Emotions Meet History. Neue Perspektiven in der Gefühlsgeschichte
DOI:
https://doi.org/10.25365/oezg-2026-37-1-1Schlagworte:
emotions, historyAbstract
Die Geschichte der Gefühle ist zugleich ein traditionelles und ein immer noch recht neues Feld. Zwar geht sie in ihren Anfängen ins 18. Jahrhundert zurück, einen rasanten Aufschwung nahm sie jedoch erst in den 2000er-Jahren. Dieser führte dann rasch zu einer, wenn auch in gewisser Weise beschränkten, Institutionalisierung des Forschungsansatzes und verlief parallel zu einer Emotionalisierung des öffentlichen Lebens. So braucht die Bedeutung von Emotionen in Politik und sozialen Medien, die Warnung vor einer Dominanz des Gefühls in Debatten um rechtsdemagogischen Hass und „woke“ Empfindlichkeit wohl kaum weiter ausgeführt zu werden. Diesen diagnostizierten Gefahren steht eine verbreitete Sehnsucht nach starken Gefühlen gegenüber, nach Gefühlen, die über Sprache und Repräsentation hinausgehen und den Menschen im Innersten ergreifen und aufwühlen, die Authentizität versprechen und Entscheidungen, ja sogar Wissen bestätigen. Immer öfter wird, auch in akademischen Diskussionen, „I think“ von „I feel“ abgelöst.
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