Ein strukturreicher Naturgarten mit außergewöhnlich hoher Vielfalt an Wildbienen
DOI:
https://doi.org/10.25365/azba.162.08Schlagworte:
Anthophila, wild bees, natural garden, native plants, Austria, pollinator conservation, habitat heterogeneityAbstract
Durch die Förderung heimischer Pflanzenarten, die Schaffung einer hohen Habitat-Heterogenität und den Verzicht auf Pestizide können Naturgärten als Refugien und sekundäre Lebensräume für zahlreiche Arten dienen. Über die Diversität von Wildbienen, welche weltweit die wichtigsten Bestäuber darstellen, ist in solchen Naturgärten allerdings wenig bekannt. Noch geringer ist der Kenntnisstand über die Bienenfauna von Naturgärten, in denen gezielt Maßnahmen zur Förderung von Wildbienen durchgeführt wurden. In dieser Studie wurde die Wildbienenfauna eines reich und kleinräumig strukturierten, privaten, 3700 m2 großen Naturgartens in Österreich untersucht, dessen Gestaltung und Management auf die Förderung von Wildbienen abzielt. An sieben Begehungstagen im Jahr 2024 und sporadischen Begehungen in den Jahren 2021 bis 2023 konnten insgesamt 178 Wildbienenarten nachgewiesen werden. Unter diesen befanden sich zahlreiche seltene, gefährdete sowie hoch spezialisierte Arten. Ein Vergleich mit den Bienenfaunen verschiedener botanischer Gärten ergab, dass der untersuchte Naturgarten auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche eine bemerkenswert hohe Vielfalt an Wildbienen aufweist. Daraus schließen wir, dass reich und kleinräumig strukturierte Naturgärten, die eine hohe Vielfalt an heimischen Pflanzenarten aufweisen, ein großes Potenzial zur Förderung einer hohen Wildbienenvielfalt besitzen.