Bd. 64 Nr. 1 (2026): Social Media und Extremismus

Mit ihren Kommunikationssystemen („Social Media“) haben verschiedene politische und ökonomische Interessensvertreter die Art und Weise, wie extremistische Ideologien verbreitet und aufgenommen werden, genutzt, um global vernetzte virtuelle Plattformen zu etablieren und durchzusetzen. Diese Plattformen sind zu zentralen Schauplätzen der Radikalisierung und affektiven Verstärkung geworden, auf denen gezielt junge Menschen angesprochen werden, um für radikale und extreme Argumente gewonnen zu werden. Der unter Verwendung von Algorithmen angetriebene Charakter Sozialer Medien unter dem Zeichen der Marktradikalisierung verstärkt diese Problematik erheblich. Nutzerinnen und Nutzer werden durch personalisierte Inhalte in sogenannte „Echokammern“ geleitet, in denen ihre bestehenden Überzeugungen verstärkt und radikalisiert werden. Ein anfänglich harmloses Interesse an politischen, religiösen oder ökonomischen Themen kann so schrittweise zu extremistischen Weltanschauungen führen. Diese Radikalisierung erfolgt oft unmerklich und macht es für Betroffene schwer, den schleichenden Prozess zu erkennen.

Veröffentlicht: 20.03.2026

Editorial