Postkoloniale Wissensordnungen, Antisemitismus und epistemischer Extremismus
DOI:
https://doi.org/10.21243/mi-01-26-07Abstract
Der Beitrag untersucht, wie sich extremer, rassistischer Antisemitismus und Antizionismus in postkolonialen Wissensordnungen des akademischen Feldes ausbilden und von dort in medialisierte Öffentlichkeiten diffundieren. Auf der Grundlage eines wahrnehmungsorientierten Machtkonzepts werden Foucaults Analysen von Gouvernementalität und Äußerungsmodalitäten mit Bourdieus Feldtheorie und Leforts Begriff der imaginären sozialen Struktur verknüpft. Im Zentrum steht ein wirkungsmächtiges System des Sagbaren, das festlegt, welche Deutungen von Geschichte, Gewalt und Verantwortung legitim erscheinen. Der Beitrag zeigt, wie die Verweigerung autonomer Historizität für arabische und afrikanische Gesellschaften koloniale Blickstrukturen epistemisch reproduziert und in dem Re‑Rassifizierung weißer Juden zu einer Form epistemischen Extremismus kulminiert, in der antisemitische Semantiken normalisiert und Kritik moralisch delegitimiert wird.
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