Why Soy Succeeded
Austria in Its Transnational Setting, 1950–2020
DOI:
https://doi.org/10.25365/rhy-2025-5Schlagworte:
Österreich, Sojabohne, Ölsaat, Nahrungsregime, Transition, KultivierungAbstract
Dieser Artikel untersucht die treibenden und hemmenden Kräfte hinter dem Aufstieg der Sojabohne als Futter- und Lebensmittel sowie Ackerkulturpflanze in Österreich zwischen etwa 1950 und 2020. Die Herausbildung von Soja-Netzwerken in Österreich und deren transnationalen Verflechtungen werden unter Bezugnahme auf den Food Regime-Ansatz, Transition Theory und die Analyse von Warenketten untersucht. Anhand qualitativer und quantitativer Daten werden drei Phasen in der Entwicklung des Sojaanbaus herausgearbeitet: „versteckte Bohnen“ (1948–1973), „umstrittene Bohnen“ (1973–1995) und „flexible Bohnen“ (1995–2020). In den 1950er und 1960er Jahren markierte die Einführung von Sojakuchen als Tierfutter die Integration Österreichs in das US-zentrierte Regime. In den 1970er und 1980er Jahren deuteten mehrere Versuche, einen heimischen Sojaanbau zu etablieren, auf ein stärker national geprägtes Nahrungsregime hin. Die Zeit von den 1990er bis zu den 2010er Jahren war von einer neuen Welle der Globalisierung, Europäisierung und Regionalisierung von Soja (GVO-freies und Bio-Saatgut) geprägt. Österreich wurde sowohl Teil des dominanten WTO-zentrierten als auch des aufkommenden EU-zentrierten Regimes und verband dabei heimische Produktion und internationalen Handel auf flexible Weise. Zu den Schlüsselfaktoren hinter der österreichischen Sojaexpansion zählen staatliche Maßnahmen, internationale Abkommen, Initiativen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie übergeordnete ernährungsbezogene und ökologische Fragen. Die empirischen Befunde des Artikels leisten einen Beitrag zu theoretischen Debatten über Nahrungsregime mit einem Fokus auf Übergangsphasen und multiskalare Strukturen.
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