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            <titleStmt>
                <title type="main" xml:lang="de">Intertextualität in den Rechtsakten von Karl
                    Kraus</title>
                <title type="sub" xml:lang="de">Eine wissenschaftliche digitale Edition</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Johannes</forename>
                        <surname>Knüchel</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Ludwig Boltzmann Institute for Digital History</affiliation>
                </author>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Isabel</forename>
                        <surname>Langkabel</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Ludwig Boltzmann Institute for Digital History</affiliation></author>
                <author><name>
                        <forename>Andrea</forename>
                        <surname>Ortner</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Akademie der Wissenschaften, Austrian Centre for
                        Digital Humanities and Cultural Heritage</affiliation></author>
                <author><name>
                        <forename>Laura</forename>
                        <surname>Untner</surname>
                    </name>
                    <affiliation>Österreichische Akademie der Wissenschaften, Austrian Centre for
                        Digital Humanities and Cultural Heritage</affiliation>
                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2022</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-04-03-01</idno>
                <idno type="URL"
                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/0000</idno>
            </publicationStmt>
            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">4</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <langUsage>
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            </langUsage>
            <textClass>
                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Karl Kraus</term>
                    <term xml:lang="de">Oskar Samek</term>
                    <term xml:lang="de">Rechtsakten</term>
                    <term xml:lang="de">Digitale Edition</term>
                    <term xml:lang="de">Intertextualität</term>
                    <term xml:lang="de">Wienbibliothek</term>
                </keywords>
                <keywords xml:lang="en">
                    <term xml:lang="en">Karl Kraus</term>
                    <term xml:lang="en">Oskar Samek</term>
                    <term xml:lang="en">legal records</term>
                    <term xml:lang="en">digital edition</term>
                    <term xml:lang="en">intertextuality</term>
                    <term xml:lang="en">Vienna City Library</term>
                </keywords>
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                    <name>Laura Tezarek</name>
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                    <name>Laura Tezarek</name>
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    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Gleich im Anschluss an den Schwerpunktbeitrag zu Karl Kraus’ juristischer
                    Auseinandersetzung um die Verwendung von Bildrechten präsentiert der Beitrag von
                    Johannes Knüchel, Isabel Langkabel, Andrea Ortner und Laura Untner einen
                    Werkstattbericht aus einer wissenschaftlichen digitalen Edition zur
                    Intertextualität in den Kraus’schen Rechtsakten. Die Akten der Kanzlei Oskar
                    Samek entstanden von 1922 bis 1938 und bieten daher eine kulturrelevante Quelle
                    der 1920er und 1930er Jahre, in denen Kraus und sein Anwalt Samek in juristische
                    Fälle involviert waren. Der seltene Umstand, dass hier ein Anwaltsaktenbestand
                    überliefert ist, macht die digitale Edition der Rechtsakten für Literatur- und
                    Kulturwissenschaftler:innen wie auch für Rechtshistoriker:innen zu einer
                    relevanten Forschungsplattform.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>Immediately following the focus contribution on Karl Kraus’ legal battle
                    regarding the use of image copyrights, the contribution of Johannes Knüchel,
                    Isabel Langkabel, Andrea Ortner, and Laura Untner presents a workshop report on
                    the scientific digital edition on intertextuality in Kraus’ legal files. The
                    records of the office of Oskar Samek were created between 1922 and 1938, and
                    therefore offer a culturally relevant source on the 1920s and 1930s when Kraus
                    and his lawyer Samek were involved in legal cases. The rare circumstance that
                    the records of a lawyer were preserved makes the digital edition a relevant
                    research platform not only for literary and cultural researchers, but also for
                    historians of law.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr04_03-01_01">
                <head>1. Einführung</head>
                <p>Im Projekt <title>Intertextualität in den Rechtsakten von Karl Kraus</title>
                    werden die Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek, die insgesamt circa 20.000
                    Seiten umfassen, in einer wissenschaftlichen digitalen Edition umfangreich
                        erschlossen.<note xml:id="endnote_01"><p>Diese Projektpräsentation wurde vom
                            Team vor der Veröffentlichung der Edition im Mai 2022
                        verfasst.</p></note> Die Akten sind von 1922 bis 1938 entstanden und bieten
                    daher eine kulturrelevante Quelle der 1920er und 1930er Jahre, in denen Karl
                    Kraus und sein Anwalt Oskar Samek in juristische Fälle involviert waren. Der
                    seltene Umstand, dass mit den Akten ein Anwaltsaktenbestand überliefert ist,
                    macht die digitale Edition der Rechtsakten nicht nur für Literatur- und
                    Kulturwissenschaftler:innen, sondern gerade auch für Rechtshistoriker:innen zu
                    einer relevanten Forschungsplattform.</p>
                <p>Oskar Samek ist es zu verdanken, dass uns die Rechtsakten bis heute überliefert
                    sind. Er nahm sie mit, als er 1938 ins Exil nach New York ging. Dort plante er,
                    ein Buch zu den Fällen herauszugeben, und ordnete die insgesamt in über 200
                    Mappen überlieferten Konvolute. Nach seinem Tod im Jahr 1959 kam der
                    Aktenbestand schließlich ins Karl Kraus-Archiv der Wienbibliothek im
                    Rathaus.</p>
                <p>Schwerpunkte der Anwaltsakten bilden Mediendelikte, Urheberrechtsfragen,
                    Beleidigungsklagen, Berichtigungen an Zeitungen und Zeitschriften (die nach dem
                    damals gültigen Pressgesetz verpflichtet waren, Tatsachen oder Zitate
                    richtigzustellen), aber auch aktuelle Themen wie die Frage nach der Grenze von
                    Satire. Involviert sind die großen Zeitungen des deutschsprachigen Raums,
                    Verlage, Schriftsteller:innen und andere künstlerische Persönlichkeiten, aber
                    auch Privatpersonen wie die Leserschaft der <title>Fackel</title>. Bedeutend
                    sind bspw. die Akten zu Emmerich Békessy, gegen den Kraus klagen wollte, jener
                    war allerdings nach einer Korruptionsaffäre 1926 rechtzeitig aus Wien nach Paris
                    geflohen, oder das Aktenkonvolut zum Fall Johann Schober, das mit dem wichtigen
                    Ereignis des Justizpalastbrandes vom 15. Juli 1927 zusammenhängt.</p>
                <p>Die hierzu überlieferten Materialien sind bezüglich der Textarten bzw. -gattungen
                    heterogen. Es handelt sich vor allem um Korrespondenzen der Anwälte bzw.
                    Kläger:innen und Beklagten, also Briefe, aber auch um juristische Texte wie
                    Klageschriften, Urteile, Protokolle der Vernehmungen oder Prozesse. Des Weiteren
                    kommen Zeitungstexte, Ladungen, Kostenaufstellungen oder Gedichtabschriften
                    hinzu. Die meisten Materialien sind in Typoskriptform überliefert. Zum Teil sind
                    aber auch handschriftliche Erzeugnisse wie Briefe oder Strafantragsentwürfe
                    vorhanden. Außerdem sind auch Mischformen wie etwa der Entwurf einer
                    Klageschrift, der zunächst mit der Schreibmaschine getippt und dann von Kraus
                    und Samek handschriftlich überarbeitet wurde, zu edieren. Gerade diese
                    handschriftlichen Überarbeitungen sind für die Darstellung in der Edition von
                    besonderem Interesse, verweisen sie doch auf die Zusammenarbeit zwischen Samek
                    und Kraus, die so erstmals zugänglich gemacht wird.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_02">
                <head>2. Projektverlauf</head>
                <p>Das FWF-Projekt konnte auf Vorarbeiten des vorangegangenen Projekts <title>Karl
                        Kraus Online. Die Rechtsperson</title>, in dem bereits alle Dokumente
                    digitalisiert und auf der gleichnamigen Plattform 2018 zugänglich gemacht
                    wurden, zurückgreifen. Die digitalen Reproduktionen des Aktenbestandes mussten
                    allerdings noch für eine Edition im Volltext erfasst werden. Zunächst sollte die
                    erste, von Hermann Böhm erarbeitete Edition <ref target="#Boehm1995"><title>Karl
                            Kraus contra … Die Prozeßakten der Kanzlei Oskar Samek</title></ref>
                    (1995–1997) als Textgrundlage dienen. Die vierbändige Ausgabe wurde im Volltext
                    mittels OCR erfasst. Da in dieser Edition nicht alle Dokumente ediert, sondern
                    zum Teil auch in Regesten zusammengefasst sind, war ein erheblicher weiterer
                    Textteil noch zu transkribieren, wofür schließlich <term><ref
                            target="https://readcoop.eu/de/transkribus/">Transkribus</ref></term>
                    genutzt werden sollte. Die Scans aller zu transkribierenden Dokumente wurden
                    hier hochgeladen, um mittels OCR den Text inklusive seines Zeilenfalls zu
                    erfassen. Im Anschluss kollationierten die Projektmitarbeiter:innen diesen mit
                    den Originalen.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_01">
                    <graphic width="450px" height="299px" url="media/wdr04_03-01_Abb_01.jpg"/>
                    <head type="legend">Transkription eines Briefes Oskar Sameks an das <title>Neue
                            Wiener Journal.</title></head>
                </figure>

                <p>Da nach Erfassung der bei Böhm fehlenden Textteile keine Lösung gefunden wurde,
                    die bei Böhm edierten Texte mit den Textteilen aus <term>Transkribus</term> zu
                    verknüpfen, entschied man sich schließlich dafür, die gesamte Textgrundlage über
                        <term>Transkribus</term> zu erstellen. Parallel wurden bereits die
                    Editionsrichtlinien für die Kodierung in TEI entworfen.</p>
                <p>Nach Erschließung der Textgrundlage, die insgesamt über eineinhalb Jahre (also
                    die Hälfte der Projektlaufzeit) in Anspruch nahm, wurde das Datenmodell sowie
                    der Entwurf der Editionsrichtlinien entwickelt. Die Annotationsmöglichkeiten
                    mussten im Vorfeld festgelegt werden, damit die XML-Dokumente kodiert werden
                    konnten. Das Datenmodell wurde allerdings stetig und im intensiven Austausch der
                    Projektmitarbeiter:innen weiterentwickelt und modifiziert. Seit über einem Jahr
                    werden nun die Dokumente nach den TEI-Richtlinien ediert. Seit Juli 2021 wird
                    außerdem das Frontend entwickelt, für das die Herausgeber:innen im Vorfeld
                    Entwürfe gefasst haben, wie die verschiedenen Inhalte der Rechtsakten auf
                    Grundlage ihrer Kodierung am besten zu vermitteln sind.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_03">
                <head>3. Usability und Zugänge</head>
                <p>Um die <quote source="#ref_Boehm1995-XVII">spröde Materie</quote> (<ref
                        type="bibl" target="#Boehm1995" xml:id="ref_Boehm1995-XVII">Böhm 1995:
                        XVII</ref>) der Anwaltsakten einem breiten Leser:innenkreis zugänglich zu
                    machen, wurden mehrere Ansätze verfolgt. Die vier Hauptelemente der Edition sind
                    die Akten-Edition selbst, die Statistik, die Register und der ‚Handapparat‘.
                    Zudem gibt es eine Seite mit relevanten Paratexten zum Projekt, wie etwa
                    eine Publikationsliste des Teams, und zu den Hintergründen des Projektes. Dort
                    werden auch die Editionsrichtlinien und technische Informationen (Architektur,
                    Design, XML, Digitalisate), die Code-Dokumentation und Lizenzrechte zu finden
                    sein.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_02">
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                    <head type="legend">Entwurf der Startseite, oberer und mittlerer Teil.</head>
                </figure>

                <p>Die Startseite, auf der Nutzer:innen empfangen werden, soll den Einstieg in die
                    umfangreiche Edition erleichtern und zum Thema hinführen. Der obere Teil bietet
                    die Navigationsleiste, in einem dreiteiligen Slider werden anhand von
                    Illustrationen die Akten, Oskar Samek und Karl Kraus präsentiert. Im mittleren
                    Teil finden Nutzer:innen eine Reihe vorausgewählter Gruppen von Akten, über die
                    in die Edition eingestiegen werden kann. Dieses Feature richtet sich vor allem
                    an erstmalige Besucher:innen, um sich in den über 200 Akten besser orientieren
                    zu können.</p>
                <p>Der untere Teil der Startseite verweist mittels Link auf eine Sammlung
                    digitalisierter Vorlesungsprogramme Kraus’, die zwar ursprünglich unter der
                    gleichen Domain gehostet wurden (<title>Karl Kraus Online. Der
                    Vorleser</title>), in dem hier vorgestellten Editionsprojekt aber nicht mehr zum
                    Forschungsgegenstand gehören.</p>
                <p>Der Footer enthält die namentliche Nennung aller Personen, die an dem Projekt
                    mitgearbeitet haben, die Logos und Namen aller beteiligten Institute, die
                    Kontaktdaten der Projektleiterin Katharina Prager und das Impressum. Zusätzlich
                    gibt es die Möglichkeit, sich bei etwaigen Fragen an den ACDH-CH Helpdesk zu
                    richten.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_03">
                    <graphic width="450px" height="123px" url="media/wdr04_03-01_Abb_03.jpg"/>
                    <head type="legend">Entwurf der Startseite, Footer.</head>
                </figure>

                <p>Falls die Leser:innen, bevor sie sich mit den Dokumenten selbst
                    auseinandersetzen, zunächst an die Materie herantasten wollen, werden
                    verschiedene Wege angeboten: So ging aus der abgesagten Tagung der WBR, die im
                    April 2020 hätte stattfinden sollen, die Idee hervor, die Beiträger:innen zu
                    bitten, ihre geplanten (und zum Teil schon finalisierten) Vorträge zu
                    verschriftlichen. In diesen Beiträgen werden die Akten aus verschiedenen
                    wissenschaftlichen Blickwinkeln analysiert. Alternativ wurden mit einigen der
                    Beiträger:innen auch Interviews geführt, die sowohl als Audiodateien als auch
                    als Transkripte der Edition beigegeben werden. In allen schriftlichen Dokumenten
                    des digitalen ‚Handapparats‘ werden Links zu den entsprechenden Akten und
                    Dokumenten hinzugefügt, sodass hierüber ein Anstoß zum tiefergehenden Studium
                    der Akten gegeben sein kann. Der ‚Handapparat‘ wird zusätzlich eine eigene Seite
                    zu Oskar Samek bieten, mit einem Interview, das Samek in den 1950er-Jahren in
                    den USA mit einem deutschsprachigen Journalisten führte, sowie mit einem
                    ausführlichen biografischen Beitrag von Gerlinde Kainz. Außerdem wird im
                    ‚Handapparat‘ die Print-Edition der jeweiligen Akten als Digitalisat (in
                    Bildformat) zur Verfügung gestellt.</p>
                <p>Die Navigation durch die digitale Akten-Edition soll durch mehrere kuratorische
                    Einstiege erleichtert werden. Optionen im Dropdown-Menü wie ‚Politik‘, ‚Kultur‘,
                    ‚Recht‘, ‚Handschriftliches‘, aus denen man teilweise wiederum Subkategorien
                    (bspw. ‚Zivilrecht‘ und ‚Strafrecht‘ bei ‚Recht‘ oder ‚Verlagswesen‘ bei
                    ‚Kultur‘, ‚Sozialdemokratie‘ bei ‚Politik‘) auswählen kann, führen zu einer
                    Anordnung der betreffenden Akten. Diesen Auswahlen werden jeweils erläuternde
                    Texte der Herausgeber:innen zur Einführung beigegeben.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_04">
                    <graphic width="400px" height="188px" url="media/wdr04_03-01_Abb_04.jpg"/>
                    <head type="legend">Entwurf Einstieg Rechtstypen.</head>
                </figure>

                <p>Wird nun eine spezielle Akte gewählt, gelangt man zur entsprechenden Übersicht
                    der in dieser Akte enthaltenen Dokumente (etwa Briefe, Urteile, Protokolle), in
                    der deren Metadaten in einem Raster von <ref
                        target="https://getbootstrap.com/docs/4.0/components/card/"
                        >Bootstrapcards</ref> dargestellt sind. Auch in dieser Ansicht gibt es
                    Filtermöglichkeiten. Wählt die Nutzerin bzw. der Nutzer schließlich ein Dokument
                    aus, gelangt sie/er zur Lesefassung, der synoptischen Darstellung des Faksimiles
                    bzw. des Scans einer entsprechenden Seite mit gegenüberliegender Transkription.
                    Beide Teile können beliebig vergrößert werden. Die Transkription erfolgte
                    zeilengetreu, was die Orientierung der Leserschaft erleichtern und zudem die
                    Zitierfähigkeit optimieren soll. Die Benutzer:innen werden die Möglichkeit
                    haben, sämtliche Annotationen (Personen, Institutionen, Orte, Werke, juristische
                    Texte, Zitate) ein- bzw. auszublenden oder aber nur eines oder mehrere Subsets
                    davon zu aktivieren. Die jeweiligen Annotationen grenzen sich farblich und
                    format-technisch von der Transkription ab. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich
                    das Dokument als TEI/XML Dokument herunterzuladen.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_05">
                    <graphic width="450px" height="209px" url="media/wdr04_03-01_Abb_05.jpg"/>
                    <head type="legend">Entwurf der Seite ‚Lesefassung‘.</head>
                </figure>

                <p>Die insgesamt sechs Register (zu erwähnten Personen, Orten, Institutionen,
                    Werken, juristischen Texten und <title>Fackel</title>-Texten) werden die
                    Annotationen der transkribierten Texte tabellarisch zusammenfassen. Es wird
                    wiederum die Möglichkeit gegeben, alle Einträge zu filtern. Klickt man einen
                    Eintrag an, so öffnet sich ein Overlay, das einen Link zum Datenbankeintrag in
                    der PMB enthält sowie auf Dokumente verweist, in denen die Entität vorkommt.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_06">
                    <graphic width="450px" height="209px" url="media/wdr04_03-01_Abb_06.jpg"/>
                    <head type="legend">Entwurf der Seite ‚Personenregister‘.</head>
                </figure>

                <p>Unterpunkte der Statistik-Komponente sind unter anderem Fallstatistiken, deren
                    grundsätzliche Anlage vom Vorgänger-Projekt <title>Karl Kraus Online</title>
                    übernommen wurden. In ihnen wird analysiert, mit welchen Delikttypen Kraus
                    konfrontiert war, wie die Gerichtsverhandlungen ausgingen, wer darin verwickelt
                    war und an welchen Gerichten die Verfahren stattfanden.</p>
                <p>Eine chronologische Übersicht der gesamten Fälle des Aktenbestandes wird in Form
                    eines Zeitstrahls realisiert. Er veranschaulicht, wie hoch Kraus’ und Sameks
                    Arbeitspensum tatsächlich war, indem bspw. ersichtlich wird, dass an bis zu 22
                    Fällen gleichzeitig gearbeitet wurde.</p>

                <figure xml:id="wdr04_03-01_Abb_07">
                    <graphic width="350px" height="148px" url="media/wdr04_03-01_Abb_07.jpg"/>
                    <head type="legend">Entwurf des chronologischen Überblicks der Akten.</head>
                </figure>

            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_04">
                <head>4. Datenmodell / digitale Daten</head>
                <p>Wie bereits erwähnt, wurden im Zuge des vorangegangenen Projekts <title><ref
                            target="https://www.kraus.wienbibliothek.at/die-rechtsperson">Karl Kraus
                            Online</ref></title> die Rechtsakten vollständig gescannt und online zur
                    Verfügung gestellt. Diese Scans, die sich auch in der digitalen Bibliothek der
                    WBR befinden, bilden die Grundlage für das aktuelle Projekt – nicht die von
                    Hermann Böhm angefertigte vierbändige Ausgabe. Ebendieser digitale Bestand wird mittels eines <ref
                        target="https://iiif.io">IIIF</ref>-Manifests in die digitale Edition der
                    Rechtsakten eingebunden bzw. genauer in den <ref
                        target="https://www.w3.org/TR/xml/">XML</ref>-Dokumenten zu den Objekten
                    verlinkt. In diesen Dokumenten, die während der Bearbeitung in einem <ref
                        target="https://about.gitlab.com/de-de/">GitLab</ref>-Repositorium
                    aufbewahrt und langfristig durch einen Import in den Datenhosting- und
                    -disseminationsservice des <ref
                        target="https://www.oeaw.ac.at/acdh/acdh-ch-home">ACDH-CH</ref>, <ref
                        target="https://arche.acdh.oeaw.ac.at/browser/">ARCHE</ref>, gesichert
                    werden, sind auch die entsprechenden Transkriptionen zu finden, die mit Hilfe
                    der Software <term><ref target="https://readcoop.eu/de/transkribus/"
                            >Transkribus</ref></term> angefertigt wurden. Im Anschluss an den Export
                    der Transkriptionen als <ref target="http://www.loc.gov/standards/mets/"
                        >METS</ref>-Dateien wurden sie im Zuge einer <ref
                        target="https://www.w3.org/TR/xslt/">XSL-Transformation</ref> in <ref
                        target="https://tei-c.org">TEI</ref>-Dokumente umgewandelt. Das Ziel ist
                    schließlich eine XML/TEI P5-Kodierung der rund 4.000 zu edierenden Dokumente,
                    wobei gewisse Dokumenttypen wie Kostenaufstellungen oder Ladungen in der Regel
                    nicht transkribiert und lediglich als mit Metadaten angereicherte Scans
                    beigefügt werden. Der Kontrolle der Kodierungen, die im <ref
                        target="https://www.oxygenxml.com">Oxygen XML Editor</ref> angefertigt
                    wurden, dienen ein <ref target="https://relaxng.org">RELAX NG</ref>-
                    (transformiertes <ref target="https://wiki.tei-c.org/index.php/ODD">ODD</ref>)
                    sowie ein <ref target="https://www.schematron.com">Schematron</ref>-Schema.</p>
                <p>In den Metadaten der Dokumente befinden sich neben der ID und dem Titel etwa
                    Informationen zu den Herausgeber:innen, der Lizenz, der Zugehörigkeit zu einer
                    im Bestand vorhandenen Rechtsakte, dem Entstehungsdatum und der Sprache, in
                    welcher der Text verfasst ist. Außerdem festgehalten werden zum Beispiel
                    gegebenenfalls auf einem Textzeugen befindliche Stempel. Ebenso verzeichnet
                    werden die vorliegenden digitalisierten Textzeugen, wobei der Fokus auf jene
                    gelegt wird, die tatsächlich ediert werden. Bei ebendiesen wird ferner vermerkt,
                    ob es sich um eine Vorder- oder eine Rückseite handelt und welche Seiten ein
                    Blatt ergeben. Werden mehrere Textzeugen eines Dokuments innerhalb eines
                    einzigen XML-Dokuments kodiert, was sowohl unterschiedliche Versionen eines
                    Dokuments als auch unterschiedliche Texte unter ein und derselben Signatur
                    betreffen kann, so werden entsprechende Abschnitte innerhalb eines Dokuments zur
                    Strukturierung definiert. Wird Varianz zwischen Textzeugen auch dann
                    ausgezeichnet, wenn nur ein Textzeuge vollständig kodiert wird, ist ein
                    Variantenapparat vorzufinden, zu dem sich ebenso Informationen in den Metadaten
                    finden lassen. Handelt es sich um ein Korrespondenzstück, so sind bei den
                    entsprechenden Dokumenten weitere Metadaten zur empfangenden wie zur absendenden
                    Instanz vorhanden.</p>
                <p>Zusätzlich zu den sechs Registern werden in jedem TEI-Dokument erwähnte Personen,
                    Institutionen, Orte und Werke am Ende angeführt. Um einen Überblick über den
                    Bearbeitungsstand der Dokumente zu bewahren, wird zudem eine projekteigene
                    Kodierung zur Dokumentation der Arbeitsschritte herangezogen. Anhand dieser ist
                    ersichtlich, wann welche Aufgabe von wem erledigt wurde.</p>
                <p>Schließlich sei auf eine Besonderheit in den Metadaten hinzuweisen, die sich
                    sowohl auf der Akten- als auch auf der Dokumentebene finden lässt: eine
                    Klassifizierung diverser Informationen mittels einer projekteigenen <ref
                        target="https://www.w3.org/TR/skos-reference/">SKOS</ref>-Ontologie, die
                    technisch auf <ref target="https://www.w3.org/TR/rdf11-concepts/">RDF</ref>
                    aufbaut. Mit Hilfe dieses kontrollierten Vokabulars wird nicht nur definiert, ob
                    es sich etwa um ein juristisches, publizistisches oder literarisches
                    Schriftstück oder um eine Korrespondenz handelt, sondern es werden auch
                    Materialitätstypen (z.B. Typoskript mit handschriftlicher Überarbeitung) und die
                    an den Akten beteiligten Personen und Institutionen in ihren ‚Rollen‘ (z.B.
                    Kanzlei) erfasst. Darüber hinaus wird der Rechtsbereich (z.B. Strafrecht), der
                    Delikttyp (z.B. streitige Zivilrechtssache) sowie der Ausgang (z.B. Vergleich)
                    definiert.</p>
                <p>Durch die Kodierung der Texte selbst werden neben der Form (z.B. durch die
                    Übernahme von Absätzen) diverse weitere Elemente für Menschen wie Maschinen
                    erkennbar gemacht.<note xml:id="endnote_02"><p>Wo möglich, werden zudem
                            singuläre IDs vergeben, wodurch zum Beispiel auf Zeilen präzise Bezug
                            genommen werden kann.</p>
                    </note> Darunter fallen etwa Marginalien, typographische Hervorhebungen wie
                    Unterstreichungen, Sperrungen, Auslassungen, Notizen, Zitate und wörtliche
                    Reden. Ebenso ausgezeichnet werden Eingriffe in den Text wie handschriftliche
                    Tilgungen. Handschriftliche Stellen werden grundsätzlich als solche – auch als
                    Abweichung vom nicht näher ausgezeichneten Standard des Typoskripts –
                    hervorgehoben und mit einer in den Metadaten definierten ‚Hand‘, die
                    gegebenenfalls einer Person zugeordnet werden kann, verlinkt.</p>
                <p>Weiter werden im Text Verweise auf Personen, Institutionen, Orte und Adressen
                    mittels Auszeichnungen gesetzt und mit Hilfe der <ref
                        target="https://pmb.acdh.oeaw.ac.at">PMB</ref> eindeutig referenzierbar
                    gemacht. Ersteres gilt überdies für Werke, die insbesondere auf Texte in der
                            <title><ref target="https://fackel.oeaw.ac.at/ ">Fackel</ref></title>
                    sowie auf <ref target="https://anno.onb.ac.at">ANNO</ref> verweisen. Letztlich
                    werden auch Gesetzestexte als solche kodiert und mit <ref
                        target="https://alex.onb.ac.at">ALEX</ref> verlinkt.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_05">
                <head>5. Technische Informationen</head>
                <div xml:id="wdr04_03-01_05-01">
                    <p>Die Edition wird als <ref target="https://vuejs.org">VueJS</ref>-Projekt
                        umgesetzt. Für die grafischen Elemente wird das <ref
                            target="https://getbootstrap.com">Bootstrap</ref>-Framework verwendet,
                        Services sind in Typescript geschrieben. Die Daten, die langfristig in der
                            <ref target="https://www.oeaw.ac.at/acdh/tools/arche">ARCHE</ref>
                        gespeichert sind, werden über die <ref
                            target="https://app.swaggerhub.com/apis/zozlak/arche/1.8.0#/info"
                            >ARCHE-API</ref> im RDF-Format abgerufen, transformiert und für die
                        Nutzer:innen visuell aufbereitet. Der Sourcecode befindet sich in einem
                        öffentlichen <ref target="https://gitlab.com/users/sign_in"
                            >Github-Repository</ref>.</p>
                    <p>Die Daten sind in Collections und Objects strukturiert sowie in TEI/XML
                        kodiert. Collections enthalten die Metadaten zu den einzelnen Fällen,
                        Objects die Metadaten zu den einzelnen Dokumenten der Fälle, transkribierte
                        Texte und Links zu einem IIIF-Server der <ref
                            target="https://www.digital.wienbibliothek.at/Handschriften/content/titleinfo/2540007"
                            >WBR</ref>, auf dem die Faksimiles der Dokumente langzeitarchiviert
                        werden.</p>
                    <p>Die Daten sollen für die Lesefassung in drei Varianten aufbereitet werden:
                        Als XML-Datei und visuell in zwei bis drei Spalten, die einmal das Faksimile
                        der ausgewählten Seite zeigen (Spalte&#xA0;1) und parallel dazu den
                        transkribierten Text (Spalte 2) inklusive Kommentar (Spalte 3), wobei
                        der/die Leser:in selbst entscheidet, welche und wie viele Annotationen
                        angezeigt werden. Der erste Schritt für alle drei Varianten ist derselbe:
                        Aus den RDF-Tripeln der von der <ref type="bibl" target="#ARCHE">ARCHE</ref>
                        ausgegebenen Ressource müssen einige Metadaten (z.B. Titel, Datum,
                        Beteiligte) extrahiert sowie die gesamte Transkription (TEI/XML) als String
                        via <ref target="https://developer.mozilla.org/de/docs/Web/API/Fetch_API"
                            >Fetch-API</ref> geladen werden. Anschließend wird wie folgt
                        vorgegangen:</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_03-01_05-02">
                    <head>Erstellen der TEI/XML Ressource</head>
                    <p>Um aus dem String, der den transkribierten Text enthält, eine downloadbare
                        XML-Datei zu formen, greifen wir auf den <ref
                            target="https://de.wikipedia.org/wiki/Binary_Large_Object"
                        >Blob</ref>-Datentyp zurück. Wir kreieren ein neues Blob-Objekt mit type
                        ‚text/xml‘ und lassen uns die Object-URL dessen zurückgeben, über welche die
                        Ressource heruntergeladen werden kann.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_03-01_05-03">
                    <head>Erstellen der zweispaltigen Lesefassung</head>
                    <p>Wie oben bereits erwähnt, liegen die Faksimiles auf dem IIIF-Server der <ref
                            target="https://www.digital.wienbibliothek.at/Handschriften/content/titleinfo/2540007"
                            >WBR</ref>. Die Links zu den Bildern werden aus den RDF-Tripeln
                        extrahiert und anschließend über das src-Attribut des img-Tags im HTML
                        abgerufen. Etwas schwieriger gestaltet sich das Anzeigen des Volltextes. Um
                        die Daten, die im XML-Format vorliegen, anzeigen zu können, müssen diese
                        mittels <ref target="https://www.w3schools.com/xml/xsl_intro.asp">XSL</ref>
                        transformiert werden. Diese Transformation extrahiert Text und Metadaten,
                        die in ein neues HTML-Dokument mit sämtlichen JavaScript-Funktionen (die
                        nötig sind, um sich verschiedene Annotationen anzeigen zu lassen)
                        eingebettet sind. Beim Aufruf der Lesefassung wird über <ref
                            target="https://www.w3schools.com/xml/ajax_intro.asp">AJAX</ref> ein
                        php-Script aufgerufen, das die übergebene XML-Datei mit dem dazugehörigen
                        XSL transformiert und via AJAX den erstellten HTML- und JavaScript-Code
                        zurückgibt, der über die innerHTML-property des Text-Containers eingebettet
                        wird.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_03-01_05-04">
                    <head>Register</head>
                    <p>Nach ähnlichem Schema werden auch die Register erstellt. Alle
                        Registerinformationen liegen als XML-Dateien vor. Für diese muss eine
                        entsprechende XSL-Transformation geschrieben werden, damit die Daten im
                        HTML-Format in die Seite eingebettet werden können.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_03-01_05-05">
                    <head>Handapparat</head>
                    <p>Für den Handapparat wird die Böhm-Edition als eine Reihe von JPEGs
                        eingebettet.</p>
                    <p>Andere Ressourcen, etwa die schriftlichen Beiträge, werden als PDF angezeigt
                        oder es wird mit einem Downloadlink auf sie, etwa die Audio-Dateien der
                        Interviews, verwiesen.</p>
                </div>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_06">
                <head>6. Intertextualität in den Rechtsakten</head>
                <p>So wie Kraus in den Texten der <title>Fackel </title> häufig zitierte und damit
                    den Sprachgebrauch seiner Gegner:innen nicht nur bloßstellte, sondern mit der
                    Zitierung auch den Charakter seiner Zeitgenoss:innen zu entlarven glaubte, ist
                    die satirische Montage von keiner anderen Autorin bzw. keinem anderen Autor des
                    frühen 20. Jahrhunderts in dessen Werken praktiziert worden. Zitate spielen aber
                    nicht nur in Kraus’ Satire-Zeitschrift eine wesentliche Rolle, sondern auch in
                    den Rechtsakten sind zitierte Textpassagen zum Teil wesentlich für die über 200
                    angelegten Fälle. Oft bildete etwa ein Artikel einer (überwiegend)
                    deutschsprachigen Zeitung, in der falsche Tatsachen über Kraus mitgeteilt
                    wurden, den Ausgang einer Berichtigungsforderung. Oskar Samek forderte in einem
                    solchen Fall die Redaktion in einem Schreiben auf, den Artikel zu berichtigen.
                    Dabei wurde die betreffende Passage aus dem Artikel zitiert und diesem Zitat im
                    Anschluss eine Berichtigung gegenübergestellt.</p>
                <p>Ein Schwerpunkt der digitalen Edition ist es, nicht nur alle Personen, Orte und
                    Institutionen zu annotieren, sondern auch alle Quellen der Zitate – wie in dem
                    oben beschriebenen Beispiel – in den Rechtsakten ausfindig sowie diese den
                    Nutzer:innen praktisch zugänglich zu machen. Die zahlreichen intertextuellen
                    Bezüge wurden, sofern es sich um Werke fremder Autor:innen handelt, in der PMB
                    gesammelt und der Datensatz mit bibliografischen Informationen und – falls
                    vorhanden – mit einem Link zur externen digitalisierten Quelle angereichert.
                    Wenn Kraus und sein Anwalt oder die gegnerische Partei aus der
                        <title>Fackel</title> zitierten, wurden diese Zitate direkt mit einem Link
                    ausgezeichnet, der zur betreffenden Stelle in der Online-<title>Fackel</title>
                    führt. Durch die Auszeichnung aller Zitate ist schließlich ein umfangreiches
                    Korpus zustande gekommen, das als Forschungsquelle für Intertextualitäts- bzw.
                    Zitateforscher:innen dienen kann. Etliche Zitate zeigen Kraus’ Interaktionen mit
                    seiner Umwelt und belegen seinen Kampf ums Recht, den er sehr genau nahm, wofür
                    seine Gegner:innen oft kaum Verständnis hatten: <quote>Wenn Sie ernstlich auf
                        diese Kommaberichtigung Wert legen, werde ich sie [...] im Septemberheft
                        bringen. Ich bin allerdings der Meinung, dass Sie sich damit lächerlich
                        machen</quote> (Brief des Einhorn-Verlags an Verlag Die Fackel [21. Juli
                    1927]; Dokument 90.1, s. <ref type="bibl" target="#Knuechel2022"
                        >Knüchel/Langkabel 2022</ref>).</p>
                <p>Aber nicht nur Paratexte der Rechtsakten sind Gegenstand der Erschließung
                    intertextueller Bezüge, sondern auch der umgekehrte Fall wird in der Edition
                    kenntlich gemacht: Wenn Kraus die Dokumente der Rechtsakten als Grundlage eines
                    satirischen Textes für die <title>Fackel</title> nahm, er also aus den
                    Rechtsakten ‚zitierte‘, wird dies in der Edition entsprechend ausgezeichnet. So
                    haben die Nutzer:innen nicht nur die Möglichkeit, Kraus’ Zitationspraxis zu
                    überprüfen, sondern auch die Gelegenheit, das Entstehen eines literarischen
                    Textes – ein juristisches Dokument wird in eine Satire eingebettet oder eine
                    ganze Akte zur Glosse bzw. zum Essay geformt – nachvollziehen zu können.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_03-01_07">
                <head>Abkürzungsverzeichnis</head>
                <p><list>
                        <item>AJAX: Asynchronous JavaScript and XML</item>
                        <item>ALEX: Austria Lex</item>
                        <item>ANNO: Austrian Newspapers Online</item>
                        <item>API: Application Programming Interface</item>
                        <item>ARCHE: A Resource Centre for the Humanities</item>
                        <item>Blob: Binary Large Object</item>
                        <item>HTML: Hypertext Markup Language</item>
                        <item>KKO: Karl Kraus Online</item>
                        <item>IIIF: International Image Interoperability Framework</item>
                        <item>jsPDF: JavaScript Portable Document Format</item>
                        <item>METS: Metadata Encoding &amp; Transmission Standard</item>
                        <item>OCR: Optical Character Recognition</item>
                        <item>ODD: One Document Does it all</item>
                        <item>PMB: Personen der Moderne Basis</item>
                        <item>RELAX NG: Regular Language Description for XML New Generation</item>
                        <item>RDF: Resource Description Framework</item>
                        <item>SKOS: Simple Knowledge Organization System</item>
                        <item>TEI: Text Encoding Initiative</item>
                        <item>URL: Uniform Resource Locator</item>
                        <item>WBR: Wienbibliothek im Rathaus</item>
                        <item>XML: Extensible Markup Language</item>
                        <item>XSL: Extensible Stylesheet Language</item>
                    </list><space unit="lines" quantity="5"/></p>
            </div>
        </body>
        <back>
            <div type="bibliography">
                <listBibl>
                    <head>Literaturverzeichnis und Online-Ressourcen (alle Zugriffe am 2.12.2021)</head>
                    <bibl xml:id="AAC-Fackel">AAC – Austrian Academy Corpus: AAC-FACKEL. Online
                        Version: „Die Fackel. Herausgeber: Karl Kraus, Wien 1899–1936“. AAC Digital
                        Edition No 1. URL: <ref target="fackel.oeaw.ac.at"
                        >fackel.oeaw.ac.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="ALEX">ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte: <ref
                            target="https://alex.onb.ac.at/">alex.onb.ac.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="ANNO">ANNO – Historische Zeitungen und Zeitschriften: <ref
                            target="https://anno.onb.ac.at/">anno.onb.ac.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="ARCHE">ARCHE – A Resource Centre for Humanities Related Research
                        in Austria: <ref target="https://arche.acdh.oeaw.ac.at/browser/"
                            >arche.acdh.oeaw.ac.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Wienbibliothek">Bestand zum Projekt in der digitalen Bibliothek
                        der Wienbibliothek im Rathaus. URL: <ref
                            target="https://www.digital.wienbibliothek.at/nav/classification/2656738"
                            >www.digital.wienbibliothek.at/nav/classification/2656738</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Boehm1995">Böhm, Hermann (Hg.) (1995–1997): Karl Kraus contra …
                        Die Prozeßakten der Kanzlei Oskar Samek in der Wiener Stadt- und
                        Landesbibliothek. 4 Bde. Wien.</bibl>
                    <bibl xml:id="GitLab">GitLab: <ref target="https://about.gitlab.com/de-de/"
                            >about.gitlab.com/de-de</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="IIIF">IIIF: <ref target="https://iiif.io/">iiif.io</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Knuechel2022">Knüchel, Johannes/Langkabel, Isabel (Hg.) (2022):
                        Karl Kraus: Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek. Wissenschaftliche Edition.
                        Unter Mitarbeit von Laura Untner, Andrea Ortner, Ingo Börner und Vanessa
                        Hannesschläger. Wien. URL: <ref
                            target="https://www.kraus.wienbibliothek.at/"
                            >www.kraus.wienbibliothek.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Metadata">Metadata Encoding and Transmission Standard: <ref
                            target="www.loc.gov/standards/mets"
                        >www.loc.gov/standards/mets</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Schematron">Schematron: <ref target="www.schematron.com"
                            >www.schematron.com</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="SimpleKnowledge">Simple Knowledge Organization System. Reference:
                            <ref target="www.w3.org/TR/skos-reference"
                            >www.w3.org/TR/skos-reference</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="TEI">TEI: <ref target="https://tei-c.org/">tei-c.org</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Transkribus">Transkribus: <ref
                            target="https://readcoop.eu/de/transkribus"
                            >readcoop.eu/de/transkribus</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="ODD">ODD: <ref target="https://wiki.tei-c.org/index.php/ODD"
                            >wiki.tei-c.org/index.php/ODD</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="Oxygen">Oxygen XML Editor: <ref
                            target="https://www.oxygenxml.com/">www.oxygenxml.com</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="PMB">PMB: <ref target="https://pmb.acdh.oeaw.ac.at/"
                            >pmb.acdh.oeaw.ac.at</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="RDF">RDF: <ref target="https://www.w3.org/TR/rdf11-concepts/"
                            >www.w3.org/TR/rdf11-concepts</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="RELAX">RELAX NG: <ref
                            target="https://relaxng.org/spec-20011203.html"
                        >relaxng.org</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="VUEjs">VUEjs: <ref target="https://vuejs.org/"
                            >vuejs.org/</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="XML">XML: <ref target="https://www.w3.org/TR/xml/"
                            >www.w3.org/TR/xml</ref>.</bibl>
                    <bibl xml:id="XSLT">XSLT: <ref target="https://www.w3.org/TR/xslt/"
                            >www.w3.org/TR/xslt</ref>.</bibl>
                    <space unit="lines" quantity="5"/>
                </listBibl>
            </div>
        </back>
    </text>
</TEI>
