Das Schreibende Ich
DOI:
https://doi.org/10.48646/zisch.251307Schlagworte:
AutoethnografieAbstract
Der vorliegende Text untersucht das Schreiben als Form der Selbstreflexion und Identitätsbildung über verschiedene Lebensphasen hinweg. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Schreibpraktiken– insbesondere das autobiografische Schreiben – im Laufe der Zeit verändern und welche Rolle Materialität, Medien und Lebenssituationen dabei spielen. Ausgangspunkt ist die Analyse meiner eigenen Schreibbiografie, die von handschriftlichen Tagebucheinträgen in der Kindheit über erzählende Texte in der Jugend bis hin zu digitalen Formen des Schreibens im Erwachsenenalter reicht. Dazu wird ein autoethnografischer Ansatz verwendet, der subjektive Erfahrungen und Erinnerungen systematisch reflektiert und in einen größeren theoretischen Kontext einbettet. Als Untersuchungsmaterial dienen Tagebücher, Notizen, Kurztexte und Gedichte, die ich diachron auswerte, um Muster und Veränderungen im Schreibverhalten sichtbar zu machen. Die Ergebnisse zeigen, dass Schreiben in allen Lebensphasen eine zentrale Rolle für emotionale Verarbeitung, Selbstverständigung und Sinnstiftung spielt. Dabei verändert sich weniger die Motivation zum Schreiben als vielmehr die Form, Sprache und Funktion der Texte: vom spontanen, emotionalen Ausdruck hin zu einem bewussten, reflektierten literarischen Schreiben.
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