Naturvermittlung und das Bewusstsein für Biodiversität bei Kindern
DOI:
https://doi.org/10.25365/azba.161.01Schlagworte:
biological diversity, knowledge, perception, attitude, willingness to act, environmental educationAbstract
Die Wahrnehmung von Biodiversität als etwas Wertvolles und Erhaltenswertes ist entscheidend für ihren erfolgreichen Schutz. Allerdings lassen sich notwendiges Wissen sowie Einstellung und Werte nicht unmittelbar aus wissenschaftlichen Erkenntnissen in persönliche Wahrnehmung und erst recht nicht in Handlungen übertragen. Um die Herausforderungen der Biodiversitätskrise zu bewältigen, bedarf es jedoch eines stärkeren Bewusstseins für Biodiversität außerhalb von Fachkreisen. Naturvermittlung mit Schulkindern kann hierbei eine wichtige Rolle spielen, da naturpädagogische Methoden auf niederschwellige und spielerische Weise Wissensvermittlung mit positiven persönlichen Naturerfahrungen kombinieren.
In einer Studie mit 368 Schüler:innen im Alter von 10 bis 17 Jahren wurde untersucht, welchen Einfluss verschiedene Naturvermittlungsprogramme auf das Bewusstsein für Biodiversität haben. Hierfür wurden drei Naturvermittlungsprogramme verglichen: für das Sparkling Science Projektes Lebensraum Gründach konzipierte Schulworkshops sowie die beiden Programme Naturerlebnistage und Erlebnisunterricht Insekten des Vereins natopia. Untersucht wurde dabei vor allem die Wahrnehmung, das Wissen, die Einstellung und die Verhaltensbereitschaft der involvierten Schüler:innen im Zusammenhang mit Biodiversität. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wahrnehmung von Biodiversität nach allen drei untersuchten Programmen verbesserte, während der Einfluss auf Einstellung, Handlungsbereitschaft und Begriffswissen vom Format und Fokus der Programme abhing. Außerdem bewerteten Kinder Biodiversität grundsätzlich positiv, waren jedoch oft nicht in der Lage, den Begriff präzise zu definieren, und setzten ihn häufig mit Artenvielfalt gleich. Zusätzlich zeigte sich häufig eine Diskrepanz zwischen der positiven Einstellung und der in den Fragebögen angegebenen Handlungsbereitschaft.
Diese Unterschiede liefern wichtige Hinweise für die Gestaltung von Naturvermittlungsprogrammen, sodass diese Bildungsangebote künftig noch besser zu einem gesteigerten Bewusstsein für Biodiversität in der Gesellschaft beitragen können.
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