Zwischen den Ländern
Österreichisch-tschechische Grenzräume im österreichischen Film nach 1989
DOI:
https://doi.org/10.25365/mz-2026-41-1-6Schlagworte:
Österreichisch-tschechische Grenze, filmische Repräsentationen, österreichischer Film, kulturelle Imaginationen, Zeit nach dem Kalten Krieg, post-1989, österreich-tschechische BorderscapesAbstract
Der Beitrag untersucht österreichische Filme, die seit 1989 im österreichisch-tschechischen Grenzgebiet entstanden sind und unterschiedliche Perspektiven auf diesen Raum eröffnen. Die Analyse in einer Zeitspanne von 35 Jahren zeigt, dass die Themensetzungen sowohl von politischen und gesellschaftlichen Transformationen und Diskursen als auch von einer tradierten Wahrnehmung des Grenzgebietes beeinflusst sind. Die seit dem 19. Jahrhundert dominierende Darstellung als randständig und naturbelassen, setzt sich – verstärkt durch die jahrzehntelange Abschottung während des „Eisernen Vorhangs“ –auch nach der Grenzöffnung in den Filmproduktionen ab 1989 fort. Dies zeigt sich vor allem in der besonderen Bedeutung, die der Landschaft in den jeweiligen Filmen zukommt. Wenngleich unterschiedlich inszeniert, verstärkt Landschaft nicht nur die Atmosphäre in den Filmen, sondern ist auch prägend für die Filmplots. Der in neueren kulturwissenschaftlichen Zugängen vertretene Ansatz, „Borderscapes“ als produktive Räume kultureller Verflechtungen zu sehen, ist in den Filmen nur bedingt identifizierbar. Erst in jüngeren Produktionen beginnen sich tradierte kulturelle Imaginationen aufzulösen.
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