Das Recht des Lauteren: Medienlogik und populistische Radikalisierung
Justus Benders "Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland"
DOI:
https://doi.org/10.21243/mi-01-26-03Schlagworte:
AfD-Rakikalisierung, Hyperliberalismus, Medienlogik, Algoritmische Öffentlichkeit, Recht des Lauteren, Filterblasen, Bestrafungslust, Strafwahl, Platons Demokraiekritik, MedienpädagogikAbstract
Der Beitrag analysiert Justus Benders Monografie „Was will die AfD?“ aus medienkritischer Perspektive. Bender konzeptualisiert die „Alternative für Deutschland“ als „Internetpartei“, deren Radikalisierung eng an digitale Strukturen geknüpft ist. Die systematische Rekonstruktion seiner Argumentation identifiziert drei zentrale Theorieachsen: Die Platonsche Hyperliberalismus-These interpretiert die Partei als radikale Fortsetzung liberaler Freiheitsversprechen; die medientheoretische Analyse entwickelt das Konzept des „Rechts des Lauteren“ als Selektionsmechanismus parteiinterner Dynamiken; die psychologische Dimension erklärt die Wählerinnen- und Wählerschaft durch Bestrafungslust und Strafwahl-Motive. Der Artikel würdigt Benders Innovationen, kritisiert jedoch methodische Defizite, elitäre Normativität und blinde Flecken (Sozialstruktur, Geschlecht, Postkolonialität). Für die Medienpädagogik stellt das Werk eine zentrale Provokation dar: Die Diagnose des Scheiterns aufklärerischer Strategien („Kopfgedanken gegen Bauchgefühle“) zwingt zur Überprüfung demokratischer Bildungskonzepte im Zeitalter algorithmischer Öffentlichkeiten.
Literaturhinweise
Bender, J. (2025). Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland. Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe. Pantheon, 224 S. ISBN 978-3-570-55522-4.
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