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                <title type="main" xml:lang="de">Romanheftreihen und Leihbücher aus Österreich nach
                    1945</title>
                <author>
                    <name>
                        <forename>Hans Peter</forename>
                        <surname>Kögler</surname>
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                <author>
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                        <forename>Wolfgang</forename>
                        <surname>Rath</surname>
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                </author>
            </titleStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Wiener Digitale Revue</publisher>
                <date>2022</date>
                <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>For this
                            publication, a Creative Commons Attribution 4.0 International license
                            has been granted by the author(s), who retain full
                        copyright.</p></licence>
                </availability>
                <idno type="DOI">10.25365/wdr-04-04-03</idno>
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                    >https://journals.univie.ac.at/index.php/wdr/article/view/0000</idno>
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            <seriesStmt>
                <title>Wiener Digitale Revue</title>
                <biblScope unit="issue">4</biblScope>
                <idno type="ISSN">2709-376X</idno>
            </seriesStmt>
            <sourceDesc>
                <p>born digital</p>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                <keywords xml:lang="de">
                    <term xml:lang="de">Romanheftreihen</term>
                    <term xml:lang="de">Groschenhefte</term>
                    <term xml:lang="de">Leihbücher</term>
                    <term xml:lang="de">Trivialliteratur</term>
                    <term xml:lang="de">Pulp</term>
                </keywords>
                <keywords xml:lang="en">
                    <term xml:lang="en">dime novel</term>
                    <term xml:lang="en">pulp novel series</term>
                    <term xml:lang="en">loan books</term>
                    <term xml:lang="en">popular literature</term>
                    <term xml:lang="en">pulp</term>
                </keywords>
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                    <name>Laura Tezarek</name>
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                    <date when-iso="2022-06-07">Encoded</date>
                    <name>Laura Tezarek</name>
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    </teiHeader>
    <text>
        <front>
            <div type="abstract" xml:lang="de">
                <p>Eine systematische Aufarbeitung der Entwicklung und Wirkung des Heftroman-Genres
                    ist für Österreich noch ausständig. Der vorliegende Beitrag möchte einen Impuls
                    dazu geben und gleichzeitig für eine seriöse Auseinandersetzung mit ‚trivialen‘
                    Unterhaltungsformaten plädieren, an denen sich nicht nur alltägliche
                    Medienpraktiken und ihr Einfluss auf die menschliche Vorstellungskraft, sondern
                    auch die Auseinandersetzung mit offiziellen und öffentlichen Moralvorstellungen
                    zeigen lassen. Es wird hier ein erster umfassender Einblick in die
                    Romanheftreihen und Leihbücher gegeben, die in Österreich nach 1945 erschienen
                    sind.</p>
            </div>
            <div type="abstract" xml:lang="en">
                <p>A systematic appraisal of the development and impact of the pulp genre is still
                    lacking for Austria. The present contribution aims to initiate it, promoting at
                    the same time a serious study of ‘trivial’ entertainment formats, which not only
                    allow to show everyday media practices and their influence on human imagination,
                    but also the confrontation with public moral concepts. The contribution provides
                    a first and extensive insight into pulp novel series and loan books published in
                    Austria after 1945.</p>
            </div>
        </front>
        <body>
            <div xml:id="wdr04_04-03_01">
                <head>1. Vorbemerkung</head>
                <p>Der Beitrag geht auf mehrere Einträge zurück, die auf der Web-Plattform <ref
                        target="https://www.zauberspiegel-online.de/">zauberspiegel-online.de</ref>
                    erschienen sind.<note xml:id="endnote_01"><p>Die Originalbeiträge wurden von
                            Christian Zolles redaktionell zusammengelegt, stellenweise gekürzt und
                            geringfügig überarbeitet. Die im Text eingebetteten Links führen zu
                            detaillierteren Informationen zu den einzelnen Romanreihen. Für
                            Rückfragen stehen die Autoren, die selbst über ein beträchtliches
                            (elektronisches) Archiv an Heftromanen verfügen, gerne zur
                            Verfügung.</p></note> Er versucht, ohne hier den Anspruch auf
                    Vollständigkeit zu stellen, einen Überblick über die Romanheftreihen und
                    Leihbücher in Österreich ab 1945 für die Sparten Science Fiction- (<ref
                        type="crossref" target="#wdr04_04-03_02">Abschnitt 1</ref>), Abenteuer-
                        (<ref type="crossref" target="#wdr04_04-03_03">Abschnitt 2</ref>) und
                    Schauer-Literatur (<ref type="crossref" target="#wdr04_04-03_04">Abschnitt
                        3</ref>) zu geben. Für eine detailliertere Beschreibung der genannten Werke
                    sei auf die im Text teilweise verlinkten Spezialbeiträge verwiesen, für eine
                    Auflistung sämtlicher österreichischer Pulp-Hefte mitsamt einer Präsentation
                    vieler Cover auf die Seite <ref target="https://heftromanarchive.jimdofree.com/"
                        >heftromarchive.jimdofree.org</ref> sowie auch auf aktuelle Kataloge für
                    Sammler und Sammlerinnen, wie der hier für das Jahr 2000 abgebildete.</p>

                <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_01">
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                    <head type="legend">Manfred Pilz: Katalog der österreichischen Romanhefte 1876
                        bis heute. Ausgabe 2000. Wien: Pollidchansky 2000.</head>
                </figure>

                <p>Eine systematische Aufarbeitung der Entwicklung und Wirkung des Pulp-Genres, wie
                    sie für Deutschland etwa Heinz J. Galle vorangetrieben hat,<note
                        xml:id="endnote_02"><p>Siehe insbes. Heinz J. Galle, Volksbücher und
                            Heftromane. 3 Bde. Lüneburg: Dieter von Reeken 2018–2020.</p></note> ist
                    für Österreich noch ausständig. Der vorliegende Beitrag möchte einen Impuls dazu
                    geben und gleichzeitig für eine seriöse Auseinandersetzung mit ‚trivialen‘
                    Unterhaltungsformaten plädieren, an denen sich nicht nur alltägliche
                    Medienpraktiken und ihr Einfluss auf die menschliche Vorstellungskraft, sondern
                    auch die Auseinandersetzung mit offiziellen und öffentlichen Moralvorstellungen
                    zeigen lassen.</p>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_04-03_02">
                <head>2. Utopische Romanheftreihen und Leihbücher</head>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-01">
                    <head>2.1. Früher Science-Fiction-Pulp</head>
                    <p>Als erste österreichische SF-Pulp-Publikation erschien 1936 die Broschüre
                            <title>Ferro der Robot</title> von Karl Dolezal (eigentlich Karl
                        Dolezel), verlegt von der Preßvereinsdruckerei St. Pölten
                        (Niederösterreich). Das 132 Seiten starke Heft im Kleinformat wurde mit
                        einem Schutzumschlag als Band 1 einer geplanten Romanserie ausgeliefert, ein
                        zweiter Band ist jedoch vermutlich nie erschienen. Zusätzlich zur
                            <title>Ferro der Robot</title>-Geschichte ‚Flammendes Gold‘ wurde am
                        Cover auch ein ‚Kampf mit Tritonen‘ angekündigt. Ob das der Untertitel der
                        Story bzw. ob dies eine zweite Geschichte in der Broschüre war, ist
                        unbekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg tat sich Dolezal als Verleger und
                        Autor von Abenteuergeschichten (z.B. <title>Roman der Woche</title>, 1948,
                            <title>Männer im Abenteuer</title>, 1948) in St. Pölten hervor.
                        SF-Werke wie <title>Ferro der Robot</title> schrieb er keine mehr.1947
                        brachte die Wiener Amandus-Edition den utopischen Heftroman <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22077-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-die-maschine-versagt"
                                >Die Maschine versagt</ref></title> von Edward Morgan Forster auf
                        den Markt. Die ins Deutsche übertragene Kurzgeschichte <title>The Machine
                            Stops</title> war im englischen Original bereits 1909
                        erschienen. Bekannt wurde der britische Autor mit seinen (später auch
                        verfilmten) Romanen <title>A Room with a View</title> (<title>Zimmer mit
                            Aussicht</title>, 1908),<title> Howards End</title> (<title>Wiedersehen
                            in Howards End</title>, 1910) und <title>A Passage to India</title>
                            (<title>Die Reise nach Indien</title>, 1924).Ebenfalls auf nur eine
                        Ausgabe kam die <title>Neue Europa</title>-Reihe (um 1949) im Franz Decker
                        Verlag in Wien. Das Romanheft <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/30171-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-der-dritte-weltkrieg"
                                >Der Dritte Weltkrieg. Der Untergang der Menschheit</ref></title>
                        von Louis Emrich stammt vom deutschen Untergangsvisionär und Sammler
                        prophetischer Schriften Ludwig Friedrich Emrich. Ebenso nur eine Nummer
                        konnte 1949 der oberösterreichische MZ-Zeitschriftenverlag Maria Zube, St.
                        Konrad bei Gmunden, von <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22078-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-signal-aus-dem-all"
                                >Signal aus dem All</ref></title> ausliefern: Der Band 1 einer
                        geplanten Heftromanserie von Eduard Schätz (Pseud. Rob Ward) hat nie eine
                        Fortsetzung erfahren. Die Geschichte ist ein bearbeiteter Nachdruck der
                        Anfangskapitel des Buches <title>Explosionsturbine Gigant I</title>
                        (Leipzig: Rekord-Verlag 1939), das später als Leihbuch unter dem Titel
                            <title>Der Kosmos ruft</title> von Bob Ward (Wuppertal: Kolibri-Verlag
                        1960) noch einmal vollständig, jedoch in ‚modernisiertem‘
                        Schreibstil herausgebracht wurde.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-02">
                    <head>2.2. Tom Sharg</head>
                    <p>Erst mit der SF-Serie <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/science-fiction-mainmenu-11/gedrucktes-mainmenu-154/9544-der-heftroman-sterreichische-sf-heftreihen-1948-bis-1965-1-tom-sharg"
                                >Tom Sharg</ref></title>, die nicht mit den <title>Tom
                        Shark</title>-Kriminalgeschichten verwechselt werden sollte, gelang es
                        schließlich, eine österreichische utopisch-phantastische
                        Romanheftpublikation zu starten, die über die Startnummer hinauskam.<note
                            xml:id="endnote_03"><p>Siehe auch den Beitrag von Marie Holzer in dieser
                                Ausgabe der Zeitschrift. Die komplette <title>Tom
                                Sharg</title>-Serie wurde mit einer Erläuterung von Hans Peter
                                Kögler 2013 als erster Band der <title>Austro-SF</title>-Reihe im
                                Heinz Mohlberg-Verlag wiederveröffentlicht. In der Reihe bisher
                                außerdem erschienen: <title>Uranus</title> 1–18,
                                    <title>Zukunftsroman</title> 1–3, <title>Im Jahr 2000</title>
                                1–5 sowie <title>Rob Ward, Signal aus dem All</title>. Darüber
                                hinaus bringt der Blitz-Verlag derzeit die Serie <title>Torgo, Prinz
                                    von Atlantis</title> in vollem Umfang heraus, d.h. auch noch die
                                lange verschollen geglaubten sechs Bände aus dem Nachlass des
                                Autors, die ein Freund und Mitautor K. H. Koizars nach dessen
                                Skizzen und Fragmenten fertiggestellt hat. In der Reihe KULT-Romane
                                findet sich auch die Neuauflage der ersten beiden
                                    <title>Rifland</title>-Romane (von 24 Bänden) in einem Band,
                                weitere sind geplant.</p></note></p>

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                        <head type="legend">Erster Band der <title>Tom Sharg</title>-Reihe von Ernst
                            A. Dolak aus dem Jahr 1948.</head>
                    </figure>

                    <p><title>Tom Sharg</title> kann insofern als eine Kuriosität bezeichnet werden,
                        als es sich dabei voraussichtlich um die älteste utopische Heftreihe aus
                        Österreich handelt, welche sogar um einige Jahre älter als die deutschen
                        Reihen <title>Utopia</title> und <title>Terra</title> ist. Laut Katalog der
                        Österreichischen Nationalbibliothek ist sie in den Jahren 1948 bis 1950 in
                        insgesamt sechs Heften erschienen. Als <title>Tom Sharg</title>-Autor wird
                        Ernst A. Dolak ausgewiesen, der auch die beiden <title>Einaug der
                            Pirat</title>-Hefterzählungen für den Verlag Josef Schweidlenka
                        (Interlit-Verlag) verfasste. Die Romane mit Tom Sharg erschienen damals im
                        Rahmen einer als ‚Hawaii-Abenteuer-Roman‘ bezeichneten Heftreihe und
                        umfassten jeweils 32 Seiten. In dieser Reihe gab es auch Kriminal-, Piraten-
                        und Abenteuerromane sowie Nachdrucke von <title>Rolf Torring</title>. Die
                        Romane sind zeitlich im 21. Jahrhundert angesiedelt, wobei Tom Sharg als
                        Sicherheitschef eines europäischen Mammutkonzerns zusammen mit seinem Freund
                        und Gefährten Rolf Hansen die tollsten Abenteuer zu bestehen hat. <title>Tom
                            Sharg</title> ist neben der im Mauerhardt Verlag erschienenen
                        14-bändigen Fantasy-Reihe <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/9686-der-heftroman-sterreichische-sf-heftreihen-1948-bis-1965-2-torgo-prinz-von-atlantis"
                                >Torgo, Prinz von Atlantis</ref></title> die einzige österreichische
                        fantastische Heftpublikation mit einer durchgehenden Story. Warum die Serie
                        nicht fortgesetzt wurde, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Es
                        könnte aber daran gelegen haben, dass die Zeit für derartige Romane 1950
                        noch nicht reif war. Vielleicht waren die Romane für den Umfang von nur 32
                        Seiten bei einem Preis von 1,20 Schilling auch zu teuer, wenn man
                        berücksichtigt, dass ein Kilo Brot in der Nachkriegszeit ebenfalls etwa 1
                        Schilling kostete. Somit bleibt die Reihe ein Unikat im Rahmen der
                        österreichischen SF.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-03">
                    <head>2.3. <hi rend="italic">Atom-Roman</hi> und <hi rend="italic">Im Jahr 2000</hi></head>
                    <p>Den nächsten Beitrag zur österreichischen SF-Trivialliteratur lieferte 1951
                        der Grazer Bergheimatverlag. Nach zwei klassischen Krimis in der Reihe
                                <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22060-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-atom-roman-eulen-kriminalroman"
                                >Eulen Kriminal Roman</ref></title>, die im Londoner bzw. Wiener
                        Milieu spielen, folgten ab Band 3 utopische Krimiabenteuer von Frank J.
                        Noel. Seine erste SF-lastige Story erschien noch unter dem Reihentitel
                            <title>Eulen Kriminal Roman</title>, die weiteren zwei Bände schließlich
                        unter dem neuen Reihennamen <title>Atom-Roman</title>, mit dem Untertitel
                            <title>Serie phantastischer Zukunftsromane.</title> Die restlichen
                        angekündigten Hefte sind niemals erschienen.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_03">
                        <graphic width="225px" height="316px" url="media/wdr04_04-03_Abb_03.jpg"/>
                        <head type="legend">Vierter Band der Eulen-/Atom-Romanreihe: Karl Wiesinger
                            (Pseud. Frank I. Noel): <title>Froschmenschen am Werk!</title> aus dem
                            Jahr 1951.</head>
                    </figure>

                    <p>1953 publizierte der Wiener Rolf Mauerhardt-Verlag die fünfteilige SF-Reihe
                                <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22059-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-im-jahr-2000"
                                >Im Jahr 2000</ref></title>. Mauerhardt war neben Hiro/Typopress der
                        größte und bekannteste österreichische Romanheftverlag der Nachkriegszeit.
                        Mehrere Dutzend Westernreihen, Frauenromane, Krimis (etwa <title>Gerry
                            Thook</title>) und später auch fantastische Historienabenteuer
                            (<title>Torgo, Prinz von Atlantis</title>) liefen im
                        Mauerhardt-Programm. Nur mit seinem kurzlebigen Ausflug in die SF war der
                        umtriebige Verleger nicht besonders erfolgreich. Es soll noch angermerkt
                        werden, dass Rolf Mauerhardt unter seinem Pseudonym Rolf Murat bereits 1950
                        in der Heftserie <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22080-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-rolf-murat-der-weltreporter"
                                >Rolf Murat – Der Weltreporter</ref></title> eine Geschichte mit
                        phantastisch-utopischem Inhalt publiziert hatte: Band 6 der Kleinformatserie
                        mit dem Titel <title>Das Ungeheuer von London</title>, in inhaltlicher
                        Anlehnung an <title>Der gläserne Tod</title> von Lionel North aus der im
                        Wiener Cermak-Verlag erschienen Serie <title>Der Hexer</title>
                        (1951). Aufgrund der utopischen Elemente ist auch gerade dieser Band unter
                        Sammlern und Sammlerinnen zum teuersten Roman der Serie ‚aufgestiegen‘. Auch
                        alle anderen SF-Hefte aus Österreich sind durch die Bank begehrte
                        Sammelobjekte geworden. Grund ist neben dem hohen Alter der Romane
                        insbesondere deren niedrige Auflagenzahl und die geringe Verbreitung
                        außerhalb Österreichs.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-04">
                    <head>2.4. Weitere ‚Zukunftsromane‘</head>
                    <p>Keinerlei längerfristige Präsenz am Markt konnte 1952 das ausgekoppelte
                            <title>Utopische Romanreihe</title>-Spin-off-Nebenprodukt der beliebten
                            <title>Die Welt der Abenteuer</title>-Reihe erlangen: Die als Ableger zu
                        den <title>Welt der Abenteuer</title> / <title>Bob
                        Barring</title>-Geschichten aus dem Wiener Verlag Maximilian Kraemer
                        veröffentlichte u.p.-Nebenreihe brachte es nur auf eine einzige Nummer, auf
                        die Sondernummer 1 mit dem Titel <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22075-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-welt-der-abenteuer-sonderhefte"
                                >Der Herr der Welt</ref></title> von Karl Hans Koizar, der u.a. auch
                        die <title>Bob Barring</title>- und <title>Torgo</title>-Romane verfasste.
                        Koizar schrieb zudem als Rolf Shark 1954 die Heftminiserie <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22076-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-jerry-clifford-koenig-der-luefte"
                                >Jerry Clifford – König der Lüfte</ref></title>, die im Wiener
                        Kleinverlag Willi Fitz als <title>Parodie auf das Genre der Abenteuer- und
                            SF-Romane</title> erschien. Die Verbreitung der Hefte dürfte mangels
                        einer entsprechenden Auflage gering gewesen sein. Auch war der Preis für
                        insgesamt 32 Seiten etwas hoch, während die bereits ab 1953 erscheinenden
                        Hefte der Reihe <title>Utopia</title> den doppelten Umfang hatten. Ebenfalls
                        im Willi Fitz Verlag erschien 1955 die auf jeweils 16 Seiten im
                        A4-Großformat publizierten <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/science-fiction-mainmenu-11/gedrucktes-mainmenu-154/20320-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-der-zukunftsroman"
                                >Der Zukunfts-Roman</ref></title>-Zeitungen, deren Ausgaben den
                        Übertitel ‚Die neue utopische Romanfolge‘ trugen.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_04">
                        <graphic width="275px" height="361px" url="media/wdr04_04-03_Abb_04.jpg"/>
                        <head type="legend">Erster Band der <title>Der Zukunfts-Roman</title>-Reihe:
                            Robert Ralph Rono (Pseud.): <title>Notlandung am Mond</title> aus dem
                            Jahr 1955.</head>
                    </figure>

                    <p>Das Wiener Verlegerpaar Josef und Maria Steffek startete 1956 eine
                        SF-Heftromanreihe namens <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22058-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-uranus"
                                >Uranus</ref></title>, mit dem Untertitel ‚Utopischer
                        Zukunftsroman‘. Es handelt sich um eine Kleinverlagsproduktion, die
                        letztlich zur nummernstärksten SF-Heftreihe Österreichs werden sollte. Bis
                        1958 wurden 18 <title>Uranus</title>-Einzelromane im Steffek-Verlag
                        veröffentlicht, wobei den zweiten Band der Reihe der Verleger selbst
                        geschrieben hat. Im Gegensatz zu allen anderen österreichischen
                        u.p.-Pulp-Romanen, die in den Archiven von SF-Roman-Sammlern und
                        -Sammlerinnen der älteren Generation verschwunden zu sein scheinen, tauchen
                        einzelne Steffek-Hefte auch heute noch in Wiener Romantauschläden, in
                        Buchantiquariaten oder auf Flohmärkten auf. Während allerdings vor der
                        schlechten Papierqualität der Steffek-Produkte gewarnt sei, kann auf eine
                        Neuauflage der Romanhefte durch den Mohlberg-Verlag hingewiesen werden.</p>
                    <p>Ungefähr ein Jahr nach dem Start der <title>Uranus</title>-Reihe legte der
                        Verlag (der damals u.a. auch Abenteuer-, Kriminal-, Liebes- und
                        ‚Bauern‘-Romanreihen publizierte) mit <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/22057-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-star-utopia"
                                >Star Utopia</ref></title> eine zweite SF-Heftreihe mit dem
                        Untertitel ‚Kriminal-Roman‘ auf, wobei hier Pabels inhaltlich ähnlich
                        orientierte <title>Utopia Kriminal</title>-Reihe Pate stand. Insgesamt zehn
                            <title>Star Utopia</title>-Bände wurden ausgeliefert, darunter drei
                        (gekürzte) Werke von Wolf Detlef Rohr, die davor im deutschen Ravena-Verlag
                        als Leihbücher erschienen waren.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-05">
                    <head>2.5. Das Auslaufen der Science-Fiction-Romanhefte</head>
                    <p>Auch in nicht deklariert SF-orientierten Heftromanreihen aus Österreich
                        fanden sich vereinzelt utopische Geschichten. Es handelt sich dabei um
                        Nummern aus meist ‚gemischten‘ Abenteuer- bzw.
                        Kinder-Romanheft-Veröffentlichungen. Mit der Einstellung der beiden
                        Steffek-Heftreihen <title>Uranus</title> und <title>Star Utopia</title> war
                        allerdings 1958 das Ende der österreichischen kommerziellen
                        SF-Pulp-Publikation gekommen. Sogenannte SF-Trivialschriftsteller aus
                        Österreich wie Hubert Straßl, Helmuth W. Mommers,
                        <title>Zeitkugel</title>-Miterfinder Richard Wunderer, die
                            <title>Atlan</title>- bzw. <title>Perry Rhodan</title>-Autoren Ernst
                        Vlcek (auch Expokrat der <title>Rhodan</title>-Serie), Andreas Findig,
                        Michael Marcus Thurner oder Leo Lukas haben ihre Werke später für deutsche
                        Pulp-Verlage verfasst. Im ‚gehobenen‘ SF-Literatursektor seien der
                        Vollständigkeit halber noch die österreichischen Autoren Herbert W. Franke,
                        Peter Schattschneider, Marianne Gruber und der Herausgeber
                        utopisch-phantastischer Romane bei Insel, Zsolnay und Suhrkamp, Franz
                        Rottensteiner, genannt.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_02-06">
                    <head>2.6. Utopische Leihbücher</head>
                    <p>Leihbücher nach 1945 waren speziell für gewerbliche Leihbüchereien
                        produzierte, im Sortiment nicht erhältliche Unterhaltungsromane. Noch vor
                        der Durchsetzung des Taschenbuchs war das Leihbuch neben dem Romanheft die
                        eigentliche Publikationsform vor allem für deutschsprachige Autoren. Es
                        wurden zwischen 30.000 und 40.000 dieser in Kunststoff-Folie gebundenen
                        Bücher veröffentlicht, die meist eine relativ geringe Auflage von oft nur
                        2.000 Exemplaren und dabei einen beachtlichen Umfang von etwa 270 Seiten
                        hatten – während Taschenbücher ungefähr 144 bis 160 Seiten und Hefte 62 bis
                        64 Druckseiten aufwiesen, was bedeutete, dass die Texte bei Nachdrucken
                        teilweise brutal auf das Heftformat gekürzt werden mussten, bevor Nachdrucke
                        als Doppelhefte erschienen. Aus diesem Grund sind auch die alten Leihbücher
                        als Quelle der ursprünglichen Texte unverzichtbar. Dies auch deshalb, weil
                        sie zu Karrierebeginn zahlreicher SF-Autoren standen, wie etwa auch von <ref
                            target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/21433-k-h-scheer-und-seine-sf-leihbuecher-der-jahre-1948-bis-1965"
                            >Karl Herbert Scheer</ref>, dem bekannten Mitbegründer und Autor von
                        Perry Rhodan sowie Verfasser von 44 SF-Romanen und auch der ZBV-Serie (dazu
                        Weiteres auf der <ref target="http://www.konnat.eu/">Website</ref>).</p>
                    <p>Als erfolgreichster SF-Schriftsteller Österreichs wurde in den 1950er Jahren
                        ein ‚Namensvetter‘ des <title>Ferro</title>-Autoren Karl Dolezal über die
                        Landesgrenzen hinaus bekannt: Erich Dolezal, ein Astronom und Herausgeber
                        der Zeitschrift für Natur, Technik und Wirtschaft <title>Universum</title>.
                        Dolezal war zudem als Volksbildner, der über Tausend Vorträge zum Thema
                        Raumfahrt gehalten hat, sowie als Autor zahlreicher SF-Werke tätig. Erich
                        Dolezals utopische Jugendbuchromane wurden von den staatlichen Eigentümern
                        des Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) für pädagogisch so wertvoll
                        erachtet, dass seine volksbildenden Weltraumabenteuer mittels Steuergeldern
                        abgedruckt werden konnten. Neben den privaten Leihbüchereien waren die Werke
                        Dolezals auch in allen staatlichen Entlehnbibliotheken fixer Bestandteil des
                        Programms. Von ihm wurden zudem Sachbücher, z.B. der mehrfach neu aufgelegte
                        und auch ins Schwedische übersetzte Bildband <title>Vorstoß in den
                            Weltraum</title>, herausgegeben.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_05">
                        <graphic width="225px" height="309px" url="media/wdr04_04-03_Abb_05.jpg"/>
                        <head type="legend">Erich Dolezal (Pseud. Erik Lindenau): <title>Jenseits
                                von Raum und Zeit. Roman aus drei Welten.</title> Wien:
                            Walter-Verlag 1946.</head>
                    </figure>

                    <p>Neben dem ÖBV in Österreich ansässige Nachkriegsverlage, die ebenfalls
                        utopische Leihbücher im Programm hatten, waren die Wiener Verlage Jugend und
                        Volk und Carl Ueberreuter sowie der Linzer Ibis Verlag (mit der Publikation
                        zweier <title>Mondstation Ovillon</title>-Romane von Henry Walter) und der
                        Leobener Fritz Loewe Verlag (in dem zwei SF-Bücher von Manfred Langrenus
                        erschienen). Nach jetzigem Erkenntnisstand überhaupt nur je einen
                        SF-Leihbuchroman veröffentlichten die österreichischen Kleinverlage Pilgram
                        in Salzburg und Bernhard Recla in Graz.</p>
                    <p>Für weitere, vereinzelt erschienene utopische Leihbücher – wie etwa dem 1946
                        entstandenen Roman <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/20968-oesterreichische-sf-heftreihen-von-1948-bis-1965-ceron"
                                >Ceron</ref></title>&#160;– wird hier zur weiteren Recherche auf die
                        Seite <ref target="http://sf-leihbuch.de/">sf-leihbuch.de</ref>
                        verwiesen.</p>
                </div>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_04-03_03">
                <head>3. Piraten-, Kriminal- und Abenteuerromane</head>
                <div xml:id="wdr04_04-03_03-01">
                    <head>3.1. Abenteuer-Pulp-Reihen der Nachkriegszeit</head>
                    <p>Wie das Beispiel Karl Herbert Scheer zeigt, schrieben zahlreiche Autoren
                        phantastisch-utopischer Romane auch Piraten-, Kriminal- und Abenteuerromane
                        bzw. waren die Grenzen häufig fließend. So hat Scheer nicht nur die
                            <title>Perry Rhodan</title>-Serie produktiv mitgestaltet, sondern unter
                        Pseudonymen an Leihbuchreihen wie <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/-gedrucktes-mainmenu-174/10066-k-h-scheer-und-seine-leihbcher-der-jahre-1948-bis-1965-knig-der-meere-diego-el-santo-1"
                                >König der Meere</ref></title>, <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-menu-25/gedrucktes-mainmenu-174/10067-k-h-scheer-und-seine-leihbuecher-der-jahre-1948-bis-1965-herr-der-meere-pierre-de-chalon"
                                >Herr der Meere</ref></title> oder <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/21682-k-h-scheer-und-seine-leihbuecher-joe-brand-k-h-scheer"
                                >Joe Brand</ref></title> geschrieben. Bevor näher auf die weiteren
                        Beispiele <title>Ben Bolt</title> und <title>Torgo Prinz von
                            Atlantis</title> sowie die Autoren Berndt-Guben und Egon Schott
                        eingegangen wird, soll eine Aufzählung weiterer österreichischer
                        Abenteuerromanreihen des ersten Nachkriegsjahrzehnts einen Überblick über
                        den damaligen Markt vermitteln.</p>
                    <list>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/25856-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-dr-mcminaha"
                                    >Dr. McMinaha</ref></title>, Edition Scala, Hoffmann u. Co.,
                            Wien 1951, 2 Hefte: Gruselromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/25857-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-einaug-der-pirat"
                                    >Einaug, der Pirat</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien
                            1949, 2 Hefte: Piratenromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/26979-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-rolf-torring"
                                    >Rolf Torring</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien 1950, 4
                            Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/26978-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-hawai-abenteuermagazin"
                                    >Hawai Abenteuermagazin</ref></title>, Interlit/Schweidlenka,
                            Wien 1947, 2 Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/27034-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-hawai-kriminalroman"
                                    >Hawai Kriminalroman</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien
                            1949, 3 Hefte: Kriminalromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/27150-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-neues-decamerone"
                                    >Geafre – Neues Decamerone</ref></title>, Interlit/Schweidlenka,
                            Wien 1949, 2 Hefte: erotische Romane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/off-topic-2/gedrucktes/27164-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-orion-romanserie"
                                    >Orion Roman Serie</ref></title>, Amandus Edition, Wien 1946/47,
                            6 Hefte: Liebesromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/28334-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-rolf-trenk-s-abenteuer"
                                    >Rolf Trenks Abenteuer</ref></title>, Reisser, Wien 1947–49, 9
                            Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/28200-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-der-namenlose"
                                    >Der Namenlose</ref></title>, Isabella, Wien 1952, 2 Hefte:
                            Spionageromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/28477-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-der-u-boot-pirat"
                                    >Der U-Boot Pirat</ref></title>, Isabella, Wien 1951/52, 9
                            Hefte: Abenteuer- und Kriminalromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/29788-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-nebelnachtroman"
                                    >Nebelnachtroman</ref></title>, Bergheimat-Verlag, Graz 1949, 5
                            Hefte: Kriminalromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/29577-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-die-legion-des-teufels"
                                    >Die Legion des Teufels</ref></title>, Standard Verlag, Graz
                            1949, 8 Hefte: Kriminalromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/30001-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-duke"
                                    >Duke</ref></title>, J. Schwicker, Linz 1951/52, 9 Hefte:
                            Detektivromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/29918-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-el-trovador"
                                    >El Trovador</ref></title>, Arrow Preß, Graz 1949, 5 Hefte:
                            Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/western-mainmenu-14/gedrucktes-mainmenu-169/28407-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-jibaro"
                                    >Jibaro</ref></title>, J. Schwicker, Linz 1951/52, 5 Hefte:
                            Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/29831-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-john-kill-der-sklavenjaeger"
                                    >John Kill, der Sklavenjäger</ref></title>, Melange Vertrieb,
                            Wien 1948, 7 Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/28578-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-ss-secret-service"
                                    >SS – Secret Service</ref></title>, J. Schwicker, Linz 1951/52,
                            4 Hefte: Spionage- und Kriminalromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/32457-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-ben-bolt-der-abenteurer-1-teil"
                                    >Ben Bolt</ref></title>, Melange Vertrieb, Wien 1947/48, 21
                            Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/32451-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-kapitaen-grant-s-weltabenteuer"
                                    >Kapitän Grants Weltabenteuer</ref></title>, MC-Verlag 1951, 7
                            Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://heftromanarchive.jimdofree.com/romanhefte/y/yuma/"
                                    >Yuma</ref></title>, J. Schwicker, Linz 1951, 9 Hefte:
                            Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/32716-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-pie-grieche-der-wuerger-frankreichs"
                                    >Pie Grièche</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien ca.
                            1949/50, 3 Hefte und 1 Sonderheft: erotische Romane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/32648-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-klub-der-abenteurer-1-teil"
                                    >Klub der Abenteurer</ref></title>, Metropol, Wien 1949–1951, 19
                            Hefte: Abenteuerromane</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://heftromanarchive.jimdofree.com/romanhefte/r/rifland/"
                                    >Rifland</ref></title>, Vettermann, Wien 1950–1953, 24 Hefte und
                            2 Sonderbände: Abenteuerromane</item>
                    </list>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_03-02">
                    <head>3.2. <hi rend="italic">Ben Bolt, der Abenteurer</hi></head>
                    <p>Diese Reihe von Abenteuerromanen ist in den Jahren 1948/49 im sogenannten
                        ‚Melange Vertrieb‘-Verlag in insgesamt 21 Heften erschienen. Es handelt sich
                        dabei um eine sehr frühe Variation der <title>Rolf
                        Torring</title>-Abenteuerromane, wobei Rolf Torring zu Ben Bolt, Hans Warren
                        zu Georg Griffin und ihr Begleiter Pongo zu Morro werden.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_06">
                        <graphic width="170px" height="237px" url="media/wdr04_04-03_Abb_06.jpg"/>
                        <head type="legend">Erster Band der <title>Ben Bolt</title>-Reihe von
                            vermutl. Karl-Hans Koziar aus dem Jahr 1948.</head>
                    </figure>

                    <p>Die Romanreihe handelt von den Abenteuern der drei Helden Ben Bolt, Georg
                        Griffin und Morro rund um den Globus. Sie beginnen in Südamerika, dann
                        weiter nach Indonesien, Madagaskar, Afrika, Antarktis und enden zuletzt bei
                        Kap Horn. Weitere Abenteuer in Südamerika waren wohl geplant, sind aber
                        niemals erschienen. Das typische Schicksal vieler österreichischer
                        Kleinserien. Womöglich waren die Romane für den Umfang von erst 32 und
                        später 48 Seiten bei einem Preis von 1 bzw. 1,20 Schilling zu teuer und
                        daher auch kein kommerzieller Erfolg, wenn man das damalige Preisniveau
                        berücksichtigt.</p>
                    <p>Der Autor aller Romane ist unbekannt, er firmiert unter dem Pseudonym Georg
                        Griffin. Möglicherweise war es der damals sehr bekannte Autor und
                        Filmjournalist Karl-Hans Koizar, der auch für andere Heftreihen unter den
                        Namen Rolf Shark und Rolf Murat geschrieben hat. Er hat unter seinem
                        richtigen Namen auch zahlreiche Bücher über den 2. Weltkrieg (etwa
                            <title>Narvik</title>, <title>Stern von Afrika</title>,
                            <title>Tobruk</title>) verfasst. Er dürfte ein richtiges Original
                        gewesen sein, der sogar ein eigenes Privatkino besaß und über gute
                        Beziehungen zur Filmindustrie verfügte. Deshalb konnte Karl-Hans Koizar für
                        seinen Verleger Rolf Mauerhardt auch günstig Filmfotos bzw. Filmstills
                        internationaler Filmproduktionen für die Titelbilder der Hefte gewinnen, wie
                        das folgende Beispiel veranschaulicht.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_03-03">
                    <head>3.3. <hi rend="italic">Torgo, Prinz von Atlantis</hi></head>
                    <p>Bei <title>Torgo, Prinz von Atlantis</title> – etwas später, nämlich 1962/63
                        erschienen – handelt es sich um ein Unikat im Rahmen der österreichischen
                        Fantastik. Die Serie ist in insgesamt 14 Heften erschienen. Hinter dem
                        Pseudonym Charles de Clermont verbirgt sich wie vermutlich bei <title>Ben
                            Bolt</title> ebenfalls der Schriftsteller Karl-Hans Koziar. Der
                        Herausgeber dieser Hefte war der Wiener Mauerhardt Verlag, der auch
                        zahlreiche Heftreihen auf dem Gebiet des Kriminal-, Abenteuer- und
                        Westernromans sowie eine weitere utopische Reihe <title>Im Jahr 2000</title>
                        herausgebracht hat. Die Titelbilder wurden dem Autor von der Constantin
                        Filmverleih zur Verfügung gestellt; man kann darauf einige bekannte
                        Schauspieler wie Yul Brynner oder Gina Lollobrigida erkennen.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_07">
                        <graphic width="190px" height="278px" url="media/wdr04_04-03_Abb_07.jpg"/>
                        <head type="legend">Erster Band der <title>Torgo</title>-Reihe von Karl-Hans
                            Koziar aus dem Jahr 1962.</head>
                    </figure>

                    <p>Der Autor bediente sich bei der Story reichlich aus dem Atlantisbericht
                            <title>Kritias</title> von Plato sowie der Bibel (2. Buch Moses), wobei
                        er den Untergang von Atlantis mit dem biblischen Exodus der Israeliten
                        verknüpfte. Er dürfte auch ein bisschen von der amerikanischen Fantasy
                        dieser Zeit beeinflusst gewesen sein; man findet die typischen Versatzstücke
                        wie schwertschwingende Helden, finstere Götter mit ihrer Priesterschaft,
                        Seeschlachten, geheimnisvolle Bergwerke, Intriganten, Räuber, Arenakämpfe,
                        Wagenrennen, Menschenopfer usw. Im Gegensatz zur amerikanischen Sword &amp;
                        Sorcery sind magische Elemente kaum vorhanden, abgesehen von den Wundern von
                        Moses aus der Bibel. Vor allem das letzte Heft, der ‚Tanz ums goldene Kalb‘,
                        lehnt sich sehr stark an die biblische Geschichte des Exodus der Israeliten
                        und die Verkündigung der zehn Gebote an.</p>
                    <p>Torgo, Prinz von Atlantis ist neben der bei Josef Schweidlenka bzw. seinem
                        Interlit Verlag erschienenen sechsbändigen SF-Reihe <title>Tom Sharg</title>
                        die einzige österreichische fantastische Heftpublikation mit einer
                        durchgehenden Story. Da die Reihe mit 14 Bänden thematisch abgeschlossen
                        war, gab es keine Fortsetzung der Abenteuer mit Torgo, Jargo, Moses und
                        Aaron. Es war leider auch die letzte SF- bzw. Fantasy-Publikation, die von
                        einem österreichischen Verlag herausgebracht wurde.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_03-04">
                    <head>3.4. Berndt-Guben und seine Leihbücher der Jahre 1952 bis 1954</head>

                    <p>Karl-Heinz Berndt, ein heutzutage fast vergessener Schriftsteller, der unter
                        anderem unter dem Pseudonym Berndt Guben schrieb, wurde vor allem durch
                        seine Leihbücher, insbesonders die Pfeifer-Romane bekannt, die er in den
                        Jahren 1952 bis 1954 im Reihenbuch-Verlag veröffentlichte. Daneben schrieb
                        er noch zahlreiche Wildwest- und Kriminalromane, also sogenannte
                        Trivialliteratur, die er in verschiedenen Verlagen veröffentlichte. Außerdem
                        war er noch als Journalist bei diversen Printmedien und zuletzt beim
                        Fernsehen tätig. Eine Auflistung der Titel der veröffentlichten Bücher,
                        Romane sowie der Pseudonyme ist auf <ref
                            target="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Berndt">Wikipedia</ref>
                        zu finden.</p>
                    <p>Karl-Heinz Berndt wurde 1923 in Guben, Niederlausitz, geboren und rückte im
                        2. Weltkrieg zur Luftwaffe ein. Er geriet in amerikanische
                        Kriegsgefangenschaft und verbrachte als Kriegsgefangener einige Zeit in den
                        Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft
                        arbeitete er nach einem abgebrochenen Germanistikstudium zunächst als
                        Lokalreporter, später als Redakteur bei Zeitungen und schrieb nebenbei
                        zahlreiche Bücher. Mitte der 1950er Jahre war er wieder für einige Zeit in
                        den Vereinigten Staaten als Austauschredakteur bei der Herald Tribune. Durch
                        seine berufliche Tätigkeit trat die Schriftstellerei mit der Zeit in den
                        Hintergrund. Nach seiner Rückkehr wurde er Redakteur beim ZDF und verbrachte
                        seinen Lebensabend auf Gran Canaria, wo er 1993 starb.</p>
                    <p>Bei den insgesamt 30 im Reihenbuch-Verlag zwischen 1952 und 1954
                        veröffentlichten Romanen handelt es sich um klassische Abenteuer- und auch
                        Wildwest-Romane, die durchaus flott und spannend geschrieben sind. Sie
                        wurden, anders als die damals üblichen Heftchen, in Buchform veröffentlicht,
                        und zwar als sogenannte Leihbücher. Er ist vor allem noch durch seine
                        23-bändige <title>Pfeifer</title>-Serie bekannt, die die Abenteuer des
                        deutschen Arztes Michel Baum in der Zeit des amerikanischen
                        Unabhängigkeitskrieges bis etwa 1800 schildert. Baum wird wegen seiner
                        Fertigkeiten als Kunstpfeifer auch ‚der Pfeifer‘ genannt.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_08">
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                        <head type="legend">Erster <title>Pfeiffer</title>-Roman von Karl-Heinz
                            Berndt (Guben) aus dem Jahr 1952.</head>
                    </figure>

                    <p>Die Story kann in einen <ref
                            target="http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/druck-und-buch-mainmenu-295/24820-berndt-guben-und-seine-leihbuecher-der-jahre-1952-bis-1954-die-pfeifer-romane-1-teil"
                            >Ersten</ref> und einen <ref
                            target="http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/druck-und-buch-mainmenu-295/25154-berndt-guben-und-seine-leihbuecher-der-jahre-1952-bis-1954-die-pfeifer-romane-2-teil"
                            >Zweiten</ref> Teil gegliedert werden. Die ersten zehn Bände schildern
                        die Reisen und Abenteuer des Pfeifers auf dem Piratenschiff Trueno bis zu
                        seiner Rückkehr nach Deutschland, Vernichtung seines Todfeindes Graf
                        Eberstein und der Heirat mit seiner Braut Charlotte. Diese Reisen führen von
                        Spanien über Nordafrika, Konstantinopel und Indien bis nach Indonesien und
                        Afrika. Im zweiten Teil ist der Pfeifer ein wohlhabender Arzt an der
                        US-Ostküste, verliert er seine Frau bei einem Banditenüberfall und macht
                        sich auf die Suche nach seinem Sohn, die ihn quer durch den Westen bis in
                        die Karibik und danach sogar nach Neuseeland und Japan führt.</p>
                    <p>Weitere Leihbücher von Berndt Guben gab es nicht, da der Reihenbuch-Verlag
                        1954 seine Tätigkeit einstellen musste. Dieses Schicksal teilte er mit Kartl
                        Herbert Scheer, der im Reihenbuch-Verlag ebenfalls zahlreiche Romane auf dem
                        SF-, Piraten- und Kriminalroman-Sektor veröffentlichte.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_03-05">
                    <head>3.5. Egon Schott, der Mann, der Rifland war</head>
                    <p>Die Reihe <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/33086-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-egon-schott-der-mann-der-rifland-war"
                                >Rifland</ref></title> ist im Vettermann Verlag zwischen 1949 und
                        1953 in insgesamt 24 Heften und 2 Sonderbänden erschienen und erfreut sich
                        bei Sammlern und Sammlerinnen größter Beliebtheit.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_09">
                        <graphic width="205px" height="286px" url="media/wdr04_04-03_Abb_09.jpg"/>
                        <head type="legend">Erster Band der <title>Rifland</title>-Reihe von Egon
                            Schott aus dem Jahr 1950.</head>
                    </figure>

                    <p>Sein Autor war Egon Schott, über den allerdings nur wenige Informationen
                        bekannt sind. Nach der Lektüre von Theresia Rundkorns <title>Egon Schott
                            alias Julius Steiner, Blitzlichter aus einem österreichischen
                            Autorenleben mit kommentierter Bibliographie</title> (Wien: Lufft-Druck
                        2014), erklärt sich auch, wieso.</p>
                    <p>Egon Schott reiste unter mehreren Pseudonymen, Selvan Sil, Egon
                        Schott-Steiner, E.S. Rifland, Eldon Rifland, Edward Steel, Edwin Solt und
                        schließlich Julius Steiner. Geboren am 22. Jänner 1892, besuchte er in Wien
                        das Gymnasium und war dann Soldat im 1. Weltkrieg, erhielt einige Orden und
                        war nach dem Ende des Krieges gerade 26 Jahre alt. Damals nannte er sich
                        Kaufmann und Schriftsteller. In den Jahren bis 1922 fuhr er mit einem
                        Trampschiff nach Südamerika und verbrachte wohl einige Zeit dort; er hatte
                        also einiges Wissen über diese Länder. Ab 1923 war er wieder in Österreich,
                        es sind einige Werke aus dieser Zeit bekannt und er gründete einen Julius
                        Steiner Verlag.</p>
                    <p>1930, im Alter von 38 Jahren, trat er der illegalen NSDAP bei und brachte es,
                        wie Bilder in der Nationalbibliothek zeigen, in der SA bis zum
                        Sturmbannführer. Nach einigen Gefängnisstrafen in den Jahren bis 1933
                        flüchtete er nach Deutschland und wurde Mitglied der österreichischen
                        Legion, einer paramilitärischen Einheit. Von 1938 bis Kriegsende war er für
                        die SA-Gruppe Donau als Leiter der Pressestelle, daneben als Autor und
                        Verleger seiner Bücher tätig. 1947 wurde gegen ihn nach dem
                        Kriegsverbrechen- und Verbotsgesetz ermittelt, es kam aber zu keiner
                        Verurteilung.</p>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_10">
                        <graphic width="175px" height="261px" url="media/wdr04_04-03_Abb_10.jpg"/>
                        <head type="legend">Egon Schott-Steiner, Uniformbildnis (Halbfigur, sitzend,
                            leicht links; barhaupt, lächelnd) als SA-Sturmbannführer. Fotografie
                            unter <ref target="https://onb.digital/result/112B78FD"
                                >onb.digital/result/112B78FD</ref> © ÖNB.</head>
                    </figure>

                    <p>Danach versuchte Egon Schott-Steiner im Zivilleben Fuß zu fassen, arbeitete
                        für eine Margarinefabrik und gründete mit Hilfe eines Strohmannes den
                        Vettermann Verlag; er selbst bekam wegen seiner Vergangenheit nicht die
                        Genehmigungen dazu. In den Jahren zwischen 1950 bis 1953 erschien dort in 24
                        Heften und 2 Sonderheften sein Hauptwerk, die Erzählungen um einen neuen
                        Helden namens Rifland, die <title>Eldon Rifland Reiseabenteuer</title>. Es
                        gab auch eine Buchausgabe der ersten 6 Hefte und auch noch ein paar Karl May
                        Sammelalben; damit war die Tätigkeit des Verlags erschöpft und nach 1954 gab
                        es keine erkennbare Tätigkeit mehr. Die <title>Rifland</title>-Serie wurde
                        nicht mehr fortgesetzt, die letzten Hefte wurden zum halben Preis
                        abverkauft. Danach verlieren sich die Spuren des Autors, er Autor starb im
                        Jahr 1976.</p>
                    <p>Charakteristisch für Schott-Steiners Werk sind die in seinen Büchern
                        beschriebenen Abenteuerreisen mit wechselnden Helden, deren Namen auch in
                        der Liste seiner Pseudonyme vorkommen. Die Abenteuer seines jeweiligen
                        Protagonisten sind wie bei Karl May in der Ich-Form geschildert und spielen
                        meist in Südamerika oder in Zusammenhang mit der Seefahrt. Dabei griff
                        Schott-Steiner teilweise auf Texte aus seinen früheren Romanwerken zurück,
                        ein damals nicht unüblicher Vorgang.</p>
                </div>
            </div>
            <div xml:id="wdr04_04-03_04">
                <head>4. Schauerromane</head>
                <div xml:id="wdr04_04-03_04-01">
                    <head>4.1. Grusel-Pulp der Nachkriegszeit</head>
                    <p>Während die Beiträge österreichischer Autoren und Autorinnen zur
                        deutschsprachigen SF-Literatur vergleichsweise überschaubar blieben, waren
                        österreichische Werke im Genre der unheimlichen Phantastik Legion. Es folgt
                        nachfolgend jedoch keine Abhandlung über die Schauerromane
                        altösterreichischer literarischer Prominenz wie von Gustav Meyrink, Alfred
                        Kubin, Franz Kafka, Leo Perutz, Karl Hans Strobl, Franz Spunda oder Otto
                        Soyka, sondern ein Überblick über die spätere, trivialere Seite der Gattung:
                        gruselige Krimis und Horror-Pulp-Romane. Auch wenn dabei nur ganz wenige
                        österreichische Kriminalheftreihen explizit als Horrorreihen ausgelegt
                        waren, wurde in kaum einer Serie auf dezidiert unheimliche Szenarien und
                        grausig-makabre Elemente verzichtet. Der Versuch, den Lesern und Leserinnen
                        von Polizei- oder Detektivheftromanen mit Gruseleffekten mehr oder weniger
                        subtil Angst einzujagen, lässt sich in beinahe jeder österreichischen
                        Krimireihe in mindestens ein, zwei Geschichten nachweisen. Unheimliche
                        Elemente finden sich dabei allerdings in nur wenigen der in den Vorkapiteln
                        genannten SF-Romane oder Reise- und Expeditions-Abenteuerserien.</p>
                    <p>Es folgt eine möglichst umfassende alphabetisch geordnete Aufzählung an jenen
                        Nachkriegs-Heftpublikationen aus Österreich, die furchteinflößende
                        Geschehnisse beinhalten. Darunter zu verstehen sind: Romane, in denen
                        Schauplätze wie Friedhöfe, Sümpfe, Sanatorien, Verliese oder alte
                        Herrenschlösser vorkommen; Handlungen mit (vermeintlichen) Geist- und
                        Spuk-Erscheinungen, wahnsinnigen Ärzten, Wissenschaftlern oder
                        psychopathischen Verfolgern; Geschichten, die Mysterien, Flüche oder
                        scheinbar unaufklärbare Nacht-und-Nebel-Morde beinhalten oder in denen
                        Okkultisten, Medien und Sektierer auftauchen; sowie einzelne Schock-, Ekel-,
                        Psychoterror- oder ‚Splatter‘-Szenen beinhalten.</p>
                    <list>
                        <item>– <title>Bären-Bücher</title> (ab Band 61: Bären-Reihe), Demokratische
                            Druck- u. Verlagsges. m. b. H., Linz 1948–ca. 1955, 83 Taschenbücher: z.
                            T. Okkult- u. Gruselkrimis</item>
                        <item>– <title>Bill Brant</title>, Selbstverlag des Verfassers Fred Dahn ca.
                            1948, 4 Hefte: z. T. Gruselabenteuer</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/titellisten/7305-die-welt-der-abenteuer-bob-barring-titelliste"
                                    >Bob Barring</ref></title> (als eine Nachfolgeserie von ‚Die
                            Welt der Abenteuer – Sonderheft‘, s. dort), Verlag
                            (Fischer-)Pollischansky, Wien bzw. Verein der Freunde der Volksliteratur
                            1985–2007, Nachdrucke und 44 neue Heftromane: z.T. schauerliche
                            Krimis</item>
                        <item>– <title>Das neue Abenteuer</title>, Verlag Oesterr. Jugend (ab Band
                            10: Globus-Verlagsanstalt), Wien ca. 1949, 50 Hefte: z. T.
                            Horrorgeschichten, z. B. von Edgar Allan Poe</item>
                        <item>– <title>Das Schicksalsbuch</title>, Johannes Günther-Verlag, Wien
                            1949, 3 Hefte: Selbsterklärender Untertitel ‚Geisterspuk –
                            Kriminalaffären – Fürstentragödien‘</item>
                        <item>– <title>Der Henker von Marseille</title>, Holm-Eigenverlag, Wien ca.
                            1947, 1 Heft: unheimlicher Thriller von ‚C. Holm‘ (d. i. Konrad
                            Kosjek-Holm)</item>
                        <item>– <title>Der Hexer</title>, Margot Cermak-Verlag, Wien 1951, 10 Hefte:
                            z. T. Gruselabenteuer; Untertitel ‚Der Meister der Maske‘ bzw.
                            zusätzlicher Untertitel ab Band 5 ‚Abenteuer aus allen Erdteilen‘</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/-druck-und-buch-mainmenu-295/9091-titellisten-el-encapuchado-der-kapuzenmann-und-die-rote-schlange"
                                    >Der Kapuzenmann</ref></title>, Schwicker-Verlag, Linz (nach
                            Band 45: Verlag Ernst Pelda, Wien) 1950–1953, zus. 53 Hefte: z. T.
                            unheimliche Krimis.</item>
                        <item>– <title>Der Kronen Roman</title>, Kronenverlag, Wien 1947/48, 7
                            Hefte: z. T. Gruselstorys</item>
                        <item>– <title>Der Metropol-Roman</title>, Metropol-Verlag, Wien 1947–1951,
                            38 Hefte (plus 3 Sonderhefte und 3 Neuauflagen-Bände): z. T.
                            Gruselkrimis; siehe auch <title>Metropol Roman
                            Sonderreihe</title></item>
                        <item>– <title>Der spannende Sonnen-Roman</title>, Sonnenverlag Bauer &amp;
                            Co., Wien 1948–1961, ca. 345 Zeitungsromane und 13
                            ‚Kriminal-Sonnen-Roman‘-Hefte: In der beliebtesten österreichischen
                            Zeitungsromanreihe wurden auch mehrere Schauergeschichten
                            abgedruckt</item>
                        <item>– <title>Detektiv-Erlebnisse</title>, Gloria Verlag, Wien 1953–1956,
                            18 Hefte: z. T. Gruselthriller; siehe auch <title>Gloria
                                Kriminalroman</title></item>
                        <item>– <title>Die Gelbe Reihe</title>, Verlag Rudolf Hans Hammer,
                            Wien 1946/47, 4 Hefte: z. T. Gruselklassiker, z. B. von E. T. A.
                            Hoffmann (nicht ident mit der gleichnamigen Westernreihe des Rolf
                            Mauerhardt-Verlags)</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/29577-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-die-legion-des-teufels"
                                    >Die Legion des Teufels</ref></title>,
                            ‚Standard‘-Zeitschriftenverlag, Graz ca. 1949, 7 Hefte (plus 1
                            Sonderheft): Untertitel ‚Kriminalfälle nach wahren Begebenheiten‘; z. T.
                            horrende ‚Tatsachenberichte‘</item>
                        <item>– <title>Die spannendsten Fälle der jüngsten
                                Kriminalgeschichte</title>, Rudolf Wengraf, Wien ca. 1963, 1 Heft
                            (‚Bei Neumond: Mord! Die Fladnitzer Mordteufel‘): beklemmender
                            Tatsachenbericht; beruht auf realen Ereignissen: Serien-Axtmorde in der
                            Steiermark kurz nach dem 2. Weltkrieg</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/7304-berblick-die-welt-der-abenteuer-bob-barring"
                                    >Die Welt der Abenteuer – Sonderheft</ref></title>, Verlag
                            Maximilian Kraemer, Wien 1948/49, 74 Hefte (plus Nachfolge-Reihen): mit
                            Gruselkrimis sowohl in der sog. ‚Romanreihe‘ als auch in der <title>Bob
                                Barring</title>-Subserie</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/25856-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-dr-mcminaha"
                                    >Dr. McMinaha</ref></title>, Edition Scala, Hoffmann u. Co.,
                            Wien 1951, 2 Hefte: Gruselromane mit übersinnlicher Thematik von
                            E. T. A. Merlin</item>
                        <item>– <title>Drei-Sterne-Reihe</title>, Belvedere-Verlag, Wien 1947/48, 2
                            Hefte: Untertitel ‚Der erlesene Spannungsroman‘, im seltenen Querformat
                            erschienen</item>
                        <item>– <title>Gerry Thook</title> (2. Serie), Verlag Rolf Mauerhardt,
                            Wien 1960–1964, 70 Hefte: z. T. Gruselkrimis; acht Gerry Thook-Romane
                            stammen aus Jürgen ‚Dan Shocker‘ Grasmücks Feder</item>
                        <item>– <title>Gloria Kriminalroman</title> (ab Band 46: <title>Gloria der
                                gute Kriminalroman</title>), Verlag Schriftstellerin Otti Eismann,
                            Wien (ab Band 34: Gloria-Verlag) 1949–1952, 1954/55, 64 Hefte: mit
                            Hauptautor ‚Ralph Bridgeman‘</item>
                        <item>– <title>Hands up!</title>, Nebelschnitter-Verlag, Graz (Band 3:
                            Bannert &amp; Schelch, Graz) ca. 1948, 3 Hefte:
                            kuriose Abenteuer-Action-Grusel Crossover-Reihe; Untertitel
                            ‚Sensationelle Abenteuer- u. Kriminalfälle‘</item>
                        <item>– <title>Harry Frank’s Abenteuer</title>, Verlag M. Ludwig,
                            Innsbruck 1946, 1 Heft (plus Nachdruck von Band 1): Mystery-Geschichte
                            ‚Der gestohlene Geist‘ von Alexander Keller</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/abenteuer-action-mainmenu-25/gedrucktes-mainmenu-174/26978-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-hawai-abenteuermagazin"
                                    >Hawai Abenteuermagazin</ref></title>, Interlit/Schweidlenka,
                            Wien 1947, 2 Hefte: mit Kurzgeschichten, Schauerliches in Band 1</item>
                        <item>– <title>Isabella Kriminalroman</title>, Verlag Lisa K. Wrba,
                            Wien 1949–1951, 31 Hefte: z. T. recht wüste Gruselkrimis</item>
                        <item>– <title>Kriminal Roman Story</title>, Verlag Walter Peter Wrba,
                            Wien ca. 1953, 1 Heft (und 1 Nachdruck als <title>Kriminal Blitz
                                Story</title>): Gruselthriller ‚Die Stimme aus dem Jenseits‘ von
                            Brent Howard, ohne Nummer (auch beim Nachdruck keine
                            Nummernangabe)</item>
                        <item>– <title>Kriminal-Funk</title>, Verlag Pauline Helm, Wien ca.
                            1949–1951, 22 Hefte: z. T. Gruselkrimis</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/32716-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-pie-grieche-der-wuerger-frankreichs"
                                    >Kriminal-Roman</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien ca.
                            1950, 2 Hefte: <title>Pie Grièche</title>-Neuauflagen zum Zwecke der
                            Verbotsumgehung</item>
                        <item>– <title>Magazin des Grauens</title>, Alma Zemann-Verlag, Wien ca.
                            1950, 1 Heft: selbsterklärender Untertitel ‚Unheimliches und
                            Schauriges‘</item>
                        <item>– <title>Metropol Roman Sonderreihe</title>, Metropol-Verlag, Wien
                            1951/52, 3 Hefte: z. T. Grusel; nicht ident mit den 3 <title>Der
                                Metropol-Roman Sonderheften</title> (s. o.)</item>
                        <item>– <title>Mister ‚X‘</title>, Verlag Lisa K. Wrba, Wien 1949–1951, 22
                            Hefte: z. T. horrorlastige Krimis von den <title>Isabella
                                Kriminalroman</title>-Autoren (es gab auch drei <title>Mr.
                                ‚X‘</title>-Story-Sammelbände mit je 4 <title>Mr.
                            ‚X‘</title>-Heften)</item>
                        <item>– <title>Mokka</title>, R. J. Fojtik, Salzburg 1948, 4 Hefte: Roman 4
                            ist eine Gruselgeschichte</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/29788-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-nebelnachtroman"
                                    >Nebelnachtroman</ref></title> (ab Band 4 Zusatztitel ‚Gelbe
                            Kriminalreihe‘), Nebelnachtroman-Verlag, Graz ca. 1949, 5 Hefte: z. T.
                            (eher harmlose) Gruselkrimis</item>
                        <item>– <title>Nebelschnitter</title>, Nebelschnitter-Verlag, Graz ca. 1948,
                            8 Hefte: z. T. (eher weniger harmlose) Gruselromane</item>
                        <item>– <title>Österreichischer Kleinschriftenring</title>, Biropa-Verlag,
                            Wien ca. 1955, 1 Heft: Ring Sonderheft (rot) ‚Das unheimliche
                            Experiment‘ von Robert Louis Stevenson</item>
                        <item>– <title>Phantom</title>, Melange-Vertrieb, Wien ca. 1948, 4 Hefte:
                            Spukromane mit übersinnlichen Elementen</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/32716-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-pie-grieche-der-wuerger-frankreichs"
                                    >Pie Grièche</ref></title>, Interlit/Schweidlenka, Wien ca.
                            1949, 3 Hefte: Untertitel ‚Der Würger Frankreichs. Von Pierre de
                            Carnot‘; mit Jugendverbot belegt</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/titellisten/6454-titellisten-kommissar-allan-wilton-in-der-serie-69"
                                    >Serie 69</ref></title>, Hiro-/Typopress-Verlag, Wien 1969–1970,
                            24 Hefte: Die einzige österreichische Gruselheftreihe, die ohne größere
                            Schwierigkeiten auch heute noch vollständig zusammengestellt werden
                            kann</item>
                        <item>– <title>SH-(= Silberhorn-)Kriminal-Reihe</title>, Verlag Grete
                            Müller-Settele, Wien 1948, 2 Hefte: Gruselgeschichten</item>
                        <item>– <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/32716-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-pie-grieche-der-wuerger-frankreichs"
                                    >Sondernummer des Sex-Appeal-Romanes und Pie
                                grièche</ref></title> (sic!), Interlit/Schweidlenka, Wien ca. 1949,
                            1 Heft: enthält die <title>Pie Grièche</title>-Story ‚Wolf im Dunkel‘;
                            Coveraufschrift ‚Verkauf an Jugendliche verboten‘</item>
                        <item>– <title>Spannende Geschichten</title>, Demokratische Druck- u.
                            Verlagsges. m. b. H., Linz 1948, 10 Hefte: z. T. Schauerklassiker</item>
                        <item>– <title>Weltkriminalistik</title>: Verlag Lisa K. Wrba, Wien ca.
                            1950, 10 Hefte: z. T. Gruselkrimis von den <title>Isabella
                                Kriminalroman</title>-Stammautoren</item>
                        <item>– <title>Wiener Kriminal-Reihe</title>: Kronenverlag, Wien 1947, 1
                            Heft, Okkultkrimi ‚Im Schatten des Todes‘ von Ludwig Demeter</item>
                        <item>– <title>Wiener Kriminal Serie</title>: Lyra-Verlag, Wien 1948, 10
                            Hefte, z. T. Gruselthriller (plus Sammelband ‚Die Macht im Dunklen‘ mit
                            je 6 Heften)</item>
                    </list>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_11">
                        <graphic width="350px" height="159px" url="media/wdr04_04-03_Abb_11.jpg"/>
                        <head type="legend">Ein Beispiel für die internationalen Verbreitungsweisen
                            der Heftromane: Bei <title>Der Kapuzenmann</title>,
                                <title>Pinguin</title>, <title>Condor</title> und
                                <title>Colibri</title> handelt es sich um die aus dem Spanischen
                            übertragen Serie <title>El Encapuchado</title> (1946–1950). Ein
                            Vergleich der abweichenden bzw. retuschierten <ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/zaubergalerie-mainmenu-227/9094-bildergalerie-el-encapuchado-der-kapuzenmann-und-die-rote-schlange"
                                >Romancover</ref> kann dabei Aufschlüsse über unterschiedliche Seh-
                            und Lesegewohnheiten geben.</head>
                    </figure>

                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_04-02">
                    <head>4.2. Weitere Grusel-Heftserien</head>
                    <p>Der <title>Geisterwaldkatalog</title> von Thomas König (2000) führt
                        zusätzlich noch die 8-bändige Heftserie <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/30001-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-duke"
                                >Duke</ref></title> (Verlag Schwicker, Linz ca. 1951/52) als eine 
                        horrorlastige österreichische Nachkriegspublikation an, auch wenn man darin
                        keinen expliziten Grusel-Szenarien begegnet. Auch der (Western-)Roman
                            <title>Window</title>, Band 1: ‚Die Geister von Fort Dunn‘ von Rolf
                        Murat alias Rolf Mauerhardt (Wien, ca. 1953), findet sich im Katalog
                        gelistet.</p>
                    <p>Außerdem sei noch auf die Kinderhefte <title>Wunderland</title> (St.
                        Gabriel-Verlag, Wien 1954) und <title>Goldene Leiter</title> (Jugend und
                        Volk in Kooperation mit dem ÖBV, Wien 1952–ca. 1980) hingewiesen. In diesen
                        beiden ‚gemischten‘ Reihen wurden auch mehrere gespenstische Legenden aus
                        Österreichs Sagenschatz veröffentlicht (Band 36 der <title>Goldenen
                            Leiter</title> stammt übrigens von Dr. Richard Wunderer sen., d. i. der
                        Vater des <title>Rick Masters</title>-Erfinders Richard Wunderer jun.). In
                        einer weiteren vom Staat produzierten Jugend-Romanheftreihe, in <title>Das
                            große Abenteuer</title> (Jugend und Volk/ÖBV, Wien 1952–ca. 1975),
                        findet sich mit Heft 112 eine besondere Perle des österreichischen
                        ‚Grusel-Pulps‘: ‚The Bottle Imp‘ von Robert Luis (sic!) Stevenson. Dieser
                        Klassiker um eine verfluchte Flasche samt Flaschengeist wurde in englischer
                        Sprache vom Schulbuchverlag ÖBV abgedruckt und vermutlich von
                        österreichischen Lehrkräften für den Englisch-Sprachunterricht
                        herangezogen.</p>
                    <p>Geschichten mit übersinnlichen Geschehnissen oder gar mit Vampiren, Werwölfen
                        und ähnlichen fantastischen Gestalten sind in österreichischen
                        Groschenheften nur selten zu finden. Als unter Sammlern und Sammlerinnen
                        nicht ganz unbekannte Ausnahmen können die zwei Reihen
                            <title>Phantom</title> und <title><ref
                                target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/25856-oesterreichische-raritaeten-heftreihen-der-jahre-1945-bis-1965-dr-mcminaha"
                                >Dr. McMinaha</ref></title> gelten. Von diesen beiden Heftserien und
                        vielen weiteren gesuchten Trivialwerken aus Österreich gibt es auch illegale
                        Reprints, die heute als ‚Hobby-Nachdrucke‘ veräußert werden. Die schon auf
                        den ersten Blick als solche erkennbaren, äußerst billig wirkenden Reprints
                        anonymer Herstellung waren dennoch oft die einzige Möglichkeit, im
                        Prä-Internetzeitalter kostengünstig an die betreffenden Geschichten
                        heranzukommen. Während die immens teuren
                        Vierziger-/Fünfziger-Jahre-Originalhefte meist nur zwischen älteren Sammlern
                        und Sammlerinnen weiterverkauft werden, kriegt man die Hobby-Nachdrucke als
                        Alternative schon für wenige Euro angeboten. Raubkopien (also im wahrsten
                        Sinne des Wortes: abkopierte Hefte), die seit den 1970er Jahren am Markt
                        kursieren, kommen natürlich noch etwas günstiger.</p>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_04-03">
                    <head>4.3. Aktuelle Grusel-Heftreihen</head>
                    <p>Um den Bogen in die Gegenwart zu spannen, soll abschließend auf vier jüngere
                        Pulp-Horrorromanserien aus Österreich eingegangen werden, die seit einem
                        Jahrzehnt wieder vermehrt von Liebhaberinnen und Liebhabern in Kleinverlagen
                        herausgebracht werden.</p>
                    <list>
                        <item>– Die erste Heftgruselstory des neuen Jahrtausends aus Österreich
                            findet sich 2009 in Roland Zingerles
                                    Regionalkrimi-Groschenheftserie <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/7542-wie-verlegt-man-seine-eigene-heftromanserie-die-anfnge-des-klagenfurter-kneipen-krimis"
                                    >Klagenfurter Kneipen-Krimi</ref></title> (Heft 1 und 2: ‚Texte
                            für alle Fälle‘, nachfolgende: Verlag Heyn, Klagenfurt 2006–2011, 18
                            Hefte und 1 Prequelband). Nachdem das urig-tollpatschige Kärntner
                            Detektivduo Hubert Pogatschnig und Ludwig Melischnig an der Lösung von
                            elf ‚regulären‘ bis aberwitzigen Kriminalfällen in Klagenfurt
                            mitbeteiligt war, werden ‚Die Zwei für die Gerechtigkeit‘ in Band 12
                            (‚Die Nacht der Zerper‘) erstmals mit (subtilen) unheimlichen Vorgängen
                            und mit Zerpern konfrontiert. Danach folgte 2010 mit dem Heft 15
                            ‚Dämonen‘ ein klassischer Gruselkrimi um Spukerscheinungen im
                            Landesmuseum, Abteilung historische Foltergeräte. Band 17 ‚Stumme
                            Zeugen‘ steigerte das Grauen mit morbiden Serienmord-Ermittlungen im
                            Umfeld einer Horror-Klinik – trotz der ‚Humoreinlagen‘ in der Erzählung
                            ein gelungener, schockierender Reißer. Die amüsant-lebensnahe
                                    ‚Mitmischer‘-Serie <title><ref
                                    target="http://www.rolandzingerle.at">Roland
                                Zingerles</ref></title> wird derzeit im Verlag Federfrei als
                            ‚Kärntner Kneipen-Krimi‘ bzw. als ‚Karawanken-Krimi‘ in Buchform
                            fortgesetzt, wobei auch dort haarsträubende Schock-Szenen nicht zu kurz
                            kommen.</item>
                    </list>

                    <figure xml:id="wdr04_04-03_Abb_12">
                        <graphic width="150px" height="220px" url="media/wdr04_04-03_Abb_12.jpg"/>
                        <head type="legend">Erster Band der Reihe <title><ref
                                    target="https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/krimi-thriller-mainmenu-12/gedrucktes-mainmenu-159/7638-die-klagenfurter-kneipen-krimis-johannes-heyn-und-interfiktive-heftromane"
                                    >Klagenfurter Kneipen-Krimi</ref></title> von Roland Zingerle
                            aus dem Jahr 2011.</head>
                    </figure>

                    <list>
                        <item>– Die drei <title>Omen</title>-Gruselromanhefte (Edition
                            preQuel/Grotesque, Graz 2011/12, 3 Hefte) berichten in den Bänden ‚Im
                            Netz der Betörung‘, ‚Der Schrecken aus dem Untergrund‘ und ‚Codename:
                            FROZEN SHADOW‘ von der (weiß-)magisch orientierten Grazer
                            Geheimagenten-Organisation ‚Pantherion‘. Die eher ernsthaft
                            ausgerichteten Geschichten sind z. T. heftig pornographisch und
                            fantastisch-übersinnlich, barock überladen gestaltet – mit innovativ
                            aufbereiteten Themen wie: Astral-Reisen, Nebendimensionen, Sexualmagie,
                            Mind Control, Vampire, außerirdischen Technologien,
                            Sukkubus-Manifestationen, prähistorischen Hinterlassenschaften u. ä. m.
                            Inzwischen wird <title>Omen</title> im eBook-Format und in einer
                            erweiterten Taschenbuchversion angeboten und mit ‚Crossover‘-Geschichten
                            im selben Format fortgeführt.</item>
                        <item>– Die vier Pulp-Märchengruselromane ‚Blutschwur der Donauleichen‘, ‚Im
                            Prater tanzt der Sensenmann‘, ‚Bei Vollmond bist du tot‘ und ‚Im Bann
                            der Mörderpuppe‘ aus der Serie <title>Morbus</title> (Edition
                            preQuel/Grotesque, Graz 2012/13, 2 Heftromane und 1 Bonus-Heftchen,
                            Evolver Books, Wien 2015),<note xml:id="endnote_04"><p>Siehe auch den
                                    Beitrag von Heidemarie Lenz in dieser Ausgabe der
                                    Zeitschrift.</p></note> geschrieben von Waltraud Lengyel alias
                            ‚Zoë Angel‘ und Werner Skibar alias ‚Charly Blood‘, wurden als eine Art
                            Spin-Off-Publikation zu <title>Omen</title> erstveröffentlicht und
                            berichten ebenfalls von einer Geheimorganisation wider das Böse. Die
                            ersten zwei Groschenhefte erschienen bei dem mittlerweile eingestellten
                            Verlag Evolver Books.</item>
                        <item>– Der Evolver Verlag veröffentlichte auch unter den Herausgebern
                            Robert Draxler alias ‚r.evolver‘ und Peter Hiess alias ‚Dr. Trash‘ die
                            ersten beiden Bände des Groschenheft-Magazins <title>Super
                            Pulp</title> (Evolver Books Verlag, Wien 2011/12, 2 Hefte, Edition Super
                            Pulp 2018ff., 14 Hefte) mit Science Fiction-, Thriller- und
                            Horrorkurzgeschichten. In der Edition Super Pulp erschien auch die von
                            ‚r.evolver‘ geschriebene Pulp-Trilogie rund um die Agentin Kay Blanchard
                            (‚The Nazi Island Mystery‘, ‚Pol Pot Polka‘, ‚Surfin Saigon‘).</item>
                    </list>
                </div>
                <div xml:id="wdr04_04-03_04-04">
                    <head>4.4. Weitere Autoren und Autorinnen von Gruselkrimis</head>
                    <p>Ein Artikel über österreichische Gruselkrimis ohne eine Auflistung der
                        wichtigsten Horrorautoren des Landes, die für deutsche Groschenheftverlage
                        geschrieben haben, kann nicht vollständig sein. Daher folgt hier noch eine
                        Aufzählung der in Deutschland tätigen Heftroman-Gruselautoren aus Österreich
                        samt Hauptpseudonymen: Friedrich Tenkrat (A. F. Morland, Anne Karen),
                        Ernst Vlcek (Paul Wolf), Richard Wunderer (Andrew Hathaway, Frederic
                        Collins), Kurt Luif (Neal Davenport), Hademar Bankhofer (Henry Ghost) und
                        Hubert Straßl (Hugh Walker). Dazu kommen im Gruselbereich weniger
                        hervortretende österreichische Schriftsteller wie etwa Helmut Werner (Hal W.
                        Leon), Leopold Kinast (Lionel Reynolds), Thomas Klaus (Philippe Pascal),
                        Michael Marcus Thurner (Maddrax), Josef J. Preyer (Larry Brent) und Andreas
                        Gruber sowie nur vorübergehend in der Horrorsparte aktive wie etwa die
                        Autorinnen Ingeborg Wagner oder Barbara Büchner. Der aus Wien
                        gebürtige Rudolf Sieber-Lonati prägte als Coverbildgestalter (unter anderem)
                        fast aller <title>Larry Brent</title>- und <title>Macabros</title>-Romane
                        das deutsche Pulp-Gruselgenre zumindest optisch entscheidend mit – und soll
                        an dieser Stelle den illustrativen Abschluss dieses Überblicks bilden.</p>

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                        <head type="legend"><title>Rudolf Sieber-Lonati. Kultmaler der
                                Heftromane.</title> Windeck: Blitz-Verlag 2019.</head>
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