Transformation des Idyllischen

Annette von Droste-Hülshoffs Judenbuche (1842) und ihre Bedeutung für die Genese der Dorfgeschichte

Autor/innen

  • Alina Sophie Jacobs

DOI:

https://doi.org/10.48646/ur.20250504

Abstract

Annette von Droste-Hülshoffs Erzählung . Ein Die Judenbuche. Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westfalen (1842) begeistert Kommentator*innen und Interpret*innen seit mittlerweile über 180 Jahren. Dabei ist insbesondere die Frage nach der Gattungszugehörigkeit der Judenbuche in der heutigen Forschung umstritten. Sowohl die Einordnung der Judenbuche als Novelle als auch die abweichende Kategorisierung des Textes als Kriminalgeschichte haben die Droste-Forschung intensiv beschäftigt. Eine vergleichbare Debatte, darüber, ob Droste-Hülshoffs Text, der von der Autorin ursprünglich als Beitrag zu ihrem Westfalen-Werk geplant war, dem Genre der Dorfgeschichte, das in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Popularität gewann, zuzurechnen ist, wurde hingegen nicht geführt. Dabei vermitteln Dorfgeschichten Erfahrungen ländlicher Wirklichkeit und können als literarische Reaktionen auf einen gesellschaftlichen Wandel verstanden werden, den die Bewohner*innen deutschsprachiger Länder im 19. Jahrhundert erlebten. Die im Rahmen dieses Beitrags vertretene Position ist, dass die Judenbuche durchaus als Dorfgeschichte bezeichnet werden kann. Denn wenn das Dorf und das Brederholz als Schauplatz des Geschehens gattungsbestimmende Bedeutung gewinnen, erscheint auch eine Zuordnung der Judenbuche zur zeitgenössischen populären Gattung der Dorfgeschichte plausibel.

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Veröffentlicht

2025-12-11