Soy in Africa

A Perpetual Promise since the Late Nineteenth Century

Autor/innen

  • Matilda Baraibar Norberg Department of Environment, Development and Sustainability Studies, School of Natural Sciences, Technology and Environmental Studies, Södertörn University, Huddinge https://orcid.org/0000-0002-7932-3544

DOI:

https://doi.org/10.25365/rhy-2025-6

Schlagworte:

Afrika, Nahrungsregimes, Agrarökonomie, Vorstellungen von Landwirtschaft

Abstract

Der Artikel zeichnet die Veränderungen in der Bedeutung der Sojabohne in Afrika vom späten 19. Jahrhundert bis heute nach und argumentiert, dass die bescheidene materielle Verbreitung auf dem Kontinent im Kontrast zu einem bemerkenswert hartnäckigen ,Soja-Versprechen‘ steht. Mittels eines diskurshistorischen Ansatzes und einer Nahrungsregime-Rahmung werden die Entwicklungen in Afrika in den Kontext umfassenderer Veränderungen des globalen Agrar- und Ernährungssystems eingeordnet. Im kolonial-experimentellen Regime (1880er–1930er Jahre) wurde Soja als Kulturpflanze der wissenschaftlichen Moderne konzipiert, blieb jedoch weitgehend auf Versuchsanbau und Viehfutter beschränkt. Im entwicklungspolitischen Regime des Kalten Krieges (1950er–1970er Jahre) trat Soja als Technologie zur Verbesserung der Ernährungssituation und als Hilfsgut im Rahmen der von den USA angeführten Nahrungsmittelhilfe und Marktentwicklung wieder auf; die Verwendung von verarbeitetem Soja stand stärker im Fokus als die Ausweitung des Anbaus. Im kapitalgesellschaftlich-neoliberalen Regime seit den 1990er Jahren wird Soja als flexible Pionierware umgedeutet, eingebettet in liberalisierte Wertschöpfungsketten und Futtermittelkomplexe, wobei sich das Produktionswachstum seit 2010 auf wenige Länder konzentriert. Der Artikel argumentiert, dass die Beständigkeit des ,Soja-Versprechens‘ das Zusammenspiel von Projektionen, Institutionen und wechselnden Produktionsergebnissen widerspiegelt. Er untersucht zudem, inwieweit regionale Märkte, kontinentale Handelsinitiativen und der Druck des Klimawandels die Rolle der Sojabohne über ihren vorwiegend auf Futtermittel ausgerichteten Fußabdruck hinaus verschieben können.

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Veröffentlicht

2026-09-22