Schreibkompetenz als Teil von Forschungskompetenz
Zum Stellenwert epistemischen Schreibens in der bildungswissenschaftlichen Forschung
DOI:
https://doi.org/10.48646/zisch.251302Schlagworte:
Forschungskompetenzen, wissenschaftliches Schreiben, epistemisches SchreibenAbstract
Schreiben ist eine grundlegende Kulturtechnik und bildet die Basis wissenschaftlicher Textproduktion. Wissenschaftliche Schreibkompetenz als auch Forschungsmethodenkompetenz werden im Rahmen der akademischen Sozialisation erworben. Obwohl das Schreiben zur wissenschaftlichen Arbeit gehört, wird es in der universitären Lehre meist randständig thematisiert und selten als erkenntnisgenerierende Praxis verstanden, in der Bedeutungen entwickelt, Gedanken geordnet und neues Wissen generiert wird. Für bildungswissenschaftliche Forschung, die auch texthermeneutisch arbeitet, ist diese sog. epistemische Funktion zentral. So stellt sich die Frage, welche Rolle wissenschaftliches Schreiben gegenüber der Vermittlung von Forschungsmethodenwissen in bildungswissenschaftlichen Curricula einnimmt und wie der Begriff ‚Forschungskompetenz‘ konzeptualisiert wird. Vorliegender Beitrag kombiniert drei methodische Zugänge: 1) eine qualitative Dokumentenanalyse bildungswissenschaftlicher Curricula an österreichischen Universitäten, 2) eine quantitative Web- Recherche in Datenbanken zur diskursiven Präsenz beider Aspekte, 3) ein systematisches Literaturreview, das Teilkompetenzen des Begriffs ‚Forschungskompetenz‘ herausarbeitet. Die Ergebnisse zeigen eine Überrepräsentation forschungsmethodischer Inhalte, während wissenschaftliches Schreiben curricular begrenzt ausgewiesen wird. Die Web-Recherche bestätigt diese Gewichtung. Das Literaturreview zeigt, dass schriftbezogene Fähigkeiten wie kritisches Lesen, Argumentieren, Syntheseleistungen sowie das nachvollziehbare Verschriften von Erkenntnissen wichtige Fertigkeiten im Forschungsprozess sind. Die Studie zeigt, dass Schreibkompetenz zwar für wissenschaftliches Forschen konstituitiv ist, ihre epistemische Funktion jedoch kaum thematisiert wird. Damit bleibt eine zentrale Dimension geisteswissenschaftlicher Forschungskompetenz Kontext unterbelichtet.
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