähern und die Gesangspartien deshalb stark reduzierte) mitunter noch bis zu
                    einem Drittel der Stücke ein <ref xml:id="ref_Matthes1983-148" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Matthes1983">vgl. Matthes 1983: 148</ref>.
                    Zweifelsohne erfüllen sie Unterhaltungszwecke – bloßer Zierrat, auf den ohne
                    Weiteres verzichtet werden könnte, sind die Musiknummern aber nicht: Sie
                    erzeugen und unterstreichen Stimmungen, charakterisieren Figuren und dienen der
                    Strukturbildung, indem sie Abschlüsse markieren und Handlungsabläufe
                    zusammenfassen; mitunter wird sogar die Handlung im Gesang fortgeführt. Wichtig
                    sind die Lieder – im Vaudeville mehr denn anderswo – schließlich auch für die
                    Interaktion mit dem Publikum: Traditionsgemäß wurden die Zuschauer am Ende um
                    Applaus, wohlwollende Aufnahme und um Milde bei der Beurteilung des Stücks
                    gebeten <ref xml:id="ref_Matthes1983-58f." type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Matthes1983">vgl. ebd: 58f.; 61f.; 107–110</ref>. </p>
                <p>Die massenhaft produzierten Bühnentexte bedienten sich hier vielfach
                    floskelhafter Wendungen – wie weit die Bandbreite der Vaudevilles zwischen
                    starrer, unschöpferischer Konzeption und Innovation reicht, wird jedoch allein
                    schon bei der Betrachtung der Nestroy’schen Vorlagen sichtbar. Im Stück
                        <title>L’homme blasé</title> etwa, dem <title>Der Zerrissene</title>
                    nachgebildet ist, wird der Schlussgesang beinahe zur Parodie seiner selbst. Die
                    Angst der Hauptfigur vor dem Geist seines Feindes, den er ermordet zu haben
                    glaubt, wird am Ende wieder aufgenommen und zu einer an das Publikum gerichteten
                    Warnung: Anstelle der konventionell höflichen Bitte um Nachsicht tritt die
                    Drohung, dass abfällig Urteilende dazu verdammt werden, im Traum das Stück
                    wieder und wieder sehen zu müssen:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>Messieurs ! pesez ce que vous allez faire!</l>
                            <l>Lorsqu’une fois le remords nous poursuit,</l>
                            <l>C’est vainement qu’on s’y soustraire;</l>
                            <l>Dans le sommeil, dans l’ombre de la nuit,</l>
                            <l>On voit toujours l’objet qu’on a détruit.</l>
                            <l>Ce danger-là pour vous est bien à craindre,</l>
                            <l>Si vous tuez la pièce en ce moment:</l>
                            <l>outes les nuits… (Dieu ! serez-vous à plaindre !)</l>
                            <l>Vous la reverrez en dormant.<note xml:id="endnote_01"><p> „Meine
                                        Herren! Wägen Sie ab, was Sie tun werden! / Wenn die
                                        Gewissensbisse Sie einmal verfolgen, Ist es umsonst, sich
                                        ihnen entziehen zu wollen; / Im Schlaf, im Schatten der
                                        Nacht / Sieht man immer das Objekt, das man zerstört hat. /
                                        Diese Gefahr müssen Sie fürchten, / Wenn Sie das Stück in
                                        diesem Moment umbringen / Jede Nacht! (Gott! Sie sind zu
                                        beklagen!) werden Sie es im Schlaf wiedersehen.“ (alle
                                        Übersetzungen: M.P.) </p></note></l>
                        </lg>
                    </quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-244" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Duvert/Lauzanne: <title>L’homme blasé</title> 1843; zit. nach HKA
                            <title>Stücke</title> 21: 244</ref>
                </cit>
                <p>Um derartige Konventionen (und ihre Unterwanderung) wie das Adressieren des
                    Publikums besser zu verstehen, hilft der Blick zurück zur Anfangsphase der
                    Gattung – wie es generell aufschlussreich zu sein scheint, nach Elementen aus
                    dem französischen Jahrmarkttheater, dem Théâtre de la foire, zu fragen, die in
                    den Liedern der späteren Vaudeville-Komödie weiterleben. Hier mehr denn anderswo
                    wird die Tendenz zu Gesellschaftskritik auf der einen, zu metafiktionaler
                    Selbstreflexion auf der anderen Seite sichtbar <ref xml:id="ref_Piok2017-64-66"
                        type="bibl" rend="brackets" target="#Piok2017">vgl. Piok 2017: 64–66</ref> –
                    etwa wenn in einem Stück von 1718 das Vaudeville als Figur auftritt, um La Foire
                    ein Theatermanuskript anzubieten: </p>
                <cit>
                    <quote source="#Betzwieser1999">
                        <lg>
                            <l>MR. VAUDEVILLE […]. </l>
                            <l>Ma Piéce enlevera tous les cœurs,</l>
                            <l>Charmera Paris, malgré les Cenceurs. […]</l>
                            <l>Bonne Musique,</l>
                            <l>Fine Critique,</l>
                            <l>Le tout y pique,</l>
                            <l>Et flate le goût des vrais Connoisseurs. <note xml:id="endnote_02"
                                        ><p>„HERR VAUDEVILLE […]. Mein Stück wird alle Herzen
                                        entrücken, / Paris bezaubern, trotz der Zensoren. […] / Gute
                                        Musik, / Feine Kritik, / Alles pickt daran, / und
                                        schmeichelt dem Geschmack der wahren Kenner.“</p></note></l>
                        </lg>
                    </quote>
                    <ref xml:id="ref_zit1999-163" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Betzwieser1999">Lesage/D’Orneval: <title>Les Funérailles de la
                            Foire</title> 1718; zit nach Betzwieser 1999: 163</ref>
                </cit>
                <p>Verweise auf die satirischen Qualitäten des von der Zensur mit Argusaugen
                    beobachteten Vaudeville finden sich in den frühen Texten immer wieder – so zeigt
                    sich etwa in einem Stück der „DIEUY DE L’ENNUY“, der Gott der Langeweile, wenig
                    begeistert von der Machart des Stückes, das ihm die Forains anbieten: <quote
                        source="#ref_Betzwieser1999-168">Il faut que vous soyez des Acteurs de la
                        Foire. Ces Coquins-là placent toujours leurs Vaudevilles à
                        contre-poil.</quote><note xml:id="endnote_03"><p>„Sie müssen Schauspieler des Jahrmarkts sein. Diese
                            Schelme da bringen ihre Vaudevilles immer gegen den Strich
                        an.“</p></note>
                    <ref xml:id="ref_Betzwieser1999-168" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Betzwieser1999">Lesage/D’Orneval: <title>Les Couplets en procès.
                            Pièce d’un acte</title> 1730;zit. nach Betzwieser, 1999: 168</ref>.
                    Gemeint ist damit die zentrale Verfahrensweise des Vaudeville-Lieds, nämlich die
                    Kombination von allgemein bekannten Melodien, den sogenannten Timbres, mit einem
                    neuen Text, der dem einstigen Liedtext des Timbres entsprechen, aber auch
                    entgegengesetzt sein kann, um eine komisch-parodistische Wirkung zu erzielen
                        <ref xml:id="ref_Gidel1986-13" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Gidel1986">vgl. Gidel 1986: 13</ref>. </p>
                <p>Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert scheint sich die Comédie Vaudeville mehr und
                    mehr in Richtung harmlose, obrigkeitstreue Unterhaltung entwickelt zu haben <ref
                        xml:id="ref_Matthes1983-58" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Matthes1983">vgl. Matthes 1983: 58f.</ref> – dies legen zumindest
                    Untersuchungen zu den späteren Bühnentexten nahe. Nicht berücksichtigt wurden
                    dabei jedoch die Lieder, bei denen nicht nur die vorliegenden, sondern auch die
                    vormals zum Timbre gehörigen Texte analysiert werden müssten, um intertextuelle
                    und satirische Anspielungen zu erkennen. Ganz ähnlich wie beim Quodlibet der
                    Wiener Komödie <ref xml:id="ref_Branscombe2001-160" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Branscombe2001">vgl. Branscombe 2001: 160</ref> ist eine Bestimmung
                    des kritischen Potentials der Stücke ohne Berücksichtigung der musikalischen
                    Einlagen somit nur sehr bedingt zulässig. Aus heutiger Sicht die Implikationen
                    zu erkennen, die für das damalige Pariser Theaterpublikum unüberhörbar waren,
                    ist jedoch eine kaum zu bewältigende Aufgabe.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_02-05_03">
                <head>3. „Vom tonlosen Geplärre“: Versuche der Gattungsübernahme</head>
                <p>Auch im 19. Jahrhundert dürfte man sich außerhalb Frankreichs kaum für die
                    musikalische Gestaltung der Vaudevilles interessiert haben. Lexikon-Einträge der
                    Zeit legen nahe, dass das Genre trotz der großen Anzahl an Adaptionen im
                    deutschsprachigen Raum als fremd empfunden wurde: Düringer und Barthels etwa
                    definieren das Vaudeville als eine <quote source="#ref_d2e3">Gattung des
                        Liedes</quote>, die <quote source="#ref_d2e3">in Deutschland öfters
                        nachgeahmt, nie recht heimisch werden konnte. Das ganze Wesen der
                        Vaudevilles ist der französischen Natur verwandt und verwachsen, während es
                        der deutschen weniger zusagt</quote>
                    <ref xml:id="ref_Düringeretal1841" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Düringeretal1841">Düringer/Barthels 1841</ref>. Noch härter
                    urteilen Herloßsohn und Marggraff in ihrem Theater-Lexikon: Sie sehen die
                    Comédie Vaudeville als eine dem neueren franz. Theater eigenthümliche Gattung
                    dram. Dichtung […]. In der Ausführung wird das deutsche Gemüth stets auf das
                    unangenehmste von dem tonlosen Geplärre der franz. Schausp. beim Singen berührt
                    und auf der deutschen Bühne würde das Singen nach bekannten Melodien in einer
                    ernsten ergreifenden Situation kaum geduldet werden. <ref
                        xml:id="ref_Marggraff1846" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Marggraff_etal1946">Marggraff et al. 1846</ref></p>
                <p>Dem gegenüber stehen Versuche, die fremde Gattung stärker in den eigenen
                    Kulturkreis zu integrieren, die jedoch mitunter recht weit vom eigentlichen
                    Vaudeville entfernt sind: Der sächsische Komponist Johann Friedrich Reichardt
                    zum Beispiel versuchte schon um 1800 mit seinem „Liederspiel“ an das Vaudeville
                    anzuknüpfen, wobei er jedoch die Musik neu komponierte und nicht bekannte
                    Melodien aufgriff – ob ihm das Vaudeville tatsächlich als Vorbild oder eher nur
                    als erfolgsversprechendes Gattungsappellativ diente, bleibt fraglich <ref
                        xml:id="ref_Johns1988-50" type="bibl" rend="brackets" target="#Johns1988"
                        >vgl. Johns 1988: 50, 178</ref>. Karl von Holtei hingegen plädierte in
                    seinen an junge Dramatiker gerichteten <title>Flüchtigen Betrachtungen über
                        Vaudeville und Liederspiel</title> dafür, <quote source="#ref_d2e3"
                        >Deutschlands unnennbare[n] Liederreichtum</quote>
                    <ref xml:id="ref_Holtei1827-33" type="bibl" rend="brackets" target="#Holtei1827"
                        >Holtei 1827: 33</ref> nutzbar zu machen. Gleichzeitig übte er heftige
                    Kritik an den Bearbeitern und Übersetzern für das Tilgen der
                    Gesangseinlagen:</p>
                <cit>
                    <quote source="#Holtei1827">
                        <p>Soll es doch übersetzt seyn, warum nicht Lustspiel aus Lustspiel, Drama
                            aus Drama und <hi rend="italic">Liederspiel</hi> aus Vaudeville? Warum
                            raubt ihr dem lieblichen Spiel seine Lieder? […] Was hat er [Scribe]
                            euch zu Leide gethan, dass ihr ihn verunstaltet und dessen beraubt,
                            wodurch er besonders glänzt? </p></quote>
                    <ref xml:id="ref_ebd" type="bibl" rend="brackets" target="#Holtei1827">ebd.:
                        52f. Hervorhbg. i. Orig</ref>
                </cit>
                <p>Schließlich aber musste Holtei doch eingestehen, dass es sehr schwierig ist, eine
                    solche Gattung zu etablieren, zumal es in Deutschland keine vergleichbare
                    Tradition gab. Besser, so Holtei, sei es in Wien: Selbst wenn das dortige
                    Quodlibet <quote source="#ref_Holtei1927">das Niedrigste, Geschmackloseste“ sei,
                        „was in dieser Beziehung geleistet werden</quote> könne, würde es dennoch
                    den bekannten Liedern auf der Bühne zu mehr Akzeptanz beim Publikum verhelfen
                        <ref xml:id="ref_Holtei1927" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Holtei1827">ebd.: 38</ref>.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_02-05_04">
                <head>4. „Todt ist todt“: Nestroys Adaption</head>
                <p>Im Wien des 19. Jahrhunderts galt zumindest in den Augen vieler Kritiker das
                    Vaudeville als „das Niedrigtse“ und „Geschmackloseste“: Nationale Ressentiments
                    auf der einen, strenge Moralvorstellungen auf der anderen Seite veranlasste sie,
                    die Vaudevilles als frivole ausländische Importe zu diskreditieren <ref
                        xml:id="ref_Piok2017-34" type="bibl" rend="brackets" target="#Piok2017">vgl.
                        Piok 2017: 34–36</ref>. Dem Wunsch nach Eigenkreationen konnten die Autoren
                    jedoch schon allein deshalb nicht nachkommen, weil Publikum und kommerziell
                    gesinnte Theaterdirektoren fortlaufend nach neuen Stücken verlangten. So
                    bediente sich auch Nestroy bei seinen Stücken fremder Quellen – welche genau,
                    lässt sich selbst nach den genauen Recherchen der Herausgeber der
                    historisch-kritischen Nestroy-Ausgabe nicht immer mit Sicherheit sagen. In jedem
                    Fall aber dürfte er Übersetzungen den fremdsprachigen Originalen vorgezogen
                    haben; nicht auszuschließen ist auch, dass er sich von Theateragenten bereits
                    ins Deutsche übertragene Fassungen vorlesen ließ. Die Grenzen zwischen
                    Bearbeitung und Übersetzungen wiederum waren fließend: Insbesondere Bühnenstücke
                    wurden oft bereits mit Blick auf eine mögliche Inszenierung übertragen, wobei
                    alles schwer Adaptierbare – darunter eben auch die Vaudeville-typischen Lieder –
                    gestrichen wurde <ref xml:id="ref_Piok2017-42" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Piok2017">vgl. ebd.: 42–44</ref>.</p>
                <p>Nestroy dürfte also in vielen Fällen die Gesangseinlagen der Vorlagen gar nicht
                    gekannt haben: Für das Stück <title>Der holländische Bauer</title> etwa hat sich
                    eine Übersetzung mit Notizen Nestroys erhalten: Er hat also mit hoher
                    Wahrscheinlichkeit genau diesen Text verwendet – eine stark bearbeitete Fassung,
                    in der kein einziges Lied aufgenommen wurde. Im Falle von
                        <title>Eisenbahnheiraten</title> wiederum diente Nestroy nachweislich eine
                    Übersetzung von Gustav Zerffi als Quelle, der die vielen Gesangseinlagen des
                    französischen Prätexts ganz unterschiedlich verarbeitet hatte: Während einige in
                    der Übersetzung vollkommen fehlen, tauchen andere als Sprechtext oder aber als
                    neu formulierte Liedpassagen auf, die allenfalls eine lose inhaltliche
                    Übereinstimmung mit dem Original aufweisen.</p>
                <p>Tatsächlich ist die Liste der Gesangseinlagen, die noch in den Vorlagen, bei
                    Nestroy aber in keinerlei Form mehr vorkommen, lang. Die meisten davon sind
                    schon in den ersten Stufen der Bearbeitung, den sogenannten Aneignungsskizzen,
                    spurlos verschwunden, andere wiederum werden dort nur sehr knapp zusammengefasst
                    – manchmal nur in einer Art Nebentext, auf den Nestroy in seinen Skizzen immer
                    wieder die Handlung der Vorlage reduziert:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>({wie} der {Vorhang} ∙Grisetten∙ an den Tischen und singen jede ein
                                anderes Lied)</l>
                            <l>Dsl singt von aussen </l>
                            <l>Dsl (singend)</l>
                        </lg>
                    </quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-128" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 17/2: 128</ref>
                </cit>
                <p>Manchmal reichte Nestroy ein kurzes Schlagwort, das den Aussagegehalt oder die
                    Grundstimmung eines Liedtextes zusammenfasst und gleichzeitig als Anweisung für
                    die weitere Ausarbeitung der Passage fungieren kann. So bleibt etwa von einem
                    mehrzeiligen Männerchor</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>LES HOMMES, à part.</l>
                            <l>Ah! grands dieux! c’est Hélène!</l>
                            <l>Parmi nous en secret</l>
                            <l>Ajourd’hui qui l’amène?</l>
                            <l>Et quel est son projet?</l>
                        </lg>
                    </quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA_342" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">de
                        Kock/Varin: <title>La jolie fille du faubourg</title> 1844; HKA
                            <title>Stücke</title> 17/2: 342</ref>
                </cit>
                <p>bei Nestroy nur mehr die Angabe „<hi rend="underlined">Verlegenheit</hi>“ <ref
                        xml:id="ref_HKA-138" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 17/2: 138, Hervorhbg. i. Orig.</ref> bestehen.
                    Erst in späteren Arbeitsschritten formulierte Nestroy solche Stellen wieder aus,
                    wohl ohne dabei nochmals auf den Originaltext zurückzugreifen. Dies mag
                    erklären, warum die meisten Wortspiele, selbst dann, wenn sie relativ einfach
                    ins Deutsche übersetzbar wären, von Nestroy nicht übernommen wurden:
                    Offensichtlich zog er es bei aller Anlehnung an die Vorlagen vor, die
                    sprachliche Gestaltung ganz selbst zu übernehmen. Dies lässt sich sogar dann
                    beobachten, wenn die Verfahrensweisen der französischen Autoren jenen Nestroys
                    ähneln: In <title>Bonvaventure</title>, der Vorlage für Nestroys
                        <title>Talisman</title>, äußert die Hauptfigur ihre Wünsche mithilfe einer
                    ausgefeilten Pflanzenmetaphorik:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>Je suis une plante éphémère,</l>
                            <l>Triste jouet de l’aquilon …</l>
                            <l>Dans votre serre </l>
                            <l>Hospitalière</l>
                            <l>Je pouss’rais comme un champignon.</l>
                            <l>Enfin, il est bon qu’on le sache,</l>
                            <l>Je suis le lierre du hameau …</l>
                            <l>Je meurs de faim si je n’ m’attache,</l>
                            <l>Voulez-vous être mon ormeau? …<note xml:id="endnote_04"><p>„DIE
                                        MÄNNER, beiseite. / Ah! Großer Gott! Es ist Hélène! / Unter
                                        uns im Geheimen / Wer führt sie heute hierher? / Und was ist
                                        ihr Plan?“</p></note>
                            </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-385" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Dupeuty/de Courcy: <title>Bonaventure</title> 1840; HKA
                            <title>Stücke</title> 17/1: 385</ref>
                </cit>
                <p>Ein solches Spiel mit semantischen Feldern findet sich auch bei Nestroy sehr
                    häufig – dennoch verzichtete er auch hier auf wörtliche Übernahmen aus der
                    Vorlage: In der Skizze fasste er das gesamte Lied mit knappen Notiz „Bin
                    ∙Exotische∙ Pflanze“ <ref xml:id="ref_HKA-193" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#HKA1977-2012">HKA <title>Stücke</title> 17/1: 193)</ref> zusammen,
                    um die Stelle dann zu einer gesprochenen Replik mit gleichem Inhalt, aber neuer
                    Formulierung auszuarbeiten:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012"><p>TITUS. Ein ∙exotisches∙ Gewächs, nicht auf
                            diesem Boden gepflanzt, durch die Umstände ausgerissen, und durch den
                            Zufall in das freundliche Gartengeschirr Ihres Hauses versetzt; und
                            hier, von der Sonne Ihrer Huld beschienen hofft die zarte Pflanze
                            Nahrung zu finden. (HKA Stücke 17/1: 24)</p></quote>
                </cit>
                <p>Dass Nestroy die vielen Gesangseinlagen der Vaudevilles zu Dialogen umwandelte,
                    ist definitiv der Gattung Posse geschuldet, die, zumal besonders bei Nestroy,
                    weniger musikalische Nummern enthält. Dennoch zeigen diese Beispiele, dass sie
                    vom Bearbeiter keinesfalls vollkommen ignoriert, sondern durchaus als Anregung
                    genutzt wurden. Nicht immer ist die Anlehnung so eng wie im oben zitierten
                    Beispiel – in <title>Zwey ewige Juden und Keiner</title> etwa wandelte Nestroy
                    den Arzt Oscar aus der Vorlage zum Maler Kranz um, was eine Verwendung dieses
                    Liedes verunmöglicht: </p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>OSCAR. […]</l>
                            <l>Le ciel, et je l’en remercie,</l>
                            <l>N’a pas voulu, dans ses rigueurs,</l>
                            <l>Multiplier la maladie</l>
                            <l>Comme les nombre des docteurs ;</l>
                            <l>Aussi voit-on, dans chaque rue,</l>
                            <l>Dix médecins qui ne font rien :</l>
                            <l>Car la concurrence les tue …<note xml:id="endnote_05"><p> „Ich bin
                                        eine vergängliche Pflanze, / Trauriger Spielball des
                                        Nordwinds… / In Ihrem gastfreundlichen Gewächshaus / Würde
                                        ich wie ein Champignon wachsen. / Schließlich ist es gut zu
                                        wissen, / Dass ich das Efeu des Dörfchens bin… / Ich sterbe
                                        vor Hunger, wenn ich mich nicht anhefte, / Wollen Sie meine
                                        Ulme sein…?“ </p></note>
                            </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-343" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Varner: <title>Le nouveau juif errant</title> 1846; HKA
                            <title>Stücke</title> 24/1 : 343</ref>
                </cit>
                <p>Nestroy scheint die Vorlage dennoch als Inspirationsquelle genutzt zu haben –
                    denn auch bei ihm taucht das Thema der Konkurrenz wieder auf: </p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <p>KRANZ. Denn sehn Sie, es ist jetzt ein Kreutz; die Welt wird nicht größer
                            und die Mahler werden immer mehr. Wo was Neues finden? Um jeden
                            steyrischen Felsen sitzen drei Mahler herum und bemseln drauf los; jedes
                            Bachbrückel, jedes Seitel Wasserfall – prangt auf der Leinwand, das
                            ganze Salzkammergut existirt in Öhl, die Schweitzernatur hat keine
                            Quadratklafter mehr die nicht schon zehn Mal in der Kunstausstellung war
                            – ja hörn Sie, da muß man auf Europa einen Zorn kriegen. </p></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-17" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 24/1: 17f.</ref>
                </cit>
                <p>Nestroys Text ist – vor allem durch die Kombination von großen Themen wie Kunst
                    und Europa mit einer unpassend alltagsnahen Wiener Umgangssprache – ungleich
                    komischer als die entsprechende Passage in der französischen Vorlage, die ganz
                    anderen sprachlichen Voraussetzungen unterliegt. Gerade mit Blick auf die
                    Vorlagenbearbeitung wird jedoch deutlich, dass es nicht nur Nestroys Sprache
                    ist, die seine Stücke von den Prätexten abhebt: Generell misst er komischen
                    Effekten einen ganz anderen Stellenwert bei, während pathetische und
                    spannungssteigernde Momente – die im Vaudeville vielfach über die musikalischen
                    Einlagen erzeugt werden – weitgehend verschwinden. In der Vorlage zum
                        <title>Zerrissenen</title> etwa wird der vermeintliche Tod der Hauptfigur
                    und ihres Nebenbuhlers von einem klagenden Herrenchor besungen:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>CHŒUR.</l>
                            <l>Quelle effroyable aventure !</l>
                            <l>Ils ne reparaissent pas.</l>
                            <l>Dans les flots, la chose est sûre,</l>
                            <l>Ils ont trouvé le trépas. <note xml:id="endnote_06"><p> „CHOR. Was
                                        für ein entsetzliches Abenteuer! / Sie erscheinen nicht
                                        mehr. / In den Fluten, das ist sicher, / haben sie ihren Tod
                                        gefunden.“ </p></note>
                            </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-228" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Duvert/Lauzanne: <title>L’homme blasé</title> 1843; HKA Stücke 21:
                        228</ref>
                </cit>
                <p>Bei Nestroy reduziert sich die Aussage der Herren auf einen lakonischen
                    Kommentar: <quote source="#ref_d2e3">Todt ist todt! </quote><ref
                        xml:id="ref_HKA-55" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 21: 55</ref> Ganz ähnlich wird auch mit dem Lied
                    verfahren, in dem der Protagonist beschließt, die erste Frau zu heiraten, die
                    ihm begegnet:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012"><lg>
                            <l>Allons ! c’est dit, si c’est une folie,</l>
                            <l>Mieux vaut la faire à présent que plus tard.</l>
                            <l>Mon avenir, le repos de ma vie,</l>
                            <l>Je les confie aux chances du hasard.</l>
                            <l>L’idée est bonne, oui, le diable m’enlève !</l>
                            <l>La solitude a droit de m’effrayer;</l>
                            <l>Et si la nuit je fais un mauvais rêve,</l>
                            <l>Ma femme au moins pourra me réveiller. </l>
                            <l>Allons! c’est dit, etc.<note xml:id="endnote_07"><p>„Los! Man sagt,
                                        wenn es eine Verrücktheit ist, / begeht man sie besser jetzt
                                        als später. / Meine Zukunft, die Ruhe meines Lebens /
                                        Vertraue ich den Chancen des Zufalls an. / Die Idee ist gut,
                                        ja, der Teufel hat mich erhoben! / Die Einsamkeit hat das
                                        Recht, mich zu erschrecken; / Und wenn ich in der Nacht
                                        schlecht träume, / Kann mich meine Frau wenigstens
                                        aufwecken. / Los! Man sagt etc.“</p></note>
                            </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-288" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Duvert/Lauzanne: <title>L’homme blasé</title> 1843; HKA
                            <title>Stücke</title> 21: 228</ref>
                </cit>
                <p>Die Gesangseinlage hält die Handlung an, um gleichzeitig die Emotionalität und
                    Dramatik der Szene zu steigern, was Nestroy offensichtlich nicht erstrebenswert
                    erscheint. Im Gegenteil: Seine Replik nimmt zwar, wohl von der Vorlage
                    inspiriert, das Thema Schlaf wieder auf – die Formulierung, bei der
                    unromantisch-banale Alltagswörter zur Beschreibung höchster Gefühlsregungen
                    herangezogen werden, wirkt jedoch nur mehr komisch: <quote source="#ref_d2e3"
                        >Das is Aufregung, so ein Moment reißt eim die Schlafhauben vom Kopf, das is
                        Senf für das alltägliche Rindfleisch des Lebens.</quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA1977-2012-39" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#HKA1977-2012">HKA Stücke 21: 39</ref></p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_02-05_05">
                <head>5. „Oft sein s’ sentimental“: Nestroys parodistische Auseinandersetzung mit
                    der Literatur seiner Zeit</head>
                <p>Vergleiche dieser Art zeigen, dass die Prätexte Nestroys ihm nicht nur als
                    Anregung zu Ideen dienten, sondern ihn offensichtlich auch dazu motivierten, in
                    kritische Distanz zu den Vorlagen zu treten: Schließlich lesen sich viele
                    Passagen beinahe schon wie eine Parodie auf die pathetisch-gefühlsbetonten
                    Stimmungen, die in den Vaudevilles vor allem über Musik und Gesang erzeugt
                    werden. Bezeichnenderweise findet sich ausgerechnet in einer Liedeinlage eine
                    explizite Äußerung zum Vaudeville, in der eine gewählte, mit Fremdwörtern
                    gespickte Sprechweise als artifizielle Sentimentalität entlarvt wird: </p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012"><lg>
                            <l>MUMMLER Alls, was <hi rend="underlined">red</hi>en und thun, is halb
                                deutsch, halb französch –</l>
                            <l>WANDLING Oft sein s’ <hi rend="underlined">sen</hi>timental und habn
                                doch ka wahres Gfühl</l>
                            <l>MUMMLER solche <hi rend="underlined">Leut</hi> sind ja selbst ein
                                lebendigs Vaudevill – </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-58f." type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >HKA <title>Stücke</title> 24/1: 58f.</ref>
                </cit>

                <p>Dass Nestroy gerade in dieser Hinsicht tatsächlich eine Sonderstellung einnimmt,
                    beweist nicht zuletzt der Vergleich mit anderen Autoren und deren Umgang mit den
                    Liedeinlagen der Vaudeville-Komödien. Josef Kupelwieser etwa, Konkurrent
                    Nestroys und mehrmals Bearbeiter derselben Textvorlagen, bemühte sich darum,
                    Liedeinlagen in Form einer freien Nachdichtung beizubehalten – diesen Schluss
                    legen zumindest erhalten gebliebene Liedtexte nahe, die einer Adaption von
                        <title>Bonaventure</title>, Nestroys Vorlage für den
                    <title>Talisman</title>, entstammen <ref xml:id="ref_Piok2017-92" type="bibl"
                        rend="brackets" target="#Piok2017">vgl. Piok 2017: 92–96</ref>. Die Szene,
                    in der sich Bonaventure und Jeanne tanzend und küssend ihre Liebe gestehen und
                    beschließen, wie die Ochsen einander treu zu bleiben, setzt Kupelwieser wie in
                    der Vorlage mit Gesang um. Dabei wird jedoch sein Bemühen, das Lied an den
                    österreichischen Kulturkreis anzupassen, deutlich spürbar: </p>
                <cit>
                    <quote source="#Herles1974"><lg>
                            <l>Christoph. </l>
                            <l>Da is meine Hand, ich bleibe bei Dir </l>
                            <l>so lang als mir’s g’fallt […] </l>
                            <l>Was muß ich denn tun als a fleißiger Knecht, </l>
                            <l>das sag mir nur g’schwind meine herzliebe Dirn</l>
                            <l>Leni. </l>
                            <l>wenn er in der Früh im Bett liegen möcht, </l>
                            <l>da muß er die Küh auf d’ Alm aufi führn – (Jodler) […]</l>
                            <l>Da sing ich ihm fröhlich a Sennerin Lied</l>
                            <l>weil ich gar kein anderes G’sangerl sonst kann (Jodler) […]</l>
                            <l>Christoph.</l>
                            <l>Da schleicht zu der Dirn sich heimlich der Bua</l>
                            <l>da lassen sich Busseln oft dutzendweis rauben</l>
                            <l>Leni. </l>
                            <l>Ei das wär nicht schlecht was fallt dir denn ein</l>
                            <l>was glaubst Du, was denn d’ Küh dazu sagn</l>
                            <l>Christoph.</l>
                            <l>Wie möcht ich mein Kind denn so dalkert nur sein,</l>
                            <l>wer wird denn beim Küßen das Vieh erst noch fragen (Jodler) […] </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_herles1974-184f" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Herles1974">Josef Kupelwieser: <title>Roth, braun und blond, oder
                            Die drei Wittfrauen</title> 1841; zit. nach Herles 1974: 184f.</ref>
                </cit>

                <p>An anderer Stelle entscheidet sich Kupelweiser für eine exaktere Übernahme des
                    Gesangs aus der Vorlage – Bonaventure, als Lügner entlarvt, wird mit beinahe dem
                    gleichen Wortlaut aus dem Schloss verbannt:</p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012"><lg>
                            <l>TOUS, excepté Bonaventure.</l>
                            <l>Sortez, sortez, sans plus attendre!</l>
                            <l>De votre aspect, vite, délivrez-nous!</l>
                            <l>Sortez ! ou vous allez apprendre</l>
                            <l>Ce que mérite un monstre tel que vous!<note xml:id="endnote_08"><p>
                                        „ALLE, außer Bonaventure. / Gehen Sie, Gehen Sie, ohne zu
                                        warten! / Schnell, befreien Sie uns von Ihrem Angesicht! /
                                        Gehen Sie! Oder Sie werden lernen / Was ein Monster wie Sie
                                        verdient!“</p></note>
                            </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-395" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012"
                        >Dupeuty/de Courcy: <title>Bonaventure</title> 1840; HKA
                            <title>Stücke</title> 17/1: 395</ref>
                </cit>
                <cit>
                    <quote source="#Herles1974">
                        <lg>
                            <l>Fort hinaus, fort hinaus, fort hinaus aus dem Haus</l>
                            <l>mit Gewalt jagt die Gestalt</l>
                            <l>mit Gewalt nur schnell hinaus – fort hinaus </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_Herles1974-185" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Herles1974">Josef Kupelwieser: <title>Roth, braun und blond, oder
                            Die drei Wittfrauen</title> 1841; zit. nach Herles 1974: 185</ref>
                </cit>

                <p>Ganz anders wiederum verfährt Nestroy: Während er die romantische Liebesszene
                    zwischen Jeanne und Bonventure zur Gänze streicht, formuliert er das
                    handlungskonstitutive Lied, in dem die betrügerische Zentralfigur vertrieben
                    wird, zu einem Sprechtext um. Konventionelle Wendungen werden dabei sofort durch
                    komische Formulierungen der Nestroy-Rolle durchbrochen, wodurch es sich nicht
                    nur von der Vorlage, sondern generell von einer überkommenen Bühnensprache
                    distanziert, die zum Beispiel bei Kupelwieser noch ganz selbstverständlich
                    verwendet wird. Dass es Nestroy nicht nur um die Handlung im Stück, sondern auch
                    um eine darüberhinausgehende Literatursatire geht, beweist nicht zuletzt, dass
                    seine Figur als <quote source="#ref_d2e3">ein vacierender Barbiergeselle</quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-6" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 17/1: 6</ref> Grillparzer zitieren kann: </p>
                <cit>
                    <quote source="#HKA1977-2012">
                        <lg>
                            <l>FRAU v. CYPRESSENBURG. Er ist ein Betrüger, der meine treuesten
                                Diener bey mir verleumdete. Fort, hinaus oder meine Bedienten sollen
                                – </l>
                            <l>TITUS […]. Wozu,? der Zorn überweibt Sie – ich gehe[.] </l>
                            <l>ALLE. Hinaus! </l>
                            <l>TITUS. Das ist Ottokars Glück u[nd] Ende[!] […] </l>
                        </lg></quote>
                    <ref xml:id="ref_HKA-61" type="bibl" rend="brackets" target="#HKA1977-2012">HKA
                            <title>Stücke</title> 17/1: 61</ref>
                </cit>

            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
                    <head>Literaturverzeichnis</head>
                    <bibl xml:id="HKA1977-2012">Nestroy, Johann Nepomuk (1977–2012): Sämtliche
                        Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe. Hg. v. Jürgen Hein/Johann Hüttner
                        bzw. Jürgen Hein/Johann Hüttner/Walter Obermaier/W. Edgar Yates. Wien:
                        Jugend und Volk/Deuticke. (Dieser Ausgabe sind alle Zitate Nestroys bzw. aus
                        seinen Vorlagen, die in den Bänden als Faksimile abgedruckt sind, entnommen;
                        die Angaben richten sich nach der gängigen Zitierweise mit der Sigle HKA,
                        Band und Seitenangabe).</bibl>
                    <bibl xml:id="Amlinger1985">Amlinger, Birgit (1985): Dramaturgische Strukturen
                        der Gesangseinlage in der Alt-Wiener Volkskomödie. Wien: Diss. masch.</bibl>
                    <bibl xml:id="Betzwieser1999">Betzwieser, Thomas (1999): Funktion und Poetik des
                        Vaudevilles im Théȃtre de la foire, in: Herbert Schneider (Hg.): Chanson und
                        Vaudeville. Gesellschaftliches Singen und unterhaltende Kommunikation im 18.
                        und 19. Jahrhundert. St. Ingbert: Röhrig, S. 157–184.</bibl>
                    <bibl xml:id="Branscombe2001">Branscombe, Peter (2001): Die Musik bei Nestroy
                        als Flucht in bessere (?) Welten, in: Pia Janke/Ilija Durhammer (Hg.) Witz
                        und Lebensangst. Raimund, Nestroy, Grillparzer. Wien: Praesens, S.
                        153–161.</bibl>
                    <bibl xml:id="Doering1992">Döring, Susan (1992): Der wienerische Europäer.
                        Johann Nestroy und die Vorlagen seiner Stücke. München: W. Ludwig,
                        1992.</bibl>
                    <bibl xml:id="Düringeretal1841">Düringer, Philipp Jakob/Barthels, Heinrich
                        Ludwig (1841): Theater-Lexikon. Theoretisch-praktisches Handbuch für
                        Vorstände, Mitglieder und Freunde des deutschen Theaters. Leipzig: Otto
                        Wigand.</bibl>
                    <bibl xml:id="Gidel1986">Gidel, Henri (1986): Le Vaudeville. Paris: Presses
                        Univ. De France.</bibl>
                    <bibl xml:id="Hein1991">Hein, Jürgen (1991): „Gesungene Philosophie“. Aspekte
                        des Nestroyschen Coupletwerks, in: Gerald Stieg / Jean-Marie Valentin (Hg.):
                        Johann Nestroy 1801-1862. Vision du monde et écriture dramatique. Asnières:
                        Presses Sorbonne Nouvelle, S. 61–74.</bibl>
                    <bibl xml:id="Helmensdorfer2001">Helmensdorfer, Urs (2001): „Heilig sey das
                        Eigenthum!“ Urheberrecht in Wien um 1850, in: Hubert Christian Ehalt/Jürgen
                        Hein/W. Edgar Yates (Hg.): Hinter den Kulissen von Vor- und Nachmärz.
                        Soziale Umbrüche in der Theaterkultur bei Nestroy. Wien: WUV, S.
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                    <bibl xml:id="Herles1974">Herles, Helmut (1974): Nestroys Komödie „Der
                        Talisman“. Von der ersten Notiz zum vollendeten Werk. Mit bisher
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                    <bibl xml:id="Holtei1827">Holtei, Karl von (1827): Flüchtige Betrachtungen über
                        Vaudeville und Liederspiel, in: Karl von Holtei (Hg.): Monatliche Beiträge
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                    <bibl xml:id="Johns1988">Johns, Susanne (1988): Das szenische Liederspiel
                        zwischen 1800 und 1830. Ein Beitrag zur Berliner Theatergeschichte. Teil 1.
                        Frankfurt a. M. et al.: Lang.</bibl>
                    <bibl xml:id="Marggraff_etal1946">Marggraff, Herman/ Herloßsohn, Carl / Blum,
                        Robert (1946): Allgemeines Theater-Lexikon oder Encyklopädie alles
                        Wissenswerthen für Bühnenkünstler, Dilettanten und Theaterfreunde. Bd. 2.
                        Altenburg et al.: Expedition des Theater-Lexikons.</bibl>
                    <bibl xml:id="Matthes1983">Matthes, Lothar (1983): Vaudeville. Untersuchungen zu
                        Geschichte und literatursystematischem Ort einer Erfolgsgattung. Heidelberg:
                        Carl Winter.</bibl>
                    <bibl xml:id="oN1844">o.N. (1844): Theater an der Wien, in: Allgemeine
                        Theaterzeitung 5./6.1.1844, S. 19–21.</bibl>
                    <bibl xml:id="Piok2017">Piok, Maria (2017): Sprachsatire in Nestroys
                        Vaudeville-Bearbeitungen. Innsbruck, university press.</bibl>
                    <bibl xml:id="Preisner1986">Preisner, Rio (1986): Johann Nepomuk Nestroy. Der
                        Schöpfer der tragischen Posse. München: Carl Hanser, 1986.</bibl>
                    <bibl xml:id="Saphir1844">Saphir, Moritz Gottlieb (1844): Theater Salon. Theater
                        an der Wien, in: Der Humorist 5./6.1.1844, S. 22.</bibl>
                    <bibl xml:id="Scheichl2001">Scheichl, Sigurd Paul (2001): Er kraxelt in sein
                        Verderben. Nestroys Sprachwitz, in: Walter Obermaier (Hg.): Die Welt steht
                        auf kein Fall mehr lang. Johann Nestroy zum 200. Geburtstag. Katalog zur
                        277. Sonderausstellung des historischen Museums der Stadt Wien. Wien:
                        Histor. Museum der Stadt Wien, S. 111–122.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schmidt-Dengler2001">Schmidt-Dengler, Wendelin (2001): Nestroy.
                        Die Launen des Glücks. Wien: Zsolnay.</bibl>
                    <bibl xml:id="Sengle1980">Sengle, Friedrich (1980): Biedermeierzeit. Deutsche
                        Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815–1848.
                        Bd. 3: Die Dichter. Stuttgart: Metzler.</bibl>
                    <bibl xml:id="Yates2012">Yates, W. Edgar (2012): „Bin Dichter nur der Posse“:
                        Johann Nepomuk Nestroy. Versuch einer Biographie. Wien: Lehner.</bibl>
                    <bibl xml:id="Zumbusch-Beisteiner2001">Zumbusch-Beisteiner, Dagmar (2001): Die
                        Musik in den Theaterstücken Johann Nestroys, in: Walter Obermaier (Hg.): Die
                        Welt steht auf kein Fall mehr lang. Johann Nestroy zum 200. Geburtstag.
                        Katalog zur 277. Sonderausstellung des historischen Museums der Stadt Wien.
                        Wien: Histor. Museum der Stadt Wien, S. 81–94.</bibl>
                    <bibl xml:id="Zumbusch-Beisteiner2006">Zumbusch-Beisteiner, Dagmar (2006): Die
                        Musik in den Theaterstücken Ferdinand Raimunds, in: Hubert Christian
                        Erhalt/Jürgen Hein (Hg.): „besser schön lokal reden als schlecht
                        hochdeutsch. Ferdinand Raimund in neuer Sicht. Wien: Lehner, S.
                        85–94.</bibl>
                    <bibl xml:id="Zumbusch-Beisteiner2007">Zumbusch-Beisteiner, Dagmar (2007): Die
                        Behandlung der Musik in der Historisch-kritischen Raimund-Ausgabe. Mit einem
                        Bestandsverzeichnis der Musikhandschriften, in: Hubert Christian
                        Erhalt/Jürgen Hein (Hg.): Ferdinand Raimunds inszenierte Fantasien. Wien:
                        Lehner, S. 147–163.</bibl>
                </listBibl>
            </div>
        </back>
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</TEI>
