Monster und Menschen
Die Entwicklung des Mr Hyde als Symbol des Bösen im Film
DOI:
https://doi.org/10.48646/ur.20230102/ur.20260706Abstract
Dieser Artikel betrachtet die Entwicklung der Darstellung von Robert Louis Stevensons Teilfigur Mr Hyde in Filmadaptionen. Mithilfe von Jens Eders Uhr der Figur und besonderem Fokus auf den Symbolcharakter Hydes als Personifikation des Bösen werden im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und politischen Ereignissen zur Zeit der Veröffentlichung der Filme Trends, Tendenzen und deren Wandel in der Adaptionsgeschichte gezeigt. Anfänglich werden dazu die im Robert Dury Archiv dokumentierten Adaptionen ausgewertet, wobei sich sechs verschiedene Kategorien von Hyde‐Darstellungen feststellen lassen: (1) marginalisierte, (2) animalische/
monsterartige, (3) weibliche und (4) umgekehrte Hydes sowie (5) Schauspieler*innenwechsel und (6) Hydes mit minimalen bis keinen visuellen Unterschieden zu Jekyll. Der zweite Teil der Analyse untersucht die exemplarischen Adaptionen von Rouben Mamoulian (1931) und Maurice Phillips (2002) genauer und zeigt, dass sich vom 20. zum 21. Jahrhundert die Darstellung von einer Externalisierung des Bösen zu einem internalisierten Verständnis entwickelt hat und der Ursprung des Bösen im Menschen weniger in der ‚unzivilisierten‘ Vergangenheit der Menschheitsgeschichte gesehen wird als in unverarbeiteten Traumata und unbehandelten psychischen Krankheiten.
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