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                <title type="main" xml:lang="de">Vi-ral-enna</title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Tracing und Connecting virale Wiener Comics-Kultur</title>
                <!---->
                <author>
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                        <forename>Bernhard</forename>
                        <surname>Frena</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Gesellschaft für Comicforschung und -Vermittlung,
                        Universität Wien</affiliation>
                    <email>b.frena@gmail.com</email>
                    <idno type="ORCID">0000-0002-4006-3431</idno>
                </author>
                <author>
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                        <forename>Marina</forename>
                        <surname>Rauchenbacher</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung,
                        Universität Wien</affiliation>
                    <email>marina.rauchenbacher@univie.ac.at</email>
                    <idno type="ORCID">0000-0001-9012-4637</idno>
                    
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Katharina</forename>
                        <surname>Serles</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung,
                        Universität Wien</affiliation>
                    <email>kathrina.serles@univie.ac.at</email>
                    <idno type="ORCID">0000-0003-3476-8002</idno>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2021</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-02-03-03</idno>
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                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/0000</idno>
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            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">2</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <langUsage>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Comics</term>
                    <term xml:lang="en">Comics</term>
                    <term xml:lang="de">Kartografie</term>
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                    <term xml:lang="en">digital humanities</term>
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    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p> Bernhard Frena, Marina Rauchenbacher und Katharina Serles präsentieren das von
                    der Nordic Summer University geförderte und von der <term>Österreichischen
                        Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung</term> durchgeführte
                    Projekt <title>Vi-ral-enna. Tracing Comics Through Vienna in Times of
                        Corona</title> mit besonderem Fokus auf den Prototyp der dabei entstandenen
                    digitalen <title>Comic-Karte Wien</title>, deren Konzeption und technische
                    Umsetzung. </p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <!--Abstract-->
                <p> Bernhard Frena, Marina Rauchenbacher and Katharina Serles present the project
                        <title>Vi-ral-enna. Tracing Comics Through Vienna in Times of
                    Corona</title>, which has been funded by the Nordic Summer University and
                    carried out by the <term>Austrian Association for the Research and Promotion of
                        Comics</term>. Specific focus is put on the prototype of the digital
                        <title>Vienna Comics-Map</title>, its conceptual design and technical
                    implementation. </p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr02_03-03_01">
                <head> 1. Einleitung </head>
                <p> Comics sind ‚dazwischen‘. Als populäre Form scheinen sie mittlerweile sogar im
                    deutschsprachigen Raum allgegenwärtig – ob auf der Kinoleinwand, als
                    T-Shirt-Aufdruck, in der Buchhandlung, am Kiosk oder im Museum. Comics haben in
                    den letzten Jahrzehnten einen Platz im Mainstream, im kollektiven Bewusstsein,
                    aber auch im Feuilleton erhalten. Sie sind spätestens seit dem <quote
                        source="#ref_reiterer2018-22">Graphic Novel Turn</quote><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?> <ref
                        xml:id="ref_reiterer2018-22" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Reiterer2018">Reiterer 2018: 22</ref> – zumindest zum Teil –
                    vermarktbar, um nicht zu sagen ‚viral‘, geworden. Gleichzeitig ist die
                    Comicszene selbst aber nach wie vor geprägt von Nischen und Disparitäten.
                    Zeichner*innen, Fans, Forschende, Journalist*innen, Kurator*innen und andere
                    Comic-Interessierte bilden verstreute, lose, selten institutionalisierte
                    Netzwerke; Netzwerke, die oft nicht nur für Außenstehende schwer nachvollziehbar
                    scheinen – dies betrifft insbesondere auch die österreichische bzw. Wiener
                    Szene. Während diverse Comic-Veranstaltungen (wie Ausstellungen, Lesungen,
                    Stammtische, Workshops, oder Lehrveranstaltungen) zwar vermehrt stattfinden,
                    sind sie in Wien an keiner Stelle gebündelt. Eine zentrale, räumliche
                    Anlaufstelle im Sinne einer Institution oder auch eine Wien-spezifische, online
                    zugängliche Link- und Terminsammlung fehlen. Diese fehlende Nachvollziehbarkeit
                    bedingt auch eine fehlende Sichtbarkeit. Während Comics als Medium zwar
                    zunehmend sichtbarer werden, scheint die Comic-Szene – vor allem die alternative
                    abseits des Mainstreams – weiterhin unterhalb der öffentlichen
                    Wahrnehmungsschwelle zu existieren. Das Projekt <title>Vi-ral-enna</title>
                    leistet einen Beitrag zur Sichtbarmachung der Netzwerke, die Comics und deren
                    Akteur*innen in Wien aufspannen. Hierzu sammelte der Vorstand der <hi
                        rend="italic">Österreichischen Gesellschaft für Comic-Forschung und
                        -Vermittlung</hi> (OeGeC) Orte der Wiener Comic-Szene, kategorisierte und
                    visualisierte sie mittels einer digitalen Online-Karte, der <title>Comic-Karte
                        Wien</title>. </p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_03-03_02">
                <head> 2. Die OeGeC </head>
                <p> Die 2018 von Susanne Hochreiter, Marina Rauchenbacher und Katharina Serles
                    gegründete und derzeit von Bernhard Frena, Rauchenbacher und Serles geleitete
                        <ref target="http://www.oegec.com">
                        <term>Österreichische Gesellschaft für Comic-Forschung und
                            -Vermittlung</term>
                    </ref> arbeitet an der Sichtbarmachung, Förderung und Vernetzung der in
                    Österreich basierten Comic-Forschung, -Produktion und -Vermittlung und zielt
                    darauf ab, sich als zentrale Österreich-spezifische Comicplattform zu
                    etablieren. Dazu wurden ein monatlicher Newsletter zu relevanten Veranstaltungen
                    und Calls sowie drei Veranstaltungsformate etabliert, was insbesondere der
                    Vernetzung der heterogenen Akteur*innen dienen soll. Durch die COVID-19-Pandemie
                    wurde es 2020 nötig, zusehends auf Online-Angebote umzusteigen und die Folgen
                    der Isolation bzw. des Ausfalls von Veranstaltungen zu reflektieren. </p>
                <p> Daher nahm der Vorstand der OeGeC im Sommer 2020 auch an der jährlich
                    stattfindenden <title>Nordic Summer University</title> teil bzw. an deren
                    dreijährigem Study Circle <title>Comics and Society: Research, Art, and Cultural
                        Politics</title> (2019–2021)<note xml:id="endnote_01"><p>In dessen
                            Selbstbeschreibung heißt es: <quote source="none">Through academic
                                discussion, artistic work, and social engagement we explore how
                                comics take part in making sense of societies, social phenomena, and
                                societal changes especially, but not exclusively, in the Nordic and
                                Baltic countries.</quote><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
                            <?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?><ref
                                xml:id="ref_d2e3" type="bibl" rend="brackets"
                                target="#Nordic_Summer_University2019-2021">Nordic Summer
                                University: Comics and Society: Research, Art, and Cultural Politics
                                (2019–2021)</ref>:
                            http://nordic.university/study-circles/9-comics-society-research-art-cultural-politics,
                            Zugriff am 22.01.2021.</p></note>, der sich 2020 dem Thema <term>Comics
                        in Exceptional Times</term> und dem Einfluss der Pandemie auf die
                    Comic-Szene widmete: <quote source="#ref_comics2021-d2e3">as many comics
                        festivals, art exhibitions, conferences and workshops have been canceled. In
                        the light of this, the aim of the remote summer session is to provide new
                        meaningful ways of meeting, communicating, and working with others</quote><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
                    <ref xml:id="ref_comics2021-d2e3" type="bibl" rend="brackets"
                        target="#Comics_and_Society2020">Comics and Society 2020</ref>. Das für die
                    Summer Session der <term>Nordic Summer University</term> eingereichte Projekt
                        <title>Vi-ral-enna. Tracing Comics Through Vienna in Times of Corona</title>
                    erhielt die größtmögliche Förderung in der Höhe von DKK 7.000,- (ca. EUR 930 lt.
                    Kurs zum Auszahlungszeitpunkt im Herbst 2020). </p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_03-03_03">
                <head> 3. Projektbeschreibung </head>
                <figure xml:id="wdr02_03-03_Abb_01">
                    <graphic height="300px" url="wdr02_03-03_Abb_01.jpg" width="300px"/>
                    <head type="legend">Visueller Auftritt des Projekts
                        <title>Vi-ral-enna</title></head>
                </figure>
                <p> Vi-ral-enna arbeitete daran, comic-relevante Sammlungen, (private) Archive,
                    Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, Buchhandlungen, Bibliotheken und
                    wissenschaftliche Institutionen zu sammeln, als frei zugängliche <ref
                        target="https://www.oegec.com/comic-karte-wien"><term>Comic-Karte
                            Wien</term></ref> via Website der OeGeC sichtbar zu machen und dadurch
                    aufzuzeigen, wie vielfältig Comics in Wien vertreten sind und verhandelt werden.
                    Gleichzeitig sollte durch diese Sammlung ein Vernetzungstool angeboten werden.
                    Dieser letzte Punkt erscheint insofern von besonderer Relevanz, als die Wiener
                    Comic-Szene, wie einleitend beschrieben, verstreut, dezentral organisiert und
                    nicht institutionalisiert ist. Die Pandemie und der damit einhergehende Ausfall
                    von Veranstaltungen, die (temporäre) Schließung von Buchhandlungen sowie die
                    allgemeine (soziale) Isolation verstärkten die Notwendigkeit der Sichtbarmachung
                    und Vernetzung einmal mehr.</p>
                <p> Das Virus hatte über die Motivierung eines solchen Projekts hinaus auch einen
                    grundsätzlichen Einfluss auf die Projektstruktur: Als theoretischer Hintergrund
                    dienten Susanne Ristows Arbeiten zur ‚Kulturvirologie‘<note xml:id="endnote_02"
                            ><p>Vgl. Susanne Ristow (2018): Das Virus als Medium. Virale
                            Interaktionsmodelle in der Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts.
                            Dissertation. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
                            (https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-51887/Das%20Virus%20als%20Medium_Ristow_Final.pdf)
                            sowie Ristows Kunst- und Kulturvermittlungsprojekte
                            (https://susanneristow.com, Zugriff am 31.01.2021).</p></note> und damit
                    der <quote source="#ref_ristow2021-18">Versuch, die Denkfigur des Virus in ihrer
                        Bedeutung für künstlerische Produktionsprozesse und Verbreitungswege von
                        Kultur zu erforschen.</quote>
                    <?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?><ref
                        xml:id="ref_ristow2021-18" type="bibl" rend="brackets" target="#Ristow2021"
                        >Ristow 2021:18</ref> In Anbetracht der Pandemie sollten der
                    pragmatisch-deskriptive Ansatz der <term>Comic-Karte Wien</term> mit dem
                    allgegenwärtigen pathologisierenden, epidemiologisch gedachten ‚Contact Tracing‘
                    kontrastiert werden, virale Comic-(Netz-)Strukturen identifiziert und als
                    Ausgangspunkt für die Reflexion über sozio-politische und kulturkritische
                    Praktiken verwendet werden. Der selbst ‚virale‘ Begriff des ‚Tracing‘ soll
                    solchermaßen quergelesen und re-interpretiert werden – im Sinne eines
                    produktiven, auf die Zukunft ausgerichteten kulturellen Netzwerkens, das just
                    auf Basis der Pandemie neue Methoden und Ansatzpunkte findet. Hier werden auch
                    weitere Projekteinreichungen anschließen. </p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_03-03_04">
                <head> 4. Realisierung </head>
                <p> Für die Realisierung der <term>Comic-Karte Wien</term> bzw. eines ersten
                    Prototyps wurden zuerst die drei DH-Expert*innen Ingo Börner, Linda-Rabea Heyden
                    und Frederik von Reumont zu einem internen Online-Workshop eingeladen. Ihre
                    Expertise – insbesondere in den Bereichen Mapping/Tracing – diente als Grundlage
                    für die Ausarbeitung der Comic-Karte und für die Sammlung weiterer Ansatzpunkte
                    für ein vertiefendes Projekt. Dieser Workshop sicherte den
                    theoretischen/technischen Hintergrund, klärte epistemologische Fragen in
                    Hinblick auf Mapping im engeren und Digital Humanities im weiteren Sinn bzw.
                    ermöglichte Vergleiche mit anderen Projekten – Ingo Börners, Sabine Müllers und
                    Wolfgang Straubs <ref
                        target="https://www.oeaw.ac.at/acdh/projects/atlas-of-the-viennese-avantgardes"
                            ><term>Atlas of the Viennese Avantgardes</term></ref>, Linda -Rabea
                    Heydens Visualisierung geografischer Informationen aus <ref
                        target="https://dhdhi.hypotheses.org/2894">Berlin-Comics</ref> und Frederik
                    von Reumonts Arbeiten auf Grundlage seiner Dissertation <ref
                        target="https://geodidaktik.uni-koeln.de/mitarbeiter-innen/kartograph/frederik-von-reumont"
                            ><title>Using the Potential of Comics and Maps for Conveying
                            Geographical Meaning</title></ref>. </p>
                <p> In einem zweiten Schritt fand ein Vernetzungs-Workshop in der Wiener
                    Buchhandlung Pictopia (unter Einhaltung der zu diesem Zeitpunkt geltenden
                    Corona-Schutzmaßnahmen) mit Angehörigen der österreichischen und insbesondere
                    Wiener Comic-Szene statt: Sebastian Broskwa (Buchhändler), Nicolas Dostal
                    (Verleger), Elisabeth Klar (Comic-Forscherin; Autorin), Christine Koblitz
                    (Kuratorin), Thomas Kriebaum (Kurator; Verleger; Comic-Autor), Renate Mowlam
                    (Comic-Autorin) und Sibylle Vogel (Kuratorin; Verlegerin; Comic-Autorin)
                    diskutierten vor Ort; Barbara M. Eggert (Comic-Forscherin; Comic-Autorin)
                    steuerte Input via E-Mail bei. Das Projekt-Team sammelte relevante Daten auf
                    einem Trello-Board (vgl. <ref type="crossref" target="#wdr02_03-03_Abb_02">Abb.
                        2</ref>) und transponierte die Datenpunkte auf eine erste, analoge
                    Wien-Karte (vgl. <ref type="crossref" target="#wdr02_03-03_Abb_03">Abb.
                        3</ref>).</p>
                <figure xml:id="wdr02_03-03_Abb_02">
                        <graphic url="wdr02_03-03_Abb_02.jpg" width="200px" height="150px"/>
                        <head type="legend">Trello-Board</head>
                    </figure><figure xml:id="wdr02_03-03_Abb_03">
                        <graphic url="wdr02_03-03_Abb_03.jpg" width="300px" height="300px"/>
                        <head type="legend">Analoger Prototyp der <title>Comic-Karte
                            Wien</title></head>
                    </figure>
                
                <p> In einem wieder virtuellen Abschluss-Workshop wurden die Ergebnisse im Rahmen
                    der Nordic Summer University präsentiert und die Comic-Karte sowie die
                    theoretischen Hintergründe und Implikationen mit Kolleg*innen aus dem
                    internationalen Raum diskutiert. Leitfragen waren unter anderem: Welche
                    Auswirkungen haben Lockdown, ‚Physical Distancing‘ und soziale Isolation auf die
                    Comic-Szene und wie können Comics in Zeiten einer Pandemie zugänglich gemacht
                    werden? Welches Potenzial liegt in der Reflexion über die pandemischen
                    Bedingungen? Welche Netzwerke können ausgemacht und sichtbar gemacht werden? Wie
                    können diese dargestellt werden? Wie verhandeln Comics inhaltlich (als <quote
                        source="none">visual witnesses</quote>
                    <?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?><?xml-model href="https://www.univie.ac.at/wdr/schema/wdr.sch" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?><ref
                        xml:id="ref_chute2016-2" type="bibl" rend="brackets" target="#Chute2016"
                        >Chute 2016:2</ref>), strukturell und in Hinblick auf ihre Rezeption
                    Viralität und wie könnte eine Comics-Kultur-Virologie aussehen? </p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_03-03_05">
                <head> 5. Comic-Karte Wien </head>
                <figure xml:id="wdr02_03-03_Abb_04">
                    <graphic url="wdr02_03-03_Abb_04.jpg" width="250px" height="250px"/>
                    <head type="legend"><title>Comic-Karte Wien</title> (gezoomt, kein
                        Filter)</head>
                </figure>
                <p> Die im Zuge des Projekts erstellte, virtuelle <title>Comic-Karte Wien</title>
                    ist als Prototyp bzw. als ‚Work in Progress‘ zu verstehen. In dieser Form wird
                    sie auf dem Webspace der OeGeC gehostet. Die Website verwendet <ref
                        target="https://wordpress.org">Wordpress</ref> als Content Management
                    System. Die Karte sollte sich nahtlos in diese Umgebung einfügen und über das
                    Frontend von Wordpress wart- und erweiterbar sein. Zunächst war angedacht, die
                    gesammelten Orte als <ref target="https://geojson.org">GeoJSON</ref>-Objekte
                    anzulegen und dann mithilfe des Frameworks <ref target="https://leafletjs.com"
                        >Leaflet</ref> eine zugeschnittene Lösung für das Mapping zu erstellen.
                    Aufgrund der engen Zeitbeschränkungen wurde die Karte jedoch mit einem
                    kommerziellen Plugin für Wordpress umgesetzt. Nach einem Auswahlprozess fiel die
                    Wahl auf <ref target="https://www.mapsmarker.com">Maps Marker Pro</ref>.</p>
                <figure
                        xml:id="wdr02_03-03_Abb_05">
                        <graphic url="wdr02_03-03_Abb_05.jpg" width="300px" height="300px"/>
                        <head type="legend">Maps Marker Pro.</head>
                    </figure>
                
                <p> Ausschlaggebend für die Entscheidung war eine Kombination von Features, die den
                    gewünschten Funktionsumfang am besten abdeckt. Maps Marker Pro nutzt Leaflet als
                    Framework. Intern werden Objekte zwar nicht im GeoJSON Format angelegt, das
                    Plugin erlaubt aber Export wie Import über GeoJSON. Nativ unterstützt Maps
                    Marker Pro dynamisches Clustering von Kartenobjekten, frei zuweisbare Icons,
                    Einbettung von Geokodierung über die GoogleMaps API, sowie einfache Einbettung
                    von verschiedenen Kartenanbieter*innen und Tilesets. Insbesondere die Einbindung
                    unterschiedlicher Ebenen erlaubt einen optimalen Workflow. Kartenmarkierungen
                    werden als Objekte angelegt und einer beliebigen Anzahl von Karten zugeordnet
                    (vgl. <ref type="crossref" target="#wdr02_03-03_Abb_05">Abb. 5</ref>). Diese
                    einzelnen Karten können dann als filterbare Ebenen (i. e. Kategorien) in der
                    Gesamtkarte verwendet werden. </p>
                <p> Da die Marker grundsätzlich unabhängig von den Karten sind und diesen beliebig
                    zugeordnet werden können, ergibt sich ein flexibles und pragmatisches System. Es
                    kann etwa ein Marker für das Kartenobjekt „KABINETT Comic Passage“ angelegt
                    werden. Dieser Marker kann dann je nach Notwendigkeit etwa den Karten
                    „Publikation“, „Verein/Kollektiv“ und „Veranstaltungsraum“ zugeordnet werden
                    (vgl. <ref type="crossref" target="#wdr02_03-03_Abb_06">Abb. 6</ref>). In der
                    finalen Karte scheint der Marker dann auf, wenn eine der drei Ebenen ausgewählt
                    wurde. Es können also ohne großen Aufwand beliebige Objekte als Marker angelegt
                    und dann flexibel in die einzelnen Kategorien eingeordnet werden.</p>
                <figure
                        xml:id="wdr02_03-03_Abb_06">
                        <graphic url="wdr02_03-03_Abb_06.jpg" width="200px" height="150px"/>
                        <head type="legend">Marker (Auszug) der <title>Comic-Karte Wien</title> im
                            Wordpress Backend.</head>
                    </figure>
                <p> In der aktuellen Version der Comic-Karte sind insgesamt 63 Objekte als Marker
                    erfasst. Diese Objekte sind 12 Karten zugeordnet, welche, wie beschrieben,
                    einzelne Kategorien darstellen: Buchhandlung (22 zugeordnete Objekte),
                    Bibliothek (6 zugeordnete Objekte), Publikation (6 zugeordnete Objekte), Verlag
                    (5 zugeordnete Objekte), Ausstellungsraum (3 zugeordnete Objekte), Veranstaltung
                    (6 zugeordnete Objekte), Stammtisch (3 zugeordnete Objekte), Café (2 zugeordnete
                    Objekte), Forschung/Ausbildung (8 zugeordnete Objekte), Verein/Kollektiv (7
                    zugeordnete Objekte), Archiv (0 zugeordnete Objekte) sowie Medium (4 zugeordnete
                    Objekte). Obwohl der Kategorie „Archiv“ keine Marker zugeordnet werden konnten,
                    wurde sie angelegt, um just auf diese zentrale Leerstelle der Wiener Comic-Szene
                    hinzuweisen. </p>
                <p> Für die Veröffentlichung wurde eine eigene Seite in Wordpress eingerichtet und
                    die Karte dort eingebettet. Die verwendeten Kartendaten stammen von <ref
                        target="https://www.openstreetmap.org">OpenStreetMap</ref> mit dessen
                    Tileset „Black and White“. Die Icons wurden der <ref
                        target="https://mapicons.mapsmarker.com">„map icons collection“</ref>
                    entnommen, welche an das Plugin Maps Marker Pro angeschlossen ist. </p>
                <p> User*innen können entweder mittels +/- Buttons oder durch Klick auf
                    zusammengefasste Daten-Cluster innerhalb der Karte zoomen und erhalten je nach
                    Zoomstufe unterschiedlich detaillierte Informationen. Beim Hovering über die
                    einzelnen Icons wird bereits der Titel des Objekts angezeigt; der Klick auf das
                    Icon öffnet dann alle weiteren erfassten Informationen (derzeit v.a.
                    Kontaktdaten). Außerdem ist das Filtern nach Kategorien per Pop-up-Fenster am
                    rechten, oberen Bildrand möglich: Hier können einzelne oder alle Kategorien aus-
                    oder abgewählt werden, sodass auf einen Blick z.B. alle Bibliotheken mit
                    Comic-Schwerpunkt angezeigt werden (vgl. <ref type="crossref"
                        target="#wdr02_03-03_Abb_07">Abb. 7</ref>). </p>
            </div>
            <div xml:id="wdr02_03-03_06">
                <head> 6. Weitere Arbeitsschritte und Ausblick</head>
                
                    <figure xml:id="wdr02_03-03_Abb_07">
                        <graphic url="wdr02_03-03_Abb_07.jpg" width="250px" height="250px"/>
                        <head type="legend"><title>Comic-Karte Wien</title> (Filter:
                            Bibliotheken)</head>
                    </figure>
                
                <p> Der erstellte Prototyp der <title>Comic-Karte Wien</title> soll als
                    Ausgangspunkt für ein umfassenderes Projekt dienen, für das Förderungen
                    eingeholt werden. Ziel dieses Projektes ist ein Tool, das Verbindungen,
                    Überschneidungen und Entwicklungen einzelner Vertreter*innen, Institutionen und
                    Veranstaltungen der österreichischen Comic-Szene darstellbar, nachvollziehbar
                    und recherchierbar macht. </p>
                <p> Zum Teil lässt sich dieses Ziel über die Ausdifferenzierung der Comic-Karte
                    erreichen. Die erfassten Marker müssen kontinuierlich aktualisiert, noch nicht
                    erfasste Orte hinzugefügt und der insgesamt erfasste Raum über Wien hinaus
                    erweitert werden. Bereits im Workshop in der Buchhandlung Pictopia wurden
                    dahingehend Möglichkeiten des ‚Crowdsourcing‘ diskutiert. Wie kann das
                    Netzwerk-Wissen der Akteur*innen möglichst umfassend und nachhaltig eingebracht
                    werden? Wie müsste ein solcher Prozess begleitet/moderiert werden? Angestrebt
                    wird auch die Einbindung einer Zeitachse, über die eine Entwicklung der
                    österreichischen Comic-Szene mit Auftauchen und Verschwinden von Markern
                    abhängig vom gewählten Datum sichtbar wird. </p>
                <p> Wie die Diskussionen im Rahmen der Nordic Summer University gezeigt haben, muss
                    die Comic-Karte jedoch um andere Visualisierungsstrategien ergänzt werden. So
                    sind etwa Einzelpersonen – insbesondere lebende Einzelpersonen – in der
                    derzeitigen Version der Comic-Karte unter Einhaltung des Datenschutzes kaum
                    erfassbar. Es liegt zwar eine Sammlung zentraler Vertreter*innen der
                    österreichischen Comic-Szene vor, die während der Arbeit an der Comic-Karte
                    erstellt wurde, diese ist aber nur intern zugänglich. Ebenso erfasst die Karte
                    derzeit nur räumliche Relationen zwischen einzelnen Objekten. Ob etwa Verlage
                    und Kollektive zusammenarbeiten, oder ein Vertrieb bestimmte Comicbuchläden
                    beliefert, lässt sich derzeit nicht nachvollziehen. Auch nicht-kartografisch
                    erfassbare Objekte (etwa wandernde Festivals oder virtuelle
                    Comic-Veranstaltungen), Ambiguität von Daten oder Unsicherheiten von Relationen
                    werden momentan nicht verzeichnet. Um diese und weitere Zusammenhänge abbilden
                    zu können, gleichzeitig aber Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Daten zu
                    gewährleisten, wird es mittelfristig notwendig sein, Objekte und ihre Attribute
                    zunächst abseits der Comic-Karte zu erfassen und nachgelagert für diese
                    Objekttypen adäquate (z.B. Netzwerk-)Visualisierungen zu finden. </p>
                <p> Ebenso steht eine ausführliche theoretische Kontextualisierung noch aus. Die
                    intensiven Diskussionsprozesse, die als Vor- wie Nacharbeit beim Erstellen der
                    Karte geleistet wurden, sind noch nicht ausgearbeitet bzw. publiziert. Dies
                    betrifft einerseits die bereits angesprochene theoretische Konzeptualisierung in
                    Hinblick auf Kulturvirologie. Andererseits ist es nötig zu reflektieren, wie mit
                    Hegemonialität und gleichzeitiger Subjektivität einer Karte umzugehen ist, die
                    den Anspruch hat, einen möglichst umfassenden Überblick über das Themengebiet zu
                    geben: Welche epistemologischen und macht-theoretischen Fragen müssen hier
                    reflektiert werden? Welches Wissen wird hier wie (re-)produziert? Wie muss mit
                    Leerstellen, aber auch bewussten Aussparungen (etwa rechtsradikaler
                    Comic-Akteur*innen) umgegangen werden? Wie können diese Reflexionen in die Karte
                    selbst einfließen? </p>
                <p> Zuletzt erscheint es zentral, die österreichische Comic-Szene auch zukünftig in
                    Gestaltung, Erhalt und Bewerbung des Projektes einzubeziehen. So wäre es zum
                    Beispiel möglich, individuelle Karten einzelner Akteur*innen – wie etwa von
                    Comic-Künstler*innen oder Journalist*innen – zu veröffentlichen. Dies wäre zudem
                    eine Möglichkeit, um den hegemonialen Anspruch der Comic-Karte nicht nur
                    theoretisch, sondern auch praktisch infrage zu stellen. So kann letztlich das
                    ‚Dazwischen‘ der österreichischen Comic-Szene produktiver Ausgangs- wie Endpunkt
                    sein und so werden die Akteur*innen, Orte und Tätigkeiten dieser Szene
                    ‚virulent‘. </p>
            </div>
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