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                <title type="main" xml:lang="de">„Ich glaube, dass ich ein Medium bin“</title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Die Kunstfigur Hermes Phettberg als intermediales
                    Ereignis</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Helmut</forename>
                        <surname>Neundlinger</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Universität für Weiterbildung Krems, Archiv der Zeitgenossen</affiliation>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2022</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-04-02-02</idno>
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                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">4</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Hermes Phettberg</term>
                    <term xml:lang="de">Kunstfigur</term>
                    <term xml:lang="de">Intermedialität</term>
                    <term xml:lang="de">Pulp</term>
                    <term xml:lang="de">Trash</term>
                    <term xml:lang="de">Katholizität</term>
                </keywords>
                <keywords xml:lang="en">
                    <term xml:lang="en">Hermes Phettberg</term>
                    <term xml:lang="en">fictional character</term>
                    <term xml:lang="en">intermediality</term>
                    <term xml:lang="en">pulp</term>
                    <term xml:lang="en">trash</term>
                    <term xml:lang="en">catholicity</term>
                </keywords>
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    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Auch der zweite Schwerpunktbeitrag zum Thema ‚Wiener Pulp‘ ist der Genese einer
                    Kunstfigur gewidmet: Helmut Neundlinger beschreibt die Geburt des Hermes
                    Phettberg aus den biographischen Trümmern des Kanzlisten Josef Fenz. Einem
                    ‚Theater der dritten Art‘ verpflichtet, konstituieren ‚Pulp‘ und ‚Trash‘ eine
                    neue populärkulturelle Ästhetik. Besonderes Augenmerk verdient hierbei der
                    Aspekt des Intermedialen: Die Beziehungen zwischen den einzelnen Ebenen von
                    Phettbergs Produktion wirken in verschiedenen Darstellungsweisen zusammen.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p><title>“I think I am a Medium”: The Persona Hermes Phettberg as an Inter-Media
                        Event</title>: The second focus contribution on ‘Viennese Pulp’, too,
                    explores the genesis of a persona: Helmut Neundlinger describes the birth of
                    Hermes Phettberg from the biographical wreckage of the office clerk Josef Fenz.
                    Beholden to a ‘theatre of the third kind’, ‘pulp’ and ‘trash’ came in with a
                    vengeance. It is particularly worthwhile here to look at the aspect of
                    intermediality: the relations between the individual levels of Phettberg’s
                    production interact in different presentation formats.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr04_02-02_01">
                <p>Die Geburt des Hermes Phettberg aus den biographischen Trümmern des Kanzlisten
                    Josef Fenz lässt sich nicht mehr eindeutig rekonstruieren. In der
                    Forschungsliteratur finden sich mindestens zwei Versionen eines bewussten
                    Übertritts, die eher den Charakter mythenhafter Anekdoten aufweisen. Eine
                    Variante bietet der Journalist Klaus Kamolz in dem biographischen Essay <ref
                        type="bibl" target="#Kamolz1996"><title>Hermes Phettberg. Die Krücke als
                            Zepter</title> (1996)</ref>. Er datiert den Akt der Selbstbezeichnung
                    auf den 7. Februar 1989, jenen Tag, an dem Fenz sich bei den Wiener ‚Weight
                    Watchers‘ einschrieb (laut Kamolz: Mitglieder-Nr. 202447). In der Warteschlange,
                    so der nicht nur an dieser Stelle äußerst auktorial auftretende Biograph, habe
                    Fenz über seinen Körper zu sinnieren begonnen. <quote
                        source="#ref_Kamolz1996-66">Später</quote> (hier bleibt unklar, wann) habe
                    er den entscheidenden Satz formuliert: <quote source="#ref_Kamolz1996-66">Die
                        sich bei den Weight Watchers Einschreibenden standen dermaßen ‚sich von sich
                        weisend‘ in der Schlange, daß ich mir dachte, wir müssen zu uns stehen, und
                        begann, mich ‚Phetberg‘ zu nennen.</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#Kamolz1996" xml:id="ref_Kamolz1996-66">Kamolz 1996: 66</ref>)
                    Wiederum etwas später habe er noch ein zweites ‚t‘ in den Namen aufgenommen, um
                    den Zusammenhang mit seiner Leibesfülle deutlicher zu machen.</p>
                <p>Eine alternative Version findet sich in Oliver Hangls Diplomarbeit über das
                    Theater- und Performance-Ensemble ‚Sparverein Die Unzertrennlichen‘. Josef Fenz
                    habe auf ein Inserat in der Wiener Stadtzeitung <title>Falter</title> reagiert,
                    mit dem das Ensemble zum Casting für noch unbesetzte Rollen der Produktion ‚In
                    Schwimmen-zwei-Vögel‘ (Alte Sargfabrik, 29. August bis 15. September 1991)
                    einlud. <quote source="#ref_Hangl2000-29">Auf dieses meldet sich unter anderem
                        ein Josef Fenz, der bei der Audition überzeugt und sofort für die Rolle des
                        Onkels besetzt wird. Fenz benennt sich für seinen ersten Theaterauftritt in
                        Josef ‚Hermes‘ Phettberg um und avanciert umgehend zu einem der
                        Protagonisten der folgenden SDU-Produktionen.</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#Hangl2000" xml:id="ref_Hangl2000-29">Hangl 2000: 29</ref>)</p>
                <p>Man muss das Werden des Hermes Phettberg wohl mehr als allmähliche Transition
                    denn als einfachen Taufakt begreifen. Es ereignet sich im Spannungsfeld zwischen
                    biographischer Arbeit (Stichwort: Analyse) und künstlerischem Engagement und
                    strahlt in beide Richtungen aus: Das Haltlose, die Trümmerlandschaft der Seele,
                    die Ausweglosigkeit der Süchte — alles, was dem Kanzlisten der
                    niederösterreichischen Landesregierung Josef Fenz eine gelingende Existenz
                    verunmöglichte, wird nun zur Voraussetzung für eine künstlerische Karriere am
                    Narrensaum der Spaßkultur.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_02-02_02">
                <head>1. S/M als Kunstaktion</head>
                <p>Nimmt man die alles andere als lineare künstlerische Entwicklung Phettbergs in
                    den Blick, zeichnen sich in dem Sammelsurium an Aktivitäten erstaunlich
                    konsequente Linien ab. Erste performative Interventionen betrieb er im Umfeld
                    der ‚Libertine-Sadomasochismusinitiative‘ im Wiener WUK, und zwar im Rahmen des
                    Festivals ‚ErotiKreativ‘. Dort ließ er sich im Oktober 1990 unter dem Titel
                    ‚Verfügungspermanenz‘ 16 Tage lang anketten, verbunden mit der Aufforderung,
                    seinen Körper in jeglicher Hinsicht zu gebrauchen. Bei der zweiten Auflage des
                    Festivals 1992 kotete er öffentlich auf Zeitschriftenprodukte aus den
                    Boulevard-Imperien der Medienmogule Dichand und Fellner – drastische Medien- und
                    Gesellschaftskritik, in gewisser Weise noch in der Tradition der Wiener
                    Aktionisten (u. a. die in den Medien als ‚Uni-Ferkelei‘ titulierte Aktion ‚Kunst
                    und Revolution‘ im HS 1 des NIG im Juni 1968), im Kontext des Festivals zugleich
                    verknüpft mit den Anliegen und Forderungen sexueller Minderheiten. Als Vorläufer
                    dieser Aktionen deutet der Publizist Klaus Kamolz eine Episode aus Phettbergs
                    Zeit als Kanzlist der niederösterreichischen Landesregierung: Kurz vor Antritt
                    einer Abmagerungskur ließ er sich 1988 im Zimmer eines abwesenden Hofrates von
                    einem Arbeitskollegen nackt fotografieren, um die Auswirkungen der Kur im
                    Nachhinein dokumentieren zu können (vgl. <ref type="bibl" target="#Kamolz1996"
                        xml:id="ref_Kamolz1996-62">Kamolz 1996: 62f.</ref>). Kamolz schreibt in
                    diesem Zusammenhang von einer <quote source="#ref_Kamolz1996-62">eigentlich
                        sexuelle[n] Aktion</quote>.</p>
                <p>Phettberg vollzieht in den späten 1980er Jahren den Schritt vom klandestinen
                    Doppelleben des Kanzlisten, der sich des Nachts auf öffentlichen Toiletten
                    ankettet, hin zum (auch) öffentlich agierenden Aktivisten/Aktionisten. Die mit
                    Hans Mariacher (heute: Heike Keusch) gegründete, im WUK beheimatete
                    S/M-Initiative versetzt Phettberg zunächst in eine Euphorie des Organisierens
                    und Publizierens, wird allerdings rasch von der ernüchternden Erfahrung
                    begleitet, dass auch in dieser Subkultur eine dumpf konsumistische Haltung
                    verbreitet ist (vgl. <ref type="bibl" target="#Kamolz1996">ebd.: 59f.</ref>).
                    Der Schritt in die Öffentlichkeit im Rahmen der Kunstaktion macht den eigenen
                    Körper zum Medium einer emanzipatorischen Botschaft: deviante sexuelle Praktiken
                    aus der Schmuddel-Nische der öffentlichen Pissoirs zu holen und zugleich von der
                    ‚Exploitation‘ durch die Pornoindustrie abzugrenzen, gegen deren Sexismen
                    Phettberg und Mariacher/Keusch auch innerhalb der S/M-Initiative vehement
                    ankämpfen. Sowohl in seinen Texten als auch in Interviews wird Phettberg auch in
                    späteren Jahren immer wieder auf den Zusammenhang von Geilheit und Kapitalismus
                    zu sprechen kommen (<quote source="#ref_PhettbergPredigtdienst-x">Die Geilheit
                        ist hartherziger als der Kapitalismus</quote>, schreibt er einmal in seiner
                        <title>Falter</title>-Kolumne)<note xml:id="endnote_01"><p>Siehe das Archiv
                            von <title><ref type="bibl" target="#PhettbergPredigtdienst"
                                    xml:id="ref_PhettbergPredigtdienst-x">Phettbergs
                                    Predigtdienst</ref></title> unter <ref
                                target="www.falter.at/zeitung/autoren/hermes-phettberg"
                                >www.falter.at/zeitung/autoren/hermes-phettberg</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p></note> und eine anders ausgerichtete Ökonomie des
                    (sexuellen) Tausches fordern, z. B. im Gespräch mit Alexander Kluge im Rahmen
                    der Reihe ‚<ref type="bibl" target="#PhettbergKluge">10 vor 11</ref>‘.<note
                        xml:id="endnote_02"><p>Siehe <ref
                                target="www.youtube.com/watch?v=kbT3BEoQl30"
                                >www.youtube.com/watch?v=kbT3BEoQl30</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p></note> In seinen Ausführungen zum ‚Bettelsex‘ und zu
                    ‚Diplom-Pornographie‘ improvisiert sich Phettberg in die Nähe theoretischer
                    Konzepte, die aus dem Herz der Moderne stammen, etwa George Batailles
                        <title>Aufhebung der Ökonomie</title> oder auch Marcel Mauss’ ethnologische
                    Reflexionen zur Gabe in archaischen Gesellschaften. Sein Fazit bleibt traurig:
                        <quote source="#ref_PhettbergKluge-420">Ich bin nicht in der Lage, mit
                        meiner Währung jemanden so zu mir zu locken, dass es mich ausreichend
                        wärmt.</quote> (<ref type="bibl" target="#PhettbergKluge"
                        xml:id="ref_PhettbergKluge-420">4:20</ref>)</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_02-02_03">
                <head>2. Spaßkultur und Theater der dritten Art</head>
                <p>Es erscheint zunächst als schräger Zufall, dass aus einem radikalen
                    S/M-Aktivisten, der sich im Grunde immer noch an den schmerzhaften Prägungen
                    durch den Katholizismus abarbeitet, ein schillernder Protagonist dessen wird,
                    was man ein wenig ungenau unter dem Stichwort ‚Spaßkultur‘ subsumiert hat. Die
                    Wiener Variante dieses Kults der Ironie entwickelt sich im Umfeld des
                    ‚Sparvereins Die Unzertrennlichen‘ zu einem Sammelsurium an schrägen Vögeln,
                    deren Vorgeschichte zum Teil mit dem situationistischen Klamauk verknüpft ist,
                    der etwa von der ‚Arbeitsgruppe Bauernschnapsen‘ rund um Joe Berger, Gunter Falk
                    und Wolfgang Bauer (vgl. <ref type="bibl" target="#Antonic2018">Antonic 2018:
                        119f.</ref>) und später vom Kreis um den Künstler Martin Kippenberger im
                    Café Alt Wien als eine Art permanentes Happening veranstaltet wurde. Im
                    ‚Sparverein‘ trifft Hermes Phettberg auf Tex Rubinowitz, der immer wieder auf
                    seine frühe Prägung durch Kippenberger verwiesen hat (vgl. u.a. <ref type="bibl"
                        target="#Brugger2016">Brugger/Ortner-Kreil 2016</ref>). Ein Kennzeichen
                    dieser spezifischen Variante der ‚Spaßkultur‘ liegt in der Theatralisierung
                    informeller Räume: Das Café wird zum Schauplatz spontaner performativer
                    Interventionen. Grenzen werden ausgelotet und wohl auch regelmäßig
                    überschritten, dokumentiert wird (außer über spontane Fotografie) so gut wie gar
                    nicht – umso bedeutender die Zeug*innenschaft als Form der Überlieferung, die
                    Ereignisse erst zum Mythos macht.</p>
                <p>Die Produktionen des 1989 gegründeten Ensembles ‚Sparverein Die Unzertrennlichen‘
                    beziehen immer wieder Protagonisten des westdeutschen Spaßkultur-Biotops wie Max
                    Goldt, Wiglaf Droste oder Harry Rowohlt in Programme ein (vgl. <ref type="bibl"
                        target="#Kralicek1994">Kralicek 1994</ref>). Die Truppe richtet ihre Stücke,
                    Happenings und Festivals konsequent an nicht-theatralen Orten aus. Als ‚Theater
                    der dritten Art‘ bezeichnen die Gründer um den Regisseur und Autor Kurt Palm die
                    Ausrichtung ihrer Arbeiten: explizit gegen den etablierten Theaterbetrieb
                    gerichtet, Off-Produktionen im engen Wortsinn. Oliver Hangl, selbst jahrelanges
                    Mitglied des Ensembles, fasst in seiner Diplomarbeit die Merkmale der ‚dritten
                    Art‘ so zusammen: <quote source="#ref_Hangl2000-2">Aufführungen an
                        ungewöhnlichen Spielorten, der Einsatz von Laienschauspielern, eine
                        Reduktion der ästhetischen Mittel, Inszenierungen von literarischen
                        Raritäten dargeboten in zumeist unterhaltender Form sowie eine breite
                        Ausdehnung des Theaterbegriffs.</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#Hangl2000" xml:id="ref_Hangl2000-2">Hangl 2000: 2</ref>)</p>
                <p>Anfangs nehmen sich die Inszenierungen tatsächlich wie bunte Abende aus:
                    Lesungen, Performances, Vorträge und Interventionen folgen in oft stundenlangen
                    Happenings zwanglos aufeinander. Nach ersten Erfolgen wagt sich die Truppe an
                    explizit fürs Theater verfasste Stoffe, etwa <title>Kafkas Franz</title> von
                    Alan Bennett, dessen Originaltitel <title>Kafka’s Dick</title> eindeutig
                    nahelegt, um welchen Protagonisten das Stück kreist. In einem Interview, das
                    Oliver Hangl im Zuge seiner Recherchen mit der Bühnenbildnerin Ursula Hübner
                    führte, erläutert sie ihren ästhetischen Ansatz: <quote
                        source="#ref_Hangl2000-48">Es war Absicht, diesen Raum so funktionieren zu
                        lassen, daß jedem klar ist, daß das zusammengeklebte Räume sind und die
                        eigentlich nicht funktionieren, da die Dimensionen nicht
                        zusammenpassen.</quote> (<ref type="bibl" target="#Hangl2000"
                        xml:id="ref_Hangl2000-48">Ebd.: Fußnote 48, Interview vom 22. Mai
                    1997</ref>)</p>
                <p>In dem Adjektiv ‚zusammengeklebt‘ taucht ‚Pulp‘ assoziativ auf und verweist
                    indirekt auf die generelle ästhetische Ausrichtung der Inszenierungen. In aller
                    Regel kommt dabei schnell der Begriff ‚Trash‘ ins Spiel, so auch bei Oliver
                    Hangl: <quote source="#ref_Hangl2000-31">‚Trash‘-Ästhetik, die durch die
                        geschickte Nutzung von Vorhandenem den fehlenden technischen Apparat
                        kompensiert</quote> (<ref type="bibl" target="#Hangl2000"
                        xml:id="ref_Hangl2000-31">ebd.: 31</ref>), so beschreibt er den Zugang der
                    Truppe, den er selbst als Techniker und Akteur (er spielte den Bühnenassistenten
                    Robin in <title>Phettbergs Nette Leit Show</title>) hautnah erlebt bzw.
                    mitgestaltet hat. Das Billige als ästhetisches Mittel zieht sich durch sämtliche
                    Projekte der ‚Sparverein‘-Ära, die insgesamt zehn Jahre dauerte. Daraus
                    entfaltet sich der nicht zuletzt von Regisseur und Mastermind Kurt Palm erhobene
                    Anspruch, eine Art von Anti-Theater zu entwickeln, das dennoch zugänglich bleibt
                    und sich nicht in einer abstrakten Avantgarde-Nische verbarrikadiert. Die
                    Sparverein-Inszenierungen erhielten mit wachsender Bekanntheit einen
                    erstaunlichen Zuspruch, der schließlich durch die Übernahme der <title>Nette
                        Leit Show</title> ins ORF-Programm in ungeahnte Höhen schnellte.</p>
                <p>Ein Charakteristikum der Sparverein-Inszenierungen besteht im intermedialen Spiel
                    mit ‚billiger‘ Ästhetik, wie etwa in der Inszenierung des Theaterstücks
                        <title>Bei Anruf Mord</title> (<title>Dial M for Murder</title> von
                    Frederick Knott), das von Alfred Hitchcock 1954 verfilmt wurde. Es ist zugleich
                    die erste Hauptrolle, die Hermes Phettberg im Rahmen seiner
                    Sparverein-Engagements übernimmt und in der er allein aufgrund seiner Statur
                        <quote source="#ref_Hangl2000-40">den vielleicht größten Kontrast zum
                        filmischen Vorbild</quote> (<ref type="bibl" target="#Hangl2000"
                        xml:id="ref_Hangl2000-40">ebd.: 40</ref>) darstellt. <quote
                        source="#ref_Hangl2000-40">Überhaupt entpuppt sich die im Stile eines
                        Fotoromans bzw. Comics gehaltene Inszenierung letztlich als makabre
                        Genrepersiflage, die auch auf das Medium Film abzielt.</quote> (<ref
                        type="bibl" target="#Hangl2000">Ebd.</ref>) Oliver Hangl nennt hier gleich
                    drei populärkulturelle Ausdrucksformen als Referenzen, die mehr oder minder
                    stark auch mit dem Begriff ‚Pulp‘ in Verbindung stehen. Die ironisierende
                    Aneignung dieser Ästhetik durch die Spaßkultur des Sparvereins liegt nicht
                    zuletzt in der Intermedialität begründet. Die Ästhetik entfaltet sich als
                    bewusste Bezugnahme auf ästhetische Codes, die im Hochkultur-Theater, aber auch
                    im sogenannten Kunstfilm als verpönt gelten: ein Ansatz, den der Filmregisseur
                    Quentin Tarantino in seinem frühen Hauptwerk <title>Pulp Fiction</title> (1994)
                    zum Programm erhob.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_02-02_04">
                <head>3. Talkmaster und Außenseiter</head>
                <p>Von diesem Punkt aus hätte Hermes Phettberg durchaus das Potenzial gehabt, sich
                    als exzentrischer Laiendarsteller in den Trash-Spektakeln eines zu dieser Zeit
                    höchst angesagten Underground-Ensembles zu entwickeln. Sein Sonderstatus, der
                    letztlich darauf beruhte, die Differenz zwischen Rolle und Person <term>coram
                        publico</term> zum Verschwinden zu bringen, steht im signifikanten
                    Verhältnis zu einem Ansatz, den Kurt Palm in seiner Auseinandersetzung mit
                    großen Figuren der Literatur- und Musikgeschichte verfolgte: In rascher Folge
                    inszenierte er rund um die Namen Wolfgang A. Mozart, Franz Kafka, Anton von
                    Webern, James Joyce und Adalbert Stifter aufwändige Personalien, die sich die
                    Prominenz dieser Künstler zunutze machten, um den rund um ihr Werk entstandenen
                    Nimbus radikal zu demontieren. In seinen Beschäftigungen mit den Biographien
                    bzw. den Materialien abseits der überlieferten Werke lenkte er den Blick bewusst
                    auf die abgründigen Neigungen, charakterlichen Absonderlichkeiten, Neurosen und
                    sonstigen Auffälligkeiten und leuchtete diese im Rahmen der Sparverein-Shows
                    ebenso hartnäckig wie lustvoll aus. Das Wühlen in den Zonen der Indiskretion
                    ermöglichte einen anderen Blick auf die vom Bildungskanon eskamotierten Aspekte
                    dieser Persönlichkeiten. Just dieses Spiel mit Indiskretionen trieb Phettberg im
                    Rahmen seiner Tätigkeit als Talkmaster auf die Spitze: in diesem Fall allerdings
                    in Bezug auf die eigene Person, und das zeitgleich auch schriftlich in seiner
                        <title>Falter</title>-Kolumne <title>Phettbergs Predigtdienst</title> (ab
                    1992; vgl. <ref type="bibl" target="#Neundlinger2008">Neundlinger
                    2008</ref>).</p>
                <p>In die Rolle seines Lebens schlüpfte Phettberg zum ersten Mal im Zuge der
                    Sparverein-Reihe ‚Relativ peinliche Existenzen‘ im Theater im Konzerthaus 1992.
                    Die Journalistin Gabriella Lorenz beschrieb die Gesprächssituation auf der Bühne
                    als <quote source="#ref_Lorenz1992-x">eine riskante Gratwanderung zwischen den
                        Abgründen von Exhibition und Denunziation</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#Lorenz1992" xml:id="ref_Lorenz1992-x">Lorenz 1992</ref>). So wie er
                    Jahre zuvor seine Psychoanalysen zu Inszenierungen seiner masochistischen
                    Persönlichkeitsstruktur gemacht hatte, betrieb er nun eine Art von öffentlicher
                    Gesprächstherapie, in der er sein Scheitern in ungewöhnlicher Schärfe
                    darstellte. Diesen zwischen analytischem Vokabular und eigenwillig poetischen
                    Erfahrungsberichten oszillierenden Duktus verfeinerte er in der Folge im Rahmen
                    der Veranstaltungsreihe ‚Das Phettberg Tribunal. Kamingespräche zur Zukunft der
                    Unterhaltung‘ im Jahr 1994 (ebenfalls im Theater im Konzerthaus), zu der er
                    unter anderem Klaus Nüchtern, Thomas Maurer und Josef Hader lud. Letzterer
                    fungierte auch als einer der ersten Gäste in der ab November 1994 im ehemals der
                    KPÖ gehörenden Wiener Globus-Haus stattfindenden <title>Phettbergs Nette Leit
                        Show</title> (vgl. <ref type="bibl" target="#Reimitz2010">Reimitz
                    2010</ref>). Zu diesem Zeitpunkt war noch keine Rede von einer Übernahme des
                    Formats ins öffentlich-rechtliche Fernsehen. Das Gespräch vom 17. Dezember 1994
                    ist eines der wenigen, die auch nachträglich nicht ausgestrahlt wurden,
                    allerdings ist es in einer Low-Quality-Version auf Youtube abrufbar.<note
                        xml:id="endnote_03"><p>Siehe <ref
                                target="www.youtube.com/watch?v=B1QhYkmcI-Y"
                                >www.youtube.com/watch?v=B1QhYkmcI-Y</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p></note>
                </p>
                <p>Josef Hader hatte zu dieser Zeit den Schritt vom eher klassisch sozialisierten
                    Nummern-Kabarettisten mit tagespolitischer Schlagseite zum Ein-Mann-Theater
                    zwischen absurden und realsatirischen Extremen bereits vollzogen. Auf die
                    tragikomische Selbstvernichtung der Figur des Spaßmachers in seinem Programm
                        <title>Bunter Abend</title> (1990) folgten mit <title>Im Keller</title>
                    (1993) und <title>Privat</title> (1994) zwei umfassende Dekonstruktionen des
                    ‚Alltagsfaschismus‘ (Josef Hader), allerdings nicht durch den im Kabarett
                    verbreiteten Zeigefinger-Stil, sondern durch eine unheimliche Form der
                    Inkorporation. Hader verwandelte sich auf der Bühne in einen Herrn Karl der
                    Babyboomer-Generation, indem er Selbst- und Fremdenhass, Zwang und niedere
                    Gesinnung monologisierend aus sich herausströmen ließ.</p>
                <p>Das Setting der Bühne im Globus-Haus schloss nahtlos an die Bühnenästhetik der
                    Sparverein-Inszenierungen an: Retro-Schick der Ausstattung, <quote
                        source="#ref_Hangl2000-58">im markanten DDR-Flair gestaltet</quote> (<ref
                        type="bibl" target="#Hangl2000" xml:id="ref_Hangl2000-58">Hangl 2000:
                        58</ref>), ein nicht zuletzt aufgrund seiner außergewöhnlichen Leibesfülle
                    herausragender Talkmaster. Zu Beginn gleiten seine Arme ins Leere, seine
                    Einleitung wirkt stockend, die Moderation hat eine Beleidigung für den kommenden
                    Gast parat (<quote source="#ref_PhettbergHader-022">die Solo-Kabarettisten –
                        unsere Feindbilder</quote>, <ref type="bibl" target="#PhettbergHader"
                        xml:id="ref_PhettbergHader-022">0:22</ref>). Die Souveränität des
                    Talkmasters besteht im Verzicht auf die Kontrolle über Sprache und Gesten und im
                    Vertrauen darauf, dass gerade dadurch etwas möglich und sichtbar wird, was
                    perfekte Inszenierungen in den Massenmedien systematisch zum Verschwinden
                    bringen: das Straucheln, das Den-Faden-Verlieren, das Stolpern (allesamt auch
                    Kernelemente der Dramaturgie des Slapstick). Als <quote
                        source="#ref_Phettberg2004-637">Stotterer der klaren Sprache</quote> wird
                    Phettberg in einem SM-Chat einmal bezeichnet, und diese Beschreibung hat Eingang
                    in sein monumentales Predigtdienst-Protokoll gefunden (<ref type="bibl"
                        target="#Phettberg2004" xml:id="ref_Phettberg2004-637">Phettberg 2004:
                        637</ref>).</p>
                <p>Im Wortsinn ergreifend ist die Begegnung der beiden, nachdem Hader mit
                    unbeholfenen Schritten auf die Bühne gekommen ist: Während sie einander die
                    Hände schütteln, flüstert Hader dem Talkmaster etwas ins Ohr, das dieser
                    offenbar auf Anhieb nicht zu verstehen scheint: eine Anweisung des Regisseurs?
                    Bei der Eröffnung des Gesprächs stellt sich heraus, dass Hader Phettberg
                    mitgeteilt hat, er sei verkühlt. Der Start verläuft alles andere als
                    schwungvoll, unterhaltend oder gar witzig. Dennoch entspinnt sich zwischen den
                    beiden eine Art von Kommunikation, die man als schüchtern, aber doch auch
                    freundlich-vertraut beschreiben kann. Phettberg gibt mit seinen
                    Gastgeber-Gschaftlereien das Tempo vor: Der im Briefumschlag verschlossene
                    Flaschenöffner stellt die erste Objekt-Pointe dar. Sie verweist zugleich auf das
                    Off, also das Set (<quote source="#ref_PhettbergHader-225">wir haben nur diesen
                        einen</quote>, <ref type="bibl" target="#PhettbergHader"
                        xml:id="ref_PhettbergHader-225">2:25</ref> und <ref type="bibl"
                        target="#PhettbergHader">8:50</ref>) und damit auch auf den
                    Produktionsrahmen des Sparvereins. Fehler und Mängel werden nicht kaschiert,
                    sondern sichtbar ausgestellt und betont.</p>
                <p>Haders Selbstbeschreibung ist konsequentes Understatement, die Bemerkungen zu
                    seinem ‚Schreiben‘ ein Offenbarungseid in Sachen Bescheidenheit. Er unterläuft
                    die Zuschreibungen von Phettberg, indem er sich gleichsam unter den Komplimenten
                    wegduckt. Nachdem Hader sein Unbehagen darüber ausspricht, dass Phettberg seine
                    Kabarettprogramme ‚raffiniert‘ nennt, dekonstruiert er die Vorstellung eines
                    souveränen Tüftelns und Feilens an der Wirkung seiner Stücke mit einem Satz, der
                    seine Haltung auf den Punkt bringt: <quote source="#ref_PhettbergHader-844">Die
                        künstlerischen Vorgänge sind im Allgemeinen nicht so charismatisch, wie man
                        sie sich vorstellt.</quote> (<ref type="bibl" target="#PhettbergHader"
                        xml:id="ref_PhettbergHader-844">8:44</ref>)</p>
                <p>Im Gespräch folgt daraufhin ein unvermuteter Schwenk. Auch darin manifestiert
                    sich die spezifische Gesprächsführung von Phettberg, die weniger Führung ist als
                    vielmehr Überwältigung, Überfall, in diesem Fall: Übergriff. Ohne Vorwarnung
                    wird Hader gefragt, ob er es mit seinem ‚niedlichen‘ Bruder in Kindertagen
                    getrieben habe. Dieser Vorstoß ins Intime könnte auch als parodistischer
                    Kommentar zu jenen Talkshow-Formaten interpretiert werden, die unter dem
                    herabwürdigenden Etikett des ‚Unterschichtenfernsehens‘ in den Mediendiskurs der
                    1990er Jahre eingegangen sind. Der zweischneidige Begriff des ‚Reality TV‘
                    verweist auf den Inszenierungscharakter: Das Vorgeführte wird als ‚Wirklichkeit‘
                    verkauft und verknüpft darin die voyeuristischen Bedürfnisse der Zuschauer*innen
                    mit dem Exhibitionismus der Darsteller*innen. Das Gespräch zwischen Phettberg
                    und Hader hat einen davon fundamental zu unterscheidenden
                    Wirklichkeitscharakter: Es entwickelt sich in der Folge zu einer gemeinsamen
                    Erörterung. Man könnte von einer wechselseitigen Beichte sprechen, und darin
                    zeigt sich der bemerkenswert intime Charakter der Begegnung.</p>
                <p>Alexander Kluge hat mit Verweis auf Heinrich von Kleists Aufsatz <title>Über die
                        allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden</title> einige höchst
                    aufschlussreiche Bemerkungen zur darin enthaltenen Frage nach dem Charakter der
                    Öffentlichkeit formuliert: <quote source="#ref_Kluge1999-185">Der Zustand, daß
                        ich in Gesellschaft bin, gleich ob ich zufällig allein bin oder wirklich in
                        Gesellschaft, dies ist Öffentlichkeit.</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#Kluge1999" xml:id="ref_Kluge1999-185">Kluge 1999: 185f.</ref>)
                    Kluge beschreibt die Schwierigkeit, im Format des Fernsehens eine diesem
                    ursprünglichen Charakter von Öffentlichkeit entsprechende Form des Gesprächs
                    einzurichten. <quote source="#ref_Kluge1999-186"><hi rend="italic">Daß die Dauer
                            nicht beschnitten wird, ist wichtiger als jeder Inhalt</hi></quote>,
                    schreibt er und erwähnt den legendären Club 2 als eines der wenigen Beispiele,
                    in denen <quote source="#ref_Kluge1999-186">unmittelbares Sprechen so
                        nachgemacht werden kann wie unter wirklichen Verhältnissen. Man darf dort
                        springen, einiges ist einmalig, eine Ahnung von Dauer.</quote> (<ref
                        type="bibl" target="#Kluge1999" xml:id="ref_Kluge1999-186">Ebd.: 186</ref>)
                    In seiner <title>Predigtdienst</title>-Kolumne hat Hermes Phettberg wiederholt
                    darauf verwiesen, wie wichtig der Club 2 für seine Mediensozialisation war und
                    wie schmerzlich er dessen Abschaffung im Jahr 1995 empfand.</p>
                <p>Wie schwer erträglich sich unbeschnittene Dauer zuweilen anfühlt, führt Phettberg
                    dem Publikum vor, indem er ihm seine unbewusste Resonanz spiegelt: <quote
                        source="#ref_PhettbergHader-1212">Jetzt hüsteln schon ein paar und ich denk
                        ma, naja, jetzt hängts gaunz schee.</quote> (<ref type="bibl"
                        target="#PhettbergHader" xml:id="ref_PhettbergHader-1212">12:12</ref>) Das
                    befreiende Lachen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Talkmaster einen
                    wunden Punkt getroffen hat. Es ist kein Zufall, dass das Gespräch in eine
                    Reflexion über die Frage der Erwartung bzw. des Bedienens von Erwartungen des
                    Publikums mündet. Parallel dazu vollzieht sich ein schleichender Rollentausch
                    zwischen Talkmaster und Gast: Sukzessive übernimmt Hader den Part des Fragenden
                    und erlaubt Phettberg, dem Publikum auch etwas über die kränkende Dimension der
                    Abhängigkeit zu vermitteln, in die er sich als ‚Bühnenkasperl‘ gedrängt sieht
                    (ohne einen Hehl daraus zu machen, dass er genau diese Rolle im selben Ausmaß
                    auch genießt). Die Erwartung schließt immer schon das Scheitern mit ein, und die
                    einzige Antwort auf diesen Teufelskreis formuliert Hader zum Schluss so: <quote
                        source="#ref_PhettbergHader-2030">Wir könnten jetzt zwei Minuten total fad
                        sein und dadurch versuchen, unsere künstlerische Souveränität
                        wiederzugewinnen.</quote> (<ref type="bibl" target="#PhettbergHader"
                        xml:id="ref_PhettbergHader-2030">20:30</ref>)</p>
                <p>Bevor der Gast die Bühne verlässt, kommt es zum Ritual des Dosenschießens, einem
                    weiteren ‚billigen‘ Showelement. Dass die Show in der Wiener Kultur- und
                    Alternativszene bald Kultstatus hatte, überrascht weniger als die quasi nahtlose
                    Fortsetzung der Erfolgsgeschichte im öffentlichen Fernsehen. Ein Teil des
                    unvorhersehbaren Aufstiegs Hermes Phettbergs zur öffentlichen Figur war wohl
                    auch der schrulligen Prominenz geschuldet, die sich im Globus-Haus die Klinke in
                    die Hand drückte, von Marcel Prawy über Edith Klinger bis zu Gerti Senger. In
                    vielen der Gespräche thematisiert Phettberg seine Depressionen, seine
                    Fresssucht, sein Messietum und seine sexuelle Devianz. In Kombination mit seinem
                    höflichen, charmanten und schlagfertigen Auftreten stellte diese Art des
                    Bekenntnisses zum Anderssein eine der attraktiven und zugleich irritierenden
                    Botschaften dar.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_02-02_05">
                <head>4. Das jähe Ende: Zurück an den Start</head>
                <p>Aufgrund der Übernahme der Show-Aufzeichnungen durch den deutschen TV-Sender 3sat
                    erhielt Phettberg auch in Deutschland große Aufmerksamkeit. Den medialen
                    Höhepunkt dieser Rezeption stellte die Einladung in die <title><ref type="bibl"
                            target="#PhettbergSchmidt">Harald Schmidt Show</ref></title> dar, in der
                    zwei Vertreter eines im weitesten Sinne postmodernen Fernsehformates
                        aufeinandertrafen.<note xml:id="endnote_04"><p>Siehe <ref
                                target="www.youtube.com/watch?v=5gNYXL31utw"
                                >www.youtube.com/watch?v=5gNYXL31utw</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p>
                    </note> Es gibt Parallelen in der Inszenierung (Live-Musik), allerdings auch
                    gravierende Unterschiede, die dafür mitverantwortlich sind, dass zwischen
                    Schmidt und Phettberg kein wirklicher Dialog entsteht. Schmidts Gesprächsführung
                    scheint viel stärker festgezurrt im Korsett der Pointen, die ihm von einem
                    kleinen Heer an Gagschreibern geliefert wurden (einer von ihnen war übrigens der
                    Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre, der sich in seinem Buch
                        <title>Remixes</title> dazu äußert). Phettberg wirkt wie ein etwas nerviger
                    Lobbyist seiner selbst, dennoch gehen die wenigen Impulse einer interessanten
                    Spannung eindeutig von seiner Präsenz aus. Phettbergs Laufbahn als Talkmaster
                    fand nach der <title>Nette Leit Show</title> ein jähes Ende. Der Versuch einer
                    Wiederbelebung im österreichischen Privatsender ATV plus unter dem Titel
                        <title>Beichtphater Phettberg</title> (2003 bis 2004) kam in keiner Weise an
                    die Reichweite der <title>Nette Leit Show</title> heran.</p>
                <p>Performativ knüpfte Phettberg rund um das Jahr 2000 wieder an seine radikalen
                    Anfänge an: Im Keller des Café Prückel in der Wiener Innenstadt inszenierte er
                    sich auf einem Bett liegend, mit einem am oberen Bettrand sitzenden Jeansboy als
                    Verkörperung eines <term>stream of consciousness</term> unter dem Titel
                    ‚Phettbergs Hirnstromprotokoll‘. Das Format bildete quasi das Sprechakt-Pendant
                    zu seiner wöchentlich im <title>Falter</title> erscheinenden Kolumne
                        <title>Phettbergs Predigtdienst</title>, die im Lauf der Zeit immer mehr
                    anwuchs und nur zu einem geringen Teil tatsächlich abgedruckt werden konnte (zum
                    Predigtdienst weiter unten). 2000/2001 entstand eine Serie von Aufnahmen der
                    Kolumnentexte als Internetfernsehformat, in dessen Rahmen er wöchentlich seine
                    Texte verlas, während er dabei gefesselt und ausgepeitscht wurde. Ebenfalls im
                    Internet war er 2001 mit einer 168-Stunden-Marathon-Sendung präsent, in der er,
                    wie es auf dem <ref type="bibl" target="#PhettbergWikipedia"
                        xml:id="ref_PhettbergWikipedia-x">Wikipedia-Eintrag zu seiner Person</ref>
                    heißt, <quote source="#ref_PhettbergWikipedia-x">von halbnackten, mit
                        gespreizten Beinen dastehenden ‚Jeansboys‘ bewacht, im Verlies einer ‚Arche
                        Phettberg‘ gefangen gehalten wurde</quote>.<note xml:id="endnote_05"
                            ><p>Siehe <ref target="de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg"
                                >de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p>
                    </note>
                </p>
                <p>Spätestens seit dieser Phase seines Schaffens entfaltet sich seine künstlerische
                    Praxis als intermediales Großprojekt. Texte werden verfilmt, die sogenannten
                    Neuen Medien erlauben Phettberg zudem eine von den Formaten Print, Bühne oder
                    Fernsehen unabhängige Produktion. Der Predigtdienst wird in der Folge zum
                    ‚Gestionsprotokoll‘, einer Art Chronik-Blog, die auf seiner Homepage publiziert
                    und zusätzlich als Newsletter über einen E-Mail-Verteiler wöchentlich versandt
                    wird. Mit diesem Format schließt er an stilbildende Formen des digitalen
                    Publizierens an, wie etwa das Projekt <title>Abfall für alle. Roman eines
                        Jahres</title>, in dem der Autor Rainald Goetz ein Jahr seines Lebens
                    ‚mitschrieb‘ (<ref type="bibl" target="#Goetz1999">1999</ref>).</p>
                <p>Seit vielen Jahren benützt Phettberg auch das für kurze Botschaften konzipierte
                    Medium Twitter, indem er zuweilen noch einmal die ganze Kraft seiner verqueren
                    Aphoristik entfalten konnte: <quote source="#ref_PhettbergTwitter-2016">Dann
                        träumte ich von der kommunistischen Partei, wo nur ein einziges ‚Ding‘ noch
                        läuft, die KPÖ produzierte heute in meinem Traum Frucade</quote>, twitterte
                    er zum Beispiel am <ref type="bibl" target="#PhettbergTwitter"
                        xml:id="ref_PhettbergTwitter-2016">20. Juni 2016</ref>.<note
                        xml:id="endnote_06"><p>Siehe <ref
                                target="https://twitter.com/phettberg_liebt?lang=de"
                                >twitter.com/phettberg_liebt?lang=de</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p>
                    </note> Die jüngsten Tweets aus dem Jänner 2022 bestehen aus penibel
                    aufgelisteten Tagesmenüs, die der mittlerweile ans Bett gefesselte Künstler in
                    seine Wohnung geliefert bekommt.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_02-02_06">
                <head>5. Schreiben als intermediale Praxis</head>
                <p>Zur Hochzeit der <title>Predigtdienst</title>-Kolumne in den 1990ern hatte
                    Phettberg überwiegend Leser*innen aus dem linksliberal eingestellten urbanen
                    Milieu. Seine publizistische Karriere begann freilich in einem gänzlich anderen
                    Kontext unter seinem bürgerlichen Namen Josef Fenz (vgl. dazu <ref type="bibl"
                        target="#Kamolz1996">Kamolz 1996: 31f.</ref>). Nach seiner Übersiedlung von
                    seinem Weinviertler Heimatort Unternalb nach Wien im Herbst 1969 veröffentlichte
                    er erste Texte in der <title>Windmühle</title>, der Zeitschrift des
                    Absolventenverbandes der städtischen Handelsschule in Retz, die er zuvor besucht
                    hatte. Zeitgleich veröffentlichte er Kommentare im <title>Meidlinger
                        Kolping-Kurier</title>, herausgegeben von jenem Meidlinger Männer-Wohnheim
                    der katholischen Kolping-Bewegung, in dem er auf Empfehlung seines Unternalber
                    Pfarrers untergekommen war. Bereits in seinen publizistischen Anfängen nimmt der
                    Sex einen breiten Raum ein, allerdings nimmt er ihn noch von der anderen, der
                    kulturpessimistischen Seite her in den Blick. <quote source="#ref_Kamolz1996-32"
                        >Wer nicht die Ansichten Kolles<note xml:id="endnote_07"><p>Gemeint ist hier
                                der populärwissenschaftliche Sexualaufklärer Oswalt Kolle
                                (1928–2010), der mit Filmen wie <title>Das Wunder der Liebe</title>
                                eine breite gesellschaftliche Rezeption erfuhr.</p>
                        </note> teilt und nach seinen zweifelhaften Ratschlägen lebt, ist sexuell
                        verklemmt</quote> (zit. n. <ref type="bibl" target="#Kamolz1996"
                        xml:id="ref_Kamolz1996-32">ebd.: 32</ref>), schreibt er etwa in einem
                    Kommentar unter dem Titel ‚Stichwort Manipulation‘ im Juni 1971, in dem er eine
                    Breitseite gegen die Auswüchse der heraufdräuenden Konsumgesellschaft abfeuert.
                    Unter dem Titel ‚Sex as sex can‘ ereifert er sich pointiert gegen die
                    kapitalistische Ausbeutung des Begehrens und unterzeichnet die Volte mit <quote
                        source="#ref_Kamolz1996-33">Es lebe der totale Sex! Jubiliert Ihr
                        sex-berauschter Meckerer</quote> (zit. n. <ref type="bibl"
                        target="#Kamolz1996" xml:id="ref_Kamolz1996-33">ebd.: 33</ref>).</p>
                <p>Zweifellos erfüllte Phettberg mit seinen wohltemperierten Ausritten auch die
                    Erwartungshaltungen seines Umfelds bezüglich einer ‚seriösen‘ Abgrenzung
                    gegenüber sexueller Aufklärung. Oswalt Kolle war da insofern ein leichter
                    Gegner, als man seinen Filmen tatsächlich kaum einen tiefer gehenden Wert in der
                    Auseinandersetzung mit Tabus zuschreiben konnte. Es handelte sich dabei, wenn
                    man so will, um eine Pulp-Version von Aufklärung und hatte wenig zu tun mit der
                    zeitgleich auftretenden ‚Zweiten Schule‘ der deutschen Sexualwissenschaft um
                    Günter Amendt (<title>Sexfront</title>) und Volkmar Sigusch. In seinen frühen
                    Beiträgen zu gesellschaftlichen Diskussionen verarbeitete Phettberg auch weniger
                    Fachliteratur als vielmehr den Diskurs, der ihn umgab und ihn zum Sprechen
                    brachte, nicht zuletzt in dem Begehren nach Aufmerksamkeit und Zuspruch. Dabei
                    treiben seine Auslassungen kuriose Blüten, wenn man im Hinterkopf behält, was in
                    seiner eigenen Biographie an öffentlicher Dissidenz noch folgen sollte. Als noch
                    nicht 20-Jähriger beschreibt er das Zerrbild der <quote
                        source="#ref_Kamolz1996-35">heutigen Jugend</quote> mit harschen Worten:
                        <quote source="#ref_Kamolz1996-35">Das sind langhaarige, ungewaschen
                        aussehende Burschen und Mädchen mit mangelhafter Bekleidung, schlampig
                        wirkend und sich ordinär gebend.</quote> (Zit. n. <ref type="bibl"
                        target="#Kamolz1996" xml:id="ref_Kamolz1996-35">ebd.: 35</ref>)</p>
                <p>In dieser Suada beschreibt Fenz ex negativo, was Phettberg knapp 20 Jahre später
                    zum Ideal seines Begehrens machen wird. Im Zuge seiner publizistischen
                    Aktivitäten in der S/M-Subkultur entwickelte sich jener eigenwillige, zwischen
                    Reflexion und pornographischen Fantasien oszillierende Stil, der auch für sein
                    späteres Schreiben charakteristisch ist. ‚Kleinanzeigen an die Jeans des
                    Buchverkäufers‘ findet sich als Titel in seiner Publikationsliste. Obwohl dieses
                    ‚Werk‘ nie als separate Sammelpublikation erschienen ist, hat der Autor dieser
                    Serie von Schmachtbotschaften an einen anonymen Buchhändler den Status einer
                    zusammenhängenden Serie an Minitexten zugeschrieben. Laut dem Eintrag unter der
                    Biographie-Rubrik ‚Daten bisher‘ auf Phettbergs Homepage, die alle wesentlichen
                    Ereignisse und Entwicklungen seines Lebens verzeichnet, setzte Phettberg vom 10.
                    August 1988 bis 24. Jänner 1990 wöchentlich eine Nachricht an den Angebeteten
                    ab. Er schilderte darin seine Erregungszustände: <quote
                        source="#ref_Kamolz1996-62">Fast besinnungslos nahm ich wahr, wie sich die
                        Jeans der Kerbe seines Arsches entlang einfurchten</quote> (zit. n. <ref
                        type="bibl" target="#Kamolz1996" xml:id="ref_Kamolz1996-62">ebd.: 62</ref>),
                    beschreibt er etwa einen besonders intensiven Wahrnehmungsmoment. Als er den
                    Verkäufer schließlich eines Tages nicht mehr in der Buchhandlung antrifft,
                    bricht Phettberg in Panik aus: <quote source="#ref_Kamolz1996-63">Alle Säfte
                        sind auf der Suche nach dir.</quote> (Zit. n. <ref type="bibl"
                        target="#Kamolz1996" xml:id="ref_Kamolz1996-63">ebd.: 63</ref>)</p>
                <p>Das Begehren artikuliert sich indirekt und direkt zugleich, so wie es sich
                    zugleich an den Einen wie an das in der Zeitung darin mitlesende Publikum
                    richtet (das Phettbergs Spiel aufnimmt und zum Teil in Form von Inseraten auf
                    ihn reagiert bzw. ihm aufmunternd antwortet). Andreas Brunner, Mitbegründer von
                        <title>QWien – Zentrum für queere Geschichte</title>, in dessen Archiv sich
                    der Vorlass von Hermes Phettberg befindet, erzählte anlässlich einer
                    Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung ‚Sex in Wien. Lust Kontrolle Ungehorsam‘
                    im Jänner 2017 im Wien Museum, dass er diese Anzeigen als damals noch junger
                    Aktivist wie einen Mini-Fortsetzungsroman gelesen habe. Es waren und blieben
                    nicht die einzigen Kurzbotschaften, die Phettberg an dieser Stelle abzugeben
                    pflegte. Auf seiner Homepage finden sich unter der Rubrik ‚Kleinanzeigen‘ einige
                    Schreibmaschinen-Faksimiles seiner an die Redaktion gesandten Texte, vom
                    melancholischen Bekenntnis <quote source="#ref_PhettbergHomepage-klein">Wäre
                        gern Stricher</quote> über <quote source="#ref_PhettbergHomepage-klein">Bin
                        leicht zu vernichten</quote> bis zu ausgefeilteren Kontaktanzeigen, die
                    bereits im pointiert vertrackten Stil der Predigtdienst-Kolumne gehalten sind:
                        <quote source="#ref_PhettbergHomepage-klein">Hermes Phettberg braucht einen
                        promisken Sado, der sich noch diskutiert: filigran und furios, versaut und
                        philosophisch, ambivalent. Biete Gelegenheit zu grenzenloser Schamlosigkeit.
                        Leider keinen diskutablen Körper, kein Geld.</quote><note
                        xml:id="endnote_08"><p>Siehe <ref
                                target="https://www.phettberg.at/klein01.htm"
                                xml:id="ref_PhettbergHomepage-klein"
                                >https://www.phettberg.at/klein01.htm</ref>, Zugriff am
                            6.5.2022.</p>
                    </note>
                </p>
                <p>Die Kleinanzeige und die Liste (siehe ‚Daten bisher‘) sind Beispiele
                    literarischer Praxis jenseits des konventionellen/kommerziellen Buches. Auch die
                    Ästhetik spricht Bände: getippt, schief fotokopiert, leicht verschliert bzw.
                    fleckig – die auf der Homepage versammelten Dokumente wirken einigermaßen aus
                    der Zeit gefallen. Diese scheinbar dem Chaos und der Schlamperei geschuldete
                    Form findet auch Eingang in die Faksimile-Ausgabe seiner für den Falter ab 1992
                    verfassten <title>Predigtdienste</title>, die 2004 im Berliner Druckhaus Galrev
                    erschien. Es handelt sich dabei um die unredigierten, zum Teil mit
                    handschriftlichen Anmerkungen bzw. eingeklebten Cartoons, Bildern oder
                    Schnipseln versehenen ‚Originale‘ seiner Texte. Die optische Gestalt lässt an
                    Sponti-Underground-Publikationen der 1970er-Jahre denken, die in Abgrenzung zum
                    Mainstream der Hochglanz-Magazine eine bewusste Stil- und Formlosigkeit bzw.
                    Anti-Ästhetik pflegten (vgl. die Zeitschrift <title>Agit 883</title>). Die
                    Messie-Ästhetik setzt sich auch auf der sprachlichen Ebene fort: Phettberg
                    etablierte die Kategorie des ‚bleibenden Tippfehlers‘ für seine unabsichtlichen
                    Verschreiber und kultivierte diese Kategorie in der Folge als Stilmittel. In
                    gewisser Weise hallt in dieser Strategie auch der Umgang mit seiner Wohnung in
                    Wien-Gumpendorf wider: Die Unfähigkeit, Ordnung zu halten, wird zunächst
                    notdürftig, schließlich aber auch bewusst umdefiniert in eine happeningartige
                    ‚Living Art‘ (vgl. u.a. <ref type="bibl" target="#Ostermayer1995"
                        >Ostermayer/Phettberg 1995</ref>).</p>
                <p>Auch hier greift der Aspekt des Intermedialen: Die einzelnen Ebenen seiner
                    Produktion wirken in verschiedenen Darstellungsweisen zusammen. Schließlich
                    gelangt Phettberg selbst als Figur zur Darstellung in unterschiedlichen Medien:
                    etwa in der Dokumentation <title>Der Papst ist ein Jeansboy</title> des Berliner
                    Filmemachers Sobo Swobodnik und gleich zweimal in Comics: in Beatrix Pirchners
                        <title>Phettbergs Phaxen</title> (1995) sowie in Walter Fröhlichs
                        <title>Blue Jeans: Der Phettberg Comic</title> (2015). Aus dem intermedialen
                    Akteur wird ein intermediales Ereignis, das wiederum auf das Werk zurückwirkt.
                </p>
            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
                    <bibl xml:id="Antonic2018">Antonic, Thomas (2018): Wolfgang Bauer. Werk – Leben
                        – Nachlass – Wirkung. Ritter Verlag: Klagenfurt/Graz.</bibl>
                    <bibl xml:id="Brugger2016">Brugger, Ingried/Ortner-Kreil, Lisa (2016): Martin
                        Kippenberger XYZ. Walther König: Wien.</bibl>
                    <bibl xml:id="Goetz1999">Goetz, Rainald (1999): Abfall für alle. Roman eines
                        Jahres. Suhrkamp Verlag: Frankfurt a. M.</bibl>
                    <bibl xml:id="Hangl2000">Hangl, Oliver (2000): Sparverein Die Unzertrennlichen
                        1989–1999. Theater der dritten bzw. vierten Art. Diplomarbeit: Universität
                        Wien.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kamolz1996">Kamolz, Klaus (1996): Hermes Phettberg. Die Krücke als
                        Zepter. Christoph Links Verlag: Berlin.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kluge1999">Kluge, Alexander (1999): In Gefahr und größter Not
                        bringt der Mittelweg den Tod. Texte zu Kino, Film, Politik. Hg. v. Christian
                        Schulte. Vorwerk 8: Berlin.</bibl>
                    <bibl xml:id="Kralicek1994">Kralicek, Wolfgang (1994): Der einzige Spaß in der
                        Stadt. 5000 Jahre Sparverein Die Unzertrennlichen. Sonderzahl Verlag:
                        Wien.</bibl>
                    <bibl xml:id="Lorenz1992">Lorenz, Gabriellla (1992): Ein Versager als
                        Talkshow-Star. In: Münchner Abendzeitung (4. Juni 1992).</bibl>
                    <bibl xml:id="Neundlinger2008">Neundlinger, Helmut (2008): Tagebuch des inneren
                        Schreckens. Über Hermes Phettbergs Predigtdienste. Klever Verlag:
                        Wien.</bibl>
                    <bibl xml:id="Ostermayer1995">Ostermayer, Fritz/Phettberg, Hermes (1995): Hermes
                        Phettberg räumt seine Wohnung zamm. Wien: edition selene.</bibl>
                    <bibl xml:id="Phettberg2004">Phettberg, Hermes (2004): Hundert Hennen.
                        Katechesen 1992–2003. Druckhaus Galrev: Berlin.</bibl>
                    <bibl xml:id="Reimitz2010">Reimitz, Camilla (2010): Phettbergs Nette Leit Show
                        im ORF. Eine Anti-Talkshow als gelungener Versuch der Medien- und
                        Gesellschaftskritik. Diplomarbeit: Univdrsität Wien.</bibl>
                    <space unit="lines" quantity="4"/>
                    <bibl><hi rend="bold">Links</hi> (alle Zugriff am 6.5.2022)</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergHomepage">Hermes Phettbergs Homepage, URL: <ref
                            target="www.phettberg.at/index.html"
                        >www.phettberg.at/index.html</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergPredigtdienst">Hermes Phettbergs
                            <title>Predigtdienst</title>, URL: <ref
                            target="www.falter.at/zeitung/autoren/hermes-phettberg"
                            >www.falter.at/zeitung/autoren/hermes-phettberg</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergTwitter">Hermes Phettbergs Twitter-Account, URL: <ref
                            target="https://twitter.com/phettberg_liebt?lang=de"
                            >twitter.com/phettberg_liebt?lang=de</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergWikipedia">Hermes Phettbergs Wikipedia-Eintrag, URL: <ref
                            target="de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg"
                            >de.wikipedia.org/wiki/Hermes_Phettberg</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergKluge">Hermes Phettberg in <title>10 vor 11</title>
                        (3/1999, R: Alexander Kluge), URL: <ref
                            target="www.youtube.com/watch?v=kbT3BEoQl30"
                            >www.youtube.com/watch?v=kbT3BEoQl30</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergSchmidt">Hermes Phettberg zu Gast in der <title>Harald
                            Schmidt Show</title> (3/1996), URL: <ref
                            target="www.youtube.com/watch?v=5gNYXL31utw"
                            >www.youtube.com/watch?v=5gNYXL31utw</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PhettbergHader">Josef Hader zu Gast in <title>Phettbergs Nette
                            Leit Show</title> (17. Dezember 1994), URL: <ref
                            target="www.youtube.com/watch?v=B1QhYkmcI-Y"
                            >www.youtube.com/watch?v=B1QhYkmcI-Y</ref>.</bibl>
                </listBibl>
            </div>
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    </text>
</TEI>
