Kapitalismus abschalten? Digital Detox im postdigitalen Alltag Jugendlicher zwischen Ausweg und Stabilisierung für Digitalen Kapitalismus

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DOI:

https://doi.org/10.21243/mi-04-25-21

Abstract

Der Beitrag untersucht Ambivalenzen des Phänomens Digital Detox im Alltag Jugendlicher zwischen Kritik und Reproduktion digital-kapitalistischer Logiken. Dafür wird eine Heuristik aus drei miteinander verschränkten Dimensionen – technisch-ökonomisch, subjektiv und praktisch – entwickelt und auf das Phänomen Digital Detox angewendet. Wie Jugendliche Digital Detox in ihrem Alltag beschreiben und begründen, arbeitet der Beitrag anhand einer inhaltsanalytischen Auswertung ethnographischer Interviews heraus. Die Ergebnisse zeigen vor allem temporäre und selektive Formen der Disconnection, die Jugendliche als Reaktion auf soziale, technische und normative Anforderungen beschreiben. Technisch-ökonomische Bedingungen werden dabei nur selten explizit thematisiert. Digital Detox erscheint zugleich als Stabilisierung und Irritation digital-kapitalistischer Logiken und damit verbundener Formen der Selbstführung und Effizienz. Abschließend wird diskutiert, wie diese Ambivalenzen sichtbar gemacht und bearbeitet werden können.

Veröffentlicht

21.12.2025

Zitationsvorschlag

Tischer, M. (2025). Kapitalismus abschalten? Digital Detox im postdigitalen Alltag Jugendlicher zwischen Ausweg und Stabilisierung für Digitalen Kapitalismus. Medienimpulse, 63(4), 50 Seiten. https://doi.org/10.21243/mi-04-25-21

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