Multiple Soy
The Transformation of Soybean Science in Taiwan since 1945
DOI:
https://doi.org/10.25365/rhy-2025-8Schlagworte:
Taiwan, Südostasien, Mehrfachkultur, Kalter KriegAbstract
Der Beitrag untersucht die Sojaforschung in der Republik China (Taiwan) in der Nachkriegszeit, in der die Pflanze für die Entwicklungsstrategie der Regierung einen wichtigen Stellenwert bekam. Aufbauend auf der in der japanischen Kolonialzeit (1895–1945) entstandenen Infrastruktur förderte Taiwan den Mehrfachanbau von Reis und Soja, um die Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und Fetten zu steigern. Ab 1970 führte jedoch die Liberalisierung der Getreideimporte aus den Vereinigten Staaten zum Zusammenbruch des taiwanesischen Sojasektors. Sojaexperten in Taiwan lenkten daraufhin ihre Aufmerksamkeit auf südostasiatische Länder und kooperierten mit ihnen im Rahmen des Asian Vegetable Research and Development Center (AVRDC). Das 1971 in Taiwan gegründete internationale Zentrum hatte das Ziel, die Grüne Revolution der Getreideproduktion auf Gemüse auszuweiten. Basierend auf der Analyse von Materialien taiwanesischer Landwirtschaftsbehörden und des Rockefeller Archival Center verfolgt der Beitrag das Ziel, die Geschichte dieses Landes mit geringem Sojakonsum in die breitere Forschung zum Sojahandel zwischen China, Japan und Amerika zu inkludieren. Zudem wird untersucht, wie während des Kalten Krieges in Südostasien ein Forschungsprogramm entstand, das zwar auf eine Ausrichtung auf Soja als Monokultur verzichtete, aber dennoch einen intensiven Einsatz von Chemikalien befürwortete. Mit einem Ansatz, der Wissenschaftsgeschichte und die Theorie verbindet, kontextualisiert dieser Beitrag sojabezogene Agrar- und Ernährungssysteme der Nahrungsregime in weniger erforschten Regionen und beleuchtet die Soja-Politik aus einer neuen Perspektive.
Downloads
Veröffentlicht
Ausgabe
Rubrik
Lizenz
Copyright (c) 2026 Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.