Wie können Widersprüche zwischen Marktdurchdringung und Rebound-Vermeidung gelöst werden? Systemanalyse konvergenter und divergenter Einflussfaktoren an den Beispielen E-Auto und Gebäudesanierung

Autor/innen

  • Veronika Kulmer JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH; LIFE Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft
  • Sebastian Seebauer JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH; LIFE Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft
  • Claudia Fruhmann JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH; LIFE Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft

Schlagworte:

Reboundeffekt, Systemmodell, Energieeffizienzpolitik

Abstract

Politikstrategien zur kohlenstoffarmen Transformation treiben die breite Markteinführung energieeffizienter Technologien voran, übersehen aber oft die damit verbundenen Reboundeffekte. Der Beitrag illustriert grundlegende Konflikte zwischen Technologieadoption und –nutzung an den Beispielen E-Autos und Gebäudesanierung. Systemmodelle führen die Ergebnisse von drei komplementären Forschungsmethoden zusammen: fuzzy cognitive mapping von Expertenwissen, Haushaltsbefragung und makroökonomische Analyse. Indem Politikimpulse durch das Wirkungsgeflecht verschiedener Einflussfaktoren verfolgt werden, können Hebelelemente für gezielte politische Maßnahmen
bestimmt werden. Konvergente Einflussfaktoren (z.B. Umweltwerte) begünstigen den Markteintritt der Technologie und schwächen gleichzeitig Reboundeffekte ab. Divergente Einflussfaktoren (z.B. Einkommen) beschleunigen die Technologieadoption, ermöglichen aber auch späteren Rebound. Die Vermeidung von indirektem Rebound ist kritisch für die Realisierung von CO2-Einsparungen. Anstelle von Einzelmaßnahmen sind Maßnahmenbündel zu empfehlen, die mehrere Wirkungskanäle ansprechen, etwa durch eine Kombination von fiskalpolitischen Instrumenten, bewusstseinsbildenden Kampagnen und Schulungen von Marktakteuren.

Veröffentlicht

01.03.2020