„Das ist, wie wenn man in ein Training geht oder ob man alleine trainiert.“

Eine Mixed-Methods-Studie zu Auswirkungen von Schreibklausuren auf Selbstregulation und Produktivität von Studierenden der Universität Klagenfurt

Autor/innen

  • Elisa Rauter Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
  • Karin Wetschanow Universität Klagenfurt
  • Alexandra Kratki Universität Klagenfurt
  • Cynthia Gutjahr Universität Klagenfurt

DOI:

https://doi.org/10.48646/zisch.220601

Schlagworte:

Schreib-Zeit-Räume, Mixed-Methods, Selbstregulation, Selbstwirksamkeit, Schreibklausur

Abstract

Mit der Schreibklausur hat sich in der deutschsprachigen Hochschuldidaktik ein Format etabliert, das Schreibwilligen eine Raum- und Zeitstruktur bietet, in der sie selbstbestimmt ein individuelles Schreibprojekt innerhalb einer community of practice vorantreiben können. Obwohl Studien aus dem angloamerikanischen Raum positive Auswirkungen solcher „Schreib-Zeit-Räume“ (Girgensohn & Wolfsberger 2021, 140) nahelegen, ist die Forschungslage zu Schreibklausuren, die am Universitätscampus oder online stattfinden und alle Studienniveaus und Studienrichtungen fokussieren, im deutschsprachigen Raum noch dünn. In dieser Studie wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen auf das subjektive Schreiberleben Studierende aller Studienniveaus und unterschiedlicher Studienrichtungen nach der Teilnahme an einer universitär verankerten Präsenz- oder Online-Schreibklausur wahrnehmen und welche Lern- und Schreibprojektfortschritte sie diesem Format zuschreiben. Der Studie liegt ein paralleles Mixed-Methods-Design zugrunde, bei dem Daten mittels Online-Fragebogen und leitfadengestützten Interviews erhoben wurden. Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2016) belegen, dass Schreibklausuren für Studierende aller Studienniveaus gleichermaßen effektiv sind und das besuchte Format (in Präsenz oder online) die Wirksamkeit nicht beeinflusst. Zudem bestätigen sie die Annahme, dass eine Produktionssteigerung lediglich ein Nebeneffekt der erlebten Selbstwirksamkeit ist. Ein Gefühl der Selbstverpflichtung wird durch die vorgegebene Struktur und die Anwesenheit anderer Schreibender etabliert und ermöglicht es den Studierenden, sich aufs Schreiben einzulassen.

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Veröffentlicht

2022-06-02

Zitationsvorschlag

Rauter, E., Wetschanow, K., Kratki, A., & Gutjahr, C. (2022). „Das ist, wie wenn man in ein Training geht oder ob man alleine trainiert.“: Eine Mixed-Methods-Studie zu Auswirkungen von Schreibklausuren auf Selbstregulation und Produktivität von Studierenden der Universität Klagenfurt. Zeitschrift für interdisziplinäre Schreibforschung, 6(1), 5–22. https://doi.org/10.48646/zisch.220601

Ausgabe

Rubrik

Interdisziplinäre Schreibwissenschaft