Mitteilungen

Die OeZG "an der Wiege" der Neueren Kulturgeschichte und der Kulturwissenschaften

2021-03-25

Regina Thumser-Wöhs

William H. Sewell bezeichnete das 1999 noch bestehende Chaos um die Begrifflichkeiten von Kulturgeschichte und Kulturwissenschaft/en als „cacophony of contemporary discourse about culture“. Es geht im Folgenden nicht um die Diskussion des Begriffs Kultur, wenngleich Einigkeit darüber bestehen sollte, dass dieser in der OeZG weit über die „Opernhaus-Konzeption“ (Roy Wagner) hinausgeht. Als Kriterium für meine Auseinandersetzung habe ich die Begriffe Turn bzw. Kultur/Culture an die seit 1990 erschienenen Titeln angelegt.

Als eines der ersten Hefte geriet demnach "Wende welcher Geschichte?" (1/1991) in meinen Fokus, in dem es aber nicht, wie geargwöhnt, um Turns ging, sondern um den Osten der OeZG. "Kultur suchen, wo sie gelebt wird" (2/1991) war ein erster Schritt der OeZG in Richtung kulturhistorischer Perspektivierungen, wenngleich ein 'offenes Heft', dem man retrospektiv gerne – in Anlehnung an "Volkskultur 2.0" (2/2016) – den Titel "Volkskultur 1.0" 'umhängen' würde.

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Aktuelle Ausgabe

Bd. 31 Nr. 3 (2020): Gutachten / Begutachtete
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Herausgeberinnen: Maria Heidegger, Lisa Pfahl, Gabriele Werner-Felmayer,
Regina Thumser-Wöhs

Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit Begutachtungspraktiken verschiedener Epochen und zeigen die Entwicklung des Gutachtens als einen Prozess auf, der zunehmend der Diskussion, Ausverhandlung und dem Einfluss von Wissen und Gegenwissen um soziokulturelle Normen unterliegt. Ausgehend von der Annahme, dass der Medizin in der Klassifikation, Bewertung und Einschätzung bzw. in der Subjektivierung von Einzelnen und Gruppen eine besondere Bedeutung zukommt, rückt insbesondere jenes Verhältnis in den Fokus, das durch die Tätigkeit des Gutachtens zwischen und für Menschen hergestellt wird.

Diese Ausgabe ist auch als Print-Version im StudienVerlag erschienen. Buchgestaltung nach Entwürfen von himmel. Studio für Design und Kommunikation, Satz: Marianne Oppel, Umschlag: StudienVerlag/Karin Berner.

Veröffentlicht: 2021-01-20

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Die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) besteht seit dem Jahr 1990. Sie veröffentlicht insbesondere Forschungsbeiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, Kulturgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Politikgeschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in deutscher und englischer Sprache. Sie erscheint dreimal im Jahr, meist in Themenbänden, gelegentlich auch in thematisch offenen Heften. Ihre Stärke ist es, theoretisch und methodisch innovative Zugänge mit historisch relevanten Themenstellungen und Debatten zu verbinden.
Ab 2020 wird die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) via OJS3 als Open Access Journal erscheinen. Alle Ausgaben seit 1990 werden derzeit eingearbeitet und an dieser Stelle zugänglich gemacht. Aktuelle und alte Ausgaben der OeZG in gedruckter Form sind weiterhin über den StudienVerlag erhältlich. Schon jetzt sind alle bisherigen Ausgaben (bis auf den letzten Jahrgang) auf der Website des Verlages auch digital verfügbar.