Die Evolution von ABOL (Austrian Barcode of Life): Rückblick auf ein Jahrzehnt der Koordination einer nationalen Biodiversitätsinitiative

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.25365/azba.162.05

Schlagworte:

DNA barcoding, scientific collections, FAIR data, biodiversity, monitoring, data infrastructure, species identification

Abstract

Die Initiative „Austrian Barcode of Life“ (ABOL) wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, alle in Österreich vorkommenden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten systematisch mithilfe von DNA-Barcodes zu erfassen. Von Beginn an war die Koordination dieser landesweiten Initiative am Naturhistorischen Museum Wien (NHMW) angesiedelt. Die Koordination baute ein überinstitutionelles Netzwerk auf, das biologische Sammlungen, Forschungseinrichtungen, Schutzgebietsbehörden, Fachgesellschaften und engagierte Bürgerwissenschaftler: innen zusammenbringt – dieses wird seit über einem Jahrzehnt gepflegt und erweitert. ABOL deckt somit nicht nur alle Aspekte ab – von der Dateninfrastruktur und der Grundlagenforschung bis hin zur angewandten Forschung –, sondern hat sich zunehmend zu einem wichtigen Akteur für die gesellschaftlich relevante Dokumentation der Biodiversität und das Umweltmonitoring in Österreich entwickelt. Dieser Beitrag zieht Bilanz über die organisatorische, infrastrukturelle und wissenschaftliche Entwicklung der Initiative im Zeitraum von 2014 bis 2025. Neben der Erstellung von Referenzdaten für Organismen aus Österreich wurden nationale und internationale Netzwerke aufgebaut, Anwendungen des DNA-Barcodings implementiert und partizipative Formate wie die ABOL-BioBlitze entwickelt. ABOL ist ein Beispiel für eine neue Form koordinierter, integrativer Biodiversitätsforschung. Es vereint taxonomische Expertise mit molekularbiologischen Methoden, frei zugänglichen digitalen Plattformen und gesellschaftlicher Teilhabe. Der Ausblick erörtert die strukturellen Voraussetzungen, die ABOL benötigt, um langfristig bei der Umsetzung internationaler Biodiversitätsziele mitzuwirken. Dazu gehören die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2030. So kann ABOL dazu beitragen, die globale Herausforderung des Biodiversitätsverlusts zu bewältigen.

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Veröffentlicht

2026-08-25