Mitteilungen

Die OeZG als Inkubationsraum der New Diplomatic History

2026-06-09

Falko Schnicke

Diplomatiegeschichte war in der OeZG lange kein Thema. Außenpolitik, internationale Beziehungen oder diplomatische Praktiken kamen, bevor das Heft New Diplomatic History (NDH) (35/2/2024) erschien, nur vereinzelt vor. Gerade das weitgehende Fehlen explizit diplomatiehistorischer Themen verweist auf eine historiographisch aufschlussreiche Konstellation, denn die Zeitschrift gehörte seit den 1990er Jahren zu jenen Orten, an denen methodische und theoretische Perspektiven diskutiert wurden, aus denen sich die New Diplomatic History später speisen sollte. Die klassische Diplomatiegeschichte blieb lange stark staats-, ereignis- und entscheidungszentriert und passte damit nur bedingt zum Profil der OeZG, die sich früh zu einem Ort kultur-, wissens- und praxishistorischer Öffnungen entwickelt hatte. Fragen nach Diskursen, Körpern, Räumen, Wissen, Medien, Praktiken oder transnationalen Verflechtungen standen dabei im Zentrum. Gerade deshalb war die OeZG seit langem anschlussfähig für die New Diplomatic History. Die Pointe liegt also darin: Nicht die OeZG musste sich der Diplomatiegeschichte annähern; vielmehr veränderte sich die Diplomatiegeschichte so grundlegend, dass sie für eine Zeitschrift wie die OeZG anschlussfähig wurde.

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Bd. 37 Nr. 1 (2026): Emotions Meet History. Neue Perspektiven in der Gefühlsgeschichte
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Herausgeberinnen: Benno Gammerl, Bettina Hitzer, Anja Laukötter, Margrit Pernau
Redaktion: Nikola Langreiter

Von Gefühlen ist gegenwärtig viel die Rede – ob in politischen Auseinandersetzungen oder wissenschaftlichen Debatten. Der historisch-kritische Blick auf das Fühlen macht es möglich, Vergangenheit vielschichtiger zu begreifen und Gegenwart anders zu perspektivieren. Nach zwei Jahrzehnten emotionshistorischer Forschung werden grundlegende Fragen neu gestellt: Welche Bedeutung hat die Erkenntnis, dass Körper heute biokulturell gedacht werden, dass sich emotionales Wissen und emotionale Praktiken umfassend wandeln? Wie gelingt eine multiperspektivische Globalgeschichte der Gefühle? Wie verändert sich das Verhältnis von Geschichtswissenschaft, Medien und Öffentlichkeit durch Emotionsgeschichte? Inwiefern tragen emotionshistorische Perspektiven zu breiteren geschichtswissenschaftlichen Debatten bei? Diese Fragen ziehen sich durch das Heft, das vielversprechende neue Ansätze vorstellt.

Diese Ausgabe ist auch als Print-Version im StudienVerlag erschienen. Buchgestaltung nach Entwürfen von himmel. Studio für Design und Kommunikation, Satz: Marianne Oppel, Umschlag: StudienVerlag/Karin Berner.

196 Seiten, EUR 40,50, ISBN 978-3-7065-6918-7; ISSN 1016-765 X

Veröffentlicht: 2026-06-10
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Die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) besteht seit dem Jahr 1990. Sie veröffentlicht insbesondere Forschungsbeiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, Kulturgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Politikgeschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in deutscher und englischer Sprache. Sie erscheint dreimal im Jahr, meist in Themenbänden, gelegentlich auch in thematisch offenen Heften. Ihre Stärke ist es, theoretisch und methodisch innovative Zugänge mit historisch relevanten Themenstellungen und Debatten zu verbinden.
Seit 2020 erscheint die Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZG) via OJS3 als Open Access Journal. Alle Ausgaben seit 1990 wurden eingearbeitet und an dieser Stelle zugänglich gemacht (Backlist). Aktuelle und alte Ausgaben der OeZG in gedruckter Form sind in Printform weiterhin über den StudienVerlag (bzw. im Buchhandel) erhältlich. Außerdem sind alle bisherigen Ausgaben (bis Jg. 30/H. 2/2019) auf der Website des Verlages auch digital verfügbar.