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Die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) trat 1990 mit einem Editorial an, das „Geschichte neu schreiben“ hieß. Sie sollte sich nach dem Willen ihrer Herausgeberschaft als reflektierende „Verunsicherung“ am Puls einer Umbruchszeit bewegen, nicht bloß einer einzelnen Forschungsrichtung eine Plattform bieten, sondern den Geschichtswissenschaften im Plural, insofern sie Erneuerung versprachen – und die Distanzierung von einer sozial- und zeitgeschichtlich operierenden Staatswissenschaft. Gängige Österreichbilder galt es als Schleier politischer Macht zu dekonstruieren, aber auf eine Bespiegelung Österreichs, selbst eine der kritischen Art, sollte sich die OeZG nicht reduzieren. Die Zeitschrift erscheint nunmehr seit über 30 Jahren – die methodisch-theoretischen Perspektiven wie die politisch-geographischen Bezugsräume haben sich seither ausdifferenziert und erweitert. Dies ist uns Anlass dafür, Nachschau zu halten, welche Themen die OeZG behandelt hat, ob und wie Geschichte ‚neu‘ geschrieben wurde und wie sie in Zukunft neu zu schreiben wäre.