zeitschrift für interdisziplinäre schreibforschung https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch <p><strong>zisch: zeitschrift für interdisziplinäre schreibforschung</strong> ist eine schreibwissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift, die vom Center for Teaching and Learning (CTL) und der österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliches Schreiben (GewissS) herausgegeben wird. In ihr erscheinen schreibwissenschaftlichen Studien und die Ergebnisse studentischer Forschungsprojekte von Schreibmentor*innen der Universität Wien.</p> Center for Teaching and Learning, Universität Wien de-DE zeitschrift für interdisziplinäre schreibforschung 2709-3778 <p>Sofern nicht anders angegeben, sind die Inhalte dieses Journals lizenziert unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/" rel="license">Creative Commons Namensnennung - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz</a>. Das Copyright bleibt bei den Autor*innen.</p> Die Entwicklung von Ownership im Verlauf des akademischen Schreibprozesses https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch/article/view/7271 <p>Die explorative Untersuchung in qualitativem Rahmen behandelt die Entwicklung des Gefühls von Ownership im Bezug auf ein akademisches Schreibprojekt. Mithilfe von narrativen Interviews mit Ang¬listik-Studierenden verschiedener Studienlevels wurde die Ent¬wicklung dieser Gefühle im Kontext der jeweils gegebenen Rahmenbedingungen des Schreibprojekts erfragt. Die Interviews begannen mit der Zeich¬nung einer Kurve, die in ein neutrales Schreibprozessmodell eingetragen wurde und welche die Veränderung der Gefühle von Ownership über ein Schreibprojekt hinweg darstellt. Weiterführend werden diese Zeichnungen mit den In¬terviews in Zusammenhang gebracht und analysiert. Insbesondere die Gegebenheiten im Seminar und an der Universität (darunter Personen, Vorgaben und Arbeitsbedingungen) explizierten sich als besonders einflussreich, da die Möglichkeit zur selbstständigen Strukturierung der Arbeitsweise Studierende dazu befähigt, sich dem Projekt näher und verbundener zu fühlen. Das inkludiert die Verteilung von zeitlichen Ressourcen sowie die Option zum Austausch mit verschiedenen Personen. Diese Wirkzusammenhänge können allerdings aufgrund der kleinen Stichprobe nicht verallgemeinert werden.</p> Sophie Aigelsreiter Carina Goißer Anna Stockhammer Copyright (c) 2022 Sophie Aigelsreiter, Carina Goißer, Anna Stockhammer https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0 2022-06-02 2022-06-02 6 23 43 10.48646/zisch.220602 Die Sehnsucht nach dem Stift? https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch/article/view/7276 <p>Der Artikel setzt sich mit der Motivation zur Verwendung verschiedener Schreibinstrumente unter einer langfristigen Perspektive auseinander. Hierfür wurden Interviews mit fortgeschrittenen Stu-dierenden aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen geführt, wobei diese um die Methode des „Lauten Denkens“ erweitert wurden, um die kognitive Herleitung der Entscheidungen besser erfassen zu können. Der Fokus liegt auf ausgewählten Phasen der Schreibprojekte und den jeweils verwendeten Schreibinstrumenten. Dabei wird nicht nur ein Überblick verschiedener Schreibinstrumente und Motivationen gegeben. Vielmehr wird die Verwendung eines bestimmten Schreibinstrumentes als Resultat eines komplexen Auswahlprozesses aufgezeigt, der in räumlichen, emotionalen und Kategorien der Effizienz ausgehandelt wird.</p> <p>The article deals with the motivation for the use of different writing tools and its change in a long-term perspective. Therefore, interviews with experienced students studying different subjects of humanities were conducted and combined with think-aloud methodology to show the cognitive derivations of the interviewees. We focus on the distinct phases of the projects and particularly used tools. In the course of the analysis, we not only give an overview of different tools, but show that the decision for using a particular writing tool is the result of a complex selection process that is rooted in spatial, efficiency and emotional categories.</p> Tim Feind Viktoria Hauer Copyright (c) 2022 Tim Feind, Viktoria Hauer https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0 2022-06-02 2022-06-02 6 44 59 10.48646/zisch.220603 Die (Pro-)Seminararbeit https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch/article/view/7269 <p>Proseminararbeiten und Seminararbeiten sind ein fester Bestandteil der meisten Studiengänge, dennoch berichten Forscher*innen von fehlender Aufklärung über wissenschaftliches Schreiben und mangelnden Schreibkompetenzen von Studierenden an Hochschulen (Gruber &amp; Wetschanow, 2004; Sennewald, 2021). Aufgrund des hohen Stellenwerts von Seminararbeiten im Erwerb von Wissenschaftskompetenz haben wir uns die Frage gestellt, welche Erfahrungen Studierende mit dem Schreiben von (Pro-)Seminararbeiten an der Universität Wien machen. Ein weiterer Fokus unserer Arbeit liegt auf der Perspektive der Lehrenden, da die Aufgabenstellung der Seminararbeit und Betreuung wichtige Teile im Schreibprozess sind. Insgesamt wurden drei Interviews mit Studierenden und drei Interviews mit Lehrenden anhand qualitativer Leitfadeninterviews geführt und mit einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende an unterschiedlichen Stellen Unterstützung brauchen und generell von mehr Angeboten für optionales Feedback profitieren würden. Die Aussagen der Lehrenden stimmen größtenteils mit denen der Studierenden in der Hinsicht überein, diese seien jedoch aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage, mehr Feedback anzubieten. Eine Lösung wäre, das Angebot von externen Unterstützungsmöglichkeiten (zum Beispiel Schreibmentoring) zu verstärken.</p> Sabrina Komarek Sebastian Drobny Romana Luftensteiner Copyright (c) 2022 Sabrina Komarek, Sebastian Drobny, Romana Luftensteiner https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0 2022-06-02 2022-06-02 6 60 80 10.48646/zisch.220604 Hedging https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch/article/view/7337 <p>Heckenausdrücke sind sprachliche Mittel, die Aussagen in wissenschaftlichen Texten meist abschwächen sollen. Im deutschsprachigen Raum sind sie lediglich lückenhaft erforscht. Dabei ist es für eine fundierte wissenschaftliche Lese- und Schreiberziehung wichtig, diese linguistischen Phänomene zu verstehen. Die vorliegende Studie verfolgt daher zwei Ziele: Zum einen will ich klären, inwiefern sich die identifizierten Hecken in wissenschaftlichen Texten zwischen den Gruppen Wissenschaftler*innen und Studierenden unterscheiden und zum anderen, welche Verwendungsintentionen beide Gruppen diesen Heckenausdrücken zuschreiben. Dazu befragte ich Wissenschaftler*innen in Interviews, Studierende per Fragebogen. Die Übereinstimmungsrate der identifizierten Hecken zwischen beiden Gruppen liegt bei 41,9 %. Bei der Verwendungsintention sind sich die Gruppen in einigen Punkten einig (Festlegung umgehen, Spezifizierung, Meinungen markieren und ökonomische Arbeitsweise), in anderen unterscheiden sie sich (Wissenschaftler*innen: wissenschaftsbetriebliche Aspekte; Studierende: „Größermachen“ und Distanzierung vom Ich). Generell kann ich festhalten, dass sich die zukünftige Forschung detaillierter und mit größeren Stichproben mit dem Thema Heckenausdrücke auseinandersetzen muss.</p> Ramona Hampp Copyright (c) 2022 Ramona Hampp https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0 2022-06-02 2022-06-02 6 81 96 10.48646/zisch.220605 „Das ist, wie wenn man in ein Training geht oder ob man alleine trainiert.“ https://journals.univie.ac.at/index.php/zisch/article/view/7217 <p>Mit der <em>Schreibklausur</em> hat sich in der deutschsprachigen Hochschuldidaktik ein Format etabliert, das Schreibwilligen eine Raum- und Zeitstruktur bietet, in der sie selbstbestimmt ein individuelles Schreibprojekt innerhalb einer <em>community of practice</em> vorantreiben können. Obwohl Studien aus dem angloamerikanischen Raum positive Auswirkungen solcher „Schreib-Zeit-Räume“ (Girgensohn &amp; Wolfsberger 2021, 140) nahelegen, ist die Forschungslage zu Schreibklausuren, die am Universitätscampus oder online stattfinden und alle Studienniveaus und Studienrichtungen fokussieren, im deutschsprachigen Raum noch dünn. In dieser Studie wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen auf das subjektive Schreiberleben Studierende aller Studienniveaus und unterschiedlicher Studienrichtungen nach der Teilnahme an einer universitär verankerten Präsenz- oder Online-Schreibklausur wahrnehmen und welche Lern- und Schreibprojektfortschritte sie diesem Format zuschreiben. Der Studie liegt ein paralleles Mixed-Methods-Design zugrunde, bei dem Daten mittels Online-Fragebogen und leitfadengestützten Interviews erhoben wurden. Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2016) belegen, dass Schreibklausuren für Studierende aller Studienniveaus gleichermaßen effektiv sind und das besuchte Format (in Präsenz oder online) die Wirksamkeit nicht beeinflusst. Zudem bestätigen sie die Annahme, dass eine Produktionssteigerung lediglich ein Nebeneffekt der erlebten Selbstwirksamkeit ist. Ein Gefühl der Selbstverpflichtung wird durch die vorgegebene Struktur und die Anwesenheit anderer Schreibender etabliert und ermöglicht es den Studierenden, sich aufs Schreiben einzulassen.</p> Elisa Rauter Karin Wetschanow Alexandra Kratki Cynthia Gutjahr Copyright (c) 2022 Elisa Rauter, Karin Wetschanow, Alexandra Kratki, Cynthia Gutjahr https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0 2022-06-02 2022-06-02 6 5 22 10.48646/zisch.220601