Who the Hell is Edgar?

Ein Vergleich der Darstellungsformen Edgar Allan Poes als transfiktionale, -mediale und ‐kulturelle Figur in Literatur, Film und Manga

Autor/innen

  • Marlene Schober

DOI:

https://doi.org/10.48646/ur.20230102/ur.20260709

Abstract

Dieser Beitrag befasst sich mit der Darstellung Edgar Allan Poes als Figur anhand von drei Beispielen, die als Fallstudien dienen: Angela Carters Erzählung „The Cabinet of Edgar Allan Poe“, James McTeigues Film The Raven und Kafka Asagiris Mangareihe Bungo Stray Dogs. In jedem dieser Werke ist ein Charakter, der von dem realen Schriftsteller als Referenzpunkt ausgeht, Teil des Figurenensembles; Ziel dieses Artikels ist es, Schnittstellen, Unterschiede und Einflüsse herauszufiltern und diese mithilfe Jens Eders Modell der Uhr der Figur systematisiert zu präsentieren und zu vergleichen. Die Frage, die sich im Rahmen der Analyse stellt, ist, inwiefern die drei Poes in ihrer Darstellung voneinander divergieren, und ob sich daraus Entwicklungen des (pop‐)kulturellen Verständnisses des Poe‐Mythos herauslesen lassen. Tatsächlich schlägt sich dieser in jedem der Fallbeispiele nieder, doch auf unterschiedliche Art. Vor allem die Symbolebene zeigt, dass der Autor als Figur überaus versatil fungiert. Manche der untersuchten Werke bedienen sich einzelner Aspekte des Mythos, während andere eben diese ausklammern oder subvertieren. Der abschließende Vergleich suggeriert eine Erweiterung der Poe anhaftenden popkulturellen Assoziationen durch seine Verbindung mit der Kriminalliteratur, während problematische biografische Aspekte, wie die Heirat seiner minderjährigen Cousine, an Bedeutung für die Figurendarstellung verlieren. 

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Veröffentlicht

2026-03-02