The Great Pig Massacre

A Multispecies History of Agricultural Modernization in Brazil’s Southern Frontier Region during the Great Acceleration

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.25365/rhy-2025-9

Schlagworte:

Anthropozän, Great Acceleration, multispecies approach, landwirtschaftliche Modernisierung, Afrikanische Schweinepest

Abstract

Die Geschichtsschreibung des Anthropozäns weist, zumindest in allgemeiner Form, auf den dramatischen Beitrag des Menschen zur Transformation des Planeten hin. Einer der zeitgenössischen Kritikpunkte am Anthropozän-Konzept und seiner Rezeption in den Geisteswissenschaften betrifft die mangelnde Berücksichtigung von erkenntnistheoretischen Entwicklungen aus dem Posthumanismus beziehungsweise der Erforschung von Beziehungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Elementen. Ausgehend von dieser Perspektive analysiert der Beitrag die landwirtschaftliche Modernisierung in der südbrasilianischen Grenzregion (Fronteira Sul) während der Great Acceleration. Er argumentiert, dass Episoden von Konflikten zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Elementen Auseinandersetzungen in wissenschaftlichen, technologischen und industriellen Feldern exemplarisch veranschaulichen können, wie etwa jene zwischen dem dominanten, aber ,dekadenten‘, Tierfett (Schmalz) und dem vielseitigeren Pflanzenöl aus Soja. Diese Auseinandersetzung zwischen Ölen und Fetten brachte nicht nur auf regionaler, sondern auf mehreren Ebenen soziale Kämpfe und neue Machtverhältnisse hervor. Methodisch verschränkt die Studie die Analyse regionaler Ereignisse mit nationalen und globalen Entwicklungen, geprägt durch wirtschaftliche, politische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen und den damit verbundenen Vorstellungen wie mit Schweinen, Sojabohnen und Viren umzugehen ist. Neben Forschungsliteratur stützt sich die Untersuchung auf zeitgenössische Zeitungsartikel, wissenschaftliche Fachzeitschriften, technische Berichte sowie ein Interview.

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Veröffentlicht

2026-09-22