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Sprache Macht Geschichte

2023-11-25

Juliane Schiel

Das Nachdenken über das Verhältnis von Sprache und Macht in der Geschichte hat insbesondere im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition. Angefangen von der philosophischen Kontroverse zwischen Idealist*innen und Materialist*innen um die Grundsatzfrage, ob das Bewusstsein (d.h. die Idee bzw. der Begriff von etwas) das Sein oder umgekehrt das Sein das Bewusstsein bestimmt, über die Rufe der Rankianer*innen und Brunner-Schüler*innen nach der Bedeutung der Quellensprache für das Verständnis historischer Epochen bis hin zur wissenschaftlichen und politischen Debatte um die Wirkmächtigkeit von Sprache in der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe: Die Reflexion über Sprache und Macht war lange vor dem international diskutierten linguistic turn und dem Erfolgskurs der Diskursanalyse in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein Grundthema der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft und ist dies bis heute.

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Aktuelle Ausgabe

Bd. 34 Nr. 2 (2023): Work Semantics / Semantiken der Arbeit
					Ansehen Bd. 34 Nr. 2 (2023): Work Semantics / Semantiken der Arbeit

Herausgeber*innen: Claude Chevaleyre, Juliane Schiel, unter Mitarbeit von Thomas Wallnig

Redaktion: Michaela Hafner

In welchem Verhältnis steht die Sprache zum Sozialen? Wie erfassen Historiker*innen die sozialen Dimensionen hinter den semantischen Aus­drucksweisen historischer Dokumente, und welche Analysesprache finden sie dafür, ohne anderen Gesellschaften die eigene Denkordnung überzustülpen? Während die historische Semantik in den Sprachwissenschaften und den Area Studies schon lange ein etabliertes Teilfach darstellt, wird sie in den Geschichtswissenschaften vor allem im Zuge der jüngeren Debatten um den Nutzen digitaler Analysetools diskutiert. Ein grundsätzliches Verständnis der Spezifika, der Vielfalt und des Potenzials historisch-semantischen Arbeitens für die Geschichtswissenschaften fehlt jedoch weitgehend. Der vorliegende Band möchte zu einer Klärung beitragen. Er enthält ein programmatisches Vademecum mit methodischen Beispielen, sechs empirische Fallstudien zur historisch-semantischen Erforschung von Arbeits- und Machtbeziehungen in vormodernen und modernen Gesellschaften sowie ein Interview, das die Herangehensweise reflektiert. Das Heft ist ein Ergebnis der Arbeitsgruppe „Grammars of Coercion“ der COST Action CA18205 „Worlds of Related Coercions in Work (WORCK)“.

Diese Ausgabe ist auch als Print-Version im StudienVerlag erschienen. Buchgestaltung nach Entwürfen von himmel. Studio für Design und Kommunikation, Satz: Marianne Oppel, Umschlag: StudienVerlag/Karin Berner.

236 Seiten, EUR 37,--, ISBN 978-3-7065-6308-6; ISSN 1016-765 X

This publication is based upon work from COST Action “WORCK”, supported by COST (European Cooperation in Science and Technology). COST (European Cooperation in Science and Technology) is a funding agency for research and innovation networks. Our Actions help connect research initiatives across Europe and enable scientists to grow their ideas by sharing them with their peers. This boosts their research, career and innovation. www.cost.eu

Veröffentlicht: 2023-10-31

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Die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) besteht seit dem Jahr 1990. Sie veröffentlicht insbesondere Forschungsbeiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, Kulturgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Politikgeschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in deutscher und englischer Sprache. Sie erscheint dreimal im Jahr, meist in Themenbänden, gelegentlich auch in thematisch offenen Heften. Ihre Stärke ist es, theoretisch und methodisch innovative Zugänge mit historisch relevanten Themenstellungen und Debatten zu verbinden.
Seit 2020 erscheint die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) via OJS3 als Open Access Journal. Alle Ausgaben seit 1990 wurden eingearbeitet und an dieser Stelle zugänglich gemacht (Backlist). Aktuelle und alte Ausgaben der OeZG in gedruckter Form sind in Printform weiterhin über den StudienVerlag (bzw. im Buchhandel) erhältlich. Außerdem sind alle bisherigen Ausgaben (bis Jg. 30/H. 2/2019) auf der Website des Verlages auch digital verfügbar.