Mädchen im Wunderland
Thesen zur intermedialen Zirkulation weiblicher Figuren
DOI:
https://doi.org/10.48646/ur.20230102/ur.202607013Abstract
Der Artikel beleuchtet aus geschlechterkritischer Perspektive die geringe Präsenz weiblicher Figuren in popkulturellen Diskursen. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche figurenimmanenten Merkmale das Zirkulationspotenzial weiblicher Figuren fördern oder einschränken. Anhand der literarischen Gestalten Alice (aus Alice’s Adventures in Wonderland) und Dorothy Gale (aus The Wonderful Wizard of Oz) werden zwei Faktoren herausgegriffen, die eine intermedialen Präsenz weiblicher Figuren begünstigen können: Einerseits ist es die Unabhängigkeit von romantischen Beziehungen, die einerseits durch das kindliche Alter der jeweiligen Protagonistin sowie andererseits durch ein Figurenensemble bestehen bleibt, das sich aus vorwiegend nichtmenschlichen Begleiterfiguren zusammensetzt. Andererseits ist es die räumliche Ungebundenheit, die den Figuren in einem imaginierten Wunderland zukommt und ihnen einen unbegrenzten Bewegungs‐ und Handlungsspielraum eröffnet. Auf Basis der beispielhaften Analysen wird abschließend die These formuliert, dass besonders jenen weiblichen Figuren, die sich durch beziehungs‐ und raumbezogene Autonomie auszeichnen, eine größere Sichtbarkeit im popkulturellen Gedächtnis zukommen kann.
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