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            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">Peter Handke: Notizbücher (1976–1979)</title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Eine digitale Edition im Entstehen</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Johanna</forename>
                        <surname>Eigner</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Nationalbibliothek</affiliation>
                    <email>johanna.eigner@onb.ac.at</email>
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Christiane</forename>
                        <surname>Fritze</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Wienbibliothek im Rathaus</affiliation>
                    <email>Christiane.Fritze@wien.gv.at</email>
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Vanessa</forename>
                        <surname>Hannesschläger</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Deutsches Literaturarchiv Marbach</affiliation>
                    <email>Vanessa.Hannesschlaeger@dla-marbach.de</email>
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Christoph</forename>
                        <surname>Steindl</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Nationalbibliothek</affiliation>
                    <email>christoph.steindl@onb.ac.at</email>
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Martina</forename>
                        <surname>Bürgermeister</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Nationalbibliothek</affiliation>
                    <email>martina.buergermeister@onb.ac.at</email>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2022</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-03-03-02</idno>
                <idno type="URL"/>
            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">3</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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            <langUsage>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Peter Handke</term>
                    <term xml:lang="">Notizbücher</term>
                    <term xml:lang="de">Digitale Edition</term>
                </keywords>
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    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Peter Handkes Notizbücher stellen einen großen, bisher unveröffentlichten
                    Werkkomplex dar, dessen Erschließung für die Handke-Forschung unumgänglich ist.
                    Der Beitrag präsentiert das Vorhaben einer digitalen Edition von 22 Notizbüchern
                    ab dem Jahr 1976, an denen der Übergang von reinen Zwecknotizen zum Notieren als
                    poetische Praxis nachvollzogen werden kann. Der Beitrag bietet Einblicke in die
                    Umsetzung der digitalen Edition, eine Einführung in vorangegangene verwandte
                    Projekte sowie in die Ausgangslage des aktuellen Projekts und stellt einen
                    Ausblick auf potenzielle Auswertungen, Analysen und Visualisierungen des
                    entstehenden Datencorpus dar.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>Peter Handke’s notebooks are a large, hitherto unpublished part of his oeuvre
                    which Handke research cannot ignore. The contribution presents the project of a
                    digital edition of 22 notebooks dating from 1972 onwards, which enable the
                    reader to trace the transition from purely purposeful notes to notes as a poetic
                    practice. The contribution offers insights into the implementation of the
                    digital edition, an introduction to previous related projects, and the baseline
                    of the current project, and outlines a forecast to potential analyses and
                    visualizations of the emerging data set. </p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr03_03-02_01">

                <p>Nicht erst seit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2019 wird
                    das Werk des österreichischen Schriftstellers Peter Handke rege beforscht. Schon
                    seit vielen Jahren beschäftigt sich die Literaturwissenschaft mit den formal
                    komplexen Texten und ihrem Verfasser. Das die Entstehung von Handkes Arbeiten
                    begleitende Werkmaterial stellt dabei die zentrale Quelle für die
                    wissenschaftliche Reflexion dar. Eine herausragende Stellung nehmen insbesondere
                    die Notizbücher Peter Handkes ein, die nicht nur die Werkgenesen dokumentieren,
                    sondern auch die täglichen Wahrnehmungen des Autors festhalten und so den
                    Schlüssel zum Verständnis seiner Poetik bilden.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_02">
                <head>1. Das Projekt <hi rend="italic">Peter Handke Notizbücher. Digitale Edition</hi></head>
                <p>Aus diesem Grund widmet sich das vom FWF und der DFG geförderte Projekt
                        <title>Peter Handke Notizbücher. Digitale Edition</title> unter der Leitung
                    von Bernhard Fetz (Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek) und
                    Ulrich von Bülow (Deutsches Literaturarchiv Marbach) nun der Erschließung dieser
                    Materialien. Mit dem Literaturarchiv sowie der Abteilung für Forschung und
                    Entwicklung der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Deutschen
                    Literaturarchiv Marbach wird es von jenen beiden Institutionen umgesetzt, die
                    die insgesamt größten Sammlungen zu Peter Handke besitzen. Von den aktuell
                    bereits in Archiven befindlichen 372 Notizbüchern Handkes, von denen 75
                    öffentlich einsehbar sind, werden im Projekt 22 Stück digital ediert. Dafür
                    wurden die Exemplare aus den Jahren 1976 bis 1979 gewählt, anhand derer der
                    Beginn der Handke’schen Notiertätigkeit (bzw. der Übergang von reinen
                    Zwecknotizen zum Notieren als poetischer Praxis) nachvollzogen werden kann. So
                    wird im Zeitraum von drei Jahren (2021–2024) eine vollwertige digitale Edition
                    nach gängigen Community-Standards entstehen, die in zukünftigen Projekten um die
                    weiteren Notizbücher Handkes ergänzt werden kann.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_03">
                <head>2. Die Forschungsplattform Handke<hi rend="italic">online</hi> als
                    Ausgangspunkt</head>
                <p>Bei der Erschließung umfangreicher Bestände bedeutender Schriftsteller*innen
                    leisten Archive unverzichtbare Arbeit. Sie sind in der Regel die ersten, die das
                    Material in einer objektiven Struktur nach bibliothekarischen Regeln (<ref
                        type="bibl" target="#RNAB">vgl. RNAB</ref>) erfassen und so einer
                    systematischen Suche zugänglich machen. Das gilt auch für das Werkmaterial Peter
                    Handkes, das in eigenen Beständen und umfangreichen Leihgaben vor allem im
                    Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und am Deutschen
                    Literaturarchiv Marbach liegt. Kleinere Bestände befinden sich aber auch im
                    Schweizerischen Literaturarchiv, im Literaturarchiv Salzburg, im Robert-Musil-Institut für Literaturforschung/Kärntner
                    Literaturarchiv, Klagenfurt, und an weiteren Orten. Ein Überblick, der die so
                    verstreuten Daten über dieses Werkmaterial zusammenführt, ist daher eine
                    unverzichtbare Grundlage für die Handke-Forschung.</p>
                <p>Die von der Österreichischen Nationalbibliothek gehostete Forschungsplattform
                        Handke<hi rend="italic">online</hi> (<ref
                        target="https://handkeonline.onb.ac.at/"
                        >https://handkeonline.onb.ac.at/</ref>), die ebenfalls im Rahmen eines
                    FWF-geförderten Projekts in den Jahren 2011–2015 entstand, kommt dem nach. Als
                        <q rend="double-qm">virtuelles Archiv</q> (<ref type="bibl"
                        target="#HandkeonlineA">Handkeonline a</ref>) versammelt Handke<hi
                        rend="italic">online</hi> physisch verstreute Bestände, nach Werken
                    gruppiert. Das Material wird auf der Plattform verzeichnet und teilweise mit
                    Beispielscans illustriert, nicht jedoch ediert.</p>
                <p>Auch die Notizbücher wurden auf Handke<hi rend="italic">online</hi> bereits in
                    einem Modul mit Metadaten und detaillierten Beschreibungen erfasst. Neben diesen
                    Informationen ist auch die umfangreiche Bibliographie der Primär- und
                    Sekundärliteratur ein wichtiger Ausgangspunkt für die digitale Edition der
                    Notizbücher. Das hier beschriebene Projekt greift daher den in Handke<hi
                        rend="italic">online</hi> zu den Notizbüchern bereits vorhandenen
                    Datenbestand auf und schafft auf dieser Basis eine neue Ressource, die der
                    Handke-Forschung dank zeitgemäßer Formate und Technologien neue Möglichkeiten
                    eröffnet.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_04">
                <head>3. Die Notizbücher</head>
                <p><quote source="#ref_Bülow2018-5">[Peter Handke:] Ich nehme, was kommt. Nur keine
                        Moleskine. Manchmal sogar Moleskine, wenn sonst nichts da ist.</quote> (<ref
                        xml:id="ref_Bülow2018-5" type="bibl" target="#Bülow2018">Bülow 2018:
                    5</ref>) </p>
                <p>Die Notizbücher Peter Handkes stellen einen großen, bisher unveröffentlichten
                    Werkkomplex dar, der einen tiefen Einblick in ein wichtiges Arbeitsmittel
                    Handkes ermöglicht (<ref type="bibl" target="#Pektor2019">vgl. Pektor 2019:
                        255</ref>). Für die Handke-Forschung ist dieser Blick in die unredigierten,
                    rohen Notizen unumgänglich. Sie geben nicht nur Aufschluss über sein Arbeiten
                    und sein poetologisches Verständnis von Literatur und Sprache, sondern verhelfen
                    mit ihren zahlreichen Werknotizen und intertextuellen Verweisen auch zu einem
                    tieferen und umfassenderen Verständnis seines Werkes. </p>
                <p>Peter Handkes Notizbücher unterscheiden sich in ihrer Größe und Form sowie ihrem
                    Aussehen und Umfang voneinander. Sie sind <quote source="#ref_Bülow2009-239a"
                        >niemals größer als DIN-A6</quote> (<ref xml:id="ref_Bülow2009-239a"
                        type="bibl" target="#Bülow2009">Bülow 2009: 239</ref>) und <quote
                        source="#ref_Kepplinger-Prinz2012-7">materielle Zeugen des
                        Unterwegsseins.</quote> (<ref xml:id="ref_Kepplinger-Prinz2012-7"
                        type="bibl" target="#Kepplinger-Prinz2012">Kepplinger-Prinz/Pektor 2012:
                        7</ref>) Stellenweise findet man in ihnen verschwommene Tinte und
                    unleserliche Stellen. Außerdem <quote source="#ref_Kepplinger-Prinz2012-7f"
                        >enthalten [sie] gefundene Objekte, Schnipsel, Blätter, Blumen, Fotos,
                        eingeklebte Bilder.</quote> (<ref xml:id="ref_Kepplinger-Prinz2012-7f"
                        type="bibl" target="#Kepplinger-Prinz2012">ebd.: 7f.</ref>) Der Blick in die
                    Notizbücher ermöglicht gleichzeitig einen Blick in den Arbeitsprozess Peter
                    Handkes. Zahlreiche Markierungen und Kommentierungen weisen auf eine intensive
                    und wiederholte Beschäftigung Handkes mit seinen Notizen hin (<ref type="bibl"
                        target="#Pektor2019">vgl. Pektor 2019: 264</ref>). </p>
                <p>Die frühen Notizbücher aus den Jahren 1971 und 1972 werden im aktuellen
                    Editionsprojekt nicht berücksichtigt, ediert werden 22 Notizbücher ab dem Jahr
                    1976. An ihnen kann der Übergang der Handke’schen Notiertätigkeit von reinen
                    Zwecknotizen zum Notieren als poetische Praxis nachvollzogen werden. Denn <quote
                        source="#ref_Pektor2017-146">[a]b 1975/76 zeichnet sich eine Veränderung in
                        Handkes Arbeitsweise ab. Zwei Notizbücher zur Filmerzählung <title>Die
                            linkshändige Frau</title> dokumentieren, wie sich in die werkbezogenen
                        Notizen Aufzeichnungen mischen, die nicht für die Erzählung benötigt wurden
                        – <q rend="single-qm">zweckfrei</q> sind.</quote> (<ref
                        xml:id="ref_Pektor2017-146" type="bibl" target="#Pektor2017">Pektor 2017:
                        146</ref>)</p>
                <p>Diese Veränderung geht einher mit dem Beginn von Handkes Vorbereitung für das
                    Tetralogie-Großprojekt <title>Langsame Heimkehr</title>, das eine Wende in
                    Handkes Poetik bedeutet (<ref type="bibl" target="#Höller2007">vgl. Höller 2007:
                        84</ref>). Der Editionszeitraum umfasst nicht nur die Entstehung der
                    gleichnamigen Erzählung, sondern auch die Zeit, in der jene Notizen entstanden,
                    die im ersten Journalband <title>Das Gewicht der Welt </title>veröffentlicht
                    wurden. Mit Handkes <q rend="single-qm">Sesshaftwerdung</q> in Salzburg 1979 zum
                    Zeitpunkt, als seine Tochter in das Gymnasium eintritt, endet für ihn eine
                    Periode des Unterwegs-Notierens und auch der dem Projekt gegenständliche
                    Zeitraum. </p>
                <p>Während die Notizbücher Handkes im Allgemeinen noch unveröffentlicht sind (<ref
                        type="bibl" target="#HandkeonlineB">vgl. Handkeonline b</ref>), wurden Teile
                    seiner Notizen bereits in sieben Journalen und einem auszugsweise faksimilierten und
                    edierten Notizbuch publiziert (Das Gewicht der Welt [1977], Die Geschichte des
                    Bleistifts [1982], Phantasien der Wiederholung [1983], Am Felsfenster morgens
                    [1998], Gestern unterwegs [2005], Ein Jahr aus der Nacht gesprochen [2010],
                    Notizbuch [2015], Vor der Baumschattenwand nachts [2016]).</p>
                <p>In den Journalen wurden private Notizen, Zitate, etc. weitgehend ausgespart. Vor
                    allem auch das Fehlen der Werknotizen, die Handke nicht in seine Journale
                    übernommen hat (<ref type="bibl" target="#Pektor2019">vgl. Pektor 2019:
                        266</ref>), macht eine Auseinandersetzung mit den originalen Notizbüchern
                    für Handke-Forscher*innen unerlässlich. In der digitalen Edition soll dies nun
                    bald möglich sein. Sie soll der Komplexität der Notizbücher in ihrer
                    Vielseitigkeit und Materialität gerecht werden und stellt sich der editorischen
                    Herausforderung, die das Medium Notizbuch mit sich bringt.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_05">
                <head>4. Modellierung und Codierung</head>
                <p>Die digitale Edition wird entsprechend den TEI P5 Guidelines for Electronic Text
                    Encoding and Interchange (<ref type="bibl" target="#TEI">TEI Consortium
                        2021</ref>) im XML-Datenformat codiert. Das nach den Regeln der TEI
                    Guidelines modellierte Schema besteht aus einem für alle digitalen Editionen an
                    der Österreichischen Nationalbibliothek, in Teilen vom DTA-Basisformat (<ref
                        type="bibl" target="#DTABf">DTABf 2011–2020</ref>) abgeleiteten Basisschema
                    und einer jeweils projekteigenen Spezifikation. Es soll hier nicht
                    vollumfänglich vorgestellt werden, da die grundlegenden Auszeichnungen ohnehin
                    in den TEI Guidelines nachzulesen sind und die projektspezifische Customization
                    aktuell noch in Entwicklung ist. Stattdessen werden einzelne interessante
                    Phänomene aus den Notizbüchern aufgegriffen und die vom Projektteam gewählten
                    Ansätze zu ihrer semantischen Erfassung beschrieben.</p>
                <p>
                    <hi rend="italic">Der <q rend="double-qm">Orts-Schriftsteller</q> Peter
                        Handke – über die Schwierigkeit des Codierens von Orten und
                        Reisebewegungen</hi>
                </p>
                <p>Im Rahmen der Entwicklung des Datenmodells ist vor allem ein Themenkomplex von
                    besonderer Bedeutung: die Codierung der Orte. Orte nehmen in Leben, Werk und der
                    Poetik Peter Handkes eine wichtige Rolle ein (<ref type="bibl"
                        target="#HandkeonlineC">vgl. Handkeonline c</ref>).</p>
                <p>Peter Handke wechselte einerseits häufig seine Wohnorte und reist(e) andererseits
                    viel. Geboren in Griffen und zur Schule gegangen in Tanzenberg und Klagenfurt,
                    wohnte er außerdem in Berlin, Kronberg, Paris Auteuil, Clamart und Salzburg. Ab
                    1987 befand er sich auf einer fast dreijährigen Weltreise (<ref type="bibl"
                        target="#Pektor2017">vgl. Pektor 2017: 196</ref>), ehe er in Chaville bei
                    Paris ein Haus erwarb, das er seither bewohnt. Die verschiedenen Wohnortswechsel
                    sind in den Notizbüchern gut nachvollziehbar, notierte Handke doch auf den
                    Vorsatzblättern häufig Kontaktadressen.</p>
                <p>In den Notizbüchern sind <quote source="#ref_Bülow2009-239b">[d]ie meisten
                        Eintragungen […] lokalisiert, manchmal wechseln die Ortsangaben im Verlauf
                        eines Tages.</quote> (<ref xml:id="ref_Bülow2009-239b" type="bibl"
                        target="#Bülow2009">Bülow 2009: 239</ref>) Handke vermerkte bei vielen
                    Notizen ihren Entstehungsort oder den Ort, auf den sie sich beziehen, indem er
                    ihn in Klammern neben die Aufzeichnungen hinzufügte. Lokalisiert sind auch viele
                    sich in den Notizbüchern befindende Zeichnungen Peter Handkes, die Landschaften,
                    Orte oder Beobachtungen festhalten. Handkes Zeichnungen sind nicht nur in den
                    Text eingeflochtene ästhetische Kunstwerke, sondern <quote
                        source="#ref_Bülow2009-243">erweisen sich oft als zentrale Vorarbeiten für
                        seine Werke.</quote> (<ref xml:id="ref_Bülow2009-243" type="bibl"
                        target="#Bülow2009">ebd.: 243</ref>) </p>
                <p>Wichtig für das Verständnis von Peter Handkes Werk sind aber auch seine
                    zahlreichen Reisen, die ab 1976 in den Notizbüchern dokumentiert sind (<ref
                        type="bibl" target="#Pektor2017">vgl. Pektor 2017: 196</ref>). Während
                    seiner Reisen notierte Handke zahlreiche Beobachtungen, Wahrnehmungen und
                    Eindrücke, die sich konkret auf bestimmte Orte beziehen und in sein Werk
                    einflossen. Die von Peter Handke beschriebenen Orte sind vielfältig, er notiert
                    nicht nur Länder, Städte, Dörfer oder Straßennamen, sondern beschreibt auch
                    Landschaften, Flüsse, Berge und <q rend="single-qm">Örtlichkeiten</q> wie z.B.
                    Gasthäuser oder Kirchen. Auch viele dieser Örtlichkeiten finden sich in mehr
                    oder minder fiktionalisierter Form in seinen Texten wieder. </p>
                <p>Die Verschachtelung von Orten, Motiven, Reisen, Biographie und literarischen
                    Werken stellt eine große Herausforderung an die Modellierung und
                    TEI-Schemaentwicklung dar. Für die Erfassung werden alle Orte im inline markup
                    als „referencing string“ (rs) codiert, mittels <att>type</att>="place"
                    klassifiziert und so ins Register verlinkt. (Analog werden auch Personen,
                    Institutionen, usw. mit <gi>rs</gi>
                    <att>types</att> „person“, „org“, usw. behandelt.) Derzeit vorgesehen ist, dass
                    zusätzlich mithilfe des Attributs <att>subtype</att>="writing_place" jene Orte
                    gekennzeichnet werden, die Peter Handke nicht nur erwähnt hat, sondern an denen
                    die Notizbücher tatsächlich entstanden. </p>
                <p>In einer eigenen Registerdatei werden alle Orte detailliert erfasst. Angeführt
                    werden sie in <gi>placeName</gi>; in der jeweiligen Landessprache bzw. den
                    Landessprachen. Die Orte, die auch einen deutschen Namen haben, obwohl Deutsch
                    keine Verwaltungssprache des Landes ist, in dem sie sich befinden (z.B.
                    Venedig), erhalten einen <gi>addName</gi>. Als Zusatzinformationen werden die
                    Koordinaten angegeben und die Orte mit externen Normdaten verlinkt. Dank eines
                    Querverweissystems ist es möglich, auch historische Orte wie etwa von Peter
                    Handke bereiste und benannte Staaten, die heute nicht mehr in dieser Form
                    existieren (Jugoslawien, BRD, DDR) abzubilden, diese aber auch unter den Namen
                    ihrer Nachfolgestaaten auffindbar zu halten. Durch die semantische Auszeichnung
                    der Orte im Notizbuchtext und Verknüpfung mit dem Index erlaubt die digitale
                    Edition u.a. Aufschluss darüber, in welchen Notizbüchern und Werken bestimmte
                    Orte genannt sind. Aufgrund der weiteren Typisierung der Ortsnennungen in der
                    Transkription mit <att>subtype</att> gibt das Register genauso wie die
                    Metadatenansicht des jeweiligen Notizbuchs Auskunft darüber, welche Orte Handke
                    auf seinen Reisen besuchte. Zusätzlich können sich die Editor*innen zu jedem
                    Eintrag im Ortsregister für eine umfassende verbale Kommentierung entscheiden.
                    Die Datenstruktur der Indexeinträge wurde für den Prototypen der Edition wie
                    folgt umgesetzt:</p>

                <figure xml:id="wdr03_03-02_Abb_01">
                    <graphic url="wdr03_03-02_Abb_01.jpg" width="330px" height="110px"/>
                    <head type="legend"/>
                </figure>

                <p>Unterteilt werden die Orte und Geographika mithilfe des Vokabulars des Getty Art
                    and Architecture Thesaurus (AAT) in <q rend="double-qm">open_space</q>, <q
                        rend="double-qm">inhabited_place</q>, <q rend="double-qm">country</q>, <q
                        rend="double-qm">region</q>, <q rend="double-qm">landform</q>, <q
                        rend="double-qm">body_of_water</q> und <q rend="double-qm"
                    >built_complex</q>. Die von Handke zahlreich beschriebenen und besuchten
                    Gasthäuser, Kirchen, usw. werden als <q>single_built_work</q> im Register
                    erfasst. Die <q rend="double-qm">Wohnorte</q> Peter Handkes werden ebenso
                    mittels <att>type</att>="home" angegeben. In Kurzkommentaren (<gi>note</gi>)
                    können zusätzliche Informationen über die Bedeutung einzelner Orte erfasst
                    werden. </p>
                <p>Eine endgültige Codierung der Reisebewegungen Peter Handkes steht noch nicht
                    fest, nachgedacht wird über die Modellierung seiner Reisen als Ereignisse. Eine
                    Codierung der Ortsaufenthalte könnte dann wie folgt aussehen:</p>
                
                <figure xml:id="wdr03_03-02_Abb_02">
                    <graphic url="wdr03_03-02_Abb_02.jpg" width="330px" height="68px"/>
                    <head type="legend"/>
                </figure>

                <p>Ergänzt werden die Ereignisse im Index wiederum mit einer editorischen Notiz
                        (<gi>note</gi>), die zusätzliche Informationen über Reisen und
                    Ortsaufenthalte Peter Handkes gibt. Die Visualisierung der Reisebewegungen
                    Handkes stellt eine besondere Herausforderung dar. Da sich die digitale Edition
                    noch in der Prototypen-Phase befindet, gibt es in diesem Zusammenhang bisher
                    keine endgültigen Lösungen. Angedacht ist eine visuelle Darstellung der
                    Reiserouten Peter Handkes in Form einer Time-Map, die die einzelnen Stationen
                    seiner Reise- und Wanderrouten nachvollziehen lässt.</p>
                <p>Die Visualisierung soll die Wichtigkeit einzelner Orte für die Entstehung von
                    Handkes Texten, aber auch ihre Bedeutung als Gegenstand von Handkes Werken
                    veranschaulichen und ebenso Rückschlüsse von Schauplätzen auf reale Orte erleichtern. Die
                    skizzierte komplexe Datenlage der zahlreichen Orte in Notizen und Werk Peter
                    Handkes und ihre Verknüpfung mit Werk und Biographie streicht die Bedeutung von
                    Visualisierungen, die nicht nur Illustration sein, sondern auch als Erkenntnis-
                    und Analyseinstrument dienen sollen, heraus. Qualitativ hochwertige Daten und
                    adäquate Werkzeuge für ihre Verarbeitung, wie sie das Editionsprojekt
                    entwickelt, sind daher eine unverzichtbare Ressource für künftige
                    Handke-Forscher*innen.</p>
                <p>
                    <hi rend="italic">Handke in Babylon, oder: Notizen in mehreren Sprachen</hi>
                </p>
                <p>Peter Handke beherrscht und beschäftigt sich mit vielen unterschiedlichen
                    Sprachen (<ref type="bibl" target="#Hannesschläger2019">vgl. Hannesschläger
                        2019</ref>). Das spiegelt sich auch in seinen Notizen wider. In den
                    Notizbüchern des Projektzeitraums finden sich etwa Lektürenotizen auf Englisch
                    oder Altgriechisch, slowenische und französische Vokabelsammlungen oder
                    englische Notizen während eines USA-Aufenthalts von in der Umgebungssprache
                    Gehörtem oder Gelesenem (um eine unvollständige Auswahl von Beispielen zu
                    nennen). Während die <q rend="single-qm">eigenen</q> Gedanken zwar zum
                    allergrößten Teil auf Deutsch festgehalten werden, ist dem Autor der
                    selbstverständliche Wechsel der Notiersprache (das <quote
                        source="#ref_Gramling2017-41">Code-Switching</quote>, <ref
                        xml:id="ref_Gramling2017-41" type="bibl" target="#Gramling2017">Gramling
                        2017: 41</ref>) doch eine alltägliche Praxis. Das Editionsteam hat daher
                    schon in einem frühen Projektstadium begonnen, sich mit der Frage zu
                    beschäftigen, wie diese Vielsprachigkeit des Materials in der Codierung
                    abgebildet werden kann. Dabei ist das Ziel einerseits, ein für die Darstellung
                    in der digitalen Edition passendes und auch für etwaige Indices zum Vorkommen
                    von Sprachen verwendbares Schema zu entwickeln. Andererseits soll die Codierung
                    verschiedene Auswertungen ermöglichen. </p>
                <p>Die vorgeschlagene Lösung, die Ersteres bieten kann, wird im Folgenden erklärt.
                    Letzteres Anliegen ist jedoch noch nicht umfassend berücksichtigt, denn für eine
                    Auswertung der Daten muss erst die Frage geklärt werden, was genau dabei
                    untersucht werden soll und auf welche Weise. Ein Beispiel: Will man etwa die
                    Häufigkeit des Vorkommens anderer Sprachen messen, so kann man entweder die
                    Textstellen, oder aber die einzelnen Wörter in den verschiedenen Sprachen
                    zählen. Das wird zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. Dazu kommt die
                    Frage, ob fremdsprachige Zitate aus Werken Dritter zu zählen sind oder nicht.
                    Die Gestaltung der Auswertung, und daher auch die diese Auswertung ermöglichende
                    Codierung, hängt somit direkt von der konkreten Forschungsfrage ab, die die
                    Auswertung beantworten helfen soll. </p>
                <p>Nicht-deutschsprachige Wörter treten in den Notizbüchern vor allem als
                    Vokabelpaar-Notizen auf, die entweder einzeln oder in Listen festgehalten
                    werden. Andererseits werden einzelne anderssprachige Wörter fallweise
                    übernommen, um etwa das entsprechende deutsche Wort in den Notizen eine Weile
                    lang zu ersetzen. Das geschieht etwa auf einer Slowenien-Reise Handkes, während
                    der er die Gasthäuser meist mit dem slowenischen Begriff <hi rend="italic"
                        >gostilna</hi> bezeichnet: <quote source="#ref_Handke015">dann in der
                        gostilna ,Črna prst‘ (schwarze Erde), fast noch dampfend vom
                        (Angst)Schweiß</quote> (<ref xml:id="ref_Handke015" type="bibl"
                        target="#Handke015">NB015</ref><note xml:id="endnote_01">
                        <p>Die Notizbücher Peter Handkes werden in diesem Text unter Angabe der
                            jeweiligen Nummer entsprechend der Zählung des Deutschen
                            Literaturarchivs Marbach und der von Handke selbst in den Notizbüchern
                            eingetragenen Seitenzahl zitiert.</p></note>: 122). In diesem Beispiel
                    findet man neben der Substitution des deutschen durch ein slowenisches Wort ein
                    weiteres Phänomen: Der slowenische Name des Gasthauses wird festgehalten und
                    seine deutsche Übersetzung notiert. Es wird in diesem Beispiel also ein
                    Eigenname so behandelt wie sonst Vokabeln (z.B. auf derselben Notizbuchseite: <q
                        rend="double-qm">Bachrauschen vor der gostilna (sir = Käse)</q>). </p>
                <p>Folgende Codierung wird zum Erfassen der Mehrsprachigkeit zum Einsatz
                    gebracht:</p>
                <figure xml:id="wdr03_03-02_Abb_03">
                    <graphic url="wdr03_03-02_Abb_03.jpg" width="400px" height="46px"/>
                    <head type="legend"/>
                </figure>

                <p>Durch die Kennzeichnung mittels <gi>foreign</gi> und das
                    <att>xml:lang</att>-Attribut wird die Identifikation aller nicht-deutschen
                    Textanteile ermöglicht. In jenen Fällen, wo Handke selbst die Übersetzung
                    anderssprachiger Textteile notiert, kann diese dank der Kennzeichnung mittels
                        <gi>gloss</gi> und dem <att>type</att>-Attribut markiert werden; dank
                        <att>xml:id</att> und <att>target</att> können Vokabel und Übersetzung
                    einander zugeordnet werden. Fremdsprachige Textstellen, die vom Autor
                    unübersetzt bleiben, erhalten ebenfalls eine <att>xml:id</att> und können dank
                    dieser im Stellenkommentar von den Editor*innen übersetzt werden. Auch
                    Anmerkungen zu willentlichen oder unwillentlichen <q rend="double-qm"
                        >Falschübersetzungen</q> werden dort angefertigt. Dieselbe Vorgehensweise
                    kann auch für längere anderssprachige Textpassagen und ihre Übersetzungen
                    eingesetzt werden, wodurch ein einheitliches und schlankes Schema entsteht.
                    Ebenso ist diese Codierlösung für Notizen einsetzbar, in denen eine Vokabel
                    nicht ins Deutsche, sondern in eine andere Sprache übersetzt wird oder überhaupt
                    in derselben Fremdsprache ein Synonym notiert wird. Ein solches Beispiel findet
                    sich in einer französischen Vokabelliste im Notizbuch 004: </p>
                <cit>
                    <quote source="#ref_Handke004-99"> boutarde – Geistesblitz <lb/>morne trübe,
                        düster <lb/>morose griesgrämig <lb/>pandore flic <lb/>un brin ein bisschen
                            (<ref xml:id="ref_Handke004-99" type="bibl" target="#Handke004">NB004,
                            99</ref>) </quote>
                </cit>

                <p>Die gewählte Codierlösung ermöglicht auch das Erfassen der Synonyme <hi
                        rend="italic">pandore</hi> und <hi rend="italic">flic</hi> (Polizist), die
                    in dieser ansonsten Deutsch-Französisch gehaltenen Vokabelliste festgehalten
                    wurden. Hier wird zusätzlich zu <gi>gloss</gi> ein zweites Mal der
                        <gi>foreign</gi>-Tag vergeben, um alle nicht-deutschsprachigen Textteile für
                    spätere Auswertungen berücksichtigt zu haben.</p>

                <figure xml:id="wdr03_03-02_Abb_04">
                    <graphic url="wdr03_03-02_Abb_04.jpg" width="400px" height="38px"/>
                    <head type="legend"/>
                </figure>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_06">
                <head>5. Technische Umsetzung der digitalen Edition</head>
                <p>Um die digitale Edition selbst sowie die entstehenden Forschungsergebnisse
                    langfristig zur Verfügung stellen zu können, wird die Edition innerhalb der
                    Nachhaltigen Infrastruktur für digitale Editionen der Österreichischen
                    Nationalbibliothek umgesetzt. Diese Infrastruktur nutzt das an der Universität
                    Graz entwickelte Geisteswissenschaftliche Asset Management System (GAMS, <ref
                        type="bibl" target="#Steiner2017">vgl. Steiner/Stiegler 2017</ref>) und wird
                    derzeit für digitale Editionsprojekte von Teilbeständen der Österreichischen
                    Nationalbibliothek verwendet. </p>
                <p>Während bei der Katalogisierung und Digitalisierung der Notizbücher auf die
                    Vorleistungen der Literaturarchive in Marbach und Wien zurückgegriffen werden
                    konnte, ist die Transkription ein grundlegender Bestandteil dieses
                    Editionsprojekts. Die Digitalisate werden über die IIIF-Schnittstellen der
                    beiden Institutionen für das Transkriptionstool Transkribus bereitgestellt.
                    Transkribus dient an dieser Stelle als Umgebung für die Rohtranskription der
                    einzelnen Notizbücher, wobei auf einen Einsatz von <q rend="double-qm">handwrittten text recognition</q>
                    (HTR), den Transkribus ermöglichen würde, in der aktuellen Ausbaustufe der
                    digitalen Edition verzichtet wurde. Allerdings bildet das erstellte Datencorpus
                    in Transkribus eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für die automatische Erkennung
                    weiterer handschriftlicher Materialien Peter Handkes, die in zukünftigen
                    Projekten in die bestehende digitale Edition integriert werden könnten. Der
                    Vorteil im Einsatz von Transkribus im ersten Transkriptionsschritt liegt in der
                    Arbeitsumgebung für den eigentlichen Transkriptionsprozess. Hier werden einzelne
                    Zeilen als Textregionen gekennzeichnet und von den Editor*innen mit einer
                    Transkription versehen, sodass später zeilengenaue Referenzierungen vom Text ins
                    Digitalisat und vice versa möglich sind. Neben Angaben zur Textgestalt werden
                    ebenso Regionen, die Zeichnungen von Peter Handke beinhalten, in diesem Schritt
                    markiert, wobei eine genauere Beschreibung der Skizzen erst zu einem späteren
                    Zeitpunkt angefertigt wird. Die Weiterverarbeitung der Materialien erfolgt nach
                    einem TEI-Export aus Transkribus im XML-Editor Oxygen. Dort werden neben den
                    zuvor genannten Angaben zur Mehrsprachigkeit in den Texten auch die Auszeichnung
                    von Orten und anderen Entitäten (inkl. Erstellung der zugehörigen Register)
                    vorgenommen und es wird auf weitere Phänomene detaillierter eingegangen. Jeder
                    Bearbeitungsschritt wird in einem eigens dafür angelegten git-Repositorium
                    versioniert und verwaltet und die Editionsrichtlinien im ODD (<q
                        rend="double-qm">One Document Does it all</q> = TEI-Schema-Spezifikation)
                    des Projekts dokumentiert. </p>
                <p>Jedes zur Veröffentlichung bestimmte und freigegebene TEI-Dokument wird
                    schließlich in die nachhaltige Infrastruktur eingespielt, wobei hier jeweils ein
                    TEI-Dokument einem Notizbuch entspricht und jede Datei mit einem persistenten
                    Identifier (PID) versehen wird. Die Webpräsentation der Daten wird via XSLT
                    erzeugt, wobei das Hauptaugenmerk auf der synoptischen Darstellung liegt: Neben
                    der parallelen Darstellung von Text und Bild können hier zusätzliche Inhalte
                    automatisch ausgespielt werden, um die Notizbücher zu kontextualisieren. Eine
                    besondere Herausforderung wird die detailgetreue Darstellung der Textgenese
                    zwischen den Notizbüchern und den später erschienenen Werken Peter Handkes sein,
                    in die Passagen aus den Notizbüchern nachweislich eingeflossen sind.</p>
                <p>
                    <hi rend="italic">Bibliographie des Projekts</hi>
                </p>
                <p>Um die Textgenese der einzelnen Werke systematisch aufarbeiten zu können, ist
                    eine umfangreiche bibliographische Erfassung der Werke notwendig. Die gesammelte
                    Bibliographie (Werke, Sekundärliteratur) des Projekts wurde in der Software
                    Zotero erfasst, wobei hier auf die Daten aus der Forschungsplattform Handke<hi
                        rend="italic">online</hi> zurückgegriffen wurde. Dieser aufwändige
                    Arbeitsschritt konnte bereits im ersten Projekt-Halbjahr abgeschlossen werden
                        (<ref type="bibl" target="#Stix2021">vgl. Stix 2021</ref>). Die umfangreiche
                    Zotero-Bibliographie, die im Zuge dessen auch mit Verlinkungen in die
                    Bibliothekskataloge der Österreichischen Nationalbibliothek und des Deutschen
                    Literaturarchivs Marbach versehen wurde, ist bereits in Nutzung durch das
                    Projektteam und wird zu einem späteren Zeitpunkt auch direkt in der Plattform
                    Zotero öffentlich zugänglich gemacht. Für die Arbeit in der digitalen Edition
                    werden die Daten aus Zotero direkt im Datenformat TEI-XML exportiert und in das
                    Werkregister übernommen. Die ebenfalls dort gepflegte Bibliographie des
                    Projektteams wird direkt über die Programmierschnittstelle von Zotero abgefragt
                    und in die digitale Edition eingebettet.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr03_03-02_07">
                <head>6. Ausblick</head>
                <p> Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Beitrages (Februar 2022) ist das Projekt
                    ein Jahr alt und die Entwicklung des Prototypen der digitalen Edition ist
                    beinahe abgeschlossen. Bisher wurden eine Projektseite (<ref
                        target="https://edition.onb.ac.at/handke-notizbuecher"
                        >https://edition.onb.ac.at/handke-notizbuecher</ref>) und ein Projekt-Blog
                        (<ref target="https://hnb.hypotheses.org/"
                    >https://hnb.hypotheses.org/</ref>) eingerichtet, die über das Editionsprojekt
                    und dessen Fortschritte informieren. Über diese Projektseite wird
                    voraussichtlich Ende März 2022 der Prototyp der digitalen Edition öffentlich
                    verfügbar sein, der vor allem auf den Codierungen zu Metadaten, Textgestalt,
                    Struktur und den Auszeichnungen der Entitäten (Personen, Orte, Werke,
                    Institutionen) basieren wird. Er enthält neben unterschiedlichen Textansichten,
                    dem Stellenkommentar und den Metadaten zweier Notizbücher bereits mehrere
                    Indices und vertiefende Informationen über die Editionspraxis.</p>
                <p>Mehrere Ideen zum vertiefenden Informations- und Interfacedesign, aber auch zu
                    möglich Datenvisualisierungen werden im Projektteam diskutiert und in einer
                    späteren Phase umgesetzt werden. Wie oben skizziert, besteht zum Beispiel Bedarf
                    einer Visualisierung der Routen von Reisen, die Handke in den Jahren 1976–1979
                    unternommen und in den Notizbüchern festgehalten hat. Hier ist der DARIAH-DE
                    Geo-Browser als Inspiration und Schnittstelle für eine time-place basierte
                    Auswertung im Gespräch. Die Ebene der Vielsprachigkeit könnte etwa durch ein
                    multilinguales Online-Wörterbuch der Handke-Edition abgebildet werden, wo auch
                    Wortschöpfungen des Autors selbst einfließen könnten. Um das gesamte Werkkorpus
                    von Handke darstellen zu können und zur Darstellung der Textgenese könnte ein
                    interaktives Werksregister ausgearbeitet werden. Sofern Bedarf besteht, kann
                    auch das erzeugte Modell in Transkribus für die automatische
                    Handschriftenerkennung für spätere Forschungen oder Archive, die
                    handschriftliche Bestände zu Peter Handke haben, zur Verfügung gestellt
                    werden.</p>
                <p>Das Projekt bietet so Anknüpfungspunkte in viele Richtungen, sowohl für
                    Handke-Forscher*innen als auch für digitale Geisteswissenschaftler*innen. Das
                    Team hofft, in den kommenden Jahren in beiden Bereichen interessante
                    Diskussionsanstöße und entscheidende Impulse setzen zu können.</p>
            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
                    <bibl>Letzter Aufruf aller angegebenen Links: 27.7.2021</bibl>
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                            target="http://deutschestextarchiv.de/doku/basisformat"
                            >http://deutschestextarchiv.de/doku/basisformat</ref>
                    </bibl>
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                    <bibl xml:id="Bülow2018">Bülow, Ulrich von (2018): Das stehende Jetzt. Die
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                    <bibl xml:id="DARIAH">DARIAH DE Geo-Browser. <ref
                            target="https://de.dariah.eu/geobrowser"
                            >https://de.dariah.eu/geobrowser</ref></bibl>
                    <bibl xml:id="GeoNames">GeoNames. <ref target="https://www.geonames.org/"
                            >https://www.geonames.org/</ref></bibl>
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                        Mehrsprachigkeit, Sprachigkeit, in: Dembeck, Till/Parr, Rolf (Hg.):
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                        Klangs“. Die vielen Sprachen und ihre Funktion(en) im dramatischen Werk
                        Peter Handkes, in: Leben, Andreas / Koron, Alenka (Hg.): Literarische
                        Mehrsprachigkeit im österreichischen und slowenischen Kontext. Tübingen:
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                    <bibl xml:id="Handke004">Handke, Peter: Notizbuch 004 (A: Handke, DLA
                        Marbach).</bibl>
                    <bibl xml:id="Handke015">Handke, Peter: Notizbuch 015 (A: Handke, DLA
                        Marbach).</bibl>
                    <bibl xml:id="Handke1990">Handke, Peter/Gamper, Herbert (1990): Aber ich lebe
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                    <bibl xml:id="Stix2021">Stix, Anja (2021): 3347 Einträge später: Das Überführen
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