Räumlichkeit und Materialität – Kollektivität und Politizität. Ein Vorschlag zur Ausweitung medienpädagogischer Kompetenzbegriffe. Ein Essay

  • Valentin Dander
Schlagworte: raum, materie, repräsentation, kollektiv, politik

Abstract

Kompetenz wird im medienpädagogischen Kontext wie allgemein meist als individuelle Fähigkeit oder Disposition modelliert. Zudem kommt dem Kompetenz-Begriff im Gegensatz zu jenem der Performanz eine vorrangige Rolle zu. Der vorliegende Essay zieht drei theoretische Stränge heran, die diese gängige Perspektive herausfordern: Mit Henri Lefebvre wird der Kompetenzbegriff von Individuen abgezogen und auf das 'Dazwischen' verlagert. Überindividuelle und sedimentierte Raumpraktiken figurieren als Möglichkeitsraum, in welchem der Raum performant 'gelebt' wird. Mit Werner Sesink bestätigt sich diese Betonung gesellschaftlicher Ermöglichungsstrukturen der 'performanten Seite des Könnens'. Zudem erinnert Sesink daran, dass Bildung stets in einer ambivalenten sozialen Position zwischen Vernutzlichung und Selbstzweck verortet ist. Ausgehend von diesen Annahmen stellt sich schließlich mit Christian Grabau und seiner Arbeit zu Pierre Bourdieu die Frage, wie Kollektive entstehen und wie ihre Transformation in enger Verzahnung mit der Transformation von Feldern und ihren Logiken denkbar sind. Schließlich bleibt die Frage zu stellen, ob medienpädagogische Bemühungen sich stärker auf die politische Ebene verlagern müssten, um die Ermöglichungsbedingungen für Kompetenz/Performanz als gesellschaftliches Verhältnis zu Gunsten von Bildungsprozessen zu gestalten.
Veröffentlicht
2018-12-21
Zitationsvorschlag
Dander, V. (2018). Räumlichkeit und Materialität – Kollektivität und Politizität. Ein Vorschlag zur Ausweitung medienpädagogischer Kompetenzbegriffe. Ein Essay. Medienimpulse, 56(4). https://doi.org/10.21243/mi-04-18-05